Japanische Forscher haben mit Hilfe moderner Teleskope riesige Klumpen aus Gas und Galaxien entdeckt. Sie sind die größten jemals entdeckten Galaxienhaufen - und vielleicht auch die ältesten: Gerade mal 2 Milliarden Jahre nach dem Urknall sollen sie entstanden sein.
Sie bestehen aus Gas, so genannten Lyman Alpha Blobs, und Galaxien! Sie erstrecken sich über 200 Millionen Lichtjahre, mehr als 2000-mal so weit wie unsere Milchstraße. Sie wirken wie riesige Klumpen im All. Entdeckt wurden sie von einem japanischen Forscherteam um Yuichi Matsuda von der Kyoto Universität. Mit den Keck- und Subara-Teleskopen auf Hawaii gelang es ihnen, mehr als 30 von diesen Galaxieklumpen aufzunehmen. Nach Angaben der NAOJ-Forscher sind diese die größten jemals entdeckten Strukturen.
Laut den Wissenschaftlern erstrecken sich die Klumpen in Fadenstrukturen über mehr als 200 Millionen Lichtjahre, dabei sind die Galaxien viermal dichter gepackt als sonst in solchen Strukturen üblich. Ähnliche Strukturen wurden bereits gefunden, allerdings mit höchstens 50 Millionen Lichtjahren Durchmesser.
Diese Klumpen könnten laut den Wissenschaftlern etwa 2 Milliarden Jahre nach der Entstehung des Universums entstanden sein. Falls das zutrifft, so müsste sich zwangsläufig auch das Bild der Astrophysiker von unserem frühen Universum ändern, ging man doch davon aus, dass die Masse im Weltall zu dieser Zeit relativ gleichmäßig verteilt war.
Theorien zufolge sind diese Klumpen Überreste sehr früher Supernovae, andere sagen, eines Tages werden sie neue Galaxien hervorbringen. Auf jeden Fall, so resümiert Team-Mitglied Yamauchi von der Tohoku University, muss etwas so großes und so dichtes im frühen Universum sehr selten gewesen sein.
(mm); STVC-Meldung vom 06.08.2006; Quelle: Spiegel Online
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