Die Sparpläne Präsident Obamas stießen nicht auf viel Gegenliebe. Am Donnerstag stellt der Präsident eine Neufassung der Ziele der amerikanischen Raumfahrt vor.
Als man bekannt gab, dass man das Mondprogramm einstellen wolle, unterschätzte man die Reaktion auf diese Ankündigung. Senatoren aller Parteien kritisierten diese Entscheidung. Sie fürchteten die amerikanische Vorherrschaft im All zu verlieren.
Heute wird der Präsident im Kennedy Space Center eine Kurskorrektur vorschlagen: Die Raumfahrtbehörde NASA soll eine abgespeckte Version des Raumschiffs Orion bauen und Pläne für eine Schwerlastrakete entwerfen. Die Vizechefin der NASA erklärte dazu: "Dies wird eine Annäherung Schritt für Schritt an einen möglichen Flug zum Mars."
2004 rief der damalige US-Präsident George Bush das Constellation Programm ins Leben. Die Pläne sahen vor, dass zwei Raketen Ares I und V gebaut werden. Die Astronauten sollten mit der neuen Raumkapsel Orion und der Mondlandefähre Altair zur ISS und zum Mond fliegen. Mit den verfügbaren finanziellen Mitteln wäre dies allerdings nicht zu realisieren.
Obama erhofft sich ein stärkeres Engagement der Industrie. Doch diese ist skeptisch. Schon in den 90er Jahren gab es den Trend zur Privatisierung. Boeing baute die Delta-IV und Lockheed Martin die Atlas-V-Rakete. Damit wollte man zivile und militärische Satelliten ins All befördern. Aufgrund der europäischen und russischen Konkurrenz gingen diese Pläne jedoch nicht auf.
Zudem kritisieren Senatoren und Kongressabgeordnete, dass man bereits neun Milliarden Dollar in das Constellation-Programm investiert habe. Dies hat den Präsidenten zu einer Kurskorrektur bewogen. Obama schlägt vor, dass die Orion weiter entwickelt wird. Die Orion soll zuerst als Frachter unbemannt zur Internationalen Raumstation fliegen. Die Kapsel wird dann an der Station angedockt und soll als Rettunsboot für die Station dienen. Damit wollen sich die Amerikaner den Bau einer Rakete sparen, die für bemannte Starts aufwendiger ausgelegt sein muss. So wäre das für Orion investierte Geld nicht gänzlich verloren. Zudem hätte die NASA die Möglichkeit die Orion für bemannte Flüge weiter zu entwickeln.
Für Flüge zum Mond oder sogar zum Mars wird eine Schwerlastrakete benötigt. Nachdem die Ares-I-Rakete im Oktober vergangenen Jahres einen erfolgreichen Testflug absolviert hat, hofft man aus der Entwicklung der Rakete zu profitieren. Bevor man über einen möglichen Bau entscheidet, sollen die Pläne entwickelt werden.
Nach dem Ende des Constellation-Programms und nachdem die Raumfähren außer Dienst gestellt werden, stehen ungefähr zehntausend Menschen vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze. Man will dies zum Teil kompensieren, in dem man zwei Milliarden Dollar für technische Aufrüstung investiert.
Das Johnson Space Center in Houston wird in den nächsten fünf Jahren insgesamt sechs Milliarden Dollar für die Entwicklung neuer Weltraumtechnologien erhalten. Im Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama sollen neue Triebwerke gebaut werden. Dafür stellt man dem Center 3.1 Milliarden Dollar zur Verfügung.
(mb); STVC-Meldung vom 15.04.2010; Quelle: Frankfurter Rundschau
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