Frankreich droht, seine finanzielle Unterstützung der ESA stark zu kürzen, wenn diese nicht zustimmt, sich an der Finanzierung von Jason-3 zu beteiligen.
Der Satellit, eigentlich ein Projekt von NASA und CME, unterstützt von NOAA (U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration) und Eumetsat (European Organisation for the Exploitation of Meteorological Satellites), soll im Jahr 2013 gestartet werden.
Er wird ca. 238 Millionen Euro kosten.
Jason-3 soll, wie schon seine drei amerikanisch-französischen Vorgänger der Meeresbeobachtung dienen.
Frankreich, das von allen ESA-Ländern den größten finanziellen Beitrag leistet, möchte die fehlenden 46 Millionen Euro nun von der ESA oder der EU-Komission bezahlt wissen.
Da die "Jason-Lobby" aus Wissenschaftlern und Politikern dieses Ziel nicht erreicht hat, werden nun schwerere Geschütze aufgefahren Frankreich droht, seine finanzielle Unterstützung für eine Reihe teurer ESA-Projekte zu verweigern, wenn das Geld nicht irgendwo gefunden wird.
Die Gegner des Projekts (allen voran Deutschland, zweitgrößter ESA-Beitragszahler) möchten vermeiden, einen Präzedenzfall für die Finanzierung "fremder" Projekte durch europäische Einrichtungen zu schaffen.
Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der ESA, kann keine schnelle Lösung des Problems anbieten. Er kann beide Standpunkte nachvollziehen, will sich jedoch keinem direkt anschließen.
Auch die Raumfahrt bleibt also nicht von "kleinlichen politischen Streitigkeiten um ein paar Millionen hier und da" verschont.
(kl); STVC-Meldung vom 23.09.2008; Quelle: space news
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