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Sektion 31 - Die Träne von Iconia
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Schön, dass ihr euch entschlossen habt meine neue Fanfiction zu lesen.
Wie versprochen geht es heute am 01.02.07 endlich nach langer Wartezeit los. Ich hoffe ihr seid noch alle gespannt darauf wie in den ersten Tagen. Grafik

Da sich ein paar Leser meiner letzten FF über den Lesecomfort beschwert haben, sind Marcury und ich zu dem Entschluss gekommen, dass das hier ein reiner Lesethread wird. Kritik positive - und negative, könnte ihr hier hinschreiben; Thread.

Und jetzt will ich euch nicht länger aufhalten, sondern sage: Viel Spaß mit

Sektion 31 - Die Träne von Iconia

Bild; Quelle: http://bilder.stvc.de/albums/userpics/10082/normal_Poster_1.JPG


Prolog

Aufzeichnungen Tara 1:

Zeitindex: 784386.45
Mit aller Kraft hielt sich Marie LaCroix an dem silbrigen Geländer der Brücke fest und versuchte das Gleichgewicht zu halten. Das Schiff schwankte heftig hin und her. Funken stoben von der Decke. Ein Mann, der an einer Konsole stand, wurde ruckartig gegen den großen Hauptschirm geschleudert. Das Schiff wurde angegriffen.
… Sichtbeeinträchtigung. Bild flackert …
„Warnung, Steuerungssysteme sind ausgefallen!“, meldete der Computer, während sich immer dichterer Rauch auf der engen Brücke sammelte.
… Sichtstörung … rekonstruiere Datenblock…
„Ich schätze, wir haben keine Chance mehr! Wir sind diesen verdammten Piraten ausgeliefert!“, rief ein anderer, blonder Mann der deutlich älteren Marie LaCroix zu. Dann starrten beide voller Angst zum großen Hauptschirm, auf dem zwei Schlachtschiffe zu sehen waren.
… Datenrekonstruktion unvollständig…

Zeitindex: 784389.77
Der von Narben gezeichnete Orionsoldat presste sein Phasergewehr an Maries Brust und sah sie ernst an. Hinter ihm standen vier weitere Soldaten, die ihre Waffen auf zwei kniende Männer richteten. Die Geiseln sahen sehr mitgenommen aus und hatten Schrammen im Gesicht.
„Geben Sie sofort zurück, was Sie gestohlen haben!“, befahl der Orion mit einer solch bedrohlichen Stimme, dass Marie vor Furcht zusammenzuckte.
… Visuelle Daten beschädigt. Nur Audio…
„Bitte, tun Sie meinen Leuten nichts! …“
„Dann strapazieren Sie nicht länger meine Nerven und übergeben Sie mir das Artefakt!“
„Ich … Datenblock beschädigt… eine große Gefahr!“
… Visuelle Daten wieder vorhanden…
Der Soldat packte Marie grob am Arm.
… Datenrekonstruktion unvollständig…

Zeitindex: 784392.01
„Das war sehr klug von Ihnen, LaCroix!“, sagte der große Orion leise und gab seinen Soldaten ein Handzeichen. Die ließen daraufhin die zwei Geiseln frei und steckten ihre Disruptoren weg. Auch der Anführer der Orion senkte seine Waffe.
… Farbspektrum begrenzt, keine Blautöne…
„Bitte, Sie haben, was Sie wollten! Lassen Sie uns jetzt wieder in Ruhe!“, flehte Marie erschöpft, ihren Blick starr auf den Boden gerichtet. Der Aggressor betrachtete sie für einen Moment stumm, bevor er plötzlich seine Waffe wieder zog und sie auf sie richtete.
„Was tun Sie da? Sie haben mir doch versichert, dass es keine Tote geben würde! Bitte…“ Doch schon im nächsten Augenblick ertönte ein lauter Phaserstrahl und der Körper der alten Frau wurde innerhalb weniger Millisekunden durchbohrt.
… Sichtbeeinträchtigung. Bild flackert …
Sofort fiel Marie rücklings zu Boden. Sie war tot.
… Ende der Aufzeichnung…

Dan Wright deaktivierte das kleine Gerät in seiner Hand und sah nachdenklich aus einem kleinen Fenster hinaus ins All.

Beitrag wurde am 1. Februar 2007, 09:02 Uhr editiert.




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01.2.2007, 08:42

 
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Kapitel 1


Die warme Mittagssonne Bajors stand hoch über dem weiten Tal der Bakar-Region. Wie viele andere Orte auf diesem Planeten hatte sich die Natur hier ganz atemberaubend entfaltet. Am Rande eines großen Waldes floss ein kleiner Bach, an dessen Ufer junge Rehkitze miteinander spielten und deren Muttertiere ruhig in der Sonne lagen. Hummeln summten, Vögel durchstreiften den Horizont und verschwanden schließlich hinter den hohen Kanasterbergen.
Zwischen all der Natur und Ruhe lag auch ein Ort, an dem die kostbarsten Schätze Bajors zu finden waren… die Ajol - Ausgrabungsstätte.
„Botha Adeni! Ich arbeite für den Daily Federation. Wie fühlt man sich als Gewinnerin des bedeutendsten Archäologiepreises des Alphaquadranten?“
„Einfach wunderbar. Ich bin so froh darüber, dass wir es geschafft haben und das, obwohl wir nur ein kleines Archäologenteam sind. Als wir hier mit den Ausgrabungen begonnen haben hatten wir ehrlich gesagt nicht damit gerechnet solch wertvolle Dinge zu finden. Doch als sich dann herausstellte, dass wir einen der ältesten prophetischen Tempel gefunden hatten, wussten wir, dass wir den Infada-Preis so gut wie in der Tasche hatten. Nur noch der Fund des irdischen Atlantis hätte uns übertrumpfen können…“
Sophie LaCroix lächelte die vier Reporter um sich herum glücklich an und atmete tief durch. Dann richtete sie ihren Blick auf das schwebende Holoaufnahmegerät, das seine Linse auf sie gerichtet hatte, und straffte die Schultern. Das kleine, weiße Gerät hatte die Aufgabe das ganze Interview aufzuzeichnen. Dabei flog der kugelartige Apparat permanent um die Gruppe herum und machte leise Summgeräusche.
Die einunddreißigjährige Sophie LaCroix fuhr sich mit der rechten Hand durch ihr schulterlanges, brünettes Haar und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. Währenddessen funkelten ihre blauen Augen im Sonnenlicht, was sie sehr sympathische aussehen ließ.
„Können Sie uns einige Beispiele ihrer Arbeit zeigen, Mademoiselle?“, fragte ein bajoranischer Journalist und sah zu Sophie auf. Die nickte lächelnd und schritt auf eine kleine Skulptur zu. Eigentlich war es ein ziemlich hässliches Exemplar. Für das ungeschulte Auge möglicherweise sogar wertlos, für Sophie und ihre Kollegen allerdings war dieser Fund etwas Großartiges! In ihm verbargen sich Informationen über die Vergangenheit Bajors, die von unschätzbarem Wert waren.
„Hey, Sophie! Führst du schon wieder Touries herum?“, rief plötzlich ein Mann, der in einer der Ausgrabungslöcher stand, und LaCroix freudig zuwinkte. Die schüttelte grinsend den Kopf und sah zu den Reportern, die den Kommentar mit Humor nahmen.
„Das ist Henry Jackson, einer meiner wirklich fähigen Mitarbeiter. Ohne sie hätte ich das alles nicht zu Stande gebracht! Aber Sie wollen ja, dass ich Ihnen ein paar Fundstücke zeige. Sehen Sie sich doch einmal die Skulptur an oder diese dort drüben.“ Die Archäologin deutete auf eine verrottete Säule, die auf einem Schwebebrett stand und in der Luft schwebte.
„Das sind beides Jahrhunderte alte Relikte aus einer Zeit, als Bajor noch nicht so wunderschön war wie heute. Damals befand sich die Kultur der Bajoraner in einer schwierigen Phase. Das ist auch der Grund, warum so viele Darstellungen von Gewaltszenen auf den Artefakten zu finden sind.“
Botha näherte sich vorsichtig der Säule und trat zwischen ein paar lockere Steine. Aber plötzlich machte sie einen schnellen Satz nach hinten und wenige Sekunden später lief eine kleine, grüne Eidechse über die warmen Steine, bevor sie im Gras verschwand. Botha schluckte und ging weiter.
„Wie ich sehe, fasziniert Sie ihre Arbeit sehr! War das schon immer so oder hat sich ihre Leidenschaft zur Archäologie erst entwickeln müssen?“, fragte Obaj, der Starreporter vom Bajor Exklusiv.
Sophie überlegte kurz und betrachtete dabei in der Ferne einige Gruppe bajoranischer Mönche, die angeregt über eine kleine Skulptur diskutierten. Es freute sie, dass sich so viele Menschen für die Funde interessierten. Und es machte sie stolz, wenn sie über die wundervollen Schätze redeten.
„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich als Kind kein Interesse an Archäologie gehabt hätte. Mein Vater hat schon früh mein Interesse für Geschichte erkannt und mich unterstützt. Als kleines Kind habe ich oft in unserem Garten in Nantes gegraben und nach verborgenen Schätzen gesucht.“
Die Reporter schmunzelten und Sophie ging weiter. Sie kamen vorbei an einem großen Zelt, in dem einige Leute saßen und sich über gefundene Steintafeln den Kopf zerbrachen.
Wie gerne würde Sophie sich jetzt wieder an die Arbeit machen und versuchen die Gegenstände genauer zu analysieren. Aber sie hatte sich für dieses Interview bereiterklärt und musste es wohl oder übel über sich ergehen lassen.
Wieder flog das kleine Holoaufnahmegerät über Sophies Kopf hinweg. Es machte einen kurzen Rundflug über die Gruppe und schwebte schließlich wieder neben Sophie. Langsam fing es an die Archäologin zu nerven.
„Hat Ihre Familie Sie auch bei der Recherche für Ihre Doktorarbeit unterstützt?“
„Nein, leider nicht. Mein Vater starb, als ich achtzehn Jahre alt war.“ Die Französin blieb stehen und schaute auf eine weiße Blume, die zwischen dem kleinen Weg und einem Ausgrabungsloch wuchs. Ihr Vater wäre sicher stolz auf sie gewesen.
„Aber wie Sie sehen, habe ich es trotzdem hinbekommen. Meine damaligen Kollegen haben mir dabei sehr geholfen alles über die Träne von Iconia zu erfahren. Ich habe fast drei Jahre damit verbracht den Quadranten zu bereisen und Daten zu sammeln!“
Schnell machten die Journalisten einige Einträge in ihre PADDs. Sophie hingegen fuhr mit ihrer flachen Hand über eine Steinskulptur. Als ihr Blick durch die Landschaft schweifte, sah sie, wie die kleinen Rehkitze um mehrere Ausgrabungslöcher sprangen.
„Was sagen Sie dazu, dass einige Sternenflottenwissenschaftler Ihre Ergebnisse über die Träne von Iconia bestreiten?“
Sophie musste leise auflachen.
„Die können bestreiten so viel sie wollen. Ich habe stichhaltige Beweise geliefert, dass es dieses Artefakt nie gegeben hat. Die Träne von Iconia ist ein Mythos, nichts weiter. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass die Sternenflotte sich nur an mir rächen wollte, da ich mich entgegen ihres Wunsches weigerte ihr beizutreten.“
„Sie weigerten sich? Viele Personen träumen ihr ganzes Leben davon die Sternenflotte aufgenommen zu werden!“, erwiderte die Reporterin verwundert.
„Meiner Meinung nach gibt es in der Sternenflotte zu viele Bürokraten, die sich auf einen riesigen Berg von Regeln und Direktiven berufen. Unter diesen Leuten könnte ich nicht arbeiten. Ich wäre zu sehr eingeschränkt.“
Sophie schüttelte den Kopf. Nein, die Sternenflotte war sicher nicht die beste Organisation, wenn es um Archäologie ging. Sie fragte sich manchmal, wie einer der besten Archäologen, Captain Jean-Luc Picard, nur Mitglied dieser engstirnigen Truppe sein konnte. Einen Moment lang betrachtete sie ihre Kollegen. Das waren gute Männer und Frauen, die ihre Arbeit mehr als anständig erledigten. Bei der Sternenflotte hätten sie keine Chance, denn die vielen Regeln und Bestimmungen hätten sie schon längst entmutigt. Da war sie sich sicher.
„Und das ist eines meiner Lieblingsstücke hier auf Bajor!“, begann Sophie lächelnd und zeigte auf eine zwei Meter hohe Statue, die einen älteren Mann mit langem Bart darstellte.
„Es ist eine Abbildung eines Abgesandten der Propheten. Sie ist ungefähr neunhundert Jahre alt. Sehen Sie die verschiedenen Steinmaserungen? Die blauen und roten Stiche im Stein? Sie sind atemberaubend. Und jetzt fassen Sie einmal die Skulptur an, Sie werden es nicht bereuen….“ Die vier Reporter traten vorsichtig über das matschige Gelände und näherten sich der Skulptur. Botha Adeni blieb plötzlich mit ihren hochhackigen Schuhen im Boden stecken. Sophie musste lachen und half Bothas Bein aus der schlammigen Erde zu befreien.
„Willkommen in meinem Reich!“, scherzte Sophie und deutete auf ihre eigenen, dreckigen Hosenbeine. Eine dicke, getrocknete Schlammschicht überdeckte die helle Creamfarbe ihrer Hose und auch auf ihrem braunen Oberteil waren Schlammflecken zu sehen. Aber das war ihr egal. Manchmal stürzte sie sich so sehr in ihre Arbeit, dass sie alles andere um sich herum vergaß. Es war schon oft vorgekommen, dass sie bei strömenden Regen mutterseelenallein in einer Grube gestanden und nach einem Artefakt gesucht hatte.
Als die Gruppe endlich die Skulptur erreicht hatte, legte Sophie ihre Hand auf die Statue. Die anderen machten es ihr nach. Nach wenigen Sekunden spürten sie etwas Seltsames: Ihre Handflächen, ihre Finger, jeder einzelne Muskel begann zu kribbeln.
„Balsatium. Es ist ein sehr seltener Stein, der nur auf Bajor vorkommt. Endoenergetische Teilchen sind überall im Stein eingeschlossen. Sie bewirken, dass bei Berührung ein Teil der Ladung aus dem Innern herausfliest und ein Kribbeln auf der Haut erzeugt.“
Fasziniert machten die Reporter wieder Eintragungen in ihre PADDs. Gerde als einer der bajoranischen Reporter eine weitere Frage stellen wollte, ertönte ein leises Piepen. Millisekunden später erschien eine kleine, holographische Gestalt auf Sophies Arm. Interessiert kamen die Journalisten näher an die Projektion heran.
„Sophie, du hast eine Nachricht auf deinem Hauptcomputer! Und diesmal ist es keine Einladung zu einem Dinner mit irgendwelchen Museumsdirektoren. Die Nachricht ist auf einer Sternenflottenfrequenz gesendet, kommt von Deep Space Nine und hat die höchste Prioritätsstufe!“, erklärte die kleine Frau, die auf einem länglichen Armband auf Sophies leicht gebräunten Arm erschienen war.
„Danke Wiki. Ich werde das Gespräch gleich in meinem Zelt entgegennehmen.“, sagte Sophie und lächelte das Hologramm an. Das kleine Holoaufnahmegerät Wiki immer näher und schwebte schließlich vor ihr. Geradezu begeistert richtete es seine Linse auf sie.
„Wenn du mich noch länger so anguckst, sende ich einen EM- Impuls aus und lege deine jämmerlichen Schaltkreise lahm!“, zischte Wiki bedrohlich und das Holoaufnahmegerät flog schnell außer Reichweite.
„Geht doch! Ich weiß eben, wie man mit Maschinen umgeht!“ Die weibliche Projektion grinste.
„Das ist also das berühmte Universallexikon Wiki. Eine Erfindung von Ihnen und Ihrer Mutter, nicht wahr? Sagen Sie, ist Ihre Mutter auch so eine interessierte Archäologin?“
Sophies Lächeln wurde schwächer, als die Reporter ihre Mutter zur Sprache gebracht hatten.
„Wiki ist mir eine sehr große Hilfe, wenn es um das Recherchieren geht. Was meine Mutter angeht… ich würde lieber nicht darüber reden.“ Sie hielt kurz inne und schloss die Augen. Die warme Sonne fühlte sich gut an.
„Ich werde eine Kollegin beauftragen den Rundgang mit Ihnen zu beenden. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden…“
Die Französin lächelte die Reporter ein letztes Mal an und machte sich schließlich auf den Weg über einen langen Kieselweg zu ihrem Zelt. Dabei kam sie an zwei ihrer Kollegen vorbei, die in einem Loch nach weiteren Artefakten suchten.
„Francine, würdest du dich bitte um unsere Gäste von der Presse kümmern? Ich habe eine Nachricht von meinen besten Freunden erhalten- der Sternenflotte!“
Die junge Francine lachte auf und krabbelte aus dem Loch.
„Sei bitte nicht zu hart zu den Flottenadmirälen. Sonst bekommen sie noch einen Herzinfarkt.“, meinte sie breitgrinsend.
„Viel Glück mit den Journalisten. Und zeig ihnen den Obelisken!“

In ihrem Zelt angekommen, ließ sich Sophie LaCroix in ihren Stuhl fallen und betrachtete das große Sternenflottenemblem auf dem Bildschirm ihres Computers. Sie verdrehte die Augen und räusperte sich.
„Wünsch mir Glück, Wiki. Wer weiß, was sie jetzt von mir wollen?“
„Vielleicht hast du dein Shuttle wieder falsch abgestellt wie beim letzten Mal, als wir auf DS9 waren. Wir wissen ja, was für ein Schrotthaufen die Schliemann ist!“, sagte Wiki vergnügt und betrachtete das Emblem. Sophie aktivierte währenddessen die Kommverbindung.
Im nächsten Moment erschien das Gesicht einer Bajoranerin auf dem Monitor. Sie hatte kurzes, brünettes Haar und die für ihr Volk typischen Schrumpel auf der Nase. Es war Colonel Kira, die Leiterin der Raumstation Deep Space Nine. In den fünf Jahren, in denen sie schon die Station verwaltete, hatte sie es geschafft die Beziehungen zwischen der Föderation und Bajor enorm zu verbessern. Manche behaupteten, dass nur dank ihr ein Anschluss Bajors an die Föderation nichts mehr im Wege stand.
„Colonel Kira vom Bajoransichen Oberkommando! Sie müssen Sophie LaCroix sein!“
Sophie nickte und sah die ernst blickende Frau an.
„Ja, worum geht es?“
„Ich muss Sie bitten sich auf DS9 zu begeben. Es liegt eine Nachricht mit der höchsten Prioritätsstufe der Sternenflotte für Sie bereit. Normalerweise wird diese Stufe nur bei Nachrichten für Delegierte oder Admiräle benutzt.“
„Was meinen Sie damit?“, fragte Sophie verwundert und sah zu Wiki, die gespannt zum Monitor schaute.
„Ich weiß selbst nicht, worum es in der Nachricht geht. Aber was auch immer sie beinhaltet, es ist von größter Notwendigkeit, dass sie von Ihnen gelesen wird! Wir haben ein Quartier für Sie bereitgestellt, in dem Sie sie finden werden!“
Sophie starrte verwirrt den Bildschirm an. Was hatte das zu bedeuten? Wollte etwa noch ein Admiral sie bitten der Sternenflotte beizutreten? Das war absurd! Sie legte den Gedanken bei Seite und spürte, wie eine kleine, grüne Biene um sie herum flog. Schnell schlug sie nach ihr, sodass das Insekt aus dem Zelt flog.
Es konnte tausend Gründe geben, warum die Sternenflotte sie kontaktierte. Aber um herauszufinden, um was es sich wirklich handelte, blieb ihr wohl nichts anderes übrig als die Ausgrabungsstätte zu verlassen und nach DS9 zu fliegen.
„Na gut, ich komme!“, beschloss Sophie und lächelte schwach. Kiras Mine hingegen veränderte sich kein Bisschen und blieb ernst.
„Wir werden Ihnen ein Shuttle vorbeischicken!“
„Nein, das ist nicht nötig. Ich nehme mein eigenes!“, meinte die Archäologin, woraufhin Wiki ihr einen amüsierten Blick zuwarf.
„Gut, dann erwarte ich Sie in einer halben Stunde im Shuttlehangar drei! Kira Ende!“
Die Verbindung wurde getrennt und der Bildschirm erlosch. Nachdenklich lehnte sich Sophie in ihren Stuhl zurück und schaute auf die vom Wind flackernde Zeltdecke.
„Ich bin wirklich gespannt, was die Sternenflotte von mir will!“
Wiki verschränkte die Arme und sah ihre Besitzerin an.
„Die höchste Sicherheitsstufe? So eine Nachricht wird normalerweise nicht an Zivilisten geschickt. Es muss mehr dahinter stecken.“ Die Projektion machte eine kurze Sprechpause und fuhr dann schmunzelnd fort: „Bist du sicher, dass du nicht doch lieber eines von Kiras Shuttles nehmen willst?“
Die Französin stand ruckartig von ihrem Stuhl auf und sah ihre kleine Begleiterin gespielt ärgerlich an.
„Sag noch einmal etwas gegen die Schliemann und ich werde ein wenig mit deinen Hautspeicherkern experimentieren!“




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04.2.2007, 18:32

 
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Das ist die interaktive Datenbank Wiki, die Sophie überallhin folgt und ihr auch als Freundin zur Seite steht.
Doch Wiki hat noch viel mehr Qualitäten, wenn ihr wissen wollt welche, dann müsst ihr weiterlesen... Grafik




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06.2.2007, 20:44

 
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Mit einem ohrenbetäubenden Quietschen öffnete sich die kleine Luke am hinteren Teil der Schliemann. Allein schon an diesem Geräusch konnte Jacob Ryan erkennen, um was es sich handelte, denn es war in seiner Weise einmalig. Freudig verließ er sein kleines Büro und ging auf die Schliemann zu. Jacob arbeitete schon seit Jahren als Hangarverwalter auf Deep Space Nine. Es gab hier viel zu tun. Viele der kleineren Shuttles, die an den großen Andockringen keinen Platz fanden, kamen hier her um auf der Station zu landen.
Sophie lächelte, als sie ihren alten Freund auf sich zukommen sah. Er war normalerweise der einzige Grund ihres seltenen Besuchs auf der Station. Sie kannten sich schon seit ihrer Kindheit und immer wenn sie sich trafen, hatten sie sich viel zu erzählen. Er von seiner aufregenden Arbeit hier auf der Station und sie von ihren langen Reisen zu fremden Planeten. Allerdings hatte Sophie heute keine Zeit für solche Gespräche…
„Sophie! Wie schön, dass du dich auch mal wieder bei mir blicken lässt!“, rief Jacob und umarmte die Archäologin. Sie lachte und sah dann nach hinten zur Schliemann.
„Solange ich dieses Schiff fliege, werden deine Kollegen mich immer wieder zu dir fortjagen. Aber so kann ich dich wenigstens etwas öfter sehen!“
Jacob ging an das kleine, verrostete Shuttle heran und betrachtete es argwöhnisch. Die Schliemann war ein altes Kurzstreckenshuttle, das nur über einen leichten Warpantrieb, geringe Sensoren und schlichtweg altmodische Ausstattung verfügte. Jacob fragte sich immer, wie Sophie es schaffte auch nur eine astronomische Einheit weit mit diesem Ding zu fliegen.
„Du wirst dich wohl nie von ihr trennen, oder? Es ist ein Wunder, dass die Schrottkiste überhaupt noch fliegt!“, meinte er und klopfte gutmütig auf die Außenhülle des alten Shuttles.
„He, sag das nicht noch einmal! Die Schliemann würde mich nie im Stich lassen. Und damit das so bleibt… “
„Keine Sorge, Sophie, ich sehe sie mir mal wieder an. Vielleicht schaffe ich es sogar eine neue Warpspule einzusetzen!“
Sophie legte ihren Arm um die Schulter ihres alten Freundes und sah sich um. Drei kleine Shuttles standen nebeneinander auf gelben Markierungen. Eigentlich war der Hangar immer voll belegt, doch heute war anscheinend wenig los auf der Station. Sophie grinste Jacob an.
„Du bist ein Schatz! Aber leider muss ich jetzt gehen! Colonel Kira wartet auf mich!“
„Colonel Kira? Was hast du denn mit der zu tun?“ Der Mann sah sie verwundert an.
„Wenn ich das nur wüsste… . Aber jetzt muss ich wirklich los. Vielleicht sehen wir uns noch!“
Sie winkte ihm zu und verließ dann den Hangar durch eine große Stahltür.

Beitrag wurde am 8. Februar 2007, 14:35 Uhr editiert.




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08.2.2007, 14:35

 
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Wie versprochen gibt es zu manchen Szenen auch einige Skizzen. Und hier ist eine vom Shuttlehangar auf DS9. Man sieht Sophie aus dem Shuttle steigen und Jacob ihr zuwinken.

Beitrag wurde am 9. Februar 2007, 13:38 Uhr editiert.




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09.2.2007, 13:38

 
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Auf dem Gang war die Hölle los. Zwei bajoranische Offiziere prüften die Aufenthaltserlaubnisse von vier großen Tellariten. Ein kleines Kind quengelte und schrie, als seine Mutter es in den Turbolift zerrte. Und gerade als sich die Tür hinter Sophie schloss, kam eine Gruppe Vulkanier an ihr vorbei. Sie hatten die Hände gefaltet und schritten hochkonzentriert an Sophie vorbei. Das war DS9, wie sie es gewohnt war. Überall Menschen, lautes Gerede und die allgegenwärtige Hektik, die einen überall hin verfolgte.
„Sophie LaCroix?“, hörte sie plötzlich eine Stimme hinter sich sagen. Überrascht drehte sie sich um, um dann die Stationsleiterin Colonel Kira zu erkennen.
Die Bajoranerin trug eine eng anliegende, dunkelrote Uniform, an der ein ovaler Kommunikator angebracht war. Ihr Gesicht wies einige kleine Fältchen auf, die sie zusammen mit ihren müden Augen erschöpft aussehen ließ. Sie war wohl schon den ganzen Tag auf den Beinen.
„Willkommen auf Deep Space Nine! Ich werde Sie zu Ihrem Quartier begleiten. Dort werden Sie sich dann in Ruhe die Nachricht der Sternenflotte ansehen können. Man hat darauf bestanden, dass ich Sie persönlich zu Ihrem Quartier eskortiere.“, erklärte Kira gereizt und zeigte auf einen Turbolift.
„Vielen Dank. Der Sternenflotte liegt anscheinend viel daran, dass ich die Nachricht lese!“
Auf dem Weg zur Station hatte Sophie die ganze Zeit darüber nachdenken müssen, was sich in der Nachricht befinden könnte. Ging es abermals darum sie anzuwerben oder hatte es überhaupt nichts damit zu tun? Was auch immer es war, sie war gespannt darauf es zu erfahren.
Kira und Sophie gingen los und steigen in den Turbolift, der bereits auf sie wartete.
„Habitatring!“, befahl Kira dem Computer und augenblicklich setzte sich der Lift mit einem leisen Summen in Bewegung. Die Transferkapsel vibrierte, was in Sophie ein leicht beunruhigendes Gefühl aufkommen ließ. Schon als Kind war sie einmal in einem Turbolift stecken geblieben und hatte drei Stunden auf ihre Rettung warten müssen. Aber möglicherweise war das nicht der alleinige Grund für ihre Beunruhigung. Vielleicht lag es auch an der mysteriösen Nachricht der Sternenflotte.
„Dax an Kira!“ ertönte es auf einmal aus dem Interkomm, woraufhin Kira ihren Kommunikator antippte.
„Kira hier! Was ist los?“, fragte sie und wartete einige Sekunden.
„Die Crew eines elaysiansichen Frachters weigert sich in den Hangar zu fliegen. Sie wollen einen Platz an den Andockpiolen. Ich habe versucht ihnen klarzumachen, dass ihr Schiff den technischen Standards unserer Luftschleusen nicht entspricht, aber sie hören mir einfach nicht zu. Sie wollen jetzt nur noch mit Ihnen sprechen!“ Die Stimme von Ezri Dax klang beinahe verzweifelt. Schon seit einigen Tagen war die Hälfte der OPS-Crew erkrankt, sodass Offiziere aus anderen Bereichen ihren Dienst übernehmen mussten. Und Dax als Counsellor verstand nicht genug von Technik um den Elaysianern das Problem verständlich zu machen.
„Keine Sorge, Lieutenant, ich kümmere mich darum. Sagen Sie ihnen, dass ich in wenigen Minuten da bin!“
„Verstanden, Dax Ende!“
Als die Kommverbindung getrennt wurde, fasste sich Kira an die Stirn und stöhnte leise auf. „Entschuldigen Sie mich. Aber der Tag heute war mehr als chaotisch!“, meinte sie und sah schwach lächelnd zu Sophie, die leise auflachte.
„Mein Schiff wollte man auch nicht an den Andockringen andocken lassen, aber damit kann ich leben.“
Kiras Lächeln wurde ein wenig größer.
„Ich habe Ihr Schiff gesehen. Es ist wirklich ein… wie soll ich sagen, … ein Unikat!“ Kira schüttelte amüsiert den Kopf und beide fingen an zu lachen. Wenige Augenblicke später blieb der Turbolift auf der Habitatebene stehen.
Sophie erinnerte sich nicht daran schon einmal hier gewesen zu sein. Aber die Gegend hier ähnelte dem Hangardeck stark. Es waren dieselben Wände, die gleiche dürftige Beleuchtung und dieselben dunklen Farben.
Kira ging los und Sophie folge ihr. Wieder kam ihr die Nachricht in den Sinn. Könnte sie vielleicht von… .Langsam übertrieb sie es, das war unmöglich! Gleich würde sie es ja sehen.
Schließlich blieben sie vor einer großen Stahltür stehen. Kira wandte sich einer kleinen Schalttafel neben dem Türrahmen zu und gab einen komplizierten Zahlencode ein. Kurz darauf ertönte ein leises Klicken und eine Computerstimme meldete: „Magnetische Verriegelung aufgehoben!“
„Das ist Ihr Quartier. Mit einer Stimm- und Retina -Identifizierung können Sie die Nachricht öffnen. Falls Sie noch irgendwelche Fragen haben, wenden Sie sich bitte an den Computer. Er wird Ihnen weiterhelfen.“
Sophie bedankte sich bei Kira und nickte. Daraufhin drehte sich die Bajoranerin um und machte sich auf den Weg zur OPS, wo die Elaysianer auf sie warteten.
Langsam führte Sophie ihre Hand auf den Türöffner. Doch kurz davor verharrte sie. Was war nur mit ihr los? Ihre Hände zitterten. Das war doch sonst nicht ihre Art. Dort drinnen wartete eine einfache Nachricht auf sie. Was konnte schon so Schlimmes in ihr stehen?
Sophie schüttelte den Kopf und betätigte den Öffner. Im selben Moment glitt die große Stahltür auf und sie atmete tief durch…




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11.2.2007, 18:38

 
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Es war düster, fast stockdunkel. Doch alles schien normal zu sein. Ein ganz gewöhnliches Quartier wie Sophie es gewohnt war. Vorsichtig trat sie über die erhöhte Türschwelle in den Raum ein und im nächsten Moment aktivierte sich leicht gedämpftes Licht. Nachdem sich die Augen der Archäologin an die Verhältnisse gewöhnt hatten, betrachtete sie argwöhnisch ihre Umgebung. Vor sich konnte sie zwei große Fenster, eine Couch und ein kleines Regal, in dem einige Skulpturen standen, erkennen. Außerdem befand sich in einer Ecke des Quartiers ein glänzender Schreibtisch, auf dem ein Minicomputer aufgeklappt war.
„Sieht ja schon mal ganz nett aus!“, rief Wiki unerwartet in den Raum. Die Französin erschrak und starrte die soeben erschienene Projektion auf ihrem Arm an.
„Wie oft habe ich dir gesagt, dass du mich nicht immer so erschrecken sollst?“ Sie wandte ihren Blick wieder von der Holofigur ab, woraufhin die verstohlen grinste.
„Computer, Licht auf die höchste Stufe!“ Binnen weniger Sekunden wurde der Raum von hellem Licht geflutet. Erst jetzt bemerkte Sophie die dunkle Farbe an den Wänden des Quartiers und an den Couchgarnituren. Typisch für dese Station, dachte sie sich und ging auf den Schreibtisch zu. Dort wartete also die Nachricht auf sie. Jetzt würde sich endlich herausstellen, was die Sternenflotte von ihr wollte.
„Findest du diese Station nicht auch hässlich?“, fragte Wiki, während sie sich im Raum umsah.
„Ja, aber sei jetzt still. Wer weiß, was mich jetzt erwartet.“
Sophie setzte sich an den Schreibtisch und aktivierte den Minicomputer. Im selben Moment ertönte die weibliche Computerstimme der Sternenflotte:
„Dies ist eine Nachricht der Prioritätsstufe eins! Sicherheitsüberprüfung erforderlich! Bitte legen Sie Ihre Finger auf die Tastenfläche und betrachten Sie den Bildschirm.“ Verwundert sah Sophie zu ihrer mobilen Datenbank, die mit den Achseln zuckte.
„Na gut.“ Die Französin legte ihre Finger auf das Tastenfeld und schaute gespannt auf den Bildschirm. Millisekunden später ertönte:
„Retinascann und DNA-Test abgeschlossen! Identifikation bestätigt! Name: Sophie LaCroix, Staatsbürgerin der Vereinten Föderation der Planeten. Identifizierungsnummer: 54879623. Die Nachricht wird jetzt abgespielt!“
Sophies Finger begannen zu schwitzen. Was würde jetzt auf sie zukommen? Eine Videobotschaft? Womöglich eine Kommverbindung zur Sternenflotte! Auch Wiki konnte ihren Blick von dem Minicomputer nicht abwenden. Es dauerte nur wenige Sekunden und das schwarze Bild wechselte zu einem hellen Weiß. Was sollte das? Und dann, wenige Augenblicke später, erschien ein kurzer Text.
Ein Text? Ein einfacher Text? Damit hatte Sophie nicht gerechnet. So albern es auch klang, sie hatte sich irgendwie mehr erhofft. Doch das musste nicht unweigerlich heißen, dass diese Nachricht nicht wichtig war.
Langsam näherte sich Sophie dem Bildschirm und las aufmerksam die Botschaft:

„Erwarten Sie mich morgen Abend 19:00 Uhr in Ihrem Quartier! Erzählen Sie niemandem davon! D.W.“

Was? Was zur Hölle sollte das? Verwirrt las Sophie die Nachricht erneut. … Erwarten Sie mich morgen um 19:00 Uhr… War das etwa ein schlechter Scherz? Die Französin sah zu Wiki, aber auch die schien noch völlig irritiert zu sein. Alles hätten sie erwartet, nur nicht so etwas. Sagen Sie niemanden etwas davon. Aber wieso? War er oder sie etwa gefährlich? Wollte man ihr etwas antun? Sophie schüttelte den Kopf und drehte sich zu einem der Fenster.
„Ich… ich kann mir das auch nicht erklären. Das ergibt keinen Sinn!“, stammelte Wiki und sah zu Sophie hinauf.
Was hatte das alles zu bedeuten? Erst der ganze Rummel mit der Verschlüsselung, dann die persönliche Eskorte durch Colonel Kira und jetzt eine Nachricht in der es hieß, dass sie niemanden von dem Treffen erzählen dürfte. Aber warum? Diese Geheimnistuerei war keinesfalls die Art der Sternenflotte. Langsam wurde Sophie die ganze Sache unheimlich. „D.W. Ich habe dein Adressbuch überprüft. Du kennst keinen mit diesen Initialen.“
Sophie nickte ernst.
„Was wäre, wenn die Nachricht gar nicht von der Sternenflotte stammt?“, fragte sie mit einer zu ihrer Verärgerung leicht zittrigen Stimme. Die Projektion schaute ihr in die Augen und dachte nach.
„Das wäre sehr unwahrscheinlich. Der Absender müsste Zugang zu den wichtigsten Systemen der Föderation haben. Aber es ist nicht unmöglich.“
Das ergab doch alles überhaupt keinen Sinn! Was könnte diese Person von ihr wollen? Sie war Archäologin, besaß keine Macht oder etwas ähnliches, das von Nutzen sein konnte.
Vollkommen ratlos stand Sophie dar und je mehr sie über alles nachdachte, desto verworrener wurde es. Und jetzt begann sie auch noch zu zittern… Erbost versuchte sie sich zu beruhigen.
Sie wollte auf keinen fall Angst zeigen, allerdings musste sie zugeben, dass ihr die Vorstellung einen völlig Fremden zu treffen, der ihr noch dazu eine ziemlich fragwürdige Nachricht geschickt hatte, großes Unbehagen bereitete. Hatte sie sich irgendwelche Feinde gemacht? Verdammt noch mal! Wieso fiel ihr nichts dazu ein? Aufgewühlt fuhr sie sich durch die Haare und ließ sich schließlich erschöpft in die braune Couchgarnitur fallen.
„Ich weiß nicht, Sophie. Diese Nachricht… die ganze Sache. Irgendetwas stimmt hier nicht.“, bemerkte Wiki und schüttelte besorgt den Kopf.
„Genau das denke ich auch die ganze Zeit…“
Vielleicht wäre es besser gar nicht zu dem Treffen zu erscheinen. Aber konnte sie das überhaupt? Wahrscheinlich würde man ihr wohl keine Wahl lassen. Wenn der Absender sie finden wollte, würde er es wohl auch schaffen. Jemand der über so große Macht verfügte würde sie wohl kaum so leicht aufgeben…
Plötzlich erhob sich Sophie ruckartig von der Couch und schritt zügig zum Waschraum nebenan. Sie achtete nicht auf die magere Ausstattung des Bads, in dem sich nur eine wasserbetriebene Dusche, eine Toilette und ein kleines Waschbecken befanden. Sie ging einfach zielstrebig zum Waschbecken und schöpfte mit ihren Händen etwas Wasser, das sie sich daraufhin ins Gesicht schüttete.
Sie übertrieb es langsam. Der Absender musste ja nicht gleich ein potentieller Entführer oder Mörder sein! Vielleicht war alles ganz harmlos! Einige Sekunden starrte sie in den Spiegel, der ihr nasses Gesicht zeigte.
Wer auch immer D.W. war, sie würde es morgen herausfinden. Dafür nahm sie auch die ihr bevorstehende schlaflose Nacht in Kauf. Sie musste sich mit dem Absender treffen. Blieb ihr denn eine Wahl?




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15.2.2007, 09:51

 
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Amüsiert klopfte Sophie Morn auf die Schulter und nahm den letzten Schluck ihres grünen Kanka Ales. Sie saß an dem Ort, den viele als das kulturelle Herzstück von Deep Space Nine betrachteten: Dem Quarks. Hier gingen viele hundert Besucher aller Spezies jede Minute ein und aus. Dabei kam es nicht selten vor, dass manche von ihnen heraus getragen werden mussten – Syntehol war im Quarks nicht gerade üblich. Aber diese Bar war vor allem eins: Ein Handelsort. Hier trafen sich die Leute um Geschäfte abzuwickeln, zu verhandeln oder um sich einfach nur die Zeit zu vertreiben.
Sophie stellte das Glas zurück auf den Tresen und sah dabei zu, wie zwei leicht bekleidete Dabomädchen den Lurianer Morn aus der Bar begleiteten. Schmunzelnd schüttelte sie den Kopf. Morn war unverbesserlich. Seine Geschichten waren jedes Mal etwas ganz besonderes. Aus allen Situationen heraus schaffte er es einen passenden Witz zu machen, was seinen besonderen Charme ausmachte. Sophie genoss es sehr sich mit ihm zu treffen und das ganz besonders heute. Er verschaffte ihr die Ablenkung nach der sie sich so sehr sehnte.
Es war bereits siebzehn Uhr Bordszeit und bis zu dem geheimen Treffen waren es nur noch zwei Stunden. Zwei Stunden, die nicht näher zu kommen schienen…
Den ganzen Tag über hatte Sophie versucht sich von den Gedanken an die Nachricht abzulenken. Einerseits indem sie die viele Schreibarbeit, die durch ihre Ausgrabungen angefallen waren, endlich einmal in Angriff genommen hatte, andererseits indem sie einige Kommgesprächen mit ihren Kollegen auf Bajor geführt hatte.
Natürlich hatte sie niemanden von dem geheimen Treffen erzählt, obwohl es ihr sehr schwer gefallen war. Sie hatte zwar Wiki, aber die hatte ihr bisher auch nicht weiterhelfen können, da sie genau so ratlos war wie Sophie. Was würde sie heute Abend erwarten?
Sophie riss die Augen auf, die ihr vor wenigen Sekunden zugefallen waren. Sie hatte noch nicht einmal bemerkt, dass sie sie geschlossen hatte, so tief war sie in Gedanken gewesen. Anscheinend war das Quarks nicht Ablenkung genug. Insbesondere jetzt, da Morn sich von ihr abgewandt hatte und sich mit irgendwelchen Dabomädchen einen schönen Abend machte.
Sophie stöhnte leise auf und fasste sich an die Stirn. Dieser ganze Tag war eine Katastrophe gewesen. Konnte es eigentlich noch schlimmer kommen?
„Sophie LaCroix! Es ist mir eine Ehre und Freude Sie hier zu haben!“ Verwundert sah Sophie auf und erkannte einen grinsenden Ferengi in einem braunen Anzug vor sich stehen.
„Quark…“, begann sie und atmete genervt aus.
„Was wollen Sie denn diesmal? Soll ich wieder irgendwelche Ihrer Holokarten kaufen, die mich zur bajoranischen Höhle der Weißheit bringen? Oder geht es um gestohlenen Schmuck, den Sie mir andrehen wollen?“
Kopfschüttelnd verzog Quark das Gesicht. Er war der Leiter der Bar. Sein ganzes Leben verbrachte er damit Geld anzuhäufen um irgendwann einmal reich zu werden. Doch bisher war sein Vorhaben nicht gerade von Erfolg gekrönt gewesen. Kam er einmal an Geld, wurde es ihm in der nächsten Sekunde wieder weggenommen. Es war ein Teufelskreis…
„Ach Sophie! Ich habe nie gesagt, dass es die Höhle der Weißheit wirklich gibt. Und für den Preis… Wissen Sie was, ich gebe Ihnen noch einen Drink. Natürlich auf Kosten des Hauses.“
Sophie betrachtete ihn argwöhnisch. Was führte er jetzt wieder im Schilde? Diesem Ferengi mit seinen riesigen Ohren konnte man nicht trauen. Er würde sogar seine eigene Mutter verkaufen um Profit zu machen. Von solchen Leuten hielt die Französin nur wenig.
Erschöpft drehte sie sich nach rechts vom Tresen weg und schaute zum Dabotsich, an dem zwei große Elaysianer standen und eine Partie spielten. Das leise, zirpende Geräusch, das das Rad beim Drehen machte, begann sie langsam aber sicher zu nerven. Vielleicht sollte sie zurück in ihr Quartier gehen…
Plötzlich fiel ihr jemand auf, der in ihre Richtung schaute. Es war eine Andorianerin, die allein an einem Tisch saß und ein leeres Glas in der Hand hielt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches für DS9, doch diese Andorianerin unterschied sich deutlich vom Rest ihrer Spezies. Ihre Haut war nicht hellblau, sonder schimmerte weiß. Vielleicht lag es auch nur an der schlechten Beleuchtung der Bar… Nein, ihre Haut war wirklich weiß!
Abgesehen von ihrer Hautfarbe deutete alles darauf hin, dass sie eine Andorianerin war. Die großen, beweglichen Fühler, die matte Haut und das weiße Haar. Sie musste eine Art Albino sein. Warum beobachtete sie Sophie? Verwirrt drehte sich die Archäologin zurück zu Quark, der ihr gerade ein neues Glas Kanka- Ale reichte.
„Sagen Sie, kennen Sie die Andorianerin dort drüben?“ Sophie deutete in die Richtung der Frau. Überrascht schaute Quark auf.
„Andorianerin? Nein, das ist keine Andorianerin. Sie ist eine Aenar! Von denen sollten Sie sich besser fernhalten. Sie sind blind, haben aber dafür enorme telepatische Fähigkeiten. Wenn Sie vorhaben mit ihr Geschäfte zu machen, dann vergessen Sie es lieber gleich! Die durchschauen alles! Sie sind noch schlimmere Geschäftspartner als Vulkanier!“
Sophie nickte und sah nachdenklich auf ihr Glas herunter. Anscheinend stieg ihr die ganze Aufregung über das Treffen allmählich über den Kopf.
Abrupt stand sie von ihrem Barhocker auf und machte sich bereit zu gehen. Erstaunt betrachtete Quark sie dabei und pfiff durch die Zähne.
„Sie wollen schon gehen? Ich kann Ihnen noch ein paar irilianische Glaskristalle anbieten!“, schlug er eifrig vor und kam auf Sophie zu. Doch die winkte ab und ging zum Ausgang. Gerade als sie über die Türschwelle hinweg treten wollte, fiel ihr wieder die Aenar ins Auge, die immer noch in ihre Richtung zu schauen schien. Telepatische Fähigkeiten? Vielleicht wurde sie ja doch in gewisser Weise von ihr beobachtet. Wäre es nicht möglich, dass… Sie schüttelte den Kopf und trat aus der Bar.
„Sophie! Ich kann Ihnen auch einige alte Sternenkarten besorgen oder eine neue Antriebsspule für Ihr Schiff! Es ist Qualitätsware!“, rief Quark ihr noch hinterher, allerdings war Sophie bereits in einer Menschenmenge verschwunden.
„Verdammt!“, meinte der Ferengi, während er zurück in seine Bar stampfte.
In der dichten Menschenmenge verschwunden, versuchte sich Sophie einen Weg zu einem Turbolift zu verschaffen. Sie wollte sich jetzt ausruhen, immerhin würde sie dem Absender der Nachricht bald gegenübertreten. Und in dieser Verfassung wollte sie das keinesfalls. Schließlich schaffte sie es sich an den vielen Personen vorbei zu quetschen und in einen Turbolift zu steigen.
„Habitatring!“
Hoffentlich würde alles gut ablaufen, was auch immer auf sie zukommen würde.
Die Transferkapsel setzte sich in Bewegung und ließ das belebte Promenadendeck hinter sich…




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19.2.2007, 11:30

 
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Achtzehn Uhr achtundfünfzig! Jetzt dauerte es nur noch zwei Minuten, bis Sophie dem unbekannten Absender gegenübertreten würde. Zwei Minuten, die sie genau wie die letzte halbe Stunde fast wahnsinnig machen würden. Nervös ging die Archäologin in ihrem Quartier auf und ab und hielt dabei ein Glas mit Maracujasaft in der Hand. Auf ihrem Arm befand sich Wiki, die beunruhigt wirkte.
„Du solltest den Sicherheitsdienst benachrichtigen, Sophie! Wer weiß, worauf du dich da einlässt?! Es könnte gefährlich werden!“ Die Projektion sah sie mit ihren grünen Augen besorgt an.
Sophie jedoch schüttelte den Kopf und nahm den letzten Schluck ihres Saftes. Natürlich hatte Wiki Recht, dass es gefährlich werden könnte, aber der Forscherdrang in ihr zwang sie förmlich dazu sich mit dem Unbekannten zu treffen. Ihre Angst durfte sie nicht daran hindern. „Keine Sorge Wiki, ich werde vorsichtig sein. Wenn es dich beruhigt, nehme ich auch meinen Phaser mit!“, meinte Sophie beschwichtigend und begab sich zu ihrem Koffer, der auf ihrem Bett stand. Einige Sekunden kramte sie in der unordentlich gepackten Tasche herum, bevor sie schließlich eine Waffe herauszog.
„Beruhigen? Es würde mich beruhigen, wenn du Colonel Kira benachrichtigen würdest. Mit diesem Phaser hast du noch nie richtig umgehen können, das weißt du ganz genau!“ Wiki stemmte die Hände in die Hüften und machte ein ernstes Gesicht. Und wieder musste Sophie ihr zustimmen, sie hatte den Phaser nicht gerade oft benutzt. Und wenn er mal zum Einsatz gekommen war, dann nur um wilde Tiere oder Grabräuber zu vertreiben. Verletzt oder gar getötet hatte sie mit einem Phaser noch niemanden.
„Ja, das ist…“
Der Türmelder, der auf einmal summte, hinderte Sophie am Weitersprechen. . Erschrocken fuhren Sophie und Wiki hoch und sahen sich an.
„Pass auf dich auf, Sophie! Ich möchte nicht, dass dir etwas passiert! … viel Glück!“, sagte Wiki verlegen und schaltete sich ab.
Jetzt war es also so weit. Die Anspannung in der Archäologin wuchs von Sekunde zu Sekunde weiter an. Nicht fähig einen klaren Gedanken zu fassen, steckte sie den Phaser zwischen ihren Gürtel und bedeckte ihn mit ihrem T-Shirt. Ein unangenehmes Gefühl machte sich in ihrem Magen bemerkbar, das ihre Nervosität nur noch verstärkte. Als sie sich auf den Weg zur Tür machte, begann sie am ganzen Körper zu zittern.
„Beruhige dich, Sophie!“, flüsterte sie zu sich selbst und schüttelte den Kopf. Dann betätigte sie den Türöffner.




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23.2.2007, 11:16

 
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Die Tür glitt zischend auf. Auf alles vorbereitet sah Sophie auf und erkannte einen großen, schlanken Mann in schwarzer Kleidung. Seine Haare waren militärisch kurz geschnitten und seine Bartstoppeln ließen ihn bedrohlich aussehen. Vorsichtig machte Sophie einen kleinen Schritt zurück, woraufhin der Fremde eintrat.
„Computer! Tür verriegeln und alle Sensoren im Raum abschalten! Autorisation Alpha drei vier!“, befahl der Mann mit tiefer Stimme und wenige Sekunden später schloss sich die Tür hinter ihm.
Geschockt starrte Sophie ihr Gegenüber an. Von Angst ergriffen tastete sie nach ihrem Phaser. Woher hatte dieser Fremde die Autorisation die Tür ihres Quartiers abzuschließen? War er etwa D.W.?
„Mein Name ist Dan Wright! Ich arbeite für einen Geheimdienst der Föderation und muss mit Ihnen über eine sehr dringende Angelegenheit sprechen.“, sagte der Mann und trat näher an Sophie heran.
Ein Geheimdienst der Föderation? Die Verwirrung war der Archäologin wie ins Gesicht geschrieben. Was konnten die von ihr wollen? Schließlich war sie Archäologin und keine Geheimagentin! Noch nie hatte sie irgendetwas mit Geheimdiensten zu tun gehabt. Sie hatte noch nicht einmal gewusst, dass die Föderation einen Geheimdienst besaß.
„Was wollen Sie von mir?“, fragte Sophie schließlich und versuchte ihren Atem unter Kontrolle zu halten. Ihren Phaser hielt sie dabei immer noch fest umklammert. Dan hingegen machte ein nun noch ernsteres Gesicht und ging zu einer Sitzgruppe, die sich in einer Ecke des Raums befand.
„Es wäre besser, wenn Sie sich setzen würden!“ Er deutete auf einen Sessel und sah dabei Sophie in die Augen. In diesem Moment bemerkte sie etwas Seltsames. Dieser Blick, mit dem Dan sie ansah, war beunruhigend. Es kam ihr vor, als würde er in sie hineinsehen, ihr Inneres durchleuchten. Er hatte so etwas Unheimliches an sich. So etwas hatte sie bei keinem Menschen zuvor gesehen.
Vorsichtig begab sie sich zu der Sitzgruppe und nahm in einem der Sessel Platz. Dan nickte ihr zu und setzte sich ihr gegenüber.
„Es geht um Ihre Mutter! Sie hat für uns gearbeitet und…“, Dan zögerte.
Was? Erstaunt starrte sie den Agenten an. Um ihre Mutter? Was hatte ihre Mutter mit all dem zu tun? Das konnte nicht stimmen. Sie war Medizinerin und keine… Agentin!
„Nein, meine Mutter ist Ärztin! Sie ist kein Mitglied der Sternenflotte und schon gar nicht eines Geheimdienstes. Wie hätte sie Ihnen behilflich sein können?“
„Das tut im Moment noch nichts zur Sache. Wichtig ist nur, was ich Ihnen jetzt mitteilen muss!“
Schon seit zehn Jahren hatte Sophie ihre Mutter nicht mehr gesehen oder gar mit ihr gesprochen. Sie vermied es an sie zu denken. Zu viel war zwischen ihnen vorgefallen und die Gedanken an ihren damaligen Streit schmerzten noch immer. Dass sie in eine solche Situation mit ihrer Mutter konfrontiert werden würde, hätte sie niemals erwartet. Was hatte das alles nur zu bedeuten?
Der Blick in Dans Augen verschärfte sich und seine Mine wurde härter, strenger.
„Etwas beschäftigt ihn!“, dachte Sophie angespannt und mit einem Mal überkam sie ein schrecklicher Verdacht. War ihrer Mutter etwas zugestoßen?
„Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Mutter bei einer unserer Missionen ums Leben gekommen ist.“
Sophie stockte augenblicklich der Atem. Ihre Mutter war tot? Mit vollkommen erstarrt sah sie Dan Wright an. Hatte er ihr gerade gesagt, dass sie tot war? Ihre Mutter? Marie LaCroix, tot? Sophies Magengrube zog sich schmerzhaft zusammen und ihr wurde schwindlig. Tausend Gedanken, Bilder und Erinnerungen rasten ihr durch den Kopf. Sie waren wild durcheinander, einfach nur unstrukturiert. Keinen klaren Gedanken konnte sie fassen. Verzweiflung war das Einzige, das sie spürte.
Nein das durfte nicht wahr sein! Ihre Mutter konnte nicht einfach so gestorben sein! Dan musste lügen. Er konnte doch nicht einfach so in ihr Quartier spazieren und ihr solche Lügen auftischen! Nein, dazu hatte dieser Mistkerl kein Recht!
„Wieso lügen Sie mich an?“, schrie Sophie mit wütender, verzweifelter Stimme.
Dan schüttelte den Kopf und zog eine kleine Holodisk aus seiner Hosentasche. Langsam legte er sie auf den niedrigen Glastisch, der zwischen ihnen stand und aktivierte sie.
„Das ist eine Aufzeichnung der Leiche Ihrer Mutter! Mir fällt es schwer Ihnen die Aufzeichnung zeigen zu müssen, aber sie müssen mir glauben!“
Zitternd vor Wut sah Sophie auf die Scheibe herunter, auf der allmählich ein Bild generiert wurde. Binnen weniger Sekunden erschien eine Gestalt vor ihr. Es war ihre Mutter. Ihr graues, sonst hochgestecktes Haar hing zerzaust an den Seiten herab. Auf ihrem dunklen Anzug befand sich oberhalb ihrer rechten Brust eine große Phaserwunde. Es war eindeutig ihre Mutter. Die Gesichtszüge, die Augen, alles stimmte.
Ungläubig schüttelte Sophie den Kopf. Das musste alles ein schlechter Traum sein! Ihre Mutter durfte nicht tot sein! Sie hatte sich doch noch nicht mit ihr versöhnt! Wie konnte sie ihr jetzt noch sagen, wie leid ihr alles tat?
Mit einem Mal überkam Sophie eine schreckliche Wut. Eine Fälschung, diese Holoaufnahme war nichts als eine Fälschung. Dan wollte sie reinlegen! Nein!
„Raus hier! Sofort!“, brüllte Sophie wütend und schlug das Hologerät vom Tisch, das sich daraufhin abschaltete. Dan erhob sich und sah ihr ruhig in die Augen.
„Wenn Sie sich beruhigt haben, kommen Sie zu mir. Mein Quartier ist Nummer 32!“, sagte Dan, während er zur Tür ging.
Doch Sophie war blind vor Wut.
„Verschwinden Sie endlich!“
„Computer, alle Sperren aufheben! Autorisation Alpha drei vier!“ Der Computer gab einen bestätigenden Ton von sich, woraufhin sich die Tür des Quartiers öffnete. Der Agent trat über die Türschwelle, blieb dann aber stehen und drehte sich wieder zu der wütenden Frau um.
„Reden Sie mit niemanden über unser Gespräch!“ Mit diesen Worten verließ er das Quartier und Sophie schlug voller Wucht gegen den Türmelder. Sofort schloss sich die Tür wieder.
Anstelle von Wut überkam Sophie jetzt große Trauer. Panisch schnappte sie nach Luft und hielt sich an einer Kommode fest. Sie musste sich nichts vormachen. Ihre Mutter war tot. Sie war einfach so von ihr gegangen…
Weinend brach die Französin vor der Tür zusammen. Tränen liefen über ihr leicht gebräuntes Gesicht und tropften auf den harten, abgetretenen Teppichboden. Jetzt würde sie nie wieder die Gelegenheit bekommen ihrer Mutter zu sagen, wie leid ihr alles tat, wie gerne sie wieder bei ihr sein wollte. Sie hatte die ganzen Jahre gehofft ihr eines Tages wieder in die Augen sehen zu können, wieder ihre geliebte Tochter sein zu können…
Aber wie? Sie war jetzt nicht mehr da! Sie war tot. Und Sophie hatte nichts bemerkt! Das war alles nicht fair!

Voller Verzweiflung sprang Sophie auf und rannte ins Bad. Dort stellte sie sich in die Dusche und drehte den Wasserhahn auf. Eiskaltes Wasser tropfte auf sie hinab. Doch der Schmerz um den Tod ihrer Mutter war zu stark, als dass ihr die Kälte irgendetwas ausmachen konnte. Sie hätte es am liebsten noch kälter gewollt. Nach kurzer Zeit begann sie zu zittern. Ihre Lippen liefen blau an und dunkle Ringe bildeten sich unter ihren verweinten Augen. Das nasse Haar klebte an ihrem Körper. Ein schrecklicher Anblick. Und genauso fühlte sie sich. Völlig erschöpft drehte sie das Wasser ab und setzte sich auf den Boden der Dusche. Weinend blieb sie dort sitzen und dachte über ihre tote Mutter nach…




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25.2.2007, 09:19

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