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Die Spannung vor dem Start

Am Sonntag macht sich der europäische Raumtransporter "Jules Verne" auf den Weg ins All und lässt die Europäer vom bemannten Weltraumflug träumen. Allerdings bedarf es dazu sowohl einige Jahre, als auch einige Milliarden Euro.

Im schlimmstn Fall der Fälle endet alles in einem riesigen Feuerball, denn noch nie hatte die europäische Trägerrakete Ariane-5 eine solche Last mit sich zu ziehen. 20 Tonnen muss Ariane-5 mit sich ziehen, wenn sie am Sonntagmorgen um 4.54 MEZ vom Starplatz drei des südamerikanischen Weltraumbahnhofes in Kourou abhebt, mit dem Raumtransporter "Jules Verne". Die schwerste bisherige Last war der Umweltsatellit "Envisat mit acht Tonnen.
Mit "Jules Verne" fliegt zum ersten Mal ein europäisches Frachtraumschiff der ATV-Serie ("Automated Transfer Vehicle") ins All.

Doch wie bei jeder Premiere, herrscht auch hier reges Lampenfieber. "Es besteht die Gefahr, dass Ariane zündet, aber nicht abhebt", sagt Kris Capelle, Leiter des ATV-Flugbetriebs. "Bei 600 Tonnen Treibstoff an Bord der Ariane würden Rakete und ATV zerstört."
Um das verhindern zu können, hat der Raketenbauer Arianespace seiner Ariane-5 ein außergewöhnliches Feature hinzugefügt. Die "Ariane 5 ES" ("Evolution Storable") kann bis zu 21 Tonnen Last in einenn 300km hohen Orbit der Erde hochziehen.

Allerdings soll die Reise bereits in einer Höhe von 260km enden, denn den Rest des Weges bis zur Internationalen Raumstation (ISS) soll der Raumtransporter "Jules Verne" allein zurück legen.
Beim Anflug auf die ISS bummelt der Raumtransporter nicht nur tagelang, sondern wochenlang im All umher. Doch das ist pure Absicht.
"Beim Jungfernflug beobachten wir das ATV ständig, um sicher zu sein, dass es genau das macht, was es soll", sagt Capelle.

Nach unzäligen Tests muss der Raumtransporter in sicherem Abstand zur ISS fliegen. Mit Hilfe eines Korridors, der 2000km breit ist, soll sichergestellt werden, dass das Spaceshuttle "Endeavour" ohne Hinderung die ISS erreichen und nach 16 Tagen wieder verlassen kann.

Doch auch nach Verlassen des Spaceshuttles darf der Raumtransporter noch nicht andocken. Zu groß ist die Angst, dass etwas schief gehen könnte, denn das Navigationsgerät des Raumtransporters ist absolut bahnbrechend.
Mit Hilfe von Lasern und des Satelliten-Navigationssystems GPS soll der Transporter möglichst ohne Hilfe des Kontrollzentrums oder der ISS-Besatzung, seinen Weg finden.


Die folgenden ATV-Flüge (vier sind bisher geplant), können dann wesentlich schneller als die "Jules Verne" ihr Ziel erriechen, nämlich innerhalb von zwei Tagen.

Bei seinem ersten Flug hat dfer Raumtransporter etwa 1300kg Ausrüstung, etwa 280kg Wasser und etwas über 20kg Atemluft für die ISS an Board.
Dazu kommen etwa 860kg Treibstoff.
Der fließt ausschließlich in das russische ISS-Modul "Swesda", an das "Jules Verne" während seiner Mission im All angedockt bleibt.

(ap); STVC-Meldung vom 08.03.2008; Quelle: Spiegel Online [1152 Aufrufe; 0 Kommentare]

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