Eine Initiative aus Wissenschaft, Industrie und Politik arbeitet an Plänen zur Lieferung von Solarstrom aus Nordafrika nach Europa. Für den 13. Juli ist ein Treffen angesetzt, bei dem Vertreter ein weiteres Vorgehen koordinieren.
In den kommenden zwei bis drei Jahren soll ein Konzept entwickelt werden, dass Problemlösungen für das Großprojekt bietet. Bei dem Gründungstreffen sind unter anderem Siemens, E.ON, RWE, Schott Solar, die Deutsche Bank, weitere deutsche, italienische und spanische Unternehmen, der Staatsminister im Auswärtigen Amt Günter Gloser und ein Vertreter der Arabischen Liga eingeladen.
Der Club of Rome wird als nichtkommerzielle Organisation bei dem Treffen vertreten sein. Ein Vertreter betonte, dass es sich bei dem Treffen am 13. Juli nicht um eine Gründungssitzung für ein Konsortium, dass Verträge aushandle.
Die Pläne für das Großprojekt werden schon seit einigen Jahren diskutiert. Es wären 400 Milliarden Euro nötig, um die nötige Infrastruktur zu errichten. Damit könnte man 15 Prozent des europäischen Strombedarfes gesichert werden. Nötig dafür wäre ein Solarkraftwerk mit der Fläche von 130 mal 130 Kilometern, erklärte der Münchener-Rückversicherungs-Vorstand Torsten Jeworrek der "Süddeutschen Zeitung". Bereits im Jahr 2019 könnte der erste Strom geliefert werden.
Jedoch müsse man politisch stabile Länder für den Standort gefunden werden. Es seien in der Startphase auch Subventionen nötig.
Bundesumweltminister Gabriel bezeichnete die Initiative als "ambitioniert". Die entscheidenden Weichen würden für den Stromverbund würden in der europäischen Union und in der Mittelmeerunion mit den arabischen Staaten gestellt.
Deutschlands größte Solarfirma "Solarworld" kritisiert die milliardenschweren Pläne. "Baut man die Solaranlage in politisch instabilen Ländern, bringt man sich in die gleiche Abhängigkeit wie beim Öl", sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck. Die Stromnetze die notwendig sind, um den Strom nach Europa zu transportieren existieren noch nicht.
Es sei allerdings grundsätzlich richtig, Solarstrom dort zu produzieren wo er am günstigsten sei.
Laut dem Sprecher der "Desertec-Initiative", Michael Straub, ist dieses Projekt bereits heute technisch machbar. Man könne den Strom über Hochspannungsnetzwerke über und unter Wasser nach Europa transportieren.
Pilotanlagen existieren bereits in Spanien und in Kalifornien. Diese lenken mit Spiegeln das Sonnenlicht auf ein mit Öl gefüllten Rohr, damit das Wasser verdampfen und Turbinen zur Stromerzeugung antreiben. Diese Art des Solarstroms sei nur halb so teuer wie Photovoltaik-Anlagen.
(mb); STVC-Meldung vom 17.06.2009; Quelle: tagesschau
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