Es war vorgesehen, dass im September zum letzten Mal ein Space Shuttle starten sollte. Die "Endeavour" wird jetzt jedoch erst im November zum letzten Mal abheben. Dies wurde damit begründet, dass die NASA-Techniker das Spektrometer überprüfen wollen, dass mit dem Shuttle zur Internationalen Raumstation gebracht werden soll.
Die Pläne sehen vor, dass die Raumfähren "Atlantis", "Discovery" und "Endeavour" außer Dienst gestellt werden. Es werden nur noch drei Flüge stattfinden. Ursprünglich war es geplant, dass die "Discovery" am 30. September als letzte Raumfähre zur Internationalen Raumstation aufbricht.
Jetzt ist es vorgesehen, dass die "Endeavour" diese Aufgabe im November übernimmt. Der eigentliche Start der "Endeavour" im Juli wird verschoben. Mit der Raumfähre will man das 1,5 Milliarden teure Alpha Magnetic Spectrometer (AMS-2) zur Internationalen Raumstation bringen. An diesem Projekt sind 16 Nationen beteiligt. Unter anderem will man mit dem Gerät Antimaterie-Partikel aufspüren.
Aufgrund der Entscheidung Präsident Obamas die Raumstation bis zum Jahr 2020 betreiben zu wollen, wurde das Spektrometer noch mal überarbeitet. Man will damit die potentiell längere Forschungszeit nutzen. Man tauscht deshalb den mit flüssigem Helium gekühlten supraleitenden Magneten des Spektrometers gegen einen normalen Magneten aus. Dieser hat den Vorteil, dass er eine längere Lebensdauer hat und einen Betrieb des AMS-2 für bis zu 18 Jahre ermöglicht. Der gekühlte Magnet hätte nur eine Lebenszeit von drei Jahren gehabt.
"Wir haben erst Ende letzten Jahres begonnen, darüber nachzudenken, als sich herausstellte, dass die Raumstation bis 2020 und darüber hinaus weiter betrieben werden sollte", erklärte Samuel Ting, Physiker am Massachusetts Institute of Technology, der am AMS-2-Projekt beteiligt ist. "Uns wurde klar, dass wir ein Museumsstück hatten."
Der Einsatz des normalen Magneten hat jedoch einen Nachteil. Die Messpräzision sinkt, da der Magnet die geladenen kosmischen Partikel durch fünf verschiedene Detektoren leiten muss. Diese Einbuße kann man allerdings mit Hilfe von empfindlicheren Detektoren und die längere Messdauer kompensieren.
Das erste AMS-Experiment fand 1998 auf der Raumstation "Mir" statt. Damals hatte man rund eine Million Heliumkerne registriert. Antimaterie hatte man jedoch nicht gefunden. Man erhofft sich mit der verbesserten Version eine Milliarde Heliumkerne und andere Kerne entdecken zu können. Man will das AMS-2 am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf zusammenbauen.
Die Änderungen des Flugplans werden jedoch nicht den Flug der "Atlantis" betreffen. Diese startet planmäßig am 14. Mai.
(mb); STVC-Meldung vom 29.04.2010; Quelle: Spiegel
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