In heutigen Sciencefiction-Filmen gehören Roboter mittlerweile zum Standard. Sie gehen für den Menschen einkaufen, erledigen den Haushalt, bringen die Kinder zur Schule und erledigen sonstige Aufgaben, die unser alltägliches Leben erleichtern sollen. Doch wie weit sind wir noch von dieser Fiktion entfernt? Werden Roboter schon in der nahen Zukunft zum normalen Inventar gehören, oder bleibt alles nur eine Zukunftsvision?
Roboter haben in den letzten beiden Jahrzehnten vor allem in der Industrie immer größere Bedeutung erlangt. In vielen Bereichen erledigen sie Arbeiten, zu denen der Mensch nicht oder nur schwer in der Lage ist. Ihr Vorteil ist, dass sie ihre Arbeit schneller und präziser erledigen können, jedoch ohne dabei zu ermüden. In der letzten Zeit drängten sich auch immer mehr Unterhaltungsroboter, wie der Roboterhund AIBO oder der humanoide Roboter ASIMO in den Vordergrund, die ihren Einsatz in unserem täglichen Haushalt finden sollen. Doch wie weit sind diese Roboter noch von einem Androiden entfernt, wie wir ihn zum Beispiel aus Star Trek kennen?
Eine Antwort kann uns hierbei der aus der Informatik stammende Begriff "Künstliche Intelligenz" geben. Dieser Bereich befasst mit der Automatisierung von intelligentem Verhalten, wobei die Frage, was in diesem Fall "Intelligenz" wirklich bedeutet noch nicht genau geklärt ist. Gegenwärtig existieren für dessen Verständnis zwei Ansätze, die unter den Namen "Starke KI" und "Schwache KI" bekannt sind.
Die "Starke KI" hat ihren Ursprung aus der Epoche der Aufklärung, als man sich den Menschen als Maschine vorstellte, dessen Nachahmung sich die starke KI zum Ziel setzt. Mit anderen Worten soll eine Intelligenz erschaffen werden, die wie der Mensch selbstständig über Probleme nachdenken und diese lösen kann und sich zusätzlich durch eine Form von Bewusstsein und Emotionen auszeichnet.
Der "Schwachen KI" hingegen geht es nur darum, konkrete Anwendungsprobleme lösen zu können, zu deren Verständnis eine Form von "Intelligenz" notwendig scheint. Die "Schwache KI" will also nur ein bestimmtes Verhalten für ein gegebenes Problem simulieren und kein eigenes Bewusstsein schaffen.
Während die "Starke KI" aufgrund ihres philosophischen Ansätzen noch keine Erfolge erzielen konnte, machte die "Schwache KI" gerade in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte.
In vielen Bereichen findet sie heute schon von uns kaum wahrgenommen ihren Einsatz in unserem Alltag. Ihre Aufgabengebiete sind das Suchen, Planen, Optimieren, Ziehen von logischen Schlussfolgerungen oder Approximationsmethoden, welche sich in Anwendungen wie in Internetsuchmaschinen, Übersetzungsprogrammen, Handschriften- oder Spracherkennung, Computer-Visions-Systemen (überwachen öffentliche Plätze, Produktionsprozesse oder sichern den Straßenverkehr) und in Computerprogrammen oder spielen wiederfinden. Letzteres machte im Jahre 1997 von sich zu sprechen, als der Computer Deep Blue, den damaligen amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow besiegte.
Wie weit die Entwicklung mittlerweile vorangeschritten ist, zeigt die in diesem Jahr stattgefundene Robocup-WM, bei dem ein Fußballturnier nur mit einem aus Robotern bestehenden Team ausgetragen wird. Während in den vergangen Jahren der Roboter ein vielrädriges oder Kettenfahrzeug war, nahmen in diesem Jahr das erste Mal auch humanoide Roboter teil. Das Besondere bei all diesen Robotern ist, dass sie nicht nur eigenständig jede Situation erfassen und verarbeiten können, sondern auch noch untereinander mit ihren Teammitgliedern kommunizieren und somit eine gemeinsame Strategie entwickeln können.
Der Trend in den letzten Jahren entwickelt sich mittlerweile immer weiter hin zu den humanoiden, also menschenähnlichen Robotern. Tätigkeiten, die aus mehreren komplizierten Arbeitsgängen bestehen, ließen sich einfacher erledigen. Dem Menschen soll ein multifunktionaler Helfer zur Seite stehen, der ihm in seinem Umfeld Arbeit oder Zeit erspart oder für Unterhaltung sorgt. Als Beispiel ließe sich hier die Altenplfege (bringen von Essen oder Tabletten) nennen, was sich in einigen Versuchen sogar schon als recht erfolgreich herausgestellt hat.
Um nun nochmals auf die Frage zu Beginn zurückzukommen, wann der erste Androide möglich ist, muss man erst man die Anforderungen genauer formulieren. Wollen wir einen Androiden, der wie die "Starke KI" fordert, sich selbst bewusst ist, Emotionen besitzt und somit quasi vom Menschen kaum noch zu unterscheiden ist? Dann müsste man sich hier zuerst der Herausforderung des Problems der Motivation für einen solchen stellen. Wir Menschen lernen instinktiv aufgrund genetisch programmierter Motive, den Trieben, die für das Überleben und die Aufrechterhaltung sorgen. Durch welche Motive die künstliche Intelligenz eines Roboters gedeihen soll, ist unklar. Maschinen brauchen beispielsweise keine konstante Energieversorgung oder atmen nicht. Auch müssen sie sich durch ihre Bauweise vor anderen Gefahren schützen als Menschen. Daraus wird ein anderes Verhalten resultieren.
Verfolgt man jedoch den Weg der "Schwachen KI", also einem intelligenten Roboter, der jedoch lediglich als Werkzeug dienen soll, dann liegt diese Zukunft gar nicht mehr in weiter Ferne. Intelligente Systeme gibt es mittlerweile für fast jedes beliebiges Problem. Die Herausforderung, der man sich in der Zukunft nun stellen muss, ist diese Prozesse zu vereinen, so dass eine Maschine geschaffen wird, die zu fast allen in der Lage ist. Jedoch gibt es gegenwärtig noch einige limitierende Faktoren, gegen die selbst die beste KI nichts ausrichten kann. Einer dieser Faktoren sind die momentane (für diesen Anwendungsfall) geringen Prozessorleistungen, die diese enormen Datenmengen verarbeiten und auswerten müssen. Der andere ist Stromversorgung, die momentan eine Akkulaufzeit von höchstens 30 Minuten gewährleistet.
Über die philosophischen und ethischen Aspekte bei der Schaffung eines Androiden, der eine "Starke KI" aufweist soll in diesem Artikel nun nicht weiter eingegangen werden. Mit dem Thema, wie sich intelligente Maschinen verhalten, wenn sie sich ihrer Überlegenheit gegenüber dem Menschen bewusst werden, haben sich den letzten Jahren viele Science-Fiction-Filme beschäftigt, was jedoch aber auch zeigt, wie wichtig diese Überlegungen in der weiteren Forschung werden können.
Quellen :
Künstliche Intelligenz, Günther Görz und Bernhard Nebel, ISBN 3-596-15555-X
Online-Quellen:
Know Library - Künstliche Intelligenz
AI-Playground - Künstliche Intelligenz und Neuronale Netze
Wikipedia - Künstliche Intelligenz
Dieser Artikel wurde uns von Daniel Knaus zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
(dn); STVC-Meldung vom 01.10.2007; Quelle: Diverse
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