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Abstimmung für das Kurzgeschichten-Event
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Sehr geeherte Community-Mitglieder!

Für das Kurzgeschichten-Event wurden insgesamt 8 Geschichten eingesendet, eine entspach leider nicht den Vorgaben und kann daher nicht bewertet werden.

In den fogenden Posts können die einzelnen Geschichten gelesen werden. Die Namen der Autoren werden erst nach der Abstimmung bekannt gegeben.

In diesem Thread können Sie für die Geschichten abstimmen, die Ihnen am besten gefallen haben.


Teilnahmebedingungen für das Event (bitte gut durchlesen!):

- Jeder User hat 3 Stimmen
- Die Reihenfolge der Stimmen spielt eine Rolle, d.h. die erstgenannte Geschichte erhält 3 Punkte, die als zweites genannte 2 Punkte und die als letztes genannte 1 Punkt.
- Die Abstimmung muss in einem einzigen Post erfolgen, mehrere Posts sind nicht zulässig. Ein Editieren der Posts/Stimmabgaben ist nur bis zu einer Stunde nach Erstellen des Ursprungs-Posts zulässig. Posts, die später editiert werden, werden -um Manipulationsmöglichkeiten zu minimieren- bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Also vor der Stimmabgabe nachdenken.
- Jeder User darf seine Abstimmungsentscheidung begründen, muss es aber nicht.
- Die Abstimmung beginnt ab sofort und endet am 21.08.2006 um 23:59 Uhr. Posts, die später eintreffen, werden nicht berücksichtigt.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

13.8.2006, 15:15

Kurzgeschichte 1
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Kurzgeschichte 1

Die andere Seite

Mit geschlossenen Augen streckte Larissa ihr Gesicht der kühlen Nachtluft entgegen und genoss einen kurzen Augenblick den Fahrtwind, der den Duft von reifenden Ähren und Sonnenerwärmten Feldern mit sich trug. Hinter ihr quietschten und kicherten Katrin und Andrea als ob sie bereits den ganzen Alkoholvorrat geplündert hätten den sie mitgenommen hatten. Sandra saß am Steuer und lamentierte mit Hingabe über die Abi-Zeugnisausgabe, die ebenso spießig gewesen war wie deren Teilnehmer samt ihren Eltern. Bevor morgen die große Feier stattfinden sollte, hatten die Freundinnen beschlossen ein lang gehegtes Vorhaben durchzuführen bevor sie nicht mehr die Gelegenheit dazu haben würden. Nur Christina starrte unruhig in die aufkommende Dunkelheit, unbeirrt von der Albernheit die den Rücksitz beherrschte. „Ich hätte mich rechtzeitig abseilen sollen anstatt mich auf solche Kindereien einzulassen“ dachte sie erbost und ärgerte sich über den Anflug von Abenteuerlust, die sie dazu verleitet hatte doch mit ins Auto zu steigen. Widerwillig brachte sie ein schiefes Grinsen zustande und fuhr sich mit den Fingern durch ihre vom Fahrtwind zerzauste Kurzhaarfrisur.

Vom Champagner und der Aussicht nie wieder in die Schule zu müssen beschwingt, waren alle begeistert gewesen als Katrin die Idee kam einfach in die Nacht hinaus zu fahren und den Ort zu besuchen der durch seine seltsamen Vorkommnisse und mysteriösen Legenden in den letzten Jahren einen regelrechten Hype ausgelöst hatte. Christinas kurzes Zögern wurde nicht akzeptiert und so fand sie sich kurzerhand in Sandras protzigem Cabrio wieder, welches ein Teil des Lohns für eine erfolgreiche Schulzeit gewesen war.
Nachdem sie eine halbe Stunde lang erfolglos alle beliebten Treffpunkte abgeklappert hatten, erschien die Gabelung an der sie schon früher so oft gezögert hatten und sich nach gegenseitigem Anfeuern gespannt schaudernd und voller Erwartung entgegen aller Vernunft aufmachten um auf dem Grundstück des alten Herrenhauses ihr Unwesen zu treiben und sich am nächsten Tag in der Schule damit zu brüsten wie weit sie ins Haus und dessen Wäldchen vorgedrungen waren. Als sie in die Allee einbogen schien es allen als ob sie eine längst vergangene Zeit betreten würden, die knorrigen alten Bäume, welche die Straße säumten, hoben sich im scheidenden Zwielicht tiefschwarz von ihrer Umgebung ab. Ein letzter Streifen der untergegangen Sonne tauchte die Szenerie in ein gespenstiges Licht. „Erinnert ihr euch an die Sauerei während der Krötenwanderungen die hier die Straße unpassierbar gemacht haben?“ gluckste Katrin und durchriss damit dass Schweigen das sich auf sie gelegt hatte als sie den Weg einschlugen der zum Anwesen führte. Dankbar für die Unterbrechung der seltsamen Stimmung fielen alle prustend mit ein und jede steuerte eine Anekdote zum Thema bei. Sandra strich sich eine Strähne ihres dichten roten Haares aus dem Gesicht und drehte das Radio lauter als ein alter Song gespielt wurde, der sich perfekt einfügte in die Wehmut die alle befallen hatte. Eine nach der anderen stimmte mit ein und bald hatte auch Christina eine Sehnsucht ergriffen die die unbeschwerte Vergangenheit zurückwünschte.
Sie warf einen Blick auf die Wiesen und Felder die hinter den Alleebäumen durch das letzte Fünkchen Sonnenlicht in zartes Grau gehüllt waren und zuckte zusammen als sich auf einem schmalen Feldweg zwischen den Wiesen die Silhouette eines junges Mädchens abzeichnete. Es sah ihr direkt ins Gesicht und schüttelte bestürzt, ja fast flehend den blonden Kopf, die Kleidung wirkte merkwürdig, so als ob sie wirklich aus den 70ern stammte und nicht bloß einem der immer wiederkehrenden Revival-Trends angehörte. „Halt an!“ rief Larissa vom Beifahrersitz, die es ebenfalls bemerkt hatte und der Ansicht war dass dieses Mädchen, ganz allein, nichts auf diesem Feldweg verloren hatte. Sandra bremste quietschend und stellte das Radio ab. „Fahr zurück, da stimmt etwas nicht“ meinte nun auch Andrea. Sandra legte den Rückwärtsgang ein fuhr zurück an die Einmündung des Weges, wo jedoch niemand mehr zu sehen war. „Komisch“ sagte Andrea „Wohin ist die denn jetzt so schnell verschwunden?“ „Was hatte sie überhaupt hier zu suchen? Und warum vor allem habe ich das Gefühl dass irgendetwas passiert ist?“ wunderte sich Larissa. Sandra und Katrin die nichts gesehen hatten versuchten logische Erklärungen zu finden, doch auch die nahe liegende Möglichkeit, dass es sich um die üblichen Halbstarken handeln müsse, die sich hier herumtreiben wie sie es selbst auch vor Jahren getan hatten, konnte die Drei nicht so recht überzeugen. „Es kam mir vor als ob sie uns vor etwas warnen wollte und ihr Blick hat mich wirklich erschreckt, wie in einer dieser Legenden, die man sich immer erzählt hat“ jammerte Christina deren Bedenken sich in voller Entfaltung zurückmeldeten. „So ein Unsinn“ schimpfte Sandra, „Das ist die Umgebung die euch Mimosen mal wieder paranoid werden lässt, genau wie früher, vor allem als wir zum ersten Mal hier waren“ Katrin wollte sich schier ausschütten vor Lachen als sie in die verstörten Gesichter ihrer verängstigten Freundinnen blickte. Langsam löste sich die Spannung und ein Kichern durchfuhr auch die letzte Zweiflerin.
In der Tat waren Katrin und Sandra immer diejenigen gewesen, die unerschrocken und sensationslüstern in jedes Kellerfenster gestiegen waren und darin nach Beweisen für die Gerüchte gesucht hatten die sich um das Haus Wolfskuhlen rankten. Von eingemauerten Kindern und verschwundenen Personen war ebenso die Rede wie von Satanisten die im Keller des Hauses schwarze Messen abhielten und dabei allerlei skurrile Sachen anstellten.

Wie früher schon parkten sie das Auto einige Meter vor der Einfahrt, um die letzten Meter zu Fuß zurückzulegen und den Anblick des Hauses zu betrachten. Als die beiden verwitterten hohen Mauerpfeiler in Sicht kamen, die vor langer Zeit das Tor gehalten hatten, zeichneten sich, weit auf dem Grundstück gelegen, schemenhaft die in Dunkelheit gehüllten Umrisse des Hauses ab. Der Mond war hinter einer Wolke verschwunden wodurch die Sicht aufs Anwesen etwas eingeschränkt war. Nebelschwaden senkten sich auf die Baumkronen die das Grundstück umsäumten und deren Stämme dicht mit Kletterpflanzen umrankt waren. Christina fühlte einen kurzen Moment Unbehagen bevor sie wie früher vom Anblick des einst stattlichen dreistöckigen Herrenhauses gefangen war, über dessen Haupteingang, zu dem eine breite Freitreppe führte, das alte Familienwappen prangte. Der Zustand hatte sich scheinbar in den letzten Jahren erheblich verschlechtert, was der Aura jedoch keineswegs zum Nachteil gelangte. Nach wie vor war es in der Lage den Anwesenden kalte Schauer über den Rücken zu jagen. „Habt ihr gehört dass hier vor ein paar Jahren zwei Mädchen spurlos verschwunden sind?“ fragte Christina. „Man hat nie herausgefunden was mit Ihnen passiert und ob sie nicht hier gestorben sind.“ „Hör auf, das ist ja gruselig“ schimpfte Andrea, schulterte ihren Rucksack und marschierte mit entschlossenem Gesichtsausdruck auf das Haus zu. Die anderen folgten, sich gegenseitig schubsend und erschreckend bis sie fast an der Stelle angelangt waren von der aus man den besten Blick auf das Haus hat, als aus der Dunkelheit plötzlich leises Knacken zu vernehmen war. Der Schreck ließ sie verstummen und während sie angestrengt in die ungefähre Richtung lauschten aus der sie das Geräusch vermuteten sah Larissa zum Haus auf, aus dessen Schornstein Rauch aufzusteigen schien. „Seht euch das an“ flüsterte sie und schaute sich suchend nach den anderen um. Als sie erneut zum Haus zurücksah war von der Rauchsäule nichts mehr zu erkennen. „Verdammt, jetzt fang ich schon an mir Sachen einzubilden“ dachte sie verärgert und beschloss für sich zu behalten was sie meinte gesehen zu haben. „Für die anderen wäre das mal wieder ein gefunden Fressen sich über mich lustig zu machen“ ging ihr durch den Kopf. Die anderen standen immer noch wie erstarrt und versuchten die Quelle auszumachen, von der das Knacken auszugehen schien. „Ist bestimmt nur eine Katze, die auf ihrer nächtlichen Jagd ist um sich ihr Betthupferl zu holen“ vermutete Sandra, zog eine Taschenlampe aus ihrer Umhängetasche und leuchtete damit ins nahe gelegene Gestrüpp in dem sich Unrat befand den jemand zum Unmut aller einfach hier abgeladen hatte. „Ich wette wenn du den Müllsack da aufmachst kommen dir Hände oder Füße entgegen“ kicherte Katrin und erfreute sich daran wie Andrea schaudernd das Gesicht verzog. „Blöde Kuh, nicht für eine Millionen würde ich da rein sehen“ grinste sie und drehte sich zu Sandra um, deren Gesicht vom Lichtkegel der Taschenlampe erhellt war, die sie sich unters Kinn hielt und dazu panisch wimmerte. „Ihr seid nicht ganz dicht“ kicherte Christina und setzte sich in Bewegung. Als das Haus endlich in ganzer Breite zu erkennen war, hatte sich auch der Mond endlich dazu entschlossen wieder hinter der Wolke hervorzukommen und mit seinem silbrigen Schein die Nacht zu erhellen und dem alten Gutshaus zu einem atemberaubenden Charme zu verleihen. „Wahnsinn“ flüsterte Christina ehrfürchtig „Man kann sich direkt ausmalen wie herrlich es hier früher ausgesehen haben muss“. Sie kramte in der Seitentasche ihrer Cargohose, die wie maßgeschneidert auf ihren schmalen Hüften saß und holte eine kleine Digitalkamera hervor um damit den Anblick festzuhalten, der sich ihnen bot. Als sie überprüfte ob das Bild in Ordnung war bekam sie eine Gänsehaut und wischte aufgeregt auf dem Display herum. „Was ist los? Hast du ein Gespenst fotografiert?“ fragte Sandra und nahm ihr die Kamera aus der Hand. „Was ist das denn??“ Mit großen Augen wanderte ihr Blick zwischen dem kleinen Display und dem Haus hin und her. Auf dem Bild war der Umriss einer Gestalt zu erkennen, die an einem der hohen Fenster stand, aus dem Kamin stieg leichter Rauch in den Himmel auf, die Haustür war deutlich zu erkennen und nicht mehr mit Brettern vernagelt. „Mir reicht’s“ rief Andrea, „Ich werde augenblicklich hier verschwinden und wenn ich den ganzen Weg laufen muss!“ „Das musst du nicht“ antwortete Sandra die nun auch genug hatte und damit nicht alleine war. Erleichtert nicht in das Haus zu müssen und von hier wegzukommen setzte sich Larissa als erste in Bewegung um der mittlerweile deutlich bedrohlichen Atmosphäre zu entfliehen. Als die Fünf beinahe die Torpfosten erreicht hatten schauten sie noch einmal zurück und das was sie sahen ließ ihnen das Blut in den Adern gefrieren. Das Haus sah genauso aus wie eben noch auf dem Foto. An den Fenstern hingen Gardinen, die kunstvolle Haustür wirkte wie frisch poliert und glänzte im Mondlicht. Noch bevor sie loslaufen konnten ertönte ein markerschütterndes Quietschen und als sie sich umdrehten mussten sie fassungslos mit ansehen wie laut polternd mit einem Schnappen das bis eben nicht mehr vorhandene Tor ins Schloss fiel. Christina war außer sich und schrie die anderen an dass sie es ja von Anfang an gesagt hätte, während Andreas Gesichtsfarbe von weiß auf grün wechselte. Larissa rüttelte verzweifelt am Tor, das so hoch war dass es unmöglich erschien darüber zu klettern. Die Straße war nicht mehr zu erkennen denn das ganze Grundstück war plötzlich in dichtem Nebel gehüllt. Katrin fluchte laut, Sandra wühlte panisch in ihrer Tasche und blickte entsetzt auf ihr Handy als sie erkannte dass sie keinerlei Empfang hatte. „Das kann nicht sein, ich habe auch kein Netz!“ Christina war kurz davor den Verstand zu verlieren und wie es schien war Andrea schon einen Schritt weiter. „Wir müssen die Nerven behalten!!“ rief Katrin und schüttelte die wachsbleiche Andrea die starr vor Schreck vor dem Tor stand und kein Wort mehr herausbrachte. „Jetzt nicht durchdrehen“ Sandra zwang sich zur Ruhe und langsam begann ihr sonst so nüchterner Verstand wieder zu arbeiten. „Wir müssen nachsehen ob wir irgendwo durch den Zaun kommen, der ist doch überall kaputt“ „Ach du meinst genau wie das Tor, was es gar nicht gibt“ meinte Christina zynisch und war sich genauso sicher wie alle anderen dass es nirgendwo eine Lücke gab aus der sie entkommen konnten. „Wir müssen da rein“ stellte Katrin fest und deutete aufs Haus, das sie höhnisch anzusehen schien. „Oh mein Gott, seht nur! Da ist Licht in den Fenstern!“ Larissa liefen die Tränen über das Gesicht. „Was passiert hier?“ „Es bleibt nur eine Möglichkeit das heraus zu finden, wir müssen da rein“ wiederholte Katrin entschlossen und sah trotzig das Haus an. „Nur über meine Leiche“ Larissa zitterte am ganzen Körper und klammerte sich an die immer noch erstarrte Andrea. „Wer weiß, vielleicht kommt das ja noch“ Sandra runzelte die Stirn „So leid es mir tut, aber Katrin hat recht, wir können nur mehr erfahren wenn wir das Haus näher untersuchen, vielleicht gibt es dort Anhaltspunkte was hier vor sich geht.“ „Bleib du bei Andrea, wir drei gehen rein.“ Larissa war bestürzt, die Vorstellung allein mit der dem Wahnsinn nahen Andrea hier vor dem Tor zu bleiben jagte ihr Schauer über den Rücken, doch zog sie diese Möglichkeit einem Besuch in dem verrückten Haus vor. „Okay, dann geht. Wir warten hier“. Katrin, Sandra und Christina machten sich auf den Weg zum Haus und ließen die beiden am Tor zurück. An der Stelle an der Christina das Bild gemacht hatte, blieb sie stehen. „Was hast du vor?“ fragte Sandra als sie sah dass Christina die Kamera rausholte und noch ein Foto machte. „Ich weiß auch nicht, aber es interessiert mich halt was und das Foto jetzt zeigt“ Christina sah aufs Display und war nicht überrascht das Haus in seinem vorherigen Zustand zu sehen. „Als ob wir uns auf einer anderen Seite befänden“ „Von was?“ fragte Katrin die kaum glauben konnte was sie sah. „Keine Ahnung, aber hast du eine Erklärung für das was hier passiert? Katrin zuckte mit den Schultern „Nein“ gab sie zu. „Lasst uns weiter gehen“ schlug Sandra vor, die ins Haus wollte bevor sie ihr Mut verließ. „Wie stellt ihr euch das eigentlich vor? Wollt ihr da anklopfen und „Hallo“ sagen?“ An der Tür angekommen beantwortete Katrin die Frage in dem sie die Tür einfach öffnete. „Dann los“. Die Drei schlüpften durch die Tür und fanden sich in einer schwach beleuchteten Halle wieder, in der ein Kaminfeuer brannte. Die Wände waren mit Gobelins behängt, die noch älter zu sein schienen als das Haus selbst. In der Mitte der Halle stand ein Refektoriumstisch aus massiver Eiche, auf ihm lagen Gegenstände mit denen keine etwas anfangen konnte. Nachdem sie etwa eine Stunde ergebnislos sämtliche Räume und Flure durchsucht hatten betraten sie durch eine der Türen abermals die Halle. „Ich werde das Gefühl nicht los dass wir in die Gründerzeit des Hauses gerutscht sind“ flüsterte Sandra, „Allerdings weiß ich nicht wie das möglich sein soll.“ „Ich halte hier mittlerweile alles für möglich“ Christina rollte die Augen und näherte sich der Treppe zum ersten Stock in dem sich eine Galerie befand, in der Ölgemälde hingen, welche die Familienchronik des Hauses darstellte. Soweit sie sich erinnern konnte war dieses Haus um 1800 auf einer ehemaligen Burganlage erbaut worden. Angeblich waren schon immer seltsame Dinge vorgegangen, die daher rühren sollten dass der Erbauer einen Pakt mit dem Bösen geschlossen haben sollte. Neugierig betrachteten sie die Ahnenreihen als Christina stutzend vor dem Bild eines Mädchens stehen blieb. „Das gibt’s nicht“ murmelte sie „Sie sieht aus wie das Mädchen dass vorhin auf dem Feldweg gestanden hat! Nur dass das Kleid wesentlich schmeichelhafter wirkt als die olle Trainingsjacke.“ Interessiert folgten sie den Bildern bis zum Ende der Galerie. Katrin betrachtete das letzte Bild genauer und rief aufgeregt nach den anderen. „Seht euch das an, die Rechte auf dem Bild hat ein Piercing in der Augenbraue!“ „Unmöglich, wie soll das gehen?“ fragte Sandra und begann zu frösteln, „Ist euch auch so kalt?“ Fast unbemerkt durch das fieberhafte Interesse an den Bildern war die Temperatur deutlich gefallen. Eine Eiseskälte, die die Atemluft in kleinen Wölkchen sichtbar machte, hatte sie alle erfasst. „Vielleicht sollten wir mal nach den anderen sehen“ sprach Sandra, die sich von Sekunde zu Sekunde unbehaglicher fühlte. In der Ferne begann es grollend zu donnern, Blitze durchzuckten die Schwärze der Nacht. Es fiel kein Regen, aber draußen an den Fenstern drückte sich wabernder Nebel gegen die Scheiben. Geheimnisvolle Schatten tanzten an den Wänden und gerade als sie kehrtmachen und zur Tür gehen wollten, erhellte ein Blitz den Raum um ihn anschließend in Grabesschwärze zu tauchen. In dem Moment spürte Christina einen stechenden Schmerz an der Stirn. „Mist, wo bin ich denn jetzt gegen gerannt?“ fluchte sie und tastete mit den Händen in der Dunkelheit herum. Hinter ihr versuchte Katrin in die andere Richtung weiter zu kommen, was ihr jedoch nicht gelang. Sandra stolperte über ihr Kleid und wunderte sich wieso sie es überhaupt trug, ihre Hände ertasteten fremde Kleidung die sie niemals angezogen hatte! Als der nächste Blitz die Galerie erhellte wunderte sich Katrin wie es kam dass sie an der Wand angelehnt, wie aus einem Fenster auf den Flur blickte. Links neben ihr saß Christina auf einem altmodischen Stuhl und wirkte fremdartig in dem seidenen Empirekleid mit hoch angesetzter Taille. Bevor sie begriff was passiert war schrie Sandra zu ihrer Rechten laut auf „Wir sind in der Galerie, auf einem Gemälde!!“ Panisch hörte sie Christina schluchzen „Meine Beine, ich kann meine Beine nicht mehr spüren“. Langsam breitete sich eine lähmende Kälte in ihnen aus, die hoch in alle Glieder kroch und sie bewegungsunfähig zurückließ. Katrin sah plötzlich klar die Bedeutung vor sich, nun wusste sie was „Die andere Seite“ bedeutete. Sandras Gedanken galten der Hoffnung dass Larissa und Andrea eine Möglichkeit finden würden sie hier wieder rauszuholen. Ob sie das jemals schaffen könnten??




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13.8.2006, 15:18

Kurzgeschichte 2
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Kurzgeschichte 2


Traum oder Wirklichkeit?

Diese verdammte Maschine die sie da gefunden hatte ging ihr nicht mehr aus dem Kopf.

Was hatte auf dem verwitterten Schild gestanden,: “Zeitmaschine !“ Sie konnte es nicht glauben, das Erbe ihrer Tante Ruth, war diese alte Farm und die Maschine. Ob sie noch mehr über die Maschine heraus bekam? Seit zwei Tagen suchte sie im Haus. „Verdammt“, dachte sie es muss doch noch mehr darüber geben? Nun kramte sie in dem alten viel benutzten Schreibtisch und ganz hinten in der obersten Schublade fand sie es endlich. Einen Umschlag mit Konstruktionsplänen. Sie nahm in dem verwitterten Holzsessel platz und begann die Pläne zu studieren.

Ein paar tage später hatte sie sich das Material, das an der Maschine fehlte gekauft und fing an das Ding zusammen zu bauen. Es war nicht einfach, aber nach einer Woche glänzte die Maschine im Hof der alten Farm! Auch die nötige Energie hatte sie besorgt, eine Brennstoffzelle leistete ihr gute Dienste. Sollte sie nun das Ding ausprobieren oder es lieber bleiben lassen, denn es schien nicht ungefährlich? Doch die Neugier als Forscherin siegt und so bestieg sie den Sitz der Maschine und stellt sie Jahreszahl ein, 10 005! Ihr war nicht wohl bei dem Gedanken. Und auch noch in die Zukunft dachte sie, als plötzlich alles um sie herum dunkel wurde.

Helligkeit die wehtat, raste auf sie zu. Und dann saß sie in gleißendem Sonnenlicht und musste kurz die Augen schließen. Kathy schaute sich um, von der Farm und ihren Gebäuden war nichts zu sehen, also hatte sie sich bewegt. Aber wie oder wo? Fragte sie sich. War sie nun durch die Zeit gereist oder von der Stelle? Noch etwas benommen verließ Kathy den Sitz der Maschine und schaute sich weiter um. Dort war ein grüner Hügel, den wollte sie erklimmen und hoffte zu sehen wo sie war? Doch als sie sich dem Hügel näherte, stolperte sie über etwas das im Gras lag und bei näherem hin sehen, lagen da Trümmer von Gebäuden.

Sie trat auf den Hügel zu und rupfte an dem erstbesten Busch, den hatte sie auch gleich in der Hand, nun zog sie am Gras und auch dieses lies sich leicht entfernen und Haustrümmer schauten hervor. Sie sah sich weiter um und stellte fest, was sie die ganze Zeit gestört hatte,

war, das, die Geräusche fehlten. Es sang kein Vogel, keine Grille zirpte und keine Maus huschte durch das Gras. Wo war sie? Das sie auf der Erde war sah sie an der Sonne und dem Himmel, aber war sie noch auf der Farm? Sie rief, aber die Ruinen warfen nur ihre Stimme zurück. Menschenleer schoss es ihr durch den Kopf war sie auf einer Erde ohne Lebewesen?

Sie ging zur Maschine zurück und sah nach der Brennstoffzelle, sie war noch halb voll, also

Konnte sie den Heimweg antreten. Denn sie wollte nicht alleine sein auf dieser Welt! Sie überprüfte alle Verbindungen und stellte das Jahr ein, 2065 und schaltete die Maschine wieder ein. Doch bevor es ganz dunkel um sie wurde, sah sie am Rand des Hügels eine Bewegung,

aber es war zu spät um anzuhalten.

Als die Dunkelheit sie entließ, waren die Farmgebäude wieder da! Sie stieg aus der Maschine, ging in die Scheune wo sie Kanister mit Benzin gesehen hatte und schleppte sie in den Hof.

Dann lief sie ins Haus und holte die Pläne, legte sie auf den Sitz und übergoss alles mit dem Benzin. Dann steckte sie es an und sah zu wie alles Verbrannte.

Kathy wachte in ihrem Bett auf und überlegte, hatte sie es nur geträumt oder war es wirklich geschehen?




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13.8.2006, 15:20

Kurzgeschichte 3
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Kurzgeschichte 3


Wenn die Geschichte Geschichte schreibt

Jedes Mal wenn ich Mister Sebastian getroffen habe war es auf dieselbe
Weise. Damals studierte ich in London und wohnte in einer kleinen
Mietwohnung im East End. Die Vermieterin war uralt und der
Geschichtsstudent, der das andere Zimmer gemietet hatte, sagte mir einmal,
er habe ein Bild von der Alten in seinem Buch über die frühe Steinzeit
gesehen. Wir haben schallend gelacht, aber am nächsten Tag gab es nur Toast
zum Frühstück. Also hatte sie uns gehört.
Bis auf die Tatsache, dass die Vogelscheuche viel zu teuer war und ihre
Katze, Gott habe sie selig, ein besseres Essen bekam als wir (unseres war
zwar auch aus der Dose), gab es noch massig Häkeldeckchen. Ein tolles Hobby,
nur hinderlich für uns. Überall waren diese Staubfänger!

Aber zu Sebastian. Wie er auf mich aufmerksam geworden ist weiß der Teufel.
Aber manchmal dachte ich auch den Teufel vor mir zu haben. Bezeichnend für
diesen Mann war seine immer gleiche aber tadellose Kleidung. Ein schwarzer
Anzug mit grauer Weste. Auf dem Haupt ein Zylinder aus schwarzem Samt, in
der rechten Hand einen schwarzen Spazierstock mit goldenem Griff. Außer zum
Unterschreiben trug er den Stock immer in der rechten Hand, den Knauf habe
ich nie gesehen, aber ich glaube er war golden. Zu diesem Kostüm aus einem
vorherigen Jahrhundert trug er noch weiße Samthandschuhe und schwarze,
polierte Halbschuhe mit schwarzen Schnürsenkeln.
Zum ersten Mal angesprochen hat Sebastian mich am Campus. Ich hatte ihn
schon aus der Ferne gehört, denn es war jedes Mal dasselbe. Mir lief es kalt
über den Rücken hinter und dann hörte ich Schritte und das Tock des Stocks.
Wie ein Metronom alle drei Sekunden Tock.
Natürlich habe ich aufgesehen um den Ursprung des Geräuschs zu sehen. Wie
aus dem Nichts stand er vor mir und tippte sich an den Hut.
Ich erwiderte zaghaft den Gruß und wollte mich wieder meinen Papieren
zuwenden, als er fragte: „Sind Sie Mister Cole, Marcus Cole?“
Ich nickte und sah ihn fragend an. Sebastian, zu dieser Zeit kannte ich
seinen Namen aber noch nicht, sah mit seinen kleinen stechenden Augen
zurück. Dann antwortete er: „Ich werde Sie heute Abend besuchen, Mister
Cole. Erwarten Sie mich gegen Acht.“
Bevor ich antworten konnte,hatte er sich wieder umgedreht und entfernte
sich. Der Stock machte sein Tock alle drei Sekunden und verklang
schließlich. Es schien als wäre er nicht da gewesen.

Ich wusste natürlich nicht was dieser Mann von mir wollte. Ich hatte ihn
noch nie gesehen, kannte ihn folglich nicht. Aber er schien mich zu kennen.
So erwartete ich ihn in meinem Quartier.
Am Nachmittag begann der gute alte englische Nebel durch die Straßen zu
ziehen und es wurde düster. Bei uns war der Nebel so dicht, dass man nicht
einmal die Hand vor Augen hätte sehen können. Ich klebte förmlich mit der
Nase am Fenster und hielt Ausschau nach dem mysteriösen Mann.
Um fünf Minuten vor Acht hörte ich dann seinen Stock. Tock – 3 Sekunden
Pause – Tock. Um genau Acht klopfte es ungeduldig. Ich eilte sofort zur Tür
und öffnete sie.
„Guten Abend Mister Cole“, sagte der Unbekannte und schob mich einfach mit
der linken Hand zur Seite. Er war unglaublich stark. Er trat ein und ich
schloss die Tür. Ungeduldig klopfte der Mann mit dem Stock auf den Boden.
„Ich schlage vor wir ziehen uns in Ihr Zimmer zurück. Oder sind Sie allein?“
„Ich bin allein, Mister…?“
„Oh, wie unhöflich von mir. Mein Name ist Sebastian. Das muss vorerst
reichen“, antwortete er knapp und ging die Treppe nach oben. Er hatte weder
Schuhe noch Mantel abgelegt. Es regnete zwar nicht, aber trotzdem hinterließ
er eine nasse Spur auf den Teppichen. Die Vermieterin würde mich lynchen.

Um unsere Arbeiten und persönlichen Gegenstände vor den neugierigen Blicken
der Vermieterin zu schützen, hatten wir uns angewöhnt die Zimmer
abzusperren. So wurden die Zimmer aber nicht gereinigt. Folglich war meines
ein Saustall sondergleichen. Wäsche und Mappen lagen wirr durcheinander,
irgendwo vermutete ich sogar eine halbe Pizza. Gerade in dieses Reich wollte
dieser Sebastian sich zurückziehen. Warum?
„Beeilen Sie sich gefälligst, Mister Cole. Ich habe nicht den ganzen Abend
Zeit!“ beschwerte sich mein Gast bereits. Deshalb eilte ich nach oben und
sperrte mein Zimmer auf. Angstvoll trat ich zur Seite und drückte die Klinke
nach unten. Die Tür schwang auf und blieb zur Hälfte geöffnet schon an
irgendetwas hängen.
Mein Gast zog eine Augenbraue hoch und warf einen Blick in das Zimmer. Dann
lächelte er einen Moment und trat ein.
„Das Genie liebt das Chaos, ein Narr hat Ordnung.“ sagte Sebastian und
setzte sich an meinen Schreibtisch. Ich zog die Tür zu und ging zu meinem
Schrank. Daneben hing ein alter türkischer Dolch. Sollte Sebastian etwas im
Schilde führen, würde ich mich wehren.
„Warum sind Sie hier, Mister Sebastian?“ Ich erinnere mich an alles sehr
genau. Jedes Wort, jede Bewegung.
„Sie haben etwas, dass ich einsehen will, Mister Cole“, antwortete er sofort
und sah mich erwartungsvoll an.
„Was soll das sein?“
„Ihr Manuskript.“
Entsetzt starrte ich Sebastian an. Ich hatte Jahre daran gesessen. Aber ich
dieser Zeit hatte ich mit niemandem darüber gesprochen. Außer mir durfte an
sich niemand wissen, dass es dieses Manuskript überhaupt gab. Erst am Anfang
der Woche hatte ich diese kleine Geschichte beendet. Der Stoß lag auf der
Arbeitsfläche, festgehalten von einer halben Dose Cola.
„Nun. Wo ist es? Mich dürstet es danach es zu lesen“, setzte Sebastian kühl
fort.
„Hinter Ihnen, auf der Arbeitsfläche. Unter der Cola“, stotterte ich
zusammen. Ich war verwirrt. Wieder zog Sebastian die Augenbraue hoch und
drehte sich um. Er sah sich um und nahm dann die Dose. Angewidert warf er
sie in den Papierkorb. Dann nahm er das Buch zur Hand und ließ die Blätter
über seine Finger gleiten. „Ist das alles?“
„Bis auf den letzten Bogen Papier. Jedes Wort, jede Illustration, jeder
Strich.“
„Ausgezeichnet. Ich werde es lesen. Wir sehen uns in einer Woche wieder“,
sagte Sebastian und erhob sich. Er zog mit der linken Hand einen weißen
Plastikbeutel ohne Aufdruck aus dem Mantel und legte das Manuskript
vorsichtig hinein. Dann schob er es ebenso vorsichtig in die Tasche. Er ging
sicher, dass es weder knitterte noch Eselsohren gab.
„Bis nächste Woche, Mister Cole“, sagte er noch und dann ging er. Einen
Moment war ich wie versteinert. Dann eilte ich ihm nach.
„Was wollen Sie damit? Woher wissen Sie überhaupt, dass es dieses Manuskript
gibt?“
„Ich weiß warum Sie ausgerechnet im East End wohnen und viel zu viel Miete
bezahlen und warum Sie nach London gekommen sind, Mister Cole. Das muss
reichen. Guten Tag!“ Er öffnete die Haustür und trat in den Nebel. Tock - 3
Sekunden Pause – Tock.
„Um dieselbe Zeit?“
„Natürlich.“ antwortete Sebastian und dann verschlang ihn der Nebel.

Eine Woche sah ich ihn nicht. Keine Spur von meinem Manuskript, nichts. Aber
mein Studium verlangte viel Zeit, so hatte ich weniger Zeit mir Sorgen zu
machen. Schließlich war eine Woche um und am Abend um Acht klopfte es an die
Tür.
Meine Haushälterin öffnete und ich erhaschte gerade noch einen Blick auf
Sebastian, bevor er mich sah. Hass loderte in seinem Blick. Sein Stock war
leicht vom Boden abgehoben. Es wäre ihm ein leichtes gewesen der Higgins
eine überzubraten.
Aber dann sah er mich und lächelte. „Ah, Mister Cole. Schön Sie zu sehen.
Ich habe es gelesen. Lassen Sie mich mit Ihnen darüber sprechen. Es gibt
noch einige Dinge, die geklärt werde müssen“, sagte er freundlich und schob
die Higgins einfach zur Seite. Wieder war es nebelig gewesen, aber
mittlerweile regnete es. Sebastian zog eine schöne nasse Spur hinter sich
her. Die Higgins tobte natürlich sofort.
Sebastian drehte sich plötzlich um und sah sie an. Sie verstummte und zog
sich dann schnell in die Küche zurück. Dann ging Sebastian weiter in mein
Zimmer.

Ich war ihm gefolgt. Die Tür war offen gewesen und so war Sebastian ohne
Probleme ins Zimmer gekommen. Ich hatte gearbeitet, aber als ich eintrat lag
meine Arbeit schon säuberlich auf dem Bett. Wie hatte das der Kerl so
schnell gemacht?
„Nun, Mister Cole. Wie gesagt, ich habe es gelesen. Es war eine wahre
Freude, aber es gibt noch einige Fehler darin. Sie sind verständlich, denn
ihre Überlieferungen und Informationsquellen über diese Zeit und vor allem
dieses Ereignis sind sehr schlecht. Ich habe alle Fehler markiert oder
behoben. Außerdem habe ich ein Blatt hinzugefügt. Ich hoffe, Sie können
meine Schrift lesen.“ Sebastian redete wieder ein Wasserfall. Er legte
schließlich den Beutel auf den Schreibtisch und erhob sich.
„Sie haben Zukunft und eine Vision, Mister Cole. Vergeuden Sie das Talent,
das Sie in sich haben aber nicht in einem Kellerarchiv. Gehen Sie nach
draußen und tun Sie etwas. Das ist mein Rat an Sie.“
„Ja Mister Sebastian. Aber was macht Sie so sicher, dass Ihre Informationen
stimmen? Ich habe gut recherchiert.“
„Aber Sie hatten schlechte Quellen“, antwortete Sebastian und nahm eine alte
Taschenuhr aus dem Mantel. Er klappte sie auf. „Es ist spät. Sie wollen
sicher meine Korrekturen lesen. Ich werde Sie jetzt verlassen.“ Er klappte
die Uhr zu und legte einen Brief auf mein Manuskript. „Lesen Sie ihn erst
nachdem Sie alles gelesen haben.“
Ich nickte zaghaft. Dann zog er einen Handschuh aus und reichte mir die
Hand. „Leben Sie wohl, Mister Cole.“
Seine Hand war eiskalt, aber sein Griff war hart und fest. Kräftige Hände,
wie bei einem Arzt. Dann ging Sebastian. Ich sah ihn niemals wieder.

Als Sebastian verschwunden war ging ich mit dem Manuskript ins Wohnzimmer.
Da war ein bequemer Lesesessel und ein offener Kamin. Ich war gerne dort.
Vorsichtig streckte die Higgins ihren Kopf aus der Küche. „Ist er weg?“ Ich
nickte. Die Higgins atmete auf, was sich bei ihrem Umfang wie ein Blasebalg
anhörte, und trat auf den Flur. „Schaffen Sie mir nie wieder solche Leute
an, Mister Cole! Sehen Sie sich doch nur meine Teppiche an!“
„Ja, Miss Higgins. Es war eine Ausnahme. Ich werde lesen gehen. Lassen Sie
mich nicht stören.“
„Sie sind ja ein wahrer Bücherwurm geworden.“
Ich hatte eine Antwort auf den Lippen, aber ich schluckte sie hinunter. Ich
wollte die alte Furie nicht reizen und so den Drachen wecken.

Sebastian hatte einige Dinge verbessert, von den 212 Seiten fast alle. Die
Daten waren auf den Tag genau, ebenso genau waren die Beschreibungen der
Häuser und der Leute. Auf dem letzten Zettel hatte Sebastian ein Bekenntnis
geschrieben. Ich musste darüber grinsen, denn ich wusste, dass es dieses
Bekenntnis nie gegeben hatte. Aber es war in alter Tinte geschrieben worden
und leicht vergilbt.
Schließlich öffnete ich den Brief:

Für meinen lieben Freund Marcus.
Nun sind wir am Ende von allem angekommen. Sie haben meine Geschichte zwar
gut geschrieben, aber die Quellen sind, wie sie heute sagen, beschissen. Zu
meinen Zeiten hätte man solche Worte nicht in der Öffentlichkeit verwendet,
aber die Zeiten haben sich geändert. Ich war ein Außenseiter und meine Taten
waren eine Art Hobby, aber auch eine Art Hilfeschrei. Er wurde nicht gehört
und falsch gedeutet und endete mit meinem Tod.
Ja, Sie haben richtig gelesen. Tod. Ich war tot, aber irgendetwas hat mich
bald zurückgerufen. Jahrzehntelang habe ich nach diesem etwas gesucht und
den Wandel der Zeit verfolgt. Ich besuchte auch Paris, aber meine Taten
machten dort einfach keinen Spaß, so kam ich zurück ins gute alte London und
wartete.
Bis ich Sie traf. Ich habe sie schon einige Male zuvor gesehen und wusste:
dieser Mann wird es sein. Ich hatte Recht. Sie sind der eine.
Es mag irrsinnig klingen, aber ihr Werk darf nie veröffentlich werden. Nicht
jetzt, wenn alles darin steht. Man würde mein Grab schänden und ich will
endlich in Frieden ruhen.
Jetzt muss ich aber einiges aufklären.

Ich habe mich Ihnen als Sebastian vorgestellt, das ist auch mein wahrer
Name. Aber schnell habe ich einen unschönen Spitznamen erhalten. Diesen
kennen Sie, es ist ja auch der Titel Ihres Buches. Sie denken sicher ich
lüge, aber mein Aussehen, meine Einfluss auf andere und vor allem mein
Wissen sollten Sie überzeugen.
Marcus, mein Freund, ich bin Jack the Ripper. Und stolz darauf. Ich wollte
die Menschen vor dem Verfall warnen, aber sie waren nicht bereit. Sie werden
nie bereit sein. Leben Sie wohl, ich werde mich in mein kaltes Grab
zurückziehen und hoffentlich endlich in Frieden ruhen.
Hochachtungsvoll
Ihr Freund Sebastian

P.S.: Verbrennen Sie den Brief sofort! Und sollten Sie das Buch doch
veröffentlichen, werde ich mich aus dem Grab erheben und Sie zu mir holen!


War das ein schlechter Witz? Bestimmt nicht. Ich nahm mein Buch zur Hand und
las den Titel mehrmals.

Die Wahrheit über Jack the Ripper

Sollte ich jetzt erfreut oder enttäuscht sein?




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13.8.2006, 15:22

Kurzgeschichte 4
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Kurzgeschichte 4


Die Schwelle

Schweißgebadet wachte sie auf und saß noch halb gefangen von den Traumgestalten kerzengerade in ihrem Bett.
Es war erst vier Uhr, doch an Schlaf war nun wirklich nicht mehr zu denken.
Seit Wochen waren ihre Träume unruhig, undeutliche Gestalten hielten Einzug in ihrem Schlaf, den sie immer als letztes unberührtes Refugium gesehen hatte. Mit der Zeit hatten die unwillkommenen nächtlichen Besucher eine konkrete Form angenommen - Fratzen, die ihr immer wieder dieselbe Botschaft brachten: ein Umbruch stand an, die Welt, ihre eigene kleine Welt würde in sich selbst zusammenbrechen und nichts übrig lassen außer Ruinen von all dem was sie sich so mühsam zusammengelogen hatte.

Aleksandra glitt aus dem Bett und lief ins Bad. Eine kalte Dusche vertrieb auch die letzten nächtlichen Dämonen und eine Tasse Kaffee weckte die Lebensgeister.

Drei Stunden später war sie bereits auf dem Weg zur Arbeit. Zu dieser frühen Stunde war die Prager Metro bereits hoffnungslos überfüllt. Dennoch liebte Aleks diese Zeit, wenn all die Touristen, welche die Innenstadt überfüllten noch in ihren Hotelzimmern schliefen.
An der Station „Malostranska“ stieg sie aus und stellte fest, dass es zu regnen begonnen hatte.

Aleksandra arbeitete in einem kleinen Kunstatelier in der Nähe der Karlsbrücke, wo sie Gemälde anfertigte, die sie mit etwas Glück und zu einem beleidigend niedrigen Preis an die zahlreichen Souvenirgeschäfte verkaufte. Es war schwer sich hier als Künstler zu profilieren, denn es gab einfach zu viele…

Als sie das Atelier betrat wurde sie von undurchdringlicher Dunkelheit empfangen. Selbstverständlich war es hier immer recht dunkel bei ihrer Ankunft, denn um Einbrüchen vorzubeugen verschloss sie immer die schweren Fensterläden, bevor sie nach Hause ging. Doch dieses mal schien ihr das Dunkel bei weitem schwärzer als normal. Sie schob es auf den Schlafmangel und die düstren Träume und ignorierte das beklemmende Gefühl, was sie beschlich als sie sich vorsichtig zum Sicherungskasten vortastete.
Ein leichter Windzug ließ sie zusammenzucken. Täuschte sie sich oder flüsterte da jemand ihren Namen? Weiter vorn bewegte sich etwas. Jetzt half auch jegliche Selbstbeherrschung nicht mehr. Sie hastete vorwärts bis sie den Kasten erreichte und den Sicherungsschalter umlegte. Sofort war der große Raum hell erleuchtet. Außer ihr war niemand da. Aleks atmete auf, schüttelte den Kopf und machte sich an die Arbeit.

Sie blieb bis in die späten Abendstunden im Atelier. Als sie sich gegen 23 Uhr dann auf den Heimweg machte, beschloss sie noch einige Metrostation zu Fuß zu laufen. Sie liebte es nachts über die Karlsbrücke zu laufen, auch wenn sie jetzt, in der Ferienzeit, auch zu dieser fortgeschrittenen Zeit noch voll von Touristen war…
Einige Zeit später saß sie auf einer Bank am Moldauufer und betrachtete die nächtliche Betriebsamkeit in der Stadt aus einer gewissen Distanz. Hier war es erstaunlich still.
Eine dunkle, rauchige Stimme riss sie aus ihren Gedanken.

„Hallo Aleksandra!“ Sie unterdrückte einen erschreckten Schrei und sah auf. Unter einer Laterne einige Schritte von ihr entfernt stand eine dunkle Gestalt im Zwielicht. Sie war in einen schwarzen Kapuzenmantel gehüllt, sodass die Umrisse des Gesichts nur zu erahnen waren. Sie sah lediglich zwei Augen, die wie Reflektoren aufleuchteten und sie musterten.
„Wer sind sie?“
–„Ein Freund!“
Diese Stimme ließ ihr einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Sie wollte aufstehen, wegrennen doch sie war wie versteinert in einer Mischung aus Horror, Neugier und Faszination.
„Wie können Sie ein Freund sein, wenn ich Sie doch nicht kenne?“
–„Aber Du kennst mich doch!“
Sie wollte zu einer Antwort ansetzten als hinter ihr plötzlich etwas raschelte. Erschrocken fuhr sie herum. Es war nur eine Katze und sie atmete auf. Als sie sich wieder umdrehte war der Fremde verschwunden.

In dieser Nacht plagten sie wieder dieselben Albträume, die ihr schon in den letzten Wochen den Schlaf geraubt hatten. Doch inmitten der Ungeheuer erschien ihr diesmal der vermummte Mann vom Moldauufer. Mit einem Schrei erwachte sie.
Mit pochendem Herzen ging sie zum Fenster und steckte sich eine Zigarette an. Unten auf der Straße war es finster und auch das spärliche Licht der Laternen konnte nicht viel gegen die Dunkelheit ausrichten. Aleksandra sah zum Himmel. An einer Stelle ließ sich hinter einer dicken Wolke der Mond erahnen. Sie sah wieder nach unten auf die Straße. Plötzlich blitzte es auf dem Gehweg. Erst nach ein paar Sekunden wurde ihr klar, dass es sich um ein Feuerzeug handelte. Doch einen Moment später erstarrte sie. In den paar Sekunden in denen das Feuer etwas Licht gegeben hatte, offenbarte sich ihr diese inzwischen schon so vertraute Gestalt des Mannes im Kapuzenmantel. Atemlos blickte sie weiter nach unten, wo der Umriss der Gestalt sich kaum merklich von den Schatten abhob. Einzig sichtbar waren die zwei hellen Punkte dort, wo das Gesicht zu erahnen war, und das rötliche Glühen einer Zigarette. Die Gestalt hob einen Arm und winkte. Aleksandre schloss die Augen und schüttelte den Kopf, gewiss war all dies nur Einbildung. Und siehe da; als sie die Augen wieder öffnete und einen vorsichtigen Blick auf den Gehweg riskierte war der Fremde, wie schon zuvor am Moldauufer, verschwunden.

Der Rest der Nacht verlief ereignislos und schließlich fiel Aleks in einen traumlosen aber erholsamen Schlaf.

Als sie am nächsten Tag erwachte war die Welt nicht mehr dieselbe wie am Vortag. Aleksandra sah auf die Uhr. Es war schon 10, aber noch immer dunkel. Jetzt waren nicht einmal mehr die Straßenlaternen an. Sie tastete nach dem Schalter der Lampe auf dem Nachttischchen. Doch sie ergriff nur etwas schuppiges, was sich nach längerem betasten als lebendig entpuppe. Ohne weiter darüber nachzudenken schnappte sie sich ihren Mantel und stürzte barfuss hinaus auf die Straße. Nirgends war auch nur das leiseste Anzeichen von Menschen zu sehen. Gerade als sie spürte wie Panik sie übermannte ergriff von hinten jemand ihre Schultern. Erleichtert drehte sie sich um.

„Gott sei Dank, ich habe schon…“
Umso größer war das Entsetzten als sie feststellte, dass es der Fremde im schwarzen Mantel war, der sie festhielt. Sie war nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt, spürte seinen heißen Atem, konnte seine Gesichtszüge aber noch immer nicht erkennen. Mit einer ruckartigen Bewegung wand sie sich aus seinem Griff. Irgendwo im Schatten der Kapuze glaubte sie ein Lächeln zu erahnen. Er sprach nicht und deutete nur auf eine Tür.
Es war seltsam, denn obwohl Aleksandra schon seit Jahren hier wohnte war ihr diese an für sich auffällige, altmodische Pforte direkt gegenüber von ihrer Haustür noch nie aufgefallen.
Sie reagierte nicht auf seine Geste, sondern sammelte all ihren Mut und atmete tief durch.
„Verdammt noch mal, was ist hier los?“
–„Geh durch diese Tür und Du wirst es wissen!“
„Einen Teufel werde ich tun! Was ist hinter dieser Tür? Und wer sind Sie überhaupt?“
–„Eins nach dem anderen! Zu meiner Person: ich bin der Fährmann. Was die Pforte angeht, so kann ich Dir nicht genau Auskunft geben. Jeden erwartet dort etwas anderes…Aber auf der anderen Seite beginnt Dein Leben!“

Aleksandra sah ihn perplex an. Dieser seltsame Kerl hatte wohl den Verstand verloren.
„Mein Leben? Und was ist das hier? Ist das etwa kein Leben?“
–„Nein!“

Diese Antwort war etwas kürzer als Aleks erwartet hatte.
„Und hätten Sie ein Problem damit mir zu sagen, was das Leben… pardon, das ’hier’ sein soll wenn es nicht mein Leben ist?“
–„Ja!“
„Also?“
–„Ja, ich hätte was dagegen!“
„Oh! Wenn das so ist… entschuldigen Sie mich bitte. Ich habe heute noch ein paar Dinge zu erledigen!“

Gerade als sie sich umdrehen wollte legte er ihr fast zärtlich die Hand auf die Schulter.
„Das ’Heute’ ist für Dich gestorben! Sieh Dich doch mal um!“ Er deutete auf den dunklen Himmel und die menschenleere Straße.

Aleks traute seinen Worten noch immer nicht.
„Können Sie nicht Klartext reden und mir sagen, was hier los ist?“
–„Natürlich! In dem, was Du ’Leben’ nennst bist Du diese Nacht gestorben!“
„Was?“
–„Überleg doch einmal!“

Und plötzlich verstand sie. All diese Träume, die von einer Veränderung sprachen und dann dieser erstaunlich erholsame und ruhige Schlaf. Sie sah zum Fährmann auf.
„Was soll ich tun?“

Er öffnete die Tür.
„Vertrau mir!“
Sie drehte sich ein letztes Mal um und schritt über die Schwelle.


Ende?




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13.8.2006, 15:28

Kurzgeschichte 5
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Kurzgeschichte 5


Die andere Seite

Im Herzen des Waldes stand ein etwas verfallener Tempel der alten Götter. Allerdings wagten weder die Priester noch die Wächter ihn zu verlassen. Denn der Tempel wurde beobachtet. Außerhalb des geweihten Bodens stand inmitten der Büsche ein bleicher Mann und starrte konzentriert auf das Gebäude. Seine Kleidung bestand ausschließlich aus Leder, der einzige Flecken sichtbare Haut war das totenbleiche Gesicht. Seit er seinen Posten bezogen hatte war er etwas abgemagert, hatte jedoch nie seinen Blick abgewandt oder seinen Posten verlassen.
In den Köpfen derer, die sich in den Bereich vor dem Tempel wagten hallte sofort seine Stimme. Komm. Komm zu mir.
Wer ihr folgte war des Todes. Denn der Beobachter war nicht von dieser Welt.

Bevor der Beobachter seinen Posten bezogen hatte waren einige Hinweise eingegangen dass ein seltsames Wesen über die Lande ziehen würde. Es gab einige Tote, einige Vermisste und unzählige bestialisch geschlachtete Nutztiere. Alle ohne einen Tropfen Blut in den Adern.
In letzter Sekunde hatte der Hohepriester eine Nachricht nach draußen geschickt. Der Bote war jedoch nicht weit gekommen. Jetzt lag er tot wie die anderen im Wald. Seine Nachricht war davor in die richtigen Hände geraten und hatte ihr Ziel erreicht.

In einer dunklen Ecke in einer Taverne saß ein etwas heruntergekommener Krieger bei seinem Bier. Inzwischen war das Getränk warm und der Tabak in seiner Pfeife kalt geworden. Konzentriert starrte er vor sich in die Leere.
Als der Bote neben ihm Platz nahm warf er ihm einen kurzen Blick zu und starrte dann weiter. Der Bote pfiff durch die Nase und legte die Schriftrolle neben den Bierkrug des Kriegers. „Die Kirche von Bhelfa erklärt sich bereit Ihnen jeden Preis zu bezahlen wenn Sie innerhalb von fünf Tagen den geweihten Boden unseres Tempels im Zentrum des Schattenwaldes vom Einfluss einer dunklen Kreatur befreien. Wir übernehmen zusätzlich dazu alle Kosten die anfallen um die Ausrüstung auf Vordermann zu bringen.“
„Kein Interesse. Hab schon zu viel gesehen. Fast alles. Dämonen, Werwölfe, Hexer. Wegen einem Unbekannten steh ich nicht mal auf“, knurrte der Krieger und zog an der Pfeife. Enttäuscht klopfte er sie aus. „Hast du vielleicht?“
Der Bote nickte und reichte dem Krieger einen Beutel. „Apfeltabak aus dem Süden. Aber kommen wir zum Geschäft. Wir haben uns nicht freiwillig an Sie gewandt. Der Hohepriester unseres Tempels im Schattenwald hat ausdrücklich nach Ihnen verlangt. Er glaubt das Wesen, dass sie belagert ist ein Vampir.“
Der Krieger ließ die Pfeife sinken. „Ein Blutsauger?“
„Steht alles in dieser Schriftrolle“, antwortete der Bote. Schnell entrollte der Krieger den Brief und überflog ihn.
„Kommen wir ins Geschäft?“
„Ich brauche 5000 für ein neues Schwert. Zusätzlich will ich weitere 10.000 nach erledigter Arbeit. Und ich will den Vampir behalten. Zumindest seine Zähne.“
„Ausgezeichnet. Wir treffen uns morgen früh vor der Taverne.“
„Wir?“
„Ich soll mitkommen, als Zeuge. Ich werde auch für die Bezahlung sorgen.“
„Dann morgen früh. Bei Sonnenaufgang.“

Am Morgen erwartete der Krieger den Boten bereits am stall. Jetzt trug er seine Rüstung die aus den Trophäen seiner Jagd bestand. Der Helm bestand aus dem Kopf eines Feuerdämons, der Brustpanzer aus Drachenschuppen. Die Armschienen waren aus Werwolfklauen geformt worden, die Beinschienen hatte der Söldner mit Bärenfell überzogen. Sein Umhang bestand aus Wolfsfellen, die Stiefel aus schwerem Leder mit Stahl beschlagen.
Dagegen kam sich der Bote in seinem roten Umhang mit der aufgestickten Flamme und seinen Wildlederstiefeln wie ein kleiner Bauer vor. Der Söldner trug jetzt ein riesiges, federleichtes Schwert an seiner Seite, der Kampfstab der Boten wirkte dagegen wie ein Zahnstocher.
Wortlos ritten sie in Richtung Schattenwald.

Der Ritt war lange und beschwerlich, die beiden Rappen liefen jedoch als hätten sie Flügel. Als sich die ersten schwarzen, knotigen Bäume des Schattenwaldes vor ihnen erhoben stiegen sie ab und ließen die Pferde laufen. Sie kannten den Weg nach Hause.
Sie warteten erneut bis zum Morgen da die Nacht bereits heraufgezogen war. Am Morgen erreichte sie ein anderer Söldner und überreichte ihnen eine weitere Waffe. Eine schwere Armbrust mit seltsamen Messern am Schaft und einem Beutel Bolzen.
„Bist du nicht langsam zu alt dafür, Niclas?“
„Ich habe den Magog besiegt und andere starke Gegner. Meine Taten sprechen für mich. Ein Vampir wird mich dann nicht aufhalten.“ Zum ersten Mal hörte der Bote den Namen des Söldners der so viel Geld wegen eines einzigen Monsters erhielt. Niclas. Ein bekannter Söldner und besuchter Verbrecher in mehreren Provinzen. Ein Mann, der für Geld alles tat. Warum wandte sich die Kirche von Bhelfa ausgerechnet an ihn.
„Glaubst du der Vampir kommt zu uns? Los!“ befahl Niclas und winkte hektisch. Mit seiner neuen Waffe zerteilte er das Unterholz und schlug einen Korridor in den Wald hinein. Bald war es dunkel.
„Der Weg führt uns über einen Friedhof. Den ersten“, sagte Niclas, „ich rate dir nie stehen zu bleiben. Diese Erde ist seltsam, bis behält die Toten nicht bei sich.“ Wie ein Berserker brach er durch die letzte Wand aus Zweigen und Efeu. Vor ihnen lag ein felsiges Feld mit knöcheltiefem Nebel überzogen. Es stank wie in einem Sumpf, totenstill lagen die Gräber der Verdammten vor ihnen. Auf einigen lagen Gaben, Münzen, Waffen, kleine Gegenstände. Viele Steine waren nicht einmal beschriftet, grobe Felsen die man nur aufgestellt hatte. Niclas ging zügig weiter und schien bedacht zu sein einige Stellen nicht zu betreten. Schnell schloss der Bote auf.
„Mein Name ist übrigens Seraph.“
„Leise. Schnell“, antwortete Niclas knapp und sprang über einen Felsen. Seraph tat es ihm gleich, rutschte über seinen Grabstein und landete direkt auf der frischen Erde. Sofort schloss sich eine kalte Hand um sein Bein. Die Erde brach auf und das bleiche, verzerrte Gesicht einer Leiche kam zu Tage. Seraph vergaß auf den Rat von Niclas und schrie. Er schlug mit dem Stab ins Gesicht des Toten und zertrümmerte die Nase. Inzwischen hatte dieser den zweiten Arm befreit und fegte ihn von den Beinen. Niclas sprang herbei und schlug dem Angreifer den Kopf ab. Jetzt regte es sich überall.
„Da hast du uns eine schöne Suppe eingebrockt. Schnell!“ Er zerrte Seraph mit sich und machte sich mit der Schwerthand Platz. Ein weiterer Toter, bereits bis auf das Skelett abgenagt versuchte ihnen den Weg zu verstellten. Seraph konnte den Schlägen gar nicht folgen, so schnell erfolgten sie. Der Kopf rollte über den Boden und kam zu seinen Füßen zu liegen, der restliche Körper lag verteilt zu den Füßen des Söldners.
„Weiter. Sie werden uns nicht folgen. Die Erde hält sie im Bann“, rief Niclas. Sie kehrten zurück in den Wald. Hier war er nicht mehr so dicht. Seraph blieb stehen um zu verschnaufen. „Ich habe meinen Stab verloren. Das Zeichen meiner Wehrkraft.“
„Du hättest mehr verlieren können. Das da war nur ein Bruchteil des Grauens, das hier möglich ist. Warum ausgerechnet hier ein Tempel errichtet ist verstehe ich bis heute nicht.“
„Du warst schon einmal hier?“
Niclas deutete mit der Schwertspitze auf seine Stiefel. Dann ging er wortlos weiter. Seraph atmete tief durch und rannte ihm dann nach. „Was hat das zu bedeuten?“
„Still. Du willst doch nicht was Schlimmeres als diese Zombies aufwecken. Hier gibt es Kreaturen die sehr böse werden wenn du ihren Schlaf störst.“
Wie auf Befehl löste sich der Wald auf und vor ihnen lag eine Lichtung. Ein ganzes Rudel riesiger Fleischberge lag dort und döste im Schatten der Bäume. Kein Sonnenstrahl konnte hier das Dickicht durchdringen, die Lichtung war jedoch nicht natürlich entstanden. Diese Monster hatten sie geformt.
Die Wahnsinnigen, die es gewagt hatten, sie anzugreifen, waren als Futter auf ihrem Speiseplan gelandet. Einzig verbogene und verrostete Metallteile erinnerten an sie.
„Willst du dir Stiefel wie die meinen verdienen?“ fragte Niclas spöttisch und zog den Helm tiefer ins Gesicht, „leise jetzt. Wenn diese Kerle aufwachen kann uns keine Klinge der Welt retten.“
„Können wir sie nicht umgehen?“
„Das würde uns auf einen weiteren Friedhof führen. Vorhin hast du bewiesen dass wir diese Stätten meiden sollten, Kleiner.“
Seraph schluckte seinen Kommentar hinunter und folgte Niclas vorsichtig. Der Krieger ging zielsicher und leise wie ein Engel zwischen den schlafenden Giganten hindurch. Diese schnaubten gelegentlich im Schlaf oder rollten sich zur Seite.
Mitten auf der Lichtung lag der verfetzte Körper eines Kriegers in einer ähnlichen Rüstung wie die von Niclas. Sein Kopf fehlte.
Stumm schlug Niclas ein Kreuz über dem Toten und löste dann das Schwert aus der starren Hand des Clanbruders. Prüfend hielt er es in der Hand. Dann machte er eine schnelle Bewegung und hielt es Seraph hin. „Besser als nichts, Kleiner. Ich hoffe du kannst damit umgehen. Es ist zwar schlecht geschmiedet aber messerscharf“, flüsterte er kaum hörbar. Dann gingen sie weiter und erreichten das andere Ende der Lichtung. Seraph atmete auf. „Wir haben es geschafft. Nicht mehr weit…“
Hinter ihnen schnaubte einer der Fleischberge lauter als sonst. Er schnupperte und kam mühsam auf die Beine. Niclas schob den Boten hinter sich und stemmte seine Beine in den Boden, das Schwert halbhoch vor seiner Brust. Der Schattenschläfer sah sich jetzt schnuppernd um und erblickte die beiden. Leise knurrte er und starrte die beiden Menschen lüstern an.
„Er schätzt uns ein, ob es wert ist den Tod zu riskieren um uns zu schlagen“, zischte Niclas und schon Seraph langsam zurück ins Dickicht des Waldes. Der Schattenschläfer hielt sie weiter im Auge bis sie zwischen den Zweigen verschwanden. Enttäuscht sank der Schattenschläfer wieder auf den Boden und schnarchte weiter.
„Mach das nie wieder!“ drohte Niclas.

Sie erreichten ohne weitere Zwischenfälle den Tempel. Das roh gehauene Bauwerk aus Granit und blauem Eisenerz reichte beinahe hundert Meter in den Himmel während das Hauptschiff knapp zwanzig Meter hoch war. Die Statuen der Wächter waren eingerissen worden. Keine Menschenseele war zu sehen.
Wortlos lud Niclas die Armbrust mit einem Bolzen und schlich sich an. Noch immer rührte sich nichts. Dann alles stank nach Hinterhalt.
Dann erblickte er den Feind.
Der Vampir, jetzt war er sich sicher dass es ein solches Wesen von der anderen Seite war, stand am Rande des Dickichts und starrte ihn spöttisch an. In den Armen hielt er eine junge Frau von vielleicht zwanzig Jahren. Sie trug den weißen Kittel der Tempelhelferinnen, der ihr jedoch bis über die Knie hoch gerutscht war. Ihre dunkelbraunen Haare hingen offen nach unten, ihr Gesichtsausdruck war leer als stünde sie unter einem Bann. Der Vampir strich über ihre vollen Brüste und ihre makellose Haut, die wie Alabaster war.
Du kommst du spät.
Mit diesen Worten bohrte er seine Zähne in ihren Hals. Sie stöhnte leise, ob vor Schmerz oder Ekstase war nicht ganz einzuordnen, während ihr weißes Kleid sich rot färbte. Ihre Augen verloren jeden Schein bis der Vampir sie wie ein gebrauchtes Spielzeug zu Boden gleiten ließ.
Und nun zu dir, großer Krieger.
„Erschieß ihn!“ rief Seraph. Niclas konnte sie jedoch nicht bewegen. Er stand wie die Frau zuvor im Bann des Vampirs. Dieser winkte ihn mit dem Zeigefinger heran. Niclas schien zu schweben als er die Armbrust sinken ließ und mit unsicheren Schritten auf den Vampir zuging. Einen Meter vor dem Wesen von der anderen Seite blieb er stehen.
Das ist nah genug, großer Krieger. So sprich, was führt dich her?
„Ich werde dafür bezahlt dich zu töten“, zischte Niclas. Der Vampir lachte und entblößte seine Brust. Auffordernd strich er mit seinen Händen darüber.
Lass dich nicht aufhalten. Gestatte mir nur eine Frage. Hat man dir gesagt was sie hier machen? Warum ich gekommen bin?
„Das geht mich nichts an. Ich werde bezahlt…“
Mich zu töten. Das hast du schon gesagt. Ich werde dich nicht aufhalten. Tu mir davor aber einen Gefallen, großer Krieger. Wirf einen Blick IN den Tempel und sag mir dann ob du nicht lieber alle Priester und Tempelwächter töten solltest.

Niclas wusste nicht warum er es tat, was ihn dazu bewegte. Als er wieder Herr über sich war hätte er dem Vampir den Bolzen einfach in die Brust jagen können und gehen. Stattdessen marschierte er jetzt jedoch in den Tempel. Seraph kniete auf den Stufen und war in ein Gebet versunken. Als Niclas ihn passierte sah er auf und fragte: „Ist der Auftrag erledigt?“
Niclas antwortete nicht und trat die Torflügel zum Tempel auf. Die Türen schlugen gegen die Wände, der Knall hallte durch das Hauptschiff. Die Priester und Priesterinnen fuhren herum. Sie vollführten gerade ein Ritual. Alte Sprüche, die Niclas in Dämonenschreinen bereits gehört hatten, wurden hier gerufen. Opfergaben lagen auf den drei Altären, meistens junge Frauen mit starren Blicken. Sie standen also unter Drogen oder waren bereits tot.
Niclas kannte die Rituale genug um herauszuhören dass der Hohepriester das Ritual gleich beenden würde und damit einen mächtigen Dämon rufen. Ohne lange zu zögern zielte Niclas und schoss den Silberbolzen, der für den Vampir gedacht gewesen wäre, in den Hinterkopf des Mannes. Dieser verstummte einfach um Satz und brach über dem Opfer zusammen. Trotzdem öffnete sich noch ein Portal. Lila Tentakeln mit riesigen Saugnäpfen schnappten nach den Opfern, den Priestern und den Wächtern. Nicht alle entkamen und verschwanden schreiend auf die andere Seite, wahrscheinlich in den Bauch eines schrecklichen Monsters.
Entschlossen dem Zirkus ein Ende zu machen trat Niclas mit blankem Schwert vor den Tempel. Priester und Wächter verschwanden ungeordnet in den Wäldern und versuchten mit Pferden zu fliegen. Niclas streckte einen Fliehenden mit der Armbrust nieder und holte einen anderen mit dem Schwert vom Pferd. Dann war es plötzlich still.
Seraph stand zitternd vor ihm, das Schwert halbherzig erhoben. „Dafür haben wir Euch nicht bezahlt. Ihr mordet meine Ordensbrüder. Dafür müsst Ihr sterben“, stotterte er. Niclas schlug ihm wortlos das Schwert aus der Hand. „Verschwinde!“
Seraph folge dem Befehl bereitwillig. Dann kam der Vampir näher. „Und nun, Krieger?“
„Sobald der Bote berichtet was hier geschah wird man ein Kopfgeld auf mich aufsetzen. Ich werde nirgends mehr sicher sein bis sie meinen Kopf auf einem Silbertablett erhalten. Mein Clan wird mich verstoßen und sollten sie mich erwischen einem viel schlimmeren Tod zuführen als ich mir vorstellen kann“, antwortete Niclas traurig und nahm den Helm ab. Dann knöpfte er sein Kettenhemd bis zur Brust auf.
„Ich könnte mich selber töten, allerdings würde mein Körper geschändet werden. So bleibt mir nur eine Wahl.“
Der Vampir lächelte und entblößte dabei seine spitzen Eckzähne. Bist du denn schon bereit für die andere Seite?
Niclas antwortete nicht mehr und schloss die Augen.

Die Zeiten des Helden, Drachentöters und Monsterjägers waren vorbei. Die andere Seite würde ihm andere Möglichkeiten bringen. Gelegenheiten sich wieder einen Namen zu machen. Als Monster, Vampir oder vielleicht als Held. Die Zeit würde die Frage beantworten.




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13.8.2006, 15:29

Kurzgeschichte 6
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Kurzgeschichte 6


Stinkekäse forever oder Chakotays wahres Leben

Ich sitze hier in meinem kleinen, feinen Tipi mit den lila Querstreifen und den gelben Punkten auf dem grünen Untergrund, dessen Innere einen seltsamen Geruch verströmt. Ich sitze auf meinem längst abgesessenen Gebetsteppich und spüre meine Füße schon durch das ewige im „Schneidersitzsitzen“ nicht mehr. Ich sitze an dem langsam vor sich hin prasselnden Feuer, das hungrig an dem Holz nagt. Ich sitze unter meinem neuesten und stylischstem Traumfänger, weil ich ja ein Trendsetter bin (s. Das natürliche Gesetz). Ich sitze neben meinem Medizinrad, welches falsch liegt. Ich sitze hinter meinem improvisierten Bett aus Trikordern, Kommunikatoren und Shuttlewrackteilen. Ich sitze gegenüber meiner Tipitür , halte Sevens roten Stringtanga in der Hand und sauge den verführerischen Drohnenduft von geölten Scharnieren ein. Das erinnert mich woran:
Damals auf der Voyager kurz nach meinem Geburtstag kam Seven völlig aufgelöst ins Casino und zog etwas Rotes aus ihrem großzügig ausgeschnittenem Ausschnitt, welcher mir sofort ins Auge gesprungen war. Sie stülpte sich das rote Etwas über den viel zu unförmig geratenen Kopf und da erkannte ich es – es war ein Stringtanga. Seven ging zum Fenster und holte ein rotes Notausstiegöffnungsdingsbums vom Bus aus ihrem Ausschnitt und wollte die Scheibe einschlagen. Ich wunderte mich, was alles in ihr Dekolleté reinpasste, und fragte mich, wie ihre Oberweite wohl ohne Inhalt aussehe. Und noch bevor ich hätte irgendwie handeln können, steckte sie ihren Kopf aus dem Gugloch, atmete tiiiiief ein und rief in die Nacht rein: „Bitte einmal SuperBleivoll volltanken!“ Plötzlich tauchten wie von Qs Hand kleine, grüne Wesen auf, die eifrig einen Tankschlauch ausrollten und das Ende in Sevens Oberlippe stopften. Nachdem sich Sevens Oberweite um das Doppelte vergrößert hatte, verschwanden sie mit einem letzten „Lebe lang und tanke öfters!“ im Nichts. Durch das plötzliche Verschwinden wurde Seven ins All gesooogen. Dat schockte misch! Ein bisschen länger später erhielten wir eine Botschaft von der Deltaquadrantenweltraummüllgemeinschaftsabfuhrabteilungspolizei: „Wir erreichen nur eine romulanische Sexhotline aus dem Alphaquadranten unter ihrer Nummer.“ Sogar Captain Janeway wusste darauf keine Antwort und übergab mir großzügig das Kommando. Urplötzlich erschien vor uns eine Ampel. Gerade überquerte ein Frühjahrsschokoladenhohlkörper essendes Alien mit seinem Puppenwägelchen die Fahrbahn. Tom trat prompt auf die Bremse und befahl einen vollen Stopp! Genau in diesem Augenblick schaltete die Ampel auf Grün und Tom lief vor Wut rot- blau also lila an. Nun tauchte vor uns ein Deltaquadrantenweltraummüllgemeinschaftsabfuhrabteilungspolizeiwagen mit der Laufaufschrift: „Wir richten förmlichst und mit größter Anteilnahme an alle Mitfahrenden ihres fliegenden, schrottigen Gefährtes und ganz besonders an das diensthabende, unfähige, wahrscheinlich schlafende und dementsprechend zerknittert aussehende Persönchen höchster Navigationsoffiziersrangstufe unsere kurz und aufs Äußerste knapp formulierte, von höchstem Wichtigkeitsgrad erfüllte und leider nicht sehr häufig befolgte Nachricht: Bitte folgen Sie uns!- Falls Sie trotz aller diplomatisch versuchten Bitten unsererseits dieser kurz und aufs Äußerste knapp formulierten, von höchstem Wichtigkeitsgrad erfüllten und leider nicht sehr häufig befolgten Nachricht nicht Folge leisten, sehen wir uns gezwungen nach unserem „Smalltalk“, unserem Ampeltorpedo zu befehlen, den jetzigen grüne Farbe in den Deltaquadrantenweltraummüllgemeinschaftsabfuhrabteilungspolizeibezirksraum bringenden Torpedo mit seiner magentafeuerrosenroten Colour abzulösen...“ auf. Tom sah mich völlig verwirrt an und fragte: War irgendetwas nach dem schrottigen Gefährt noch wichtig?“ „Nein, Tom! Folgen Sie einfach dem Wagen. Mehr habe ich auch nicht verstehen können!“ Währenddessen lief das Band weiter, doch konnte ich dem Ganzen nicht mehr so richtig folgen, erkannte jedoch die Worte „Seven“, „Weltraumschrott“, „Tanga“ und „Stinkekäse“. Nach einigen stundenlangen Verhandlungen , die zu meinem „Bedauern“ der Captain führte, war es noch zu keinem Ergebnis gekommen. Später am Abend, als die Flaschen schon leer waren, teilte mir eine im Gegensatz zu allen anderen Crewmitgliedern noch nüchterne und übernächtigte Kathryn Janeway mit, dass die Polizei Seven im Weltraum entdeckt hätten, wir somit gegen das Deltaquadrantenweltraummüllgemeinschaftsabfuhrabteilungsrecht verstoßen hätten, da wir „Müll“ in ihrem Deltaquadrantenweltraummüllgemeinschaftsabfuhrabteilungspolizeibezirksraumverwaltungsbereich hinterlassen hätten. Da wir die tote Seven auf gar keinen Fall wiederhaben wollten, mussten wir in Kauf nehmen, dass wir 503.794.812.650.379.481.265.037.948.126 (~ 504 Quadrilliarden) Tonnen Stinkekäse und diesen Tanga („ins Deutsche“) übertragen mussten. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass ich dass Privileg hätte 99 % des übergesetzten Käses (also 498 Quadrilliarden) in meinem extra dafür freigeräumten, persönlichen Frachtraum begrüßen zu dürfen, da ich ja die volle Verantwortung für alles gehabt hätte.
Nun sitze ich hier inmitten der restlichen 6 Tonnen Deltaquadrantenweltraummüllgemeinschaftsabfuhrabteilungspolizeibezirksraumverwaltungsbereichstrafstinkekäses und schiebe mir ein weiteres Deltaquadrantenweltraummüllgemeinschaftsabfuhrabteilungspolizeibezirksraumverwaltungsbereichstrafstinkekäsestück dieses Deltaquadrantenweltraummüllgemeinschaftsabfuhrabteilungspolizeibezirksraumverwaltungsbereichstrafstinkekäsestückgestankes in den Mund.
Und wenn ich noch einmal was von Seven oder Käse haben möchte, ist dies erstunken und erlogen!




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13.8.2006, 15:31

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Kurzgeschichte 7


Menschen und der Zauberwald

Es war vor langer, langer Zeit, da lebte ein kleines Mädchen namens Nina (14) mit ihrem
großen Bruder Tom (22) und ihrer großen Schwester Sina (24) in einer kleinen Hütte, tief im
Wald, wo kaum ein Mensch hinkam. Nina war erst 2 Jahre alt, als ihre Eltern starben. Seit
dem lebt sie nur mit ihren Geschwistern, in diesem Wald. Nina kennt den Grund, weswegen
ihre Eltern sterben mussten und zwar, weil sie Hexen waren. Ja Hexen und dieser Wald war
ein Zauberwald, in den sich nur selten Menschen verirrten. Denn die Menschen hatten angst
vor den Zauberwesen und deshalb jagten sie, sie. Nina und ihre Familie schauen aus wie
normale Menschen, aber in diesem Wald gibt es noch viele andere Wesen. Ninas beste
Freundin, ist zu Beispiel eine Riesen Elfe (es gibt ja verschiedenste Arten von Elfen. Die
Riesen Elfen, sind so groß wie Menschen, haben aber spitze Ohren und langes weißes glattes
Haar) und Tom trifft sich oft mit Kobolden und Sina ist oft mit Feen unterwegs. Es gibt aber
auch Einhörner, Pegasussee, Zwerge, Tiere die aussehen wie Löwen und Schwingen haben.
Die Wesen im Zauberwald kann man einfach nicht alle beschreiben. Aber das ist auch nicht
so wichtig, denn die wichtigsten Personen in meiner Geschichte sind sowieso Nina, Tom,
Sina, Ninas beste Freundin Kora (14), die Fee Abendstern und die Menschen. Also, lasst euch
verzaubern und kommt mit in den Zauberwald.
Es war schon spät am Abend, als Nina noch ihre Freundin Kora
besuchen ging. Die Beiden tollten am liebsten im Mondschein herum,
doch diesmal sahen sie den Mond nicht und auch keine Sterne, es
war ganz finster und gruslig.
Nina: Was ist denn jetzt los? Seit wann ist es denn so finster?
Kora: Das ist ein Zeichen! Die Menschen sind in den Wald eingedrungen.
Nina: Warum wird es so finster, wenn die Menschen in den Wald kommen?
Kora: Der Wald ist unser Schutz. Wenn er uns nicht vor Gefahr warnen würde, hätten die
Menschen uns schon längst alle getötet. Und außerdem hat mein Papa gesagt, wenn sich der
Wald jemals verdunkeln sollte, muss ich sofort nach Hause kommen. Lass uns gehen, es ist
besser, wenn wir machen was Papa gesagt hat.
Nina: Ok, ich komme ja schon. Aber ich möchte nur zu gerne wissen, warum die Menschen
wieder hierher kommen. Ich dachte, der Rat der Ältesten hat ein Schutzschild errichtet, dass
die Menschen nicht durchdringen können.
Kora: Das kannst du ja meine Eltern fragen. Und jetzt komm endlich.
Bei Kora zu Hause ist schon eine ziemliche Aufregung.
Koras Papa: Wo wart ihr denn so lange! Ich hab dir doch gesagt du sollst sofort nachhause
kommen, wenn sich der Wald verdunkelt.
Kora: Tut mir leid, wir sind so schnell gekommen wie wir konnten. Nina weiß überhaupt
nichts über die Gefahren.
Koras Papa (leicht verwundert): Ist das wahr? Haben dir deine Geschwister nie etwas über
die Schutzfunktion des Waldes erzählt?
Nina (leicht zögernd): Nein, ich habe noch nie etwas davon gehört. Ich weiß nicht was das
bedeutet.
Koras Papa erklärt: Der Rat der Ältesten, hat damals, als die Menschen zum ersten mal ein
Zauberwesen zu Gesicht bekamen und es töteten, eine Unsichtbare Mauer um den Wald
errichtet. Die Kinder hier nennen es Schutzschild, weil die Menschen nicht an der Mauer
vorbei kommen. Und sollte es ihnen doch einmal gelingen, so warnt uns der Zauber des
Rates, durch den Wald, vor der Gefahr. Und diese Warnung haben wir jetzt. Damit sich unser
schöner und friedlicher Wald, in einen Düsteren und gefährlichen Ort verwandelt, muss schon
etwas schlimmeres geschehen.
Nina (schon eher neugierig): Und was geschieht jetzt?
Koras Papa antwortet: Ihr bleibt hier im Haus. Deine Geschwister werden schon wissen,
dass du hier in Sicherheit bist. Meine Frau und ich werden versuchen den „Rat der Ältesten“
zu finden, dort werden wir erst erfahren, was wir tun müssen.
Kora (leicht ängstlich): Bitte Papa, nimm uns mit, ich will nicht alleine hier bleiben, ich
habe Angst!
Koras Mutter: Kora, es ist besser du bleibst hier. Es ist jetzt viel zu gefährlich im Wald. Du
bist ja auch nicht alleine, du hast ja Nina. Ihr braucht keine Angst zu haben. Hier herrinnen
kann euch nichts geschehen.
Plötzlich kommt ein lautes summen durch das Schlüsselloch und
etwas helles fliegt um Koras Kopf. Vor lauter Angst, fing Kora laut
an zu schreien.
Abendstern: Ist ja gut Kora, Ich bin es doch nur! Ich bin nur gekommen um deine Eltern
abzuholen, es ist zu gefährlich im finsteren durch den Wald zu gehen.
Nina (neugierig und ängstlich zu gleich): Warum zu gefährlich, unser Wald ist doch der
sicherste Ort dieser Welt.
Abendstern: Leider nicht mehr. Wir wissen nicht was geschehen ist, aber es muss etwas
schlimmes passiert sein. Als ich hierher kam, hat sich alles noch verschlimmert. Alle Feen die
das Licht bringen sollten, sind verschwunden und auch von dem Koboldlicht fehlt jede Spur.
Es ist fast so, als ob unser Wald nie ein Licht gesehen hätte. Es ist einfach nur Düster und
gruselig. Mehr kann ich euch leider auch nicht sagen. Aber wir müssen uns jetzt beeilen sonst
finden wir den „Rat der Ältesten“ nie!
Koras Mutter: Also, gut, ihr beide bleibt hier und haltet das Haus fest verschlossen. Wir
kommen so schnell wie möglich wieder zurück.
Und so gingen Koras Eltern mit der Fee Abendstern aus dem Haus,
tief in den Wald hinein. Schon nach kurzer Zeit war Abendsterns
Licht für die beiden Mädchen verschwunden.
Nina: Komm schon sperr die Tür endlich ab. Du hast doch gehört was deine Eltern gesagt
haben. Du brauchst doch keine Angst zu haben.
Kora: Hoffentlich hast du recht und hoffentlich kommen die Beiden schnell wieder zurück.
Ich habe den Wald noch nie in einem so schlimmen Zustand gesehen.
Nina: Lass den Kopf nicht hängen, solange wir zusammen sind kann uns nichts passieren.
Weißt du was, zeig mir doch dieses neue Spiel, das du von deiner Mutter bekommen hast,
dass wird dich ablenken.
Und so vergaßen die Beiden wirklich die Zeit und hatten keine Angst
mehr. Nach einiger Zeit donnerte es allerdings und Kora bekam es
wieder mit der Angst zu tun.
Kora: Was war das? So ein schreckliches Geräusch habe ich noch nie Gehört.
Nina: Das war ein Donner. Sina hat mir mal erzählt, dass es so etwas oft in der Menschenwelt
gibt. Mach dir keine Sorgen, das vergeht bestimmt bald. Deine Eltern sind jetzt bestimmt
schon beim „Rat der Ältesten“ und haben eine Lösung gefunden.
Kora (mit zitternder Stimme): Mama hat gesagt sie kommt so schnell wie möglich zurück,
jetzt sind sie schon fast 3 Stunden weg und es ist immer schlimmer geworden. Hier stimmt
doch etwas überhaupt nicht. Ich glaube meinen Eltern ist etwas schlimmes zugestoßen. Wir
müssen sie sofort suchen.
Nina (schon leicht gereizt aber auch ängstlich): Nein! Jetzt beruhig sich doch mal. Deine
Mutter hat auch gesagt wir sollen das Haus nicht verlassen sollen. Und jetzt komm, lass uns
versuchen zu schlafen, wir können sowieso nichts machen.
Nachdem Nina versucht hat Kora zu beruhigen legten sich die
Beiden nieder. Am Anfang lagen die Beiden nur da und schauten aus
dem Fenster in die Dunkle und Eisige Nacht. Doch nach einiger Zeit,
schliefen die Beiden dann endlich ein. Nach einigen Stunden,
wachte Nina wieder auf. Erschrocken musste sie feststellen, dass
sich nichts gebessert hatte und Koras Eltern immer noch nicht
zuhause waren.
Mit zitternden Händen weckte Nina Kora auf: Kora wach auf, es hat sich immer noch
nichts geändert.
Kora: Wo sind meine Eltern?!
Nina: Ich weis es nicht, sie sind immer noch nicht zurück?
Kora stellte entsetzt fest: Schau mal. Es sollte eigentlich schon heller Tag sein, aber es ist
immer noch immer stockfinster. Und schau einmal, was ist das, da oben am Himmel?
Nina: Schaut aus wie eine Spirale. Das gefällt mir nicht. Da draußen geht ein extremer Sturm
und dieses Ding scheint der Auslöser dafür zu sein.
Kora: Und was machen wir jetzt? Alleine sind wir verloren.
Nina: Wir sind ja nicht alleine, wir haben ja uns. Vielleicht haben sich deine Eltern auch nur
einen Unterschlupf gesucht und kommen sobald das Wetter ein bisschen besser ist.
Plötzlich pumperte es an der Tür.
Kora: Das sind bestimmt Mama und Papa, komm lass uns aufmachen.
Nina (zögernd): Warte mal. Warum öffnen sie dann nicht die Tür? Sie haben doch einen
Schlüssel. Deine Mutter hat gesagt wir sollen die Tür fest verschlossen halten. Ich glaube
nicht, dass es deine Eltern sind. Lass die Tür verschlossen. Ich versuche zu spüren wer da
draußen steht.
Kora: Na gut, aber beeil dich.
Nina sprach einen Zauberspruch und erschrak.
Nina (voller Angst): Das sind nicht deine Eltern! Das sind Menschen, die wollen uns fangen.
Wir müssen hier weg, bevor sie uns kriegen.
Kora: Wir haben noch einen Tunnel der in eine Schlucht hinterm Haus führt, aber der ist im
Keller und ziemlich schmal.
Nina: Gut komm, den müssen wir nehmen, bevor sie uns kriegen. Sie sehen ziemlich böse aus.
Die Beiden Mädchen gingen in den Keller und suchten den Eingang
zum Tunnel. Es dauerte eine Weile, aber dann haben sie ihn gefunden
und dank Ninas Zauberkräften hatten sie auch Licht. Nach dem die
Beiden am anderen Ende angekommen waren, sprach Nina noch
einen Zauberspruch und der Tunnel stürzte ein.
Nina: Das dürfte sie etwas aufhalten. Sag mal wo sind wir hier überhaupt? Ich kann überhaupt
nichts erkennen und der Himmel schaut immer noch so komisch aus.
Kora: Wir sind hier in der Mystischen Schlucht. Aber normalerweise, sollten wir schon längst
von Mystischen Wächtern umzingelt sein. Ich finde es komisch, dass sie noch nicht hier sind,
sie sollten die Schlucht gegen unbefugtes betreten schützen.
Nina: Vielleicht sind sie so wie Feen des Lichts und die Lichtkobolde, einfach verschwunden.
Aber eine wichtigere Frage, weißt du wie wir hier wieder raus kommen?
Kora: Ja, ich kenne diese Schlucht gut, aber wenn du für Licht sorgen könntest, wäre es
einfacher etwas zu erkennen.
Die Beiden Mädchen hatten langsam keine Angst mehr und machten
sich auf den Weg zum Feen-Baum (der Ort wo Inoyama, die Führerin
aller Feen, lebt).
Nina: Wir müssen unbedingt versuchen, jemanden zu finden, der uns helfen kann. Ich habe
langsam das Gefühl, dass deine Eltern, den Rat der Ältesten, nie erreicht haben. Und ich glaube
auch zu wissen warum wir niemanden mehr finden können.
Kora unterbricht sie: Warum, wo sind meine Eltern und die anderen Wesen denn?
Nina redet weiter: Ich glaube, dass die Menschen ganz am Anfang, den Rat der Ältesten,
überfallen haben. Und jetzt jeden gefangen nehmen, der versucht zum Rat zu gelangen.
Kora: Wie kommst du auf diese Idee?
Nina: Ganz einfach. Dein Vater hat doch gesagt, dass sich der Wald nur verdunkelt, wenn
Gefahr droht und Abendstern hat gesagt, dass etwas schlimmes passiert sein musste. Ich kann
mir nicht vorstellen, dass der Wald, so gefährlich wird, wenn einfach nur so Menschen hier her
kommen. Meiner Meinung nach, hat sich der Wald erst so verwandelt, als die Menschen den
Rat der Ältesten, gefangen genommen hatten.
Kora: Aber warum sind dann alle Feen und Kobolde, die für das licht verantwortlich sind,
verschwunden?
Nina: Das weis ich auch nicht. Aber ist dir nicht auch aufgefallen, dass uns noch kein anderes
Wesen begegnet ist.
Kora: Du hast recht, normalerweise, wimmelt es hier vor Pegasussen.
Nina: Das ist es ja, entweder die Menschen haben sie gefangen, als sie zum Rat wollten, oder
sie sind irgendwo hin geflohen.
Kora: Ich wüsste einen Ort hier ganz in der nähe, in dem man sich gut verstecken kann.
Nina: Und der wäre? Ich kenne hier nur die Zentauren Siedlung.
Kora: Na die Einhornhöhle. Nicht einmal wir Zauberwesen können ins Reich der Einhörner,
wenn wir nicht gerade wissen wo der Eingang ist. Für die Menschen sieht es ja aus wie eine
normale Höhle. Das Portal zum Reich, kann nämlich nur durch ein Einhorn geöffnet werden.
Nina: Das ist ja super. Lass uns dort hingehen, vielleicht finden wir ja dort jemanden. Aber
wie kommen wir durch dieses Portal?
Kora: Ich weis an welcher Stelle es sich befindet, wenn wir uns davor stellen und die
Einhörner rufen, öffnen sie es für uns, wenn sie sich sicher sind, dass wir keine Gefahr für sie
darstellen. Außerdem, wissen sie, dass nur Zauberwesen den genauen Standort des Portals
kennen, da es für die Menschen wie die ganz normale Höhlenwand aussieht.
Nina: Hoffentlich hast du recht. Gehen wir also zur Einhornhöhle.
Die Beiden änderten also ihre Richtung und kamen zur Einhornhöhle.
Dort ging Kora, direkt auf eine Wand zu und klopfte. Wie durch
Zauberei verschwand die Wand plötzlich und die beiden Mädchen
standen im Reich der Einhörner. Und so wie es Kora vermutet hatte,
trafen sie dort auch noch ein paar andere Zauberwesen. Die Beiden
gingen zu Selina, der Herrscherin der Einhörner.
Kora: Große Selina, wir brauchen eure Hilfe. Ihr wisst doch bestimmt was hier los ist, es
herrscht ein totales Chaos.
Nina unterbricht sie: Deshalb müssen wir auch Inoyama finden. Bitte helft uns.
Selina: Ich kann euch helfen, weil Inoyama hier bei uns ist. Die Menschen haben den Feen-
Baum gefunden und deshalb musste sie fliehen. Hier bei uns seit ihr erst einmal in Sicherheit.
Nina stellt verwundert fest: Warum ist es hier so hell. Im Wald ist es so gruselig und
stürmisch. Hier ist es sonnig und warm. Wie ist das möglich?
Selina: Unser Reich liegt nicht in eurer Dimension. Deshalb trifft uns der Zauber des Waldes
nicht. Und deshalb können uns die Menschen hier auch nicht finden.
Kora: Aber warum trifft uns der Zauber so stark, er sollte doch eigentlich für unseren Schutz
sein.
Inoyama kommt dazu.
Inoyama: Das kann ich dir sagen. Nina hat vollkommen recht mit dem, was sie über den Rat
der Ältesten sagte. Der Wald spielt so verrückt, weil der Rat gefangen genommen wurde. Und
auch alle die zum Rat wollten wurden gefangen. Es war klug von euch hierher zu kommen.
Nina: Und was ist mit den anderen, die nicht zum Rat wollten und auch nicht hier sind?
Inoyama: Das weiß ich noch nicht genau. Ich nehme an, dass sie auch gefangen wurden, oder
so wie ihr auf der Flucht sind. Ich habe einige der Feen, die mit mir fliehen konnten,
ausgeschickt um nach jemanden Ausschau zu halten. Leider sind sie noch mit niemanden
zurückgekommen.
Kora: Wisst ihr vielleicht wo Abendstern ist?
Inoyama: Ja, sie ist zu mir gekommen. Es tut mir leid aber sie ist die einzige die den
Menschen entkommen konnte.
Selina: Aber mach dir keine Sorgen, ich kann fühlen wie es den Zauberwesen geht. Deinen
Eltern geht es den Umständen entsprechend gut. Es wurde noch niemand verletzt.
Nina: Und was ist mit meinen Geschwistern?
Plötzlich flog die Tür auf.
Tom: Uns geht es gut!
Nina (mit Tränen in den Augen): Tom, Sina! Ich bin so froh euch zu sehen. Wo wart ihr
denn? Was ist den passiert? Wie seid ihr denn hierher gekommen?
Sina unterbricht sie: Jetzt beruhig dich ein mal. Eines nach dem anderen. Also wir waren
zuhause, als sich plötzlich alles verdunkelte. Ich habe versucht Kontakt mit dem Rat
aufzunehmen, als dies nicht funktionierte, sind wir in Richtung Feen-Baum gegangen.
Allerdings haben wir uns verirrt und sind auf Menschen gestoßen.
Inoyama unterbricht sie: Was haben die Menschen gemacht?
Sina erzählt weiter: Also wir sind auf die Menschen gestoßen. Sie waren gerade dabei einen
Kobold einzufangen. Da sie uns auch für Menschen hielten, konnten wir dem Kobold leider
nicht helfen. Es tut uns leid.
Selina: Macht euch keine Vorwürfe. Was ist weiter geschehen?
Tom: Da sie uns auch für Menschen hielten, sind wir mit ihnen mitgegangen. Sie haben uns zu
ihrem Unterschlupf gebracht. Sie halten dort die Mehrheit aller Wesen des Waldes gefangen.
Sie haben sogar Kaja, den großen Drachen erwischt. Sie wollen alle fangen und dann töten.
Wir müssen etwas unternehmen.
Sina: Tom hat noch was vergessen. Sie haben den magischen Stab des Rates zerbrochen.
Deshalb ist der Zauber des Schutzes außer Kontrolle geraten. Ohne den Stab, hat der Rat keine
Macht mehr über den Wald.
Selina: Das stimmt nicht ganz, es besteht auch ohne dem magischen Stab die Möglichkeit
wieder die Kontrolle zu bekommen.
Inoyama: Selina hat recht. Der Rat der Ältesten setzt sich aus den Ältesten aller Wesen dieses
Waldes zusammen. Wenn der Rat aus welchen Gründen auch immer die Kontrolle über den
Stab verliert, können die Führer aller wesen, durch einen Zusammenschluss den Stab ersetzen.
Kora: Warum ist dieser Stab so wichtig?
Selina: Der magische Stab, repräsentiert den Wald und all seine Bewohner. Er hat so viele
Verzweigungen, wie es verschiedene Wesen gibt. Er ist ein Symbol der Macht und
Zusammengehörigkeit.
Nina: Jetzt aber mal zurück zu eurer Geschichte. Wie seit ihr hierher gekommen, wenn ihr
doch bei den Menschen wart?
Tom: Die Menschen haben sich wieder getrennt um neue wesen zu fangen. Wir sind einfach in
eine Richtung gegangen. Und als wir keinen Menschen mehr sehen konnten, war plötzlich
Abendstern bei uns.
Sina: Sie hat uns gesagt, dass ihr alle hier seid und das wir unbedingt kommen müssen.
Inoyama: Das war gut, dass ihr gekommen seit. Jetzt weiß ich endlich, wie wir die Menschen
aufhalten können. Dazu brauch ich aber Abendsterns Hilfe, wo ist sie denn eigentlich.
Abendstern: Ich bin hier. Bei was kann ich euch helfen Inoyama.
Inoyama: Da wir nicht alle Führer hierher hohlen können, müssen wir etwas schummeln. Du
musst versuchen in den Unterschlupf der Menschen zu gelangen. Du bist die kleinste Fee die
es in diesem Wald gibt, sie dürften dich also nicht sehen. Wenn du bei den anderen Wesen bist,
streue diesen Sand über sie. Danach müssen sie diesen Zauber sprechen:
(αλλε Ωεσεν διεσεσ Ωαλδεσ, στεηεν ηιερ υνδ βιττεν δεν γρο⇓εν Γειστ υµ σεινε Γναδε.
Ηιλφ υνδ λασσ διε Μενσχηεν ιηρ Υνρεχητ ωιεδερ γυτ µαχηεν. Ηιλφ υνδ λασσ υνσ αλλ
ε ωιεδερ φρει.) Sie müssen ihn immer und immer wieder sagen, egal was passiert, sie dürfen
nicht aufhören. Glaubst du, dass du das schaffen kannst?
Abendstern: Ich werde mein bestes gegeben. Ihr könnt euch auf mich verlassen.
Selina: Tom, Sina, Kora und Nina, ihr kommt mit mir in den Tempel, wir müssen noch einiges
vorbereiten. Inoyama wird derweil versuchen, die anderen Führer zu finden und wird sie dann
auch in den Tempel führen.
Gesagt getan. Abendstern flog zu den Gefangenen und Die anderen
halfen Selina im Tempel. Inoyama hat das Reich der Einhörner
verlassen und sich auf die suche begeben. Es dauerte fast 5 Stunden,
bis sie wieder zurück kam. Aber sie hatte es geschafft. Nun waren
alle Führer zusammen. Abendstern hat die Gefangenen mit dem Sand
besprüht und nun sagen sie den Zauberspruch und der Rest, hat sich
nun im Tempel versammelt.
Selina: ich bin froh, dass es euch gut geht und das ihr uns helfen werdet. Es ist eigentlich ganz
einfach. Alle müssen in den hier vor uns liegenden kreis treten. Sina wird uns mit einem
Magischen Sand aus dem Wald besprühen. Ihr braucht keine Angst zu haben, euch wird nichts
geschehen. Wenn ich mich nicht geirrt habe werden wir aber die Menschen wieder los werden.
Nina: Wir sind so weit.
Selina: Gut, dann lasst uns anfangen. Sprecht mir einfach nach.
αλλε Ωεσεν διεσεσ Ωαλδεσ, στεηεν ηιερ υνδ βιττεν δεν γρο⇓εν Γειστ υµ σεινε Γναδε.
Ηιλφ υνδ λασσ διε Μενσχηεν ιηρ Υνρεχητ ωιεδερ γυτ µαχηεν. Ηιλφ υνδ λασσ υνσ αλλ
ε ωιεδερ φρει.
Plötzlich bebte der ganze Boden und es öffnete sich im Tempel ein
weiteres Portal in den Zauberwald. Während die Führer den Zauber
sprachen, hellte sich der Wald wieder auf. Sie hatten es geschafft.
Der Wald war wieder normal. Viele Zauberwesen tauchten aus
Erdlöchern und Baumhöhlen auf. Als der Wald wieder vollkommen
heil war. Ging Inoyama durch das Portal.
Inoyama: Kommt jetzt müssen wir die Menschen wieder dorthin schicken, wo sie her kamen.
Und so gingen alle Zauberwesen Richtung Unterschlupf der
Menschen. Und befreiten alle Gefangen. Die Menschen wurden
wieder aus dem Wald vertrieben, bis auf einen. Der Anführer der
Menschen musste noch bei Inoyama bleiben.
Inoyama: Wir sind es leid, angst vor euch Menschen haben zu müssen. Wir wollen nichts
weiter von euch, als das ihr uns hier in Ruhe leben lasst.
Selina: Wie währe es mit einer Abmachung, ihr versprecht uns, nicht mehr unseren Wald zu
betreten und uns in Ruhe leben zu lassen und wir lassen dich frei.
Mensch: Werdet ihr euren Wald, auch wirklich nicht mehr verlassen?
Inoyama: Ihr habt unser Wort. Aber bitte lasst uns endlich Frieden schließen.
Mensch: Ok. Ich erkläre mich einverstanden. Ich persönlich werde dafür sorgen, dass kein
Mensch diesen Wald jemals wieder betreten wird.
Inoyama: Ich glaube dir, dass du dein Wort halten wirst. Wir wollen nicht, dass ihr unseren
Wald aus angst meidet. Wenn ihr uns versprecht, dass euer Dorf dafür sorgen wird, dass kein
Mensch mehr einen von uns gefangen nehmen wird, werden wir den Schild senken und euch
erlauben unseren Wald zu betreten und mit uns zusammen in Frieden zu leben.
Nach diesem Gespräch, gab es noch einige mehr und es dauerte
nicht lange, da lebte das Dorf der Menschen und die Wesen des
Zauberwaldes in Frieden miteinander. Sowohl die Menschen als auch
die Zauberwesen haben ihr Wort gehalten. Aber nur die Menschen die
im Dorf beim Wald lebten kannten auch wirklich das Geheimnis des
Waldes.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

13.8.2006, 15:44

 
Gordi
(gelöschter User)
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Hier mein Votum:

1) Kurzgeschichte 2
2) Kurzgeschichte 3
3) Kurzgeschichte 6




13.8.2006, 17:04

 
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Ich fand die Entscheidung sehr schwer und finde einentlich alle Geschichten gelungen. Die eine nur mehr und die andere etwas weniger.Grafik




Wenn du auf Rache aus bist, dann schaufele zwei Gräber.

13.8.2006, 17:16

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