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Ein Teleskop am Ende der Welt

Um ähnlich scharfe Bilder wie die von Weltraumteleskopen, aber zu weit geringeren Kosten, haben Forscher am Ende der Welt, am "Dome Argus" in der Antarktis, ein ferngesteuertes Himmelsobservatorium aufgebaut

Der Astrophysiker Life Wang von der Texas ABM Universitiy schwärmt in den höchsten Tönen von dem in der Antarktis aufgebaute Teleskop.
"Es markiert den Höhepunkt von Jahrhunderten der Bemühungen, den für Weltraumbeobachtungen besten Ort auf dem Planeten zu finden."

Allerdings war es ein weit schwierigeres Unterfangen das "Plateau Observatory" ("Plato") aufzubauen, wie zunächst erwartet. Das internationale Team war wochenlang unter der Führung des Polar Research Institute of China (PRIC)zum "Dome Argus", auch als "Dome A" bekannt, unterwegs, der den höchsten Punkt des Antarktischen Plateaus bildet und etwa 1200km im Landinneren der Antarktis liegt.
"Im Unterschied zur stürmischen Antarktis-Küste ist das Plateau ein sehr stiller Ort mit geringen Windgeschwindigkeiten", erklärte Wang. "Es ist der kälteste und trockenste Ort der Welt."
Das verspricht ideale Wetterbedingungen für eine sternklare Nacht

"Platos" Teleskope, sieben an der Zahl, wurden von Forschungseinrichtungen in China, den USA und Großbritannien gebaut. Insgesamt hat "Plato" ein Gewicht von sieben Tonnen. Die Materialien sind sehr robust und widerstandsfähig, da "Plato" etwa ein Jahr ohne Wartung auskommen muss. Im Sommer wird "Plato" mit Solarzellen betrieben. In den Wintermonaten sorgen effiziente Dieselmotoren für die Stromversorgung.

Um den Himmel auch in anderen Wellenlängen untersuchen zu können, wurden die vier chinesischen Teleskope mit verschiedenen Farbfiltern ausgestattet. Das Ergebnis sol ein vier Monate langer Film der Antarktis bzw. des antarktischen Sternenhimmels sein.

"Diese Studie kann nur in der Antarktis durchgeführt werden", sagte Wang. "Wir werden die Veränderlichkeit der Sterne analysieren und um sie herum nach Planeten suchen."
"Solche robotischen Einrichtungen minimieren den Bedarf an menschlichem Einsatz und werden künftig eine wichtige Rolle spielen.", sagt Jon Lawrence, der an der australischen University of New South Wales die Entwicklung von "Plato" geleitet hat

Bis zum Januar 2009 müssen sich die Forscher gedulden, um zu sehen wie gut sich "Plato" in der bis zu minus 90 Grad kalten Antarktis gemacht hat. Denn erst dann bricht die nächste Expedition zu "Dome A" auf, um nach dem Rechten zu sehen.

(ap); STVC-Meldung vom 05.02.2008; Quelle: Spiegel Online [1196 Aufrufe; 1 Kommentar]

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