Eine neue Technologie ahmt den Heilungsprozess nach, den sich die Natur für alle Lebewesen ausgedacht hat - und soll damit nun auch Flugzeugen ermöglichen, kleinere Wunden selbst zu reparieren.
Im Laufe seiner Dienstzeit muss ein Flugzeug einiges durchstehen: Abnutzung, Materialermüdung, Steinschläge - viele winzige Verletzungen, die die strukturelle Integrität gefährden. Eine einfache aber ebenso geniale Technik, ähnlich den Heilungsprozessen, die bei uns so gut funktionieren, soll dieses Problem nun lösen.
Ingenieure der Universität Bristol haben ein System entwickelt, das überall dort eingesetzt werden kann, wo faserverstärkte Polymere verbaut sind. Die hohlen Glasfasern werden mit einem Gemisch aus Harz und Härter gefüllt. Wird die Struktur nun beschädigt, tritt das Harz aus, härtet, und verschließt die schadhafte Stelle. Die Hülle erhält dadurch 80 bis 90 % ihrer normalen Stärke zurück. Durch Beimischung von Farbe können die Schäden später vom Bodenteam leicht identifiziert und professionell ausgebessert werden.
Die Technologie kann die gewöhnliche Wartung nicht ersetzen, eher ist sie dazu gedacht, diese zu verbessern. Kleinste Beschädigungen, die oft dem bloßen Auge entgehen, können eine große Gefahr für die Stabilität der Konstruktion darstellen, wenn sie nicht behoben werden. Doch nicht nur die Sicherheit wird hierdurch verbessert, auch Kosten für Fluggesellschaften und Passagiere können verringert werden. In Zukunft könnten die neuen Flugzeuge leichter gebaut werden, was wiederum zu vermindertem Treibstoffverbrauch führt. Auch die Emissionen und damit die Belastung für die Umwelt sinken.
Da die Strukturen aus faserverstärken Polymeren nicht nur leicht sind, sondern ihre bereits hervorragenden Sicherheitseigenschaften nun noch verbessert wurden, bieten sie sich auch für den Bau anderer Fahrzeuge oder sogar Raumfähren an. Im Gegensatz zu den aktuellen Modellen aus Aluminium wären die neuen Modelle bedeutend leichter und könnten im Laufe ihres Lebens viel Treibstoff einsparen.
Der nächste Schritt der Ingenieure ist nun die Entwicklung eines vaskulären Netzes, also ein Kreislaufsystem für die Dichtungsflüssigkeit, so dass diese frei zirkulieren kann und so auch bereits verletzte Stellen erneut versorgt werden können.
(ms); STVC-Meldung vom 20.05.2008; Quelle: ScienceDaily
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