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Wunderpilz erobert Deutschland

Was den alten Asiaten und "esoterischen Spinnern" schon länger bekannt ist, dringt nun langsam auch in das Bewusstsein der breiteren Öffentlichkeit durch. Der Chinesische Raupenpilz (auf Lateinisch Cordyceps sinensis) gilt als wahres Allheilmittel.

Zugeschrieben werden ihm beispielsweise eine Verbesserung der Ausdauer, schnellere Erholung nach körperlicher Anstrengung, antidepressive Wirkung, verbesserte Nieren- und Leberfunktion und damit schnellere Entgiftung des Körpers, Stärkung des Immunsystems, er wird sogar gegen Krebs eingesetzt.

Ursprünglich wuchs dieser Pilz auf Tibetanischen Hochebenen über 3000 Meter. Im Gegensatz zu anderen Pilzen benötigt er als Nährboden jedoch keine pflanzlichen Grundlagen, sondern befällt die Larven und Raupen einer bestimmten Schmetterlingsart, die er tötet und aus ihnen den Fruchtkörper treibt. Somit ist der Pilz eher selten und sein Preis dementsprechend hoch.

Darreichungsform des Pilzes war hauptsächlich Aufguss aus dem Pilzkörper. Nachdem das geringe Vorkommen des Pilzes die steigende weltweite Nachfrage nicht decken konnte, versuchte man, ihn künstlich zu züchten, was jedoch fehlschlug. Schließlich gelang es aber, das Myzel (die Wurzeln) dieses Pilzes im Labor zu kultivieren. Zudem sind die heilwirksamen Inhaltsstoffe dort wesentlich konzentrierter. Dieses Produkt wird im Handel hauptsächlich als Extrakt in Kapselform angeboten.

Die Mykotherapie, also das Heilen mit Pilzen, wurde bereits im Jahr 1928 mit Entdeckung des Penicillins begründet, danach aber kaum weiter verfolgt. Pilze im Allgemeinen enthalten viele Vitamine und Spurenelemente, den so genannten Heilpilzen werden zudem viele heilsame und stärkende Eigenschaften zugeschrieben. Grund dafür sind die enthaltenen essentiellen Aminosäuren (Eiweißbausteine) und Polysaccharide (lange Ketten einer Zuckerart). Vor allem letztere haben nachgewiesene Wirkungen in der Krebsbekämpfung und Immunstabilisierung.

Mit Ausnahme der Antibiotika ist in der traditionellen Schulmedizin die Mykotherapie bisher quasi nicht vertreten. In die alternative Medizin hingegen rückt sie langsam aber stetig vor. In kontroversen Diskussionen wird jedoch davor gewarnt, die Verzweiflung der Erkrankten und Angehörigen auszunutzen und sie mit falschen Versprechungen zu unbegründeten Hoffnungen und vor allem dem Kauf von Heilpilzprodukten zu verführen. Neben dem Cordyceps zählen beispielsweise noch als Heilpilze: Reishi oder Ling Zhi (Glänzender Lackporling), Shiitake, Agaricus blazei murill (ABM-Pilz), Maitake (Grifola frondosa), Coriolus (Coriolus versicolor), uvm.

(ms); STVC-Meldung vom 25.05.2007; Quelle: Recherche [779 Aufrufe; 2 Kommentare]

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