Endloser Kabelsalat, vergessene Ladegeräte, all das könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Dies versprechen zumindest die Versuche amerikanischer Physiker, die es geschafft haben, Energie ohne Kabel zu übertragen. Mit speziellen Resonanzantennen brachten sie eine zwei Meter entfernte Glühbirne zum Leuchten.
Hintergrund dieser Forschung ist unter anderem das schon öfter diskutierte Ziel, Strom-HotSpots zu bauen, die das Aufladen mobiler Geräte, wie Handys, Laptops, PDAs, etc. ermöglichen. Das Forscherteam baute ein Paar runder Kupferantennen, von denen eine an eine Stromquelle angeschlossen wurde, die andere an eine zwei Meter entfernte Glühbirne. Als die Wissenschaftler dann speziell modulierten Strom durch den Sender fließen ließen, bildete dieser ein magnetisches Feld, das den Empfänger mitschwingen ließ und so eine Art Stromfluss verursachte. Dieser Strom ließ die Glühbirne mit einer Übertragungseffizienz von 40% hell aufleuchten.
Das Konzept des kabellosen Stroms ist nicht neu: Bereits zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, bevor Stromnetze verfügbar waren, träumte der serbische Erfinder Nikola Tesla von drahtloser Energie. Die nach ihm benannten Tesla-Spulen (oder Tesla-Transformator) eigneten sich jedoch nicht zur Stromübertragung, da sie gefährlich große elektromagnetische Felder erzeugen. Die Idee allerdings wurde wieder aufgegriffen.
Unglücklicherweise gab es bis vor kurzem kaum wirkliche Erfolge: Sender die in alle Richtungen strahlten waren zu ineffizient, und solche, die nur in eine Richtung sendeten waren kaum brauchbar, da sie eine freie Sichtlinie zum Empfänger voraussetzen. Das neue Konzept hingegen benutzt "flüchtige" elektromagnetische Wellen. Solche Wellen werden normalerweise bei drahtloser Kommunikation neben den normalen Strahlungswellen erzeugt, verflüchtigen sich aber rasch, sobald sie sich von der Antenne entfernen.
Bislang haben die Antennenringe einen Durchmesser von einem halben Meter, nach Angabe der Forscher kann das System allerdings ohne Leistungseinbußen verkleinert werden. Dies eröffnet auch neue Möglichkeiten in der Medizintechnik: Neue Arten von medizinischen Implantaten wären denkbar, die ohne sperrige Verkabelung auskommen können.
(ms); STVC-Meldung vom 20.06.2007; Quelle: Sciencedaily
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