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Mondlandung statt Weltuntergang

Im Gegensatz zu den Befürchtungen mancher (der Amerikaner Walter Wagner versuchte, gerichtlich gegen den neuen Teilchenbeschleuniger vorzugehen) hat nicht nur die Erde, sondern auch die anwesenden Wissenschaftler von CERN die in Betriebnahme der weltgrößten Maschine unbeschadet überstanden.

Am 10.9.2008 wurde der Large Hadron Collider (LHC) in Genf in Betrieb genommen. Der 27 Kilometer lange Teilchenbeschleuniger wurde nach 25 Jahren Vorbereitung erstmals um 09:33 gestartet.
Als unerwarteterweise schon nach weniger als einer Stunde der erste beschleunigte Protonenstrahl es durch die ganze Röhre schaffte war die Begeisterung groß. Dieser so erfolgreiche Start begeisterte die Forscher.
Das superschwere schwarze Loch, vor dem einige gewarnt hatten, entstand nicht. Auch sonstige Risiken und Nebenwirkungen ließen sich nicht beobachten, einzig das obligatorische Testlauf - Problem trat in Form einer Warnung im Kühlsystem auf, die eine kurze Unterbrechung erforderlich machte.
Die 6500 Forscher bei CERN jedenfalls hegen große Hoffnungen für den LHC. Er soll in den nächsten Jahren und Jahrzehnten für bahnbrechende Erkenntnisse in der Physik sorgen.
Mit der ultrakalten Maschine sollen grundlegende Fragen wie die nach der Antimaterie, dem Urknall oder der Herkunft der Masse beantwortet werden.
Insbesondere dem Higgs-Boson, auch als Gottesteilchen bezeichnet, will man mit seiner Hilfe auf die Spur kommen.
Solche Ergebnisse kann CERN auch gebrauchen, hat es sich doch für den Bau der Protonenkanone hoch verschuldet. Allein die Materialkosten betrugen über 2 Milliarden Euro.
Gar nicht zu Reden von den ausgemusterten Geschosshülsen, die Russland zum Bau beigesteuert hat.
Doch selbst wenn sich der Bau nicht in finanziell oder wissenschaftlich messbarer Weise lohnt, hat er schon einiges gebracht.
Kaum ein anderes Projekt hat so viele Physiker aus ihren Forschungshöhlen ans Tageslicht gelockt, so viele "Ausländer" an einen Tisch gebracht und nebenher auch noch Europa der weltweiten Führung im Bereich der Naturwissenschaften einen Schritt näher gerückt.
In den Worten von (unter Anderem) Nigel Lockyer: Das ist ein kleiner Schritt für ein Proton, aber ein großer Sprung für die Menschheit.

Sehenswert: http://www.youtube.com/watch?v=j50ZssEojtM

(kl); STVC-Meldung vom 12.09.2008; Quelle: Zeit [1163 Aufrufe; 0 Kommentare]

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