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Abtimmung für das Kurzgeschichten-Event
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Sehr geeherte Community-Mitglieder!

Für das Kurzgeschichten-Event wurden insgesamt 10 Geschichten eingesendet.

In den fogenden Posts können die einzelnen Geschichten gelesen werden. Die Namen der Autoren werden erst nach der Abstimmung bekannt gegeben.

In diesem Thread können Sie für die Geschichten abstimmen, die Ihnen am besten gefallen haben.


Teilnahmebedingungen für das Event (bitte gut durchlesen!):

- Jeder User hat 3 Stimmen
- Die Reihenfolge der Stimmen spielt eine Rolle, d.h. die erstgenannte Geschichte erhält 3 Punkte, die als zweites genannte 2 Punkte und die als letztes genannte 1 Punkt.
- Die Abstimmung muss in einem einzigen Post erfolgen, mehrere Posts sind nicht zulässig. Ein Editieren der Posts/Stimmabgaben ist nur bis zu einer Stunde nach Erstellen des Ursprungs-Posts zulässig. Posts, die später editiert werden, werden -um Manipulationsmöglichkeiten zu minimieren- bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Also vor der Stimmabgabe nachdenken.
- Jeder User darf seine Abstimmungsentscheidung begründen, muss es aber nicht.
- Die Teilnehmer am Event dürfen selbstverständlich auch abstimmen.
- Die Abstimmung beginnt ab sofort und endet am 20.02.2007 um 23:59 Uhr. Posts, die später eintreffen, werden nicht berücksichtigt.

Bitte in diesem Thread der Übersicht wegen NUR abstimmen. Diskussionen und Fragen bitte hier
Ich behalte mir es vor, alle Beiträge, die nichts mit der Abstimmung zu tun haben, zu löschen.

Nun viel Spass beim Lesen!




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

13.2.2007, 08:47

Geschichte 1
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Geschichte 1

Star Trek: Voyager

Die Belagerung durch Ratten

Es war nachts. Tuvok hatte die Brücke. Die Voyager flog zur Zeit durch eine Region, die aus
Sternen und nochmals Sternen bestand. Keine Planeten, keine andren Phänomene.
Bei Harry Kim's Station wurde eine komische Anzeige gemeldet. Tuvok lies das sofort
überprüfen. Ayala und sein Trup' gingen auf Deck 13, wo die Sensoren etwas aufgespürt
hatten. Das Team stockte der Atem: "Ayala an Brücke!"
"Tuvok hier!"
"Es sind komische Tiere an Bord, eine Art von pelzkneuligen, runden Mäusen mit langen
Schwänzen!"
"Das sind Ratten, Sir!", sagte Fähnrich Kim auf der Brücke.
"Roter Alarm!", sagte Tuvok, " Alle Führungsoffiziere auf die Brücke!"
Captain Janeway und Commander Chakotay wurde schnell Bericht erstattet. Wie Ayala
meinte, wäre dort unten eine ganze Landkarte voller Ratten.
Janeway verständigte sich sofort mit dem MHN, dass etwas erfinden sollte, was diese
Tierchen K.O. machen sollte.
Mittlerweile hatten diese Ratten schon viele Plasmaleitungen durchgeknappert. B'Elanna war
sauer. Nun viel sogar die komplette Energie auf dem Schiff aus. Es war dunkel. Tom meinte:
"Hätten wir jetzt bloß ein Streichholz und ein paar Kerzen."
Doch plötzlich kam das MHN auf die Brücke geeilt: "Captain, ich habe das Rattengift!"
"Gut, Doctor!", sagte Janeway.
"Captain!", meldete Tuvok, "auf Deck 6 läuft ein Holodeckprogramm!"
"Wie ist das möglich?", fragte Chakotay.
"Unbekannt!", sagte Tuvok.
Nun ging ein Team auf Deck 6 und ein Team auf Deck 13, um das Rattengift auszusetzen.
Das Team Alpha von Deck 6 meldete, das ein Programm läuft, was mit klassische Musik zu
tun hat: "Es läuft gerade Beethoven, die 9.!", meldete Ayala.
Auf Deck 13 mittlerweile konnte das Rattengift erfolgreich ausgesetzt werden. Die Ratten
quischten wie ein Delphin. Nun waren sie alle bewusstlos. Die Energie konnte wieder
eingestellt werden. Die Voyager flog zu einen nächst gelegenden Planeten und beamte die
Ratten auf die Oberfläche.
Die Voyager entfernte sich mit Warp 9 von diesem Planeten.

Beitrag wurde am 14. Februar 2007, 18:42 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

13.2.2007, 08:50

Geschichte 2
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Geschichte 2

Der Whisky schmeckte wie Rattengift, was in dieser Spelunke am Hafen, auch nicht verwunderlich war! Die Hitze macht Jack ganz schön zu schaffen, doch er musste auf den Skipper warten, denn der wollte ihm ja die alte Landkarte verkaufen. Er bestellt sich noch einen Whisky und schaute zur Tür. Dort stand eine dunkle Gestalt und sah sich in der Spelunke um. Dann kam die Gestalt auf ihn zu und fragte: " Jack, Jack Paris?" "Der bin ich " war meine Antwort. "Verdammt sie sind spät!" Nun konnte er den Skipper besser sehen und war überrascht, denn der Skipper war eine Frau so um die 50 nach seiner Schätzung.
Egal, dachte er und sagte :" Haben sie die Karte?" Sie nickte und holte die Karte hervor, auf der Oberseite der alten Karte prangte ein Delphin! Er öffnete die Landkarte und schaute sie sich genau sie sich genau an. Sie sagte, "Dort wo der Delphin ist müssen sie tauchen und ihn suchen!" Jack war sich nun sicher, dass die Karte echt war und gab dem Skipper sein Geld.
Schnell trank er seinen Whisky und machte sich auf den Weg zu seinem Schiff. "Wie soll ich auf diesen gesperrten Planeten kommen, " überlegte er noch, als er den Lauf einer Waffe in seinem Rücken spürte. " Nicht umdreht, " vernahm er eine bekannte Stimme, "weitergehen!"
Also doch ein Mistkerl der Skipper, ging es ihm durch den Kopf. Er öffnete mit dem Codeschlüssel das Schiff und sie bestiegen es. "Was soll das, " fragte er nach hinten?
Sie sagte:" Diese verdammte Karte hat mich fast das Leben gekostet und nun will ich wissen warum."
Sie machten sich also auf den Weg Richtung Erde. Nur es war ihm immer noch nicht klar wie sie landen sollten. Da reichte sie ihm einen Codeschlüssel und sagte, als hätte sie seine Gedanken gelesen, " Beim Einflug in das Sonnensystem schickst du den Code ab und wir haben keine Probleme mehr! "
Jack wusste nicht was er denken sollte, scheinbar hatte sie an Alles gedacht! Doch nun musste er sich auf den Kurs konzentrieren, denn sie flogen durch darisches Hoheitsgebiet und durften nicht auffallen. Eine halbe Stunde später hatten sie es geschafft und er konnte es ruhig angehen. "Captain", fragte er, "was willst du finden?" Sie antwortete, "das geht dich nichts an!" "Was hat das mit dem Delphin auf sich?" versuchte er es wieder," das ist das Zeichen für die Erde, sonst nichts!" sagte sie. Aber da er immer schon sehr misstrauisch war glaubte er ihr nicht. Er machte die Augen zu und versuchte ein wenig Ruhe zu bekommen, denn sie hatten noch fünf Stunden Zeit bis zum Sonnensystem. Plötzlich wurde er durch einen lauten Summton unsanft geweckt. Die fünf Stunden waren wie im Flug vergangen und er sah, dass neben ihm, auch der Captain geschlafen hatte. Er gab den Code ein, denn sie flogen gerade in das Sonnensystem. Nun hoffte er, dass sie heil bis zur Erde kamen, denn die Wachforts sahen sehr bösartig aus. Doch sie blieben unbehelligt. Nun noch zehn Minuten und sie waren da!
Er konnte diesen wunderbaren, blauen Planeten auf dem Bildschirm sehen und nahm die Karte zur Hand, um herauszufinden wo sie landen mussten. Nachdem er eine Weile sich die Karte angeschaut hatte war er auch nicht weiter, der Captain legte eine Folie über seine Karte und nun hatte er die Koordinaten. "Verdammt, " sagte er laut, "das hättest du auch vorher sagen können. Sie grinste breit:" dann hättest du das alleine durchgezogen!" Nachdem sie auf einer etwas größeren Insel gelandet waren, sagte der Captain: " Hier stand einmal die Stadt New York und da sie eine U-Bahn hatten, müssen wir in den Untergrund." Sie stiegen aus und er sah sich um. Die Wegetation hatte alles überwuchert, doch es gefiel ihm hier. So machten sie sich auf die Suche und als sie den Eingang gefunden hatten, sah er den Delphin wieder. Von wegen, das Zeichen für die Erde, dachte er. Sie öffneten die verrostete Eisentür und schauten sich mit ihren Stablampen um. "Was ist das?" fragte sie. Er lachte, "Ein Plattenladen, " antwortete er und nahm eine Platte aus dem Regal. Dort stand klassische Musik drauf. Nachdem sie noch eine Weile gesucht hatten gingen sie an die Oberfläche zurück und er sagte:" Mir gefällt es hier, ich bleibe!" Sie wollte sich noch weiter umsehen, denn sie glaubte immer noch einen Schatz zu finden. Er nahm einen Streichholz und verbrannte die Karte, so würde nie mehr jemand auf die Karte reinfallen!

Beitrag wurde am 14. Februar 2007, 18:50 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

13.2.2007, 08:51

Geschichte 3
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Geschichte 3

Picards Tag

"Privates Logbuch des Captain der USS Enterprise E, Sternzeit 56860,9. Die Enterprise ist im Raumdock, wo sie wieder repariert wird. Ich befinde mich gerade in meiner Ruhepause, denn der heutige Tag war nicht perfekt. Da kam mein neuer 1. Offizier und erzählt mir, das es Ratten auf der Enterprise gibt. Da meine Leute alle beschäftigt waren, und die Systeme nicht funktionierten, da wir uns noch vom Treffen mit meinem Klon erholen mussten, beschloss ich, meine Zeit den Ratten zu widmen. Mit einem Phaser bewaffnet ging ich durchs Schiff, in der Hoffnung, auf einer dieser Ratten zu treffen...Ratten, was sind das eigentlich für Tiere? So was wie Katzen? Ich schaute erstmal in mein Lexikon, der Computer war ja nicht aktiv. Ratten sind also Nagetiere, die sich oft in Gängen der Enterprise rumbewegen. Auf einmal hörte ich ein Geräusch, drücke auf den Feuerknopf des Phaser und verfehlte nur knapp unseren lieben Mr. La Forge. Ich glaube, unser Verhältnis zueinander ist etwas...feurig abgeschwächt.
Nur noch die Ratten im Kopf, begab ich mich auf die Brücke und suchte nach Ratten, immer in Schussstellung, was die Brückenmitglieder etwas verwunderte. Da war es, so ein Piepen. Wie von Sinnen rannte ich durch die Brücke, hinter dieser Ratte her, doch sie verschwand in einem Loch. Was sind das für Ratten, zerknabbern die Enterprise.
Auf einmal kam Martin Madden und gab mir einen Tipp: "Captain, verlegen sie doch Rattengift."
Ich war auf jede Hilfe angewiesen, auch auf die des Replikators. Doch auf den Befehl Rattengift antwortete er nur: "Nicht möglich".
Scheißteil, dachte ich nur und ging zur Konsole neben mir, die in der zwischenzeit wieder in Betrieb genommen wurde, wo ich mich übers Rattengift informierte. Und, als wäre es ein Geschenk Gottes, fand ich eine Anleitung zur Darstellung von Rattengift. Mhmm...Darstellung? Ich will es produzieren, nicht malen, dachte ich. Aber wie ich später feststellte, ist mit Darstellung auch Herstellung genannt. Ich ließ mich von Mr. Worf ins Labor beamen, replizierte alle Stoffe, vermischte sie und nahm ein Streichholz. Als nächstes wachte ich in der Krankenstation auf. Die Krankenstation sah aus wie immer. Dr. Crusher sowie zwei weitere Personen, einmal Fähnrich Zweensin, vom Planeten "Ardana", und Besatzungsmitglied Calissa, die von der USS Archer auf die Enterprise versetzt wurde.
Ich wollte aufstehen, war jedoch festgekettet. Dr. Crusher sagte dann zu mir: "Ich kenne dich, Jean-Luc. So nicht! Hier hast du einen Delphin zu spielen."
Bekloppter Delphin. Ich ließ mir von Dr. Crusher eine Landkarte des Schiffes bringen. Sie nervte mich mit Fragen wie "Was willst du damit, Jean-Luc?".
Zum Glück hatte ich keinen Phaser in der Hand, sonst hätte ich die Schwester angeschossen, so hätte Beverly was zu tun gehabt. Die Karte konnte ich vergessen, es war eine der Enterprise NX-01. Ich rief Dr. Crusher, die mir etwas klassische Musik vorspielen sollte. Sie sagte aber nur: "Jean-Luc...", und schüttelte den Kopf.
Nun lag ich im Biobett und meine Ärztin wollte mich nicht gehen lassen. Was soll man tun?
Mir kam eine Idee. Ich drückte auf meinen Kommunikator und sagte: Mr. Worf, eine Person auf die Brücke beamen....Energie!
Ich erschien auf der Brücke, die ich auch ohne Kommentar sofort wieder verließ, voller Angst, von Bevely entdeckt zu werden. Beim beamen auf die Brücke fiel mir nichts besonderes auf. Sie sah, wenn man von den Schäden absieht, genau so aus wie immer. Die blauen Lichter, die arbeitenden Crewmans... . Ab sofort sollte ich die Hände von echtem Feuer weglassen. In meinem neuen Transporterpuffer fand ich auf einmal den Delphin, den mir Beverly gegeben hatte. Den Puffer zu tragen war die Idee von Captain Riker, um genau zu sein war es ein Geschenk von ihm. Einfach wundervoll, das Teil. Er, der Delphin, war blau und lächelte einen an, seine Körperform war etwas gebogen, als würde er aus dem Wasser springen. Ich starrte ihn an, voller Hass. Vielleicht sollte ich Delphine jagen, dachte ich, kurz bevor ich gegen die Wand lief. Und als ich wieder aufwachte befand ich mich in einem Biobett auf der Krankenstation, umgeben von einem Kraftfeld. Beverly sagt wieder nur: "Jean-Luc..." und schüttelte den Kopf. Ich drückte wieder auf meinem Kommunikator: Mr. Worf,... Energie!
"Sir, ich darf sie nicht beamen.", sagte Worf.
Warum nicht, fragte ich in einem etwas wütendem Ton.
"Befehl vom medizinischen Offizier. Worf Ende."
Die Verbindung wurde unterbrochen. Nun blieb mir nur noch ein Freund: Der Delphin.
Ich war gefangen in einer Zelle, zusammen mit einem Plüsch-Delphin. Ich konnte Beverly aber überreden, mich vorzeitig freizulassen. Sie stimmte nur widerwillig zu. Das war vor zwei Stunden.
Privates Logbuch des Captains Ende."

Captain Picard stand auf und begab sich auf die Brücke.
"Mr. Madden, wie ist unser Status?", fragte Captain Picard.
"40 Prozent des Schiffes sind noch beschädigt. Die Ratten wurden eliminiert. Sie können sich wieder ihrer Arbeit widmen, Captain Picard.", sagte Madden nervös und schwitzend. Martin Madden schwitzte oft, hatte sich auch schon behandeln lassen, aber es hatte nichts geholfen.
"Danke, das sie mir Erlauben, mein Schiff zu befehligen, Mr. Madden", sagt Picard ironisch.
Er wusste, das Madden sich schwer an ihn gewöhnen konnte, sie passten von der Chemie nicht zueinander. Trotzdem hält er sich gut, dachte der Captain.
"Sir, wir erhalten eine Nachricht von Admiral Janeway.", sagte Worf, den Blick auf die Konsole gerichtet.
"Auf den Schirm!", sagte Picard.
Auf einmal wurde das Licht schwächer und die Notstrombeleuchtung ging an.
"Was ist los?", schrie Madden.
Worf antwortete sachlich: " Sir, anscheinend wurde eine Leitung zerknabbert, von einem Nagetier."
Picard antwortete mit einem Lächeln im Gesicht: " Mr. Madden, let see, waht's up there! Sie haben die Brücke. Picard begab sich in den Turbolift, bewaffnet mit einem Phaser...

Derzeit im Hauptquartier:

"Lt. Housten, warum ist die Verbindung zu der Enterprise abgeborchen?", fragte Admiral Kathryn Janeway auf ihre eigene Art und Weise.
"Ma' am, es gibt anscheinend Probleme auf der Enterprise, sie befindet sich auch nicht mehr im Raumdock. Ich erhalte Berichte, das die Enterprise weggebeamt wurde.", sagte Lt. Housten, ohne den Blick von der Konsole wegzurichten. Admiral Janeway stand auf und stellte sich neben den jungen Lieutenant.
"Sind diese Berichte zuverlässig?", fragte sie.
"Jawohl, Admiral. Ja, einer stammt sogar vom Leiter des Raumdocks, Cmdr. Weasley Crusher.", sagte der junge Lieutenant, Housten gennant. Er bekam einen leichten Schweißausbruch, denn der Admiral gab nur einen komischen Laut von sich, den Lt. Housten zu diesen Schweißausbruch bewegte.
"Beamen sie mich auf die Voyager, Lieutenant.", befehlte Admiral Janeway und stellte sich auf die Transporterplattform.
"Energie!"
"Aber Admiral...". Lieutenant Housten wollte Einspruch erheben.
"Keine Widerede , sonst sind sie bald Fähnrich", drohte der Admiral an. "Energie!"
Admiral Janeway wurde auf die Voyager gebeamt.

Auf der Voyager:

Der Admial befand sich auf die Brücke, begrüßt von Captain Chakotay, der zuerst wie eingefroren war. Es war für ihn geradezu ein Schock, den Admial nach all den Missionen wieder zusehen.
"A- Admiral Janeway", stotterte Chakotay , ".... Herzlich Willkommen... Wie geht es ihnen?",
"Dafür ist keine Zeit! Tuvok, begleiten sie mich in den Transporteraum. Tom, setzen sie Kurs auf die Enterprise. Keine Widerrede.", sagte Admiral Kathryn Janeway, ohne auch nur ein Blick auf das neue Design der Voyager zu werfen.
"J- Jawohl, Admiral. Tovok, sie haben es gehört, sie auch Tom. Befolgen sie die Befehle.", sagte Chakotay.

Derzeit auf der Enterprise:

Captain Jean-Luc Picard ging durch einen der vielen Gänge, die die Enterprise hatte.
Auf einmal wurde eine Person vor ihm materialisiert, das heißt, sie wurde gerade auf die Enterprise gebeamt.
"Captain Jean-Luc Picard, wie geht es ihnen?", fragte die gerade gebeamte Person. Der Captain konnte sie nicht erkenne, da der Gang nicht beleuchtet war.
"Wer sind sie?", fragte der Captain misstrauisch.
Keine Antwort.
"Wer sind sie?", fragte Picard nochmals, " Identifizieren sie sich, oder sie werden eliminiert!"
"So brutal, Jean-Luc? Das hätte ich nicht gedacht." Die nicht zu erkennende Person trat einen Schritt vor- und gab sich damit zu erkennen.
"Kathryn...", stotterte Picard vor lauter Aufregung, aber auch voller Erstaunen. "Was machen Sie hier?
"Ich rette sie, Jean-Luc.", sagte Admiral Janeway mit einem lächeln im Gesicht.
"Wovor wollen sie mich retten?"
"Haben sie ihren Standort noch nicht überprüft ? Sie befinden sich nicht im Raumdock. Zur Sicherheit wurde Tuvok auf ihre Brücke gebeamt.
"Das glaube ich dir sogar, Kathryn. Bei dem, was ich schon erlebt habe...", sagte Picard und drückte auf seinem Kommunikator. "Picard an Madden....Picard an Madden"
"Tuvok hier. Madden ist gefallen. Wir wurden von den Ba'Neth angegriffen. Beamen sie uns raus. Hilfe...Ahh..Ahhh..."
"Die Verbindung ist unterbrochen", sagte Janeway.
"Admiral, wer oder was sind die Ba'Neth?", fragte Picard, während die beiden auf den Weg zum Maschinendeck waren.
"Ich traf mit der Voyager auf die Ba'Neth. Sie setzen gehirnschädigende Waffen ein. Tuvok wurde damals schwer verwundet. Worauf wollen sie hinaus?", erklärte und fragte Janeway.
"Wir müssen die Selbstzerstörungssequenz aktivieren."
"Captain, ich befehle ihnen, die Selbstzerstörungsequenz nicht zu aktivieren!Wir beamen uns auf die Brücke!", sagte Admiral Janeway, "Wir gehen zur Waffenkammer?"
"Brauchen wir nicht", sagte Picard und holte zwei Phaser aus dem Transportpuffer.
"Ok, Captain, wir lassen uns gleich von der Voyager beamen", sagte Janeway und benachrichtigte die Voyager. Chakotay bestätigte zudem, ein Team auf die Brücke zu beamen.
"Voyager: Energie!", sagten beide Offiziere im Chor und lächelten sich an.

Captain Picard und Admiral Janeway materialisierten auf der Brücke, wo sie auf Lieutenant Worf stoßen.
"Bericht, Lieutenant", sagte Picard, während überall gefeuert wurde.
"Sir, wir haben Verlusten. U. a. Commander Madden und Commander Tuvok.", sagte Lieutenant Worf, ohne mit dem feuern aufzuhören. Das Sicherheitsteam der Voyager wurde an Bord gebeamt und es gab weitere Gefechte, bis alle Personen vom Volk Ba'Neth getötet wurden.
"Alles Ok?" , fragte Captain Picard
"Ja, Captain", antwortete Admiral Janeway.

Nachdem die Leichen, Commander Martin Madden und zwei Leute vom Sicherheitsdienst, auf die Voyager gebeamt wurden, sowie Tuvok auf die Krankenstation, verabscheideten sich Admiral Janeway und Captain Jean-Luc Picard.

Im Transporterraum der Enterprise:

"Jean-Luc..."
"Kathryn..."
"Ich wünsche ihnen noch viel Glück als Captain", sagte Admiral Janeway.
"Ich ihnen auch... als Admiral natürlich", antwortete Picard.
Janeway wandte sich an den Transporterchief und sagte: "Energie!"

"So, und nun zu den Ratten", sagte Picard zu dem Transporterchief, der aber nur schief lächelte.

Beitrag wurde am 14. Februar 2007, 18:50 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

13.2.2007, 08:52

Geschichte 4
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Geschichte 4

Der falsche Delphin

"Ich kriege das schon hin, mach dir mal keine Sorgen!" versicherte Matthew nun zum dritten Mal. Sein Kollege Jason zog skeptisch die Augenbrauen hoch und ließ sich dann in dem ausgedienten Ledersessel zurücksinken, während er die geschlossene Getränkedose von einer Hand in die andere warf. "Wie du meinst, ich geb's auf. Aber ich warne dich, auf mich kannst du dabei nicht zählen, die Sache ist mir zu heiß!" kommentierte Jason. Er warf einen Seitenblick auf den Computer auf dem Tisch, welcher eine Sternenkarte zeigte, die von den Männern gern liebevoll Landkarte - in Gedenken an alte Mythen um vergrabene Schätze - genannt wurde. Die blauen Punkte standen für Raumschiffe, und um einen Stern waren besonders viele blaue Punkte versammelt. "Ich meine, das ist doch purer Wahnsinn! Sieh dir nur an, wie die Dinger bewacht sind, das ist das Fort Knox des fünfundzwanzigsten Jahrhunderts!" meinte er.
"Ich krieg's hin," rief Matthew erneut, nun resoluter, "auch ohne deine Hilfe. Aber glaub ja nicht, dass ich dir nachher etwas abgebe." Jason lachte gehessig, "keine Sorge, ich habe kein Interesse."

Matthew, der bisher auf und ab gegangen war, trat nun mit einem energischen Schritt hinter Jasons ledernen Stuhl und fing die Dose auf, als diese gerade von Jason in die Luft geworfen wurde. Jason wartete einen Augenblick stutzig, und als er allmählich und mit aufgehaltenen Händen begriff, dass die Dose wohl nicht zurückkehren würde, drehte er sich ruckartig um. "Hey!" "Das Zeug ist Mist." brummte Matthew und schüttelte die Blechdose. "Da kannst du gleich Zuckerwasser trinken, und gesünder ist es sicherlich auch. Könnte man sicher als Rattengift verwenden." "Was weißt du schon?" konterte Jason grantig und entwand seinem Kollegen die Dose, "ich mag dieses altertümliche Zeug."
"Das ist ebenso altertümlich wie deine Ideen," warf der junge Mann mit den dunklen Haaren böse ein. "Deshalb sitzt du auch hier rum, in einem schäbigen Appartement und mit einer saftigen Anklage wegen Raumschiffdiebstahl am Hals. Wie wär's, wenn du künftig mit Streichholz und Kerze statt elektrischem Licht lebst? Ist sicher besser für die Umwelt als dieses Ekelzeug was du trinkst." "Pah!" stieß Jason abfällig aus und kehrte Matthew die Rückenlehne zu. Er zog an dem Verschluss der Dose, um sie zu öffnen. Der Inhalt drängte daraufhin in hohem Bogen aus der Dose und ergoss sich in einem sprudelnden braunen See zischend auf seine Hose. "Verd... !" schrie Jason genervt und sprang wie ein junger Welpe, nur weniger gut gelaunt, vom Sessel auf. Er hielt sich die nun leere Dose vor die Nase und besah sich den in roten Lettern bedruckten Warnhinweis - 'nicht schütteln'. Sein Kollege grinste ihn unverhohlen an.
"Halt bloß die Klappe!" zischte Jason wie zuvor sein Getränk, während die Flüssigkeit beharrlich an ihm herunter tropfte. Matthews Grinsen wurde breiter. "Ich geh' dann mal und verhelfe mir zu etwas mehr Besitz." Er nahm sich ein PADD mit Sternenkarten und ging zur Tür. "Du wirst schon sehen, was du davon hast, Mat, wenn du in einer Arrestzelle landest!" rief ihm Jason hinterher, wild mit der leeren Dose auf ihn zeigend. "Nein, DU wirst sehen, wenn ich die neue Tarnvorrichtung und die Waffe in Händen halte und mir damit jede Menge Raumschiffe nehme."

Seine Sprüche klangen nicht schlecht, doch in Wahrheit wusste Mat nicht, wie er vorgehen sollte. Er ging in sich versunken durch den botanischen Garten, als ihm zwei hübsche junge Frauen in Uniformen auf einer Bank auffielen. Er zuckte mit den Schultern und steuerte dann auf die Bank zu. "Was soll's," dachte er sich, "ein bisschen Abwechslung kann nicht schaden."
"Ist hier noch frei?" fragte er breit lächelnd und deutete auf den Meter Sitzfläche neben den Frauen. Sie nickten, beachteten ihn aber nicht weiter sondern vertieften sich sogleich wieder in ihr Gespräch.
"Und du bist dir sicher?" fragte die eine, "Ja klar, ich hab's heute erst gehört!" antwortete die zweite heftig nickend, "Es soll ein Kinderspiel sein, dort reinzukommen. Man muss nur wissen, wie." Matthew spitzte unweigerlich die Ohren.
"Aber das ist doch enorm gefährlich, wenn die einen erwischen!" gab die erste zu bedenken, doch die andere schüttelte den Kopf. "Nein, Lilly, es kann praktisch nichts passieren, das ist ja der Fehler in dem ganzen System, eine riesen Sicherheitslücke!" Nun war Matthews Neugierde entgültig geweckt. Worum mochte es nur gehen?
"Erzähl es mir, Kate, bitte, ich verspreche auch nichts zu verraten." bat die als Lilly angesprochene. "Na schön, also hör zu:" Kate beugte sich weit zu Lilly, sodass Mat sich sehr anstrengen musste, um zu verstehen, um was es ging.
"Die Technologie wird von einer ganzen Flotte an Raumschiffen bewacht, die nichts und niemanden da rein lassen. Es sei denn, man ist befugt." fügte Kate eilig hinzu. "Und genau das ist die undichte Stelle. Adam Delphin White, Sicherheitsoffizier höchster Stufe, ist für ein paar Tage zu seiner Großmutter geflogen. Die liegt im Krankenhaus, niemand weiß, was sie hat, traurige Geschichte." sie machte eine wegwerfende Handbewegung, wie um imaginäre Fliegen zu verjagen, und sprach dann weiter. "Jedenfalls ist er so überstürzt aufgebrochen, dass er seinen Sicherheitsausweis zu Hause vergessen hat. Das hat mir seine Freundin erzählt."
Technologie? Sprachen diese Frauen etwas von DER Technologie? Matthew rückte unmerklich näher und konnte kaum ruhig sitzen bleiben. In seinem Innern begann ein Feuerwerk zu explodieren und sein Herz klopfte so laut, als würde es zu den Klängen klassischer Musik tanzen.
Lillys Augen weiteten sich. "Du meinst also, der liegt jetzt einfach so da rum? Und man käme damit wirklich in jeden Beriech? Auch in..." sie verengte die Augen zu schmalen Schlitzen. "In du-weiß-schon-welchen?" "In jeden." bestätigte Kate verschwörerisch grinsend. "Aber man kommt nicht in sein Haus hinein, ohne den Alarm auszulösen und aufgezeichnet zu werden." Lilly seufzte laut. "Und wozu dann das Ganze, wenn es doch umsonst ist?" fragte sie mutlos. "Na überleg doch mal!" Kate wartete einen Augenblick, dann fuhr sie fort: "Stell dir vor, du kommst zurück, willst schnell noch mal deine Arbeit überprüfen und stellst fest, dass du deinen Ausweis vergessen hast. Was tust du?"
Doch Matthew brauchte die Antwort nicht mehr abzuwarten, er stand mit einem triumphierenden Lächeln auf und machte sich auf den Weg.
Es war ihm nach Jahren der Erfahrung ein Leichtes, ein Shuttle zu stehlen und damit zur Sternenbasis zu fliegen.

Kurz nach seinem abrupten Aufbruch sahen die Frauen ihm einen winzigen Augenblick lang nach und widmeten sich dann wieder ganz ihrer Konversation, konnten sie doch nicht ahnen, dass der Magen des jungen Mannes bei ihren Worten Konga tanzte.
"Du meinst also," knüpfte Lilly an die Frage ihrer Kollegin an, "man muss einfach nur hingehen und sagen, man sei dieser Adam D. White, ihnen die Geschichte mit dem vergessen Ausweis auftischen und wird reingelassen?" Kate nickte. "Unfassbar!" Lilly lachte laut. "Dass soetwas überhaupt auf den Markt kommt, das ist doch lächerlich! Heutzutage darf sich wirklich jeder einen Autor schimpfen und einen Holoroman rausbringen." Kate stimmte in das Lachen mit ein. "Ja, als ob das in der Realität so einfach möglich wäre! Wer käme schon auf die Idee, eine ganze Armada von Sicherheitsleuten mit einer solch offensichtlichen Lüge abstempeln zu wollen? Und dann auch noch zu denken, er käme damit durch, ohne auch nur einen Moment an die Konsequenzen zu denken, falls etwas schief geht." Sie schlug die Beine übereinander und streckte sich auf der Bank. "Nein, so etwas kann nur auf dem Holodeck möglich sein."

Matthew hingegen verstand die Welt nicht mehr, als ihm die Wachposten mit der Begründung, es gäbe hier keinen Adam Delphin White, den Einlass verwehrten.
Das Kommgerät eines der Wachposten aktivierte sich. "Sir, soeben wurde ein gestohlenes Shuttle an der Nordpassage gefunden." "Danke, mir ist da nämlich eben ein Delphin ins Netz gegangen, ich hab mich schon gefragt, wo der herkommt." antwortete die Wache fröhlich. "Ein Delphin, Sir?" drang es verwirrt aus der Komm. "Oh ja, einer dieser seltenen, weißen sogar! Und ich bin sicher, dass hier jemand ist, der sehr am Schicksal des ungebetenen Gastes interessiert ist. Für gewöhnlich werden hier nämlich nur Thunfische geduldet..." Der bewaffnete Offizier sah Matthew misstrauisch und nicht ohne Genugtuung an. "Ich denke, Sie kommen besser mit mir!"

Beitrag wurde am 14. Februar 2007, 18:49 Uhr editiert.




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13.2.2007, 08:53

Geschichte 5
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Geschichte 5

Die drei Kadetten saßen an einem der vielen Tische im großen Speiseraum der höheren Militärschule zusammen, im Hintergrund spielte leise klassische Musik. Dieser Speiseraum war nur dem Abschlussjahrgang zugänglich. An der Wand hang eine alte Landkarte. Man hatte sie dazu angehalten dort zu warten. Die meisten Tische waren besetzt. Es herrschte heute jedoch eine ganz andere Atmosphäre, als in dem ganzen letzten Jahr. Es war so ruhig. Nur an wenigen Tischen wurde leise, verhalten geflüstert.
Das lange Schweigen belastete die drei Kadetten. Sie waren in der Zeit ihrer Ausbildung sowas wie Freundinnen geworden, wenn das bei drei so unterschiedlichen Charakteren überhaupt möglich ist. Aber nun warteten sie darauf, wer von ihnen das "große Los" zog. Eben saßen sie noch im Prüfungsraum und nun mussten sie die Ergebnisse abwarten.
"Ich hoffe, wenigstens eine von uns schafft es. Wir haben uns das verdient." Sarah konnte diese Stille nicht mehr ertragen. Sie drehte ihre Kaffeetasse, wie sie hoffte ohne Rattengift, mit beiden Händen ständig im Urzeigersinn ohne jedoch auch nur einen Schluck getrunken zu haben. Ihre braunen Rehaugen wanderten von einer zur anderen Freundin.
T'Sel schien völlig unbeeindruckt. Sie saß kerzengerade am Tisch und hatte ihre Hände auf die Tischplatte gelegt.
"Die Logik erfordert den Schluss, dass die Bessere von uns für die Stelle auf der Enterprise berufen wird."
"Du denkst wohl, dass du das sein wirst?" B'Ursas Augen funkelten wild, als sie die Vulkanierin direkt ansprach. Sie konnte sich immernoch nicht so beherrschen, wie sie es gern getan hätte.
Sarah sah von einer zur anderen Freundin. "Warum seid ihr so? Beruhigt euch doch, alle beide. Ich gönne es uns allen, aber es kann ja nur eine von uns schaffen, oder glaubt ihr, dass es vieleicht für die beiden anderen von uns auch eine Möglichkeit gäbe, auf die Enterprise zu kommen?"
"Typisch Mensch, weder Fisch noch Fleisch, oder wie ihr sagt. Zeig Rückgrat und sage, dass du es willst, so wie wir auch." B'Ursa konnte sich wirklich kaum beherrschen, ein Umstand, der ihr während des Studiums oft zu schaffen gemacht hatte. Ihre Ausbilder sagten ihr mehrfach, dass ein Offizier sich im Griff haben muss, sonst könne er keine Führungsposition ausüben.
"Wisst ihr noch, wie wir uns kennengelernt haben? Das kommt mir vor, als wäre das alles so lange her." Die Gedanken der drei Freundinnen wanderten zu dem Tag an der Akademie zurück, als sie sich kennenlernten.
Für T'Sel war es keine leichte Entscheidung gewesen, sich für die Starfleet-Akademie zu bewerben. Ihre Eltern hatten für sie eine ganz andere Karierre geplant. Für eine Vulkanierin war es schon ein größeres Problem, sich gegen die logischen Überlegungen ihrer Eltern, was ihre Zukunft betraf, aufzulehnen. Aber sie hatte schon immer die Vermutung, dass eine medizinische Laufbahn auf Vulkan nicht ihrer Vorstellung von Zunkunft entsprach. Viele Dispute hatten schließlich dazu geführt, dass sie sich für den Eignungstest anmeldete. Ihre Eltern waren einverstanden, sollte sie diesen bestehen, dass sie auch auf die Akademie gehen sollte.
Der Test stellte für sie keine echte Herausforderung da und nun war sie an der Akademie aufgenommen worden. Es war heute ihr erster Tag. Man hatte ihr gerade ein Quartier zugeteilt. Leider gab es das Problem, dass sie nicht, wie geplant mit zwei vulkanischen Kommilitonen dieses teilen konnte. Den Grund teilte man ihr nicht mit, was sie akzeptierte.
Sie fand schnell das Gebäude, in dem die Erstsemester untergebracht waren. Es sah aus wie eine große, gigantischer Streichholzschachtel, umweit des berühmten Bauwerkes, das wie ein riesiger Streichholz aussah. Der Eingang war nicht zu übersehen, da dort eine große Traube von Kadetten wartete, eingelassen zu werden. An der Tür standen zwei ältere Kadetten, die jeder ein Pad in der Hand hielten und Namen aufriefen. Waren diese Kadetten anwesend, durften sie eintreten. T'Sel brauchte nicht lange zu warten. Sie betrat das Gebäude und fand auch sofort den richtigen Flur und ihr Quartier. Sie betätigte den Öffnungsmechanismus.
Als sich die Quartiertür öffnete, erwartete sie das pure Chaos.
"Ich weigere mich mit einem stinkenden Menschen mein Quartier zu teilen. Ich bin Klingonin und kein, wie sagt ihr, Weichei." B'Ursa stand breitbeinig mitten im Raum, die Hände in die Hüfte gestützt. Sie sah aus wie ein Vulkan, der gleich explodiert, dachte Sarah Bern, die der Klingonin gegenüber stand. "Beruhige dich doch! Wir sind nunmal zusammen einquartiert. Das ist bestimmt ein Versehen. Wir können vieleicht was ändern."
"Guten Tag. Entschuldigung, dass ich mich ungefragt einmische, aber mir ist der dritte Platz in diesem Quartier zugewiesen worden. Außerdem sind wir nun StarfleetKadetten und sollten uns auch so verhalten." T'Sel betrat das Quartier und legte ihre kleine Tasche ordentlich neben das freie Bett.
"Das ist zu viel. Erst so ein schwaches Menschenweib nun auch noch so ein kaltes Spitzohr." B'Ursa schien gleich zu platzen. Sie stampfte wütend mit den Füßen auf den Boden, warf ihr Buch, das sie vorher in der Hand gehalten hatte, in die nächste Ecke und stürmte Richtung Ausgang."Platz da!!!" brüllte sie und rempelte Sarah an der Schulter so heftig an, dass diese beinahe das Gleichgewicht verloren hätte. Sie sah der Klingonin betroffen hinterher. Dann wandte sie sich zu der Vulkanierin um.
"Guten Tag, mein Name ist Sarah Bern. Ich komme von der MondkolonieDREI, aber das haben Sie sich sicher schon gedacht. Noch trage ich ja meine eigene Kleidung, leider kann man uns immer sofort erkennen. Ich glaube, es gibt im ganzen Universum nicht so schöne Stoffe, wie wir sie für die Kleidung verwenden. Wussten Sie, dass wir grundsätzlich keine replizierten Stoffe verwenden? Wir haben noch echte altmodische Weberein. Selbst die Seide stammt noch von den Seidenraupen, nicht aus dem Replikator." Sarah schüttelte sich bei dem Gedanken. Als sie jedoch bemerkte, dass T'Sel sie unverwand ansah, fuhr sie fort: "Die Furie gerade war B'Ursa, eine Klingonin. Ich weiß noch nicht viel über sie. Sie antwortet auf keine meiner Fragen. Sie scheint nur sehr leicht reizbar zu sein. Darf ich fragen, wie ihr Name ist?" Sarah ging auf die Vulkanierin zu, vermied es aber sie zu berühren.
T'Sel wunderte sich, wie die Menschen es schafften, immer so zu reden, ohne anscheinend Luft holen zu müssen.
"Mein Name ist T'Sel. Kann ich dieses Bett hier am Fenster haben und welcher Schrank ist noch frei?"
Während sie sprach, sah sie Sarah kühl, interessiert an. Sie hatte nicht vor, viel Zeit mit Begrüßungen zu verschwenden. Sie wollte noch ein wenig meditieren, bevor sie sich auf die nächsten Aufgaben vorbereitete.
Sarah war etwas enttäuscht. Sie hätte sich gern noch ein wenig unterhalten. Mit einer Klingonin und einer Vulkanierin in einem Quartier konnten das lange 8 Semester werden...... Sie stellte noch schnell ihr Lieblingsbild mit einem sehr schönen Delfin auf.
In einer Stunde sollte die erste Einführungsvorlesung stattfinden. Kein anderer als Admiral Picard würde Gastredner sein. Darauf freute sich Sarah besonders. Ihre Großmutter diente schon unter Picard auf der Enterprise. Sie war Councelor und Sarah wollte in ihre Fußstapfen treten und auch Councelor werden. Bei dem Gedanken musste sie unwillkürlich lächeln.
"T'Sel würde es Sie stören, wenn wir gemeinsam zu der Einführungsveranstaltung gehen?" Sarah sah die Vulkanierin hoffnungsvoll an.
"Wenn Sie mit mir zu Fuß gehen wollen. Ich orientiere mich gern und mache mich mit allen Gegebenheiten vertraut. Man kann nie wissen, wozu man das gebrauchen kann." Die Vulkanierin wandte sich zum Gehen. Sarah blieb nichts anderes übrig, als ihr so schnell sie konnte zu folgen.
"Sie reden wohl nicht viel, oder?" Sarah versuchte nocheinmal ein Gespräch zu beginnen, bekam jedoch keine Antwort.
Auf dem Weg zu den Vorlesungsgebäuden redeten die beiden Frauen nicht. T'Sel hob hin und wieder eine Augenbraue, was Sarah leicht belustigtend fand. So hing sie ihren eigenen Gedanken nach.
Vor dem Gebäude, in dem die Vorlesungen stattfanden, standen schon viele neue Kadetten, die sich angeregt unterhielten, so als ob sie sich schon lange kannten. Andere suchten Kontakte, indem sie auf Gruppen zugingen und sich vorstellten. Hin und wieder standen einzelne Personen abseits, die einfach nur beobachteten.
B'Ursa stand etwas abseits und wirkte immernoch recht verkniffen. Keiner der Kadetten wagte sich so recht in ihre Nähe. Sarah fragte sich, warum die Klingonin zur Akademie wollte, wenn sie den Umgang mit den anderen Rassen so sehr verabscheute. Leichte Neugier beschlich Sarah. Es musste doch einen Grund geben, warum die junge Klingonin so feindlselig war. Oder lag es einfach in der Natur der Klingonen? Sarah hatte das Gefühl, dass sie noch viel über anadere Rassen lernen musste.
Die Türen des Gebäudes wurden geöffnet und es setzte sich umgehend der Strom der Kadetten in Bewegung, in Richtung Hörsaal.
Sarah, T'Sel und B'Ursa kamen gleichzeitig in den Hörsaal. Ein Kadett der höheren Semester wies den dreien Plätze an. B'Ursa ärgerte sich, dass sie neben ihre beiden Stubengenossinnen sitzen musste. Sie hatte sich vorgenommen, möglichst wenig mit ihnen zusammen zu sein.
Sie hatten Plätze direkt am Gang bekommen.
Da betrat Picard den Hörsaal. Sofort wurde es still. Man hätte die berühmte Nadel fallen hören können.
Der Mann hatte immernoch eine gewisse autoritäre Ausstrahlung, dachte Sarah. Als kleines Kind hatte sie ihn bei ihrer Großmutter kennengelernt. Damals hatte sie ein wenig Angst vor dem imposanten Captain. Später hatte sie seinen versteckten Humor liebengelernt. Aber seine ganze Persönlichkeit, wie er mit den Dingen und mit den Spezies umging, hatten bei ihr zu der Entscheidung geführt, zu Starfleet gehen zu wollen. Deswegen freute sie sich besonders, dass er heute an ihrem ersten Tag anwesend war. Sie hoffte, ihn vielleicht später sprechen zu dürfen.
Erst sprach die Leiterin der Starfleet-Akademie, Admiral Andrea Brand ein paar Eingangsworte, denen die Kadetten gebannt lauschten. Sie sprach über die Vergangenheit und die Zukunft. Über Persönlichkeiten, die in der Geschichte Starfleets und der Föderation eine zentrale Rolle gespielt hatten, aber auch über ihre Hoffnung, dass genau solche Persönlichkeiten nun unter den neuen Kadetten zu finden sein würde.
Dann hielt Picard seine Rede. Man merkte ihm nicht an, wie ungern er hier stand. Aber seine Pflichten konnte man sich nicht aussuchen. Dies hatte er seinen Offizieren immer eingebleut. Nun musste er selbst seine Pflicht erfüllen, auch wenn alles in ihm dagegen sprach.
Er sprach darüber, was er von Offizieren erwarten würde. Er erläuterte seine Prinzipien der Führung.
Sarah lauschte gebannt, selbst T'Sel schien beeindruckt zu sein. Nur B'Ursa machte einen abwesenden Eindruck. Sie konnte es gar nicht fassen, dass sie nun tatsächlich hier war. Es dienten immernoch nicht viele Klingonen in der Sternenflotte. Auch B'Ursa hatte hart kämpfen müssen, um sich für die Eignungsprüfung anmelden zu können. Ihre Eltern waren stolz auf ihre klingonischen Traditionen. Sie hassten den Gedanken, ihre Tochter, auf die sie immer stolz sein konnten, nun an Starfleet zu verlieren. Wie konnte ein echter Klingone nur unter so verweichlichenden Umständen ehrenhaft leben?
B'Ursa wollte es ihrer Familie immer recht machen. Als ihre Brüder zu echten Kriegern wurden, stand für sie fest, dies war auch ihre Zukunft. Bis zu dem Tag, als sie feststellen musste, dass einer ihrer Brüder garnicht so ehrenvoll handelte, wie sie sich das immer vorgestellt hatte. Er hatte feige bei seinem ersten Einsatz reagiert, war von seinen Prinzipien abgewichen und hatte die Familie damit entehrt. Dies hatte für die ganze Familie verheerende Folgen. Ihre Brüder mussten den Dienst verlassen. Ihre Familie wurde geächtet. Sie selber musste in der Schule darunter leiden, was sie noch härter und jähzorniger machte.
Ihre Eltern hielten es bald nicht mehr aus, und die Familie zog in eine entfernte Kolonie, in der die Kinder jedoch genauso grausam zu ihr waren. Der schlechte Ruf ihrer Familie hatte sich auch bin in diesem entfernten Winkel verbreitet. Dafür hatten einige einflussreiche Klingonen gesorgt.
In dieser Kolonie lernte B'Ursa auch die ersten Starfleetangehörigen kennen. Sie entdeckte, dass es auch unter ihnen soetwas wie Stolz und Ehre gab. In diesen Tagen fasste sie den Entschluss, zu Starfleet zu gehen, um doch noch eine Art Kriegerin werden zu können. Ihre Eltern konnten diesen Entschluss ihrer Tochter nicht fassen. Aber nach langen Diskussionen sahen sie ein, dass B'Ursa recht hatte.
Nun saß sie hier in dem Hörsaal und war sich garnicht mehr so sicher, ob ihre Entscheidung richtig war.
"B'Ursa? So war doch dein Name? Kommst du noch mit in die Cafeteria?" Sarah hatte die junge Klingonin angesprochen. B'Ursa hatte garnicht bemerkt, dass die Vorträge schon vorüber waren. Viele Kadetten hatten den Hörsaal schon verlassen.
"Fass mich nicht an, Mensch!" Sie zeigte ihre Zähne, Sarah blieb jedoch ruhig vor ihr stehen. Sie wusste, dass sie B'Ursa gegenüber keine Furcht zeigen durfte.
"Na egal, ich komme mit." B'Ursa war beeindruckt, dass Sarah nicht vor ihr zurückschreckte. Vieleicht käme sie ja doch mit ihr aus. Nur der Gedanke an diese Vulkanierin machte ihr Sorgen. Wie sollte sie mit mit einer Vulkanierin auskommen. Was hatten die sich bloß dabei gedacht, so unterschiedliche Charaktere in ein Quartier zu "stecken"?
"Geht unser Eisblock auch mit?" B'Ursa schüttelte sich bei dem Gedanken.
"Ja, wir gehen zu dritt, ich denke, wir sollten uns kennenlernen." Sarah gab nicht auf. Es hatte sie schon Mühe gekostet T'Sel zu überreden, aber B'Ursa war noch schwieriger. Sie hatte sich jedoch vorgenommen das beste aus ihrer Situation zu machen.
Die drei unterschiedlichen Kadetten gingen zu einem kleineren Raum, der sich im gleichen Gebäude befand. Hier trafen sich die Erstsemester, um zwischen den Vorlesungen zu entspannen oder eine Kleinigkeit zu essen. Der Raum war in einem nicht so grellen Licht getaucht. Es standen viele einzelne Tische mit Stühlen im ganzen Raum verteilt. Der Boden war sogar mit einer Art altmodischem textilen Gewebe ausgelegt. Es war angenehm darauf zu laufen, da jegliche Geräusche, die sonst die Stiefelabsätze machten, verschluckt wurden. Man hatte das Gefühl auf einer weichen Decke zu gehen. Selbst die Wände waren in warmen Farben gestrichen. Man konnte sich hier wirklich wohl fühlen, dachte Sarah.
"Dieser Raum ist unerträglich.", schnaufte B'Ursa verächtlich. "Das ist doch nichts für einen Krieger. Da verweichlicht man doch unweigerlich." Genauso hatte sie sich das immer vorgestellt. Fehlte nur noch, dass die Stühle gepolstert wären, dachte sie, sagte es aber nicht laut.
"Ich muss leider zustimmen, dass dieser antiquierte Bodenbelag ein Herd für mögliche Krankheitserreger und sonstigem Schmutz sein kann. Es ist nicht effektiv, den Bodenbelag jeden Tag reinigen zu müssen." T'Sel strich mit der rechten Stiefelspitze über den Bodenbelag.
"Ich finde es gemütlich. Kommt, da vorne ist ein Tisch frei geworden. Lasst uns dort hinsetzen." Sarah steuerte ohne auf die Antworten der beiden "Stubengenossinnen" zu warten auf den leeren Tisch zu. Sie war stolz auf sich, dass sie es geschafft hatte, die beiden zu überreden mitzukommen. Nun musste sie sie nur noch dazu bringen, sich zu unterhalten. Wenn sie sich richtig kennenlernen würden, vielleicht konnten sie auch Freunde werden, oder zumindest neutral miteinander umgehen.
"Was soll das hier nun bringen?" Die Klingonin sah sich hektisch im ganzen Raum um. So als wäre sie immer auf dem Sprung, dachte Sarah.
"Bitte, ich würde euch gern näher kennenlernen. Wir sind nun für acht Semester in einem Quartier. Ich würde schon gern wissen, mit wem ich es zu tun habe." Sarah sah die beiden an. T'Sel schien sie garnicht richtig wahrzunehmen. Sie saß stocksteif auf ihrem Stuhl.
"Das einzige, was du wissen musst, ist, dass du mich in Ruhe lässt. Komm mir nicht in die Quere, dann kommen wir auch gut miteinander aus. Auch wenn ich nicht unbedingt darauf aus bin, mit euch gut auszukommen." B'Ursa bellte diese Worte förmlich heraus. Sie war dabei halb von ihrem Stuhl aufgestanden und beugte sich über den Tisch. Die Kadetten an den anderen Tischen schwiegen und sahen zu den dreien hinüber.
Ein älterer Kadett war an den Tisch getreten. Er sah das ungewöhnliche Trio an. "Ich habe nie verstanden, was Klingonen bei Starfleet zu suchen haben.", stieß er verächtlich aus.
B'Ursa wollte sich gerade den Kadetten greifen, als T'Sel ihr die Hand auf den Arm legte, um sie zurückzuhalten. Der Kadett sah T'Sel an und grinste über das ganze Gesicht. "Ach, unsere überheblichen Freunde, die Vulkanier... immer da, wenn man sie nicht braucht..."
T'Sel schien völlig ruhig zu sein. "Die Abstammung eines Individuums ist ein Geburtsmerkmal, aber weder ein Grund sie zu beleidigen, noch ein Grund, ihr die Mitgliedschaft bei Starfleet zu verweigern oder sonstwie abzusprechen."
Sarah hätte erwartet, dass der Kadet wütend werden würde, aber er fing an zu lachen. "Genau das wollte ich hören", sagte er und ging zum Ausgang, ohne sich nocheinmal umzusehen.
B'Ursa war immernoch wütend, aber sie setzte sich wieder auf ihren Stuhl. "Danke für die Hilfe, auch wenn ich keine Hilfe gebraucht habe." Diese Worte an T'Sel waren die schwersten ihres Lebens. Sie hatte sich noch niemals bedankt. Vielleicht war es doch nicht so falsch, mit den beiden ein wenig "auszukommen". Man konnte ja wahrscheinlich voneinander lernen.
"Ok, wir versuchen es zusammen. Seid ihr einverstanden?" In Sarah keimte Hoffnung. Die Vulkanierin nickte kurz, die Klingonin ließ ein kurzes Brummen hören, was Sarah als Zustimmung wertete.

Beitrag wurde am 14. Februar 2007, 18:48 Uhr editiert.




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13.2.2007, 08:54

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Mit fremden Augen

Was da oben vorging war uns eigentlich immer egal, wir sahen nur gelegentlich die Ergebnisse und versuchten ihnen aus dem Weg zu gehen. Bei der Größe des Ozeans kein schwieriges Unterfangen, vor allem seit die ganzen Jäger sich mit uns geeignet hatten nur das nötigste zu tun um selber zu überleben. Zumindest solange da oben die Geschehnisse tobten. Alles zog sich in Summe über knapp 20 Jahre, und danach wurde es so ruhig dass wir danach an Land gingen um nach dem Rechten zu sehen. Wir blieben dann gleich dort, denn es war niemand mehr da um uns das Gebiet streitig zu machen. Die ganzen ach so intelligenten Säuger auf zwei Beinen, die Maschinen benutzten und die Welt nach ihrem Willen umformten, waren verschwunden. Nur mehr ihre zerstörten Behausungen waren ein Zeugnis ihres Seins.

Als Delphin lebt es sich einfach. Den meisten Meeresbewohnern ist man an Intellekt überlegen, was aber keinesfalls ein Ersatz für Größe oder ein paar Reihen scharfer Zähne sind. Und natürlich sind nicht alle vor Zähnen starrende Monster dumm. Haie, zum Beispiel, können ganz gewieft sein wenn sie wollen. Aber meistens beschränken sie sich auf zwei Dinge: schwimmen und fressen.
Da sind die Wale schon besser. Ihre Gesänge reichen weit und dienen zum Informationsaustausch. Wie Tratschweiber, deren Tisch der Ozean ist. Ihre Lieder sind vergleichbar mit dem, was die Menschen klassische Musik nannten. Klassisch im Sinne dass es nie aus der Mode kam.
Je tiefer man kommt, desto verschiedener sind die Lebewesen, die man antrifft. Sie werden immer weicher und oft kleiner. Erst ganz unten, wo es wieder warm wird, gibt es Monster, die noch größer sind als die Wale oder Haie. Es sind Haie, aus grauer Vorzeit, gefangen zwischen der Wärme des Erdbodens und der Kälte der Ozeane. Doch würden sie nach oben kommen, bei meinen Flossen, wir wären nur ein Buffet für sie.

Ich will aber nicht mehr über meine Nachbarn lästern.
Eigentlich will ich über die Menschen berichten, die alles hier oben als total selbstverständlich ansahen. Sie ebneten Berge ein oder schufen neue, je nachdem. Wir sind nicht dazu fähig, und haben es auch nicht nötig, will ich mal betonen. Die Meere geben uns alles was wir brauchen, also wozu was ändern.
An Land ist es, zumindest seit wir hier sind, auch nicht anders. Wir mussten nicht Berge erschaffen, unsere Bedürfnisse sind jedoch anders. Zum Fressen gehen wir noch immer zurück in die Heimat, das Wasser. Aber an Land ist es sicherer, keine Jäger, die aus Spaß töten. Keine Rabauken, die dich nur aus Spaß jagen und töten, wie die Orcas, die jetzt wieder zahlreich die Meere unsicher machen. Wie die Wölfe, die sich an Land nur langsam und vorsichtig an uns heranwagten und nach einem kurzen Gespräch wieder respektvollen Abstand einhielten.

Die Menschen waren, wie wir von den Wölfen erfahren haben, anders. Sie waren nie zufrieden, und beneideten sich gegenseitig.
Wir verfolgten ihr Handeln so gut es ging aus sicherer Entfernung, manchmal wagten wir uns auch näher ran und warnten sie. Doch die Menschen, in ihrer Arroganz, sahen unsere Gesten als Versuch mit ihnen zu spielen.
So kam es wie es kommen musste. Irgendwann sahen wir viele Schiffe auslaufen und Maschinen durch die Luft fliegen. Andere rollten in Küstennähe vorbei ins Landesinnere.
Da schrillten bei uns schon alle Alarmglocken und wir begannen die anderen zu warnen. Die Wale nahmen unsere Warnungen sofort ernst und verbreiteten sie mit ihren Gesängen. Die Haie brauchten länger, und haben sogar ein paar unserer Boten gefressen.
Wir Delphine waren sozusagen das Streichholz, das das Feuer entzündet hat.
Dann begann das Sinken. Immer mehr der Schiffe kamen als riesige Geschosse nach unten, total verfetzt und zerschossen. Einige von uns im Wasser konnten den Trümmern nicht ausweichen und wurden verletzt, viele sogar erschlagen.
Andere Schiffe, die wie wir unter Wasser dahin zogen, waren die schlimmsten. Sie schossen lange Dinge ab, die manchmal auch uns trafen. Und diese Geräte, die sie benutzten um sich zu finden, sie schmerzen in unseren Ohren und trieben uns beinahe zum Wahnsinn.
Wir zogen uns so tief zurück wie wir konnten, doch Wale und Delphine mussten ja immer wieder hinauf zum Atmen.
Da kamen uns zum Glück die Riesenkraken zu Hilfe und schlugen riesige Höhlen in die Felsen, in die sie Luftblasen setzten. Einige von uns konnten so gerettet werden, andere blieben wie ich unbelehrbar und stiegen immer wieder auf. Wieder andere erstickten einfach.
Ich, zu meinem Teil, ging eigentlich nur wieder hinauf um zu sehen was da vorging. Die Flugmaschinen wurden immer weniger, die Schiffe auch. An Land traute ich mich bald nicht mehr, weil es dort noch schlimmer war wie auf See.
Dazu kam die dauernde Hitze. Die Wasser brodelten oft und waren manchmal so heiß dass nur die Tiefe der Meere Linderung schenken konnten.
Schließlich endete alles, von einem Tag auf den anderen. Alles war weg. Alle Schiffe, als Flugmaschinen, alle Landmaschinen. Riesige Landstriche waren abgebrochen und ins Meer gestürzt.
Wir, die Gelehrten der Meere, konnten mit den Puzzlestücken, die dadurch ins Meer gespült wurden, bald etwas anfangen. Wir benutzten Landkarten, Schriften und schließlich sogar einige Geräte um alle aufzuklären.
Die Menschen hatten sich kurz gesagt selber verschlungen. Um Gebiete war es gegangen, Ressourcen und natürlich die Macht. Die Menschen waren Barbaren, die mächtige Waffen haben. Mehr als Zähne, Flossen und Fangarme. Mit diesen Waffen stürzten sie sich in den Untergang.
Sie verdammen die Übeltäter wohl selber. Obwohl, eher nicht. Es ist ja niemand mehr übrig, der verdammt werden kann. Und noch weniger jemand, der verdammen könnte. Kein Mensch ist übrig, alle sind dahin gegangen. Verbrannt, ertrunken, erschossen, verstrahlt.

Genau das ist das Problem.
Die Welt, ein Grün und freundlich, ist nur noch ein Land aus Glut, Flammen mit Aschenregen. Kein Land, in dem man gerne verweilt. Aber die Wasser sind vergiftet und verstrahlt. Alles stirbt, in allen Tiefen, an allen Orten.
Die Erde ist ein wüstes Feuerland, bald ohne Leben. Bald werden nur noch die Lavaströme und das Gift seine Kreise ziehen.
Ob an Land oder im Wasser, überleben werden wir nicht lange. Viele sind schon gestorben, noch viel mehr haben sich selber das Leben genommen.
Schrecklich ist was geblieben ist. Die Flossen voller Schwielen, die Augen eitrig. Der Kopf schmerzt und der Atem brennt schlimmer wie der heiße Boden.

Meine Zeit ist knapp, wie gesagt schmerzt alles.
Ich werde den einfachsten Weg wählen. Den Weg, den auch die meisten verbliebenen Landbewohner wählen. Die Ratten bringen aus den Ruinen der Städte Pulver, in riesigen Menschen. Sie nennen es Rattengift, und sagen dass es verwendet wurde um sie zu töten.
Es soll ein einfacher Tod sein, im Verhältnis zu dem, was denen widerfährt, die gar nichts tun. Die in Krämpfen durch das Meer treiben, mit den Flossen schlagen und schrill kreischen bevor ihre Stimme versagt und sie schwer zum Grund sinken, zu den unzähligen anderen, die vor ihnen starben.

So, leb wohl, du einst schöne Welt. Du warst eine wunderbare Perle in der Größe des Ganzen.
Nun bist du ein schwarzer Schandfleck im Nichts, entstanden durch die Arroganz der sogenannten Zivilisation.
Ich spüre wie das Gift langsam wirkt. Es schmerzt, jedoch nicht so sehr wie es sein muss in den Krämpfen zu gehen.
Ich habe die Welt gesehen, mit meinen und mit fremden Augen. Ich hoffe irgendwann kann das wieder jemand tun. Wenn sich dieser Ort erholt hat und wieder Leben einkehrt. Irgendwann...

Beitrag wurde am 14. Februar 2007, 18:47 Uhr editiert.




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13.2.2007, 08:55

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Geschichte 7


Der Schrotthändler

Er sass in seinem kleinen Raumschiff und studierte eine alte Landkarte vom Planeten Erde. Er musste den Ort finden, den der Armalanier genannt hatte. Nur so konnte er seine Probleme lösen. Plötzlich flackerte das Licht in dem kleinen Raum. Nun hatten sich die Biester also auch in die Energieversorgung gefressen. Er nahm seine Laserpistole und ging zum hinteren Teil des Schiffes. Dort zwängte er sich in einen kleinen Gang und kroch ganz nach hinten, zum Antrieb des Schiffes. Als er den Kopf durch die andere Öffnung streckte, huschten kleine Schatten umher. "Diese verdammten Morladiten," dachte er. "Die machen noch alles kaputt und ich hab keine Pludkes mehr um so eine Reparatur zu bezahlen. Und bis zum nächsten Planeten sind es noch Lichtjahre."
Er stand im kleinen Antriebsraum auf und versuchte mit seiner Laserpistole die Morladiten zu erwischen. Dabei fürchtete er, dass er mit der Laserpistole noch mehr Schaden am Antrieb zu machen könnte und hörte auf rumzuschiessen. Kaum hatte er aufgehört, kamen die kleinen Schatten von überall her wieder hervor. Er betrachtete sie schweigend. Sie waren etwa zwanzig Zentimeter lang und sahen aus wie kleine Delphine, die anstatt Flossen, Pfoten hatten. Ihre Haut war glatt und glänzend und statt einem Fischschwanz hatten sie nur ein dickes Hinterbein. Sie konnten sich schnell bewegen und frassen am liebsten Kabel und Kunststoffteilchen.
Der Armalanier hatte gesagt, dass es auf dem Planeten Erde ein Mittel gäbe, um mit diese Plage aufzuhören. Er nannte es "Rattengift". Was immer das auch sein mochte, ihm war das recht. Nur musste er diesen Planeten erreichen, bevor die Morladiten das Raumschiff aufgefressen hatten. Da kam ihm eine Idee wie er diese Biester ein Weilchen hinhalten könnte. Er zwängte sich wieder in den kleinen Gang und kroch nach vorn. Als er sich aufgerichtet hatte, wendete er sich nach links und betrat einen der Lagerräume des Schiffes. In einer Ecke des Lagerraumes, lag eine Kiste mit alten Kabeln und Kunststoffteilchen, die er für allfällige Reparaturen aufbewahrt hatte. Er nahm diese Kiste und ging zurück zum Gang in den Antriebsraum. Er schob die Kiste in den Gang hinein und liess sie ungefähr in der Mitte des Ganges stehen. Er setzte sich hin und beobachtete die Kiste. Nach ein paar Minuten sah er einen der Schatten auf der Kiste sitzen. Es hatte also geklappt, die Morladiten waren abgelenkt worden. Nur für wie lange, dass wusste er nicht. Er stand auf und ging wieder in den vorderen Raum, setzte sich auf seinen Sessel und studierte die Anzeigen. Nur noch ein halbes Lichtjahr, dann hatte er den Planeten Erde erreicht.
"Hoffentlich hält das Schiff die nächsten drei Stunden," dachte er.
Er drückte auf einen Knopf auf der Konsole, lehnte sich in seinem Sessel zurück, schloss seine fünf Augen und lauschte der klassischen Musik aus Sarsalia, seinem Heimatplaneten. Plötzlich wurde es dunkel in dem kleinen Raumschiff, die Musik aber ertönte weiter, als wäre nichts geschehen. Er erschrak. Hatten die Morladiten die Kiste schon aufgefressen? Er sprang auf, aber weil er nichts sehen konnte, fiel er gleich über etwas, das am Boden lag. Er tastete nach dem unsichtbaren Hindernis und fand die kleine hölzerne Schachtel, die ihm der Armalanier gegeben hatte. In der Schachtel war ein komischer weisser Stab aus dem ein Faden rausschaute und viele kleine Hölzchen mit roten Spitzen. Der Armalanier hatte ihm eine Gebrauchsanleitung für diese Sachen gegeben. Er nahm seinen Helm ab und kramte darin rum, denn dort bewahrte er immer wichtige Sachen auf. Mittlerweile hatten sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und ein fahler Lichtschein fiel durch ein Bullauge in den Raum. Nachdem er die Anleitung gefunden hatte, ging er zum Bullauge um besser lesen zu können. "Der weisse Stab nennt man ,Kerze'," las er. "Die kleinen Hölzer heissen ,Streichhölzer'." Nachdem er die Anleitung gelesen hatte, nahm er eines der Hölzchen und strich damit über die rauhe Seite der Schachtel. Nach einem kurzen Flackern, brannte das Streichholz. Er nahm die Kerze in die Hand zündete nun den Faden mit dem brennenden Streichholz an und hatte nun Licht. Er schaute nochmal auf die Anzeigen. Noch zwei Stunden, dann würde er den Planeten Erde erreichen. Da verstummte die Musik und zwei der Anzeigtafeln erloschen. Er wusste, dass es nicht mehr lange dauern würde, aber wenigstens hatte er Licht. Eine halbe Stunde später erloschen noch drei Anzeigetafeln auf der Konsole. Beunruhigt nahm er die Kerze und ging zum Antriebsraum. Noch bevor er den kleinen Gang erreicht hatte, gab es einen Ruck, den das ganze Schiff erschütterte. Er schaute zum Bullauge raus, konnte aber nichts als Sterne sehen. Einer der Sterne leuchtete blau. "Das muss der Planet Erde sein," dachte er. Der blaue Stern wurde immer grösser.
Er gab sich einen Ruck und leuchtete mit der Kerze in den Gang. Die Kiste war weg, der Weg war frei. Also kroch er, die Kerze in der Hand haltend, in den Antriebsraum. Im Antriebsraum gab es fast keine intakten Kabel mehr. Er stand da, und seufzte. Es war also nur noch eine Frage der Zeit, bis das Schiff auseinanderfallen würde. Er hätte diese Trümmerteile nicht an Bord nehme dürfen, die er im Propetski-System gefunden hatte. Aber jeder gute Schrotthändler hätte dasselbe getan. Jetzt wusste er, dass auch der Schrotthandel gefährlich sein konnte. Aber jetzt war es zu spät.
Er kroch durch den Gang zurück und blieb beim Bullauge stehen. Der blaue Stern, war im kleinen Fenster zu einem blauen Planeten herangewachsen. Er hatte sein Ziel fast erreicht und es fehlten nur noch ein paar Meilen. Er schaute immer noch auf den blauen Planeten, als das Schiff auseinanderfiel...

Beitrag wurde am 14. Februar 2007, 18:46 Uhr editiert.




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13.2.2007, 08:56

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Das Märchen vom Glück

Der Unterschied zwischen einer Chimäre und einer Utopie ist größer als man denkt.
Utopien sind an für sich nichts Ungesundes. Sie sind Wunschvorstellungen, doch jeder weiß, dass sie nicht realisierbar sind. Sie verlassen also nie den Rahmen der Phantasie, des Traums. Mit Chimären ist das anders. Es sind falsche Ideale, denen wir folgen und ohne es zu merken sind wir auf einem Irrweg, der keine Umkehr mehr gestattet... bis schließlich die Zeit abgelaufen ist....

Irgendwann hatte man ihr einmal gesagt sie sei wie eine Ratte. An für sich war es wohl eine Beleidigung gewesen... sie hatte es aber eher als Kompliment aufgefasst. Ratten sind Überlebenskünstler. Zugegeben, sie sind nicht schön anzusehen, sie leben im Müll, sie bringen die Pest, aber sie sind hartnäckig und kaum auszurotten, auch wenn sie eine Schwäche haben: Rattengift... und vielleicht Raubvögel, doch die fangen sich in der Regel lieber Mäuse!
Sie stand also jetzt vor dem Spiegel und zog sich an. Spieglein, Spieglein... sie war gewiss die Schönste im ganzen Land, vermutlich auch die Intelligenteste! Sie war die gerissene Hexe unter all dem Kleinvolk, den Trollen, Zwergen und Gnomen. Sie lachte leise und murmelte spöttisch "Traumtänzer" als sie ihre Tasche packte. Ein letztes mal vergewisserte sie sich darüber, dass sie auch an alles gedacht hatte: Streichhölzer für die Lampe, die Landkarte, den spitzen Hut... ja, es war alles da! Also verließ sie die Hütte und betrat den Wald, machte sich auf die Suche nach dem Glück, dem einzigen was ihr noch fehlte.

Sie wanderte lange Zeit, fand viele Schätze, entdeckte viele verborgene Geheimnisse und Mächte des Waldes, doch das Glück fand sie nie, sie hatte nur immer wieder kleine Momente in denen sie sich als ,glücklich' hätte bezeichnen können. Aber dieser Zustand dauerte nie an.
Sie befragte all die Weisen und Mächtigen des Landes, doch niemand konnte ihr helfen, keiner hatte das Glück je gefunden. Es hieß, dass Einige sich ebenfalls auf die Suche gemacht hatten, jedoch nie zurückgekehrt waren.
Jedes Mal wenn sie einen Palast oder Tempel verließ lachte die Hexe über die Torheit und Ignoranz der Menschen, die in ihren Schlössern saßen, ihrer klassischen Musik lauschten und in ihrem Streben nach einem erfüllten Leben nie daran dachten das vollkommene Glück zu erreichen. Dennoch war sie auch frustriert und traurig darüber, dass sie nicht fand was sie suchte.

Schließlich verließ sie den Wald und wandte sich dem Meer und seinen Bewohnern zu. Sie befragte die Sirenen, Meerjungfrauen und schließlich auch die Tiere. Die Wale hatten Glück nie gesehen, sie wollten ihr Leben einfach nur so gut sie konnten leben und sich um ihre Familien kümmern. Die Delphine lachten die Hexe nur aus und schwammen ohne eine Erklärung davon.

Als sie 40 Jahre gewandert war, wollte sie nach Hause zurückkehren und schließlich erreichte sie den Wald.
Kurz vor ihrer Hütte traf sie auf einen Troll, der gerade von der Jagd kam. Er grüßte sie als sie an ihm vorbeiging.

"Hab' Sie lang nicht mehr gesehen!" brummte er. "Hab' gehört Sie war'n auf Wanderschaft! Wie ist es Ihnen ergangen, Madame?"
Sie sah ihn angeekelt an.
"Geh mir aus den Augen Du Stück Geröll!"
- "Ich hab' Ihnen doch nichts getan!"
"Glaubst Du, dass Du mir helfen kannst? Du stinkender Stein? Ich habe das Glück gesucht und es nirgends gefunden. Keiner konnte mir etwas sagen, kein Weiser, kein König, keine andere Hexe, niemand! Also: hast Du eine Antwort für mich?"
Sie lachte spöttisch.

Der Troll blickte sie traurig an und sagte langsam, mit einer Stimme, die so tief war, dass der Boden vibrierte:
"Haben Sie nicht gewusst, dass das Glück eine Chimäre ist?"
Sie sah auf, lachte hysterisch und verstummte dann. Verschiedene Emotionen zeigten sich in ihren Gesichtszügen und jede währte nur für den Bruchteil einer Sekunde. Plötzlich blitzte es in ihren Augen als sie schließlich verstand was der Troll gesagt hatte.

Sie sah noch einmal zu dem riesigen Wesen auf.
"Glaubst Du man wird mir verzeihen?"
- "Ich hoffe es, Madame!"
"Verzeihst Du mir denn?"
- "Das habe ich doch schon längst!"
Der Troll lächelte und die Hexe tat es ihm gleich. Dann zerfiel sie zu Staub.

Die Narzisstin hatte ihr Rattengift gefunden.

Beitrag wurde am 14. Februar 2007, 18:46 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

13.2.2007, 08:57

Geschichte 9
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Geschichte 9

Das Ende der Eiszeit

"Das, was lebt, und noch keinerlei Sinne besitzt,
wird seinen Erfinder umbringen"
Nostradamus

Sie öffnete die Schachtklappe und zog sich hoch. Unten konnte sie noch immer Paddys Stimme hören - alle zwei Minuten derselbe, monotone Rapport - Druck stabil, Konsistenz stabil, Erhitzung gleichmäßig... Sie kamen schlecht voran, nicht nur Eis sondern auch massiver Fels versperrten ihnen den Weg - wieder einmal würde die Freilegung eines Planquadrates mehr Zeit in Anspruch nehmen, als geplant. Sie war kein geduldiger Mensch. Nicht mehr. Es war kurz vor ihrem 80.Geburtstag gewesen, als ihr klar wurde, dass sie die Fertigstellung ihres Projektes vielleicht nicht mehr miterleben würde.
"Du bist doch nicht alt!", versuchte Nate - ihr Arzt - ihr die Angst zu nehmen, aber mit jedem Tag spürte sie, dass ihre Kraft zur Neige ging.
Ihre nervösen Füße hatten Perry in den Wahnsinn getrieben. "Hau halt ab, Joesie!", hatte er schließlich entnervt gestöhnt und ihr den Schlauch für die Schmelzwasserpumpe aus der Hand gerissen, "Ich kann die Messgeräte auch im Auge behalten, während ich die Pumpe kontrolliere. Drei Leute sind ohnehin zuviel und du, Lady, brauchst ganz dringend Schlaf." Sie wollte ihm widersprechen, aber dann ließ sie es, denn sie wusste ja, dass man nach ihr schicken würde, sobald es etwas Neues gab.
Sie marschierte nach draußen. Während sie ging, prüfte sie die Beschaffenheit der Schachtwände, suchte nach Rissen und ähnlichen Anzeichen, die auf einen Bruch hätten hindeuten können.
Wie naiv sie beim Bau der ersten Schächte gewesen waren! Doch dieser Schacht war gut befestigt, sie würden noch ein paar Tage haben, bevor die Erde zu weich werden würde, um weiter zu machen. Bis dahin würden sie Planquadrat F hoffentlich freigelegt haben.
Den letzten Teil des Schachtes, der durch viele Meter pures Eis führte, musste sie mit der Leiter zurücklegen. Es hatte eine Weile gedauert, bis sie erkannt hatten, dass es schlauer war, die Schicht nur einmal aufzubrechen und von diesem Knotenpunkt aus ein Netz aus Tunneln zu spinnen, in denen sie die Rohre zur Umleitung der Erdwärme legen konnten. Auf diese Weise kamen sie nun von unten an die Stellen heran, die sie untersuchen wollten und sollten sie fündig werden, könnten sie eine Höhle in die Eis-Schicht schmelzen - groß genug um zu tun, was zu tun war.
Sie hatte die Oberfläche erreicht. "Mondkrater..." flüsterte sie sich selbst zu, als sie einen Blick über das Gelände warf. Tatsächlich wirkten die Forschungssiedlungen in ihren künstlich geschaffenen Tälern wie Mondkolonien.
Sie fischte in ihrer Jacke nach Zigaretten. Nate hatte schon ein paar Mal versucht, ihr das Rauchen auszureden, aber sie hatte nur gelacht: "Eine alte Dame kannst du nicht mehr erziehen."
Sie ließ das Streichholz länger brennen, als es zum Entzünden der Zigarette nötig gewesen wäre - es war das vorletzte. Bis zur nächsten Lieferung würde sie das kleine Flämmchen nicht wieder sehen und in Zeiten wie diesen...Ihr Blick ruhte sich auf den Schneemassen um sie herum aus. Wie lange war das nun schon her, dass Schnee etwas Schönes war, etwas, über das sich die Kinder freuten, wenn es vom Himmel kam? Jetzt war es immer da.

Einst war dies der Strand der Delfinbucht gewesen, und einst hatte es auch Delfine gegeben, aber das war noch länger her. Eine Reihe menschlicher Missgeschicke hatte sich Schritt für Schritt seinen Weg gebahnt bis zu dem Punkt, an dem sie jetzt stand. Erst waren es die Seuchen im Meer, dann waren es die Waffen. Und wie eine Kaskade der Unvernunft gab man sich die Klinke in die Hand. Auf der Schulter des Planeten trug man den Kampf um ihn aus, als wolle man ihn, wenn man ihn schon nicht besitzen konnte, wenigstens zerstören. Als der Regen ausblieb, fiel es zunächst nicht auf und dann schien es eine Lappalie zu sein. Planetenkonstellation, Erderwärmung - viele Gründe wurden gefunden, Lösungen kaum und die Delfinbucht, die schon keine Delfine mehr vorweisen konnte, versagte nun auch das Wasser und wurde zur Einöde.
Dort hätte man es vielleicht beenden sollen. Aber das hatte auch sie nicht geahnt, im Gegenteil - sie war Trubetzkys Assistentin gewesen, sie hatte mit ihm den Schritt getan der ihr nun vorkam wie der postmoderne Turmbau zu Babel. Sie hatten Gott provoziert und wenn schon nicht ihn, dann was auch immer es war, dass der Menschheit noch wohlwollend gegenüberstand. Und zunächst schien es, als hätten sie Erfolg gehabt, denn es regnete.

Als sie den Forschungskomplex betrat, spürte sie ihre Füße und Hände nicht mehr.
Der heiße Dampf der Aufwärmkabine taute ihr das taube Gefühl aus den Gliedern, jagte ihr jedoch zugleich eine Welle des Schmerzes durch die Knochen. Der Eiswind schlug ihr täglich neue Schneisen ins Fleisch und ihr Gesicht war von vielen der so genannten "Frostnarben" gezeichnet.
Nate hatte schon alles bereit liegen, als sie den Raum für die Routine-Untersuchung betrat. "Doktor Nathaniel Heyes - du bist mir der liebste Drogendealer!", bemerkte sie lachend, als sie die Spritzen und die zwei Tee-Tassen sah. Mehr als ein mildes Grinsen konnte er sich jedoch nicht abringen, sein Blick war sofort auf ihre Wunden gefallen.
"Mir wäre es lieber, du würdest direkt vom Schacht zum Komplex kommen, anstatt da draußen noch dieses Rattengift zu inhalieren.", meinte er und der Ärger in seiner Stimme machte ihr klar, dass Scherze heute nicht angebracht waren. Schweigend ließ sich von ihm untersuchen. Er spritzte ihr das Schmerzmittel und schob ihr den Tee hin.
"Sind Perry und Graham noch drüben?" Sie nickte, "Es wird länger dauern, wir müssen durch Fels bohren." Ihre Augen wanderten im Raum umher.
"Was ist?", fragte er, "Wo hängen deine Gedanken schon wieder rum?" Sie schob einen Schluck Tee zwischen seine Frage und ihre Antwort und sprach es dann doch aus:
"Nate...meinst du, wir tun das Richtige?" Er lachte. "Du? Du zweifelst an diesem Projekt? Tatsächlich?" Sie schwieg betreten.
"Was ist los, Johanna?"
Sonst nannte sie niemand so. Nur er sprach ihren vollen Namen aus, dazu noch richtig. Dann und wann unterhielt er sich auch auf Deutsch mit ihr - für sie war das, als wenn sich ein kleines Stück Kindheit in ihr Leben zurück schmuggeln würde.
"Ich weiß nicht genau.", antwortete sie, "Ich hab nur nachgedacht. Über die Kinder, die neue Generation, die jetzt da draußen aufwächst. Sie kennen keine grüne Wiese und keinen Sand, die haben ein ganz anderes Weltbild als wir. Und sie kommen klar. Überhaupt kommen doch alle gut klar. Wir haben bislang triumphiert, wir überlebten - trotz Eis, trotz Kälte, trotz Ressourcenmangel. Wir sind immer noch da. Und was wir nicht alles geschaffen haben. Das Eis als Träger von Informationswellen, die effektive Nutzung der Erdwärme, die synthetische Produktion von Nahrung...aus der Misere ist die große Stunde der Wissenschaft geworden. Und die Stunde der Menschlichkeit! So viel Hilfsbereitschaft, Entgegenkommen und so viel Hoffnung..."
"Hoffnung, die sich auf dieses Projekt richtet.", unterbrach er sie, "Johanna, ich kann verstehen, dass du Angst hast. Aber du musst auch verstehen - wenn wir nicht weiter machen - dann werden sie alle sterben. Die Energie, die wir beziehen, ist nicht unerschöpflich und irgendwann sind die Reserven verbraucht. Dann sind Menschlichkeit, Wissenschaft, Hoffnung und all das, wovon du da sprichst, gänzlich ohne Bedeutung."
Sie nickte schwach.
"Das da draußen -", er deutete aus dem Fenster, "Das ist nicht natürlich. Das haben wir geschaffen."
"Das war ich.", murmelte sie und ihre Augen wurden glasig. Sie konnte unmöglich weinen, das würde ihn restlos überfordern.
Sie stand auf. "Ich bin müde.", sagte sie und verließ das Behandlungszimmer, ohne sich noch einmal umzudrehen.
Sie schlief unruhig, die Rekapitulation ihrer Geschichte verfolgte sie in ihre Träume.

Es hatte nicht aufgehört zu regnen - das war das Dilemma. Auch als sie sämtliche Maschinen abgestellt hatten, hörte es einfach nicht auf und die Delfinbucht verwandelte sich abermals, nur diesmal in ein schlammiges, seuchentragendes Meer. In eine Sintflut - das war ihr durch den Kopf geschossen und als zweites biblisches Symbol zwang es sie, die Wissenschaftlerin, die Doktorin und Alleswisserin in die Knie, von wo aus sie ihren alten Kinderglauben wiederbelebte und Stoßgebete stammelte, während braunes, schaumiges Wasser sie umspülte.
Sie hatten die Maschinen umprogrammiert, doch die Berechnungen waren in all der Hetze fehlerhaft gemacht worden. Und dann hatte es ausgesetzt. Es waren nur Minuten, die aus ihrem Gedächtnis verschwunden waren, doch in diesem Bruchteil ihrer Lebenszeit hatte sie die Maschinen samt Trubetzky weit hinter sich gelassen. Sie war fortgelaufen und hatte keine Ahnung, was passiert war. Auf den Hügeln stand sie und musste zusehen, wie alles versank.

Wenige Tage später begann es zu schneien. Ein Jahr später versank die Erde im Eis. Und 50 Jahre danach hatte sich daran nicht viel geändert.

Sie richtete sich mit einem Ruck auf, etwas hatte ihre Schulter berührt.
"Sie haben es, Johanna. Sie haben es." Die Schatten ihres Traumes verließen sie und erst allmählich begriff sie, was Nate gesagt hatte.

"Wir schmelzen nun die Höhle in das Eis, und zwar genau...", Perry richtete seinen Blick noch einmal auf die Landkarte, "...genau an der Stelle, an der wir das Südtor des Komplexes vermuten." Er schaltete das Diktiergerät ab und sah Graham bei der Enteisung zu. Neben ihm stand Joesie und zitterte, ihre rechte Hand krampfte sich um einen Schlüssel - den Schlüssel, der sie sowohl durch den Schutzwall, als auch ins Gebäude führen würde. Beinahe hätte sie gelacht - "Trubetzkys Fort Boyard" hatten sie es genannt, eine Festung, die allem trotzen konnte, Feuer, Wasser, Wind... nur dem Eis, welches es nun umschloss, nicht.

"Die Tür ist frei.", sagte Graham und sprang ihnen vor die Füße und für einen Moment beherrschte sie angespanntes Schweigen. Da oben, also. Sie hatten die Station gefunden - nach 50 Jahren. Weltweit warteten die per IS - Funk informierten Überlebenden in den eigens für diesen Moment erbauten Rettungskapseln auf das Ende der Eiszeit, in den Navigatoren die Koordinaten der Stellen, an denen den Berechnungen zufolge am ehesten Landmassen zu erwarten waren, wenn es zu tauen begann. 50 Jahre... "Ich muss da allein rein.", sagte sie und die Anderen widersprachen ihr nicht. Perry half ihr auf die Leiter, blieb hinter ihr, bis sie die Erdschicht hinter sich gelassen hatte und in der Eishöhle stand. Die Tür, das Schloss, der Schlüssel - es war merkwürdig, fast so, als würde sie noch träumen. Und in dieser Trance kam es ihr nicht verwunderlich vor, dass sie den Schlüssel im Schloss drehen konnte, als wäre nie etwas gewesen.
Perry wartete vor der Tür, die sie andächtig schloss. Sie war im Schutzwall - Polysamidrin, Trubetzky hatte es erfunden. Es zog sich wie ein riesiger Überzug aus Hartplaste um das gesamte Gebäude und machte es somit unsterblich. Die zweite Tür führte in die Hallen und auch diese Tür schloss sie hinter sich und verriegelte sie. Sie verschmolz förmlich mit ihrem Rahmen, ein Effekt, der verhinderte, dass sich das Wasser seinen Weg nach innen bahnen konnte. Die Station war riesig und wie sie diese nun durchschritt, nur mit einer Taschenlampe bewaffnet, war ihr merkwürdig zumute. Hier war ihr Büro - ihr Name stand noch auf dem Schild, kaum verblasst und nur von ein paar Spinnenweben überzogen.
Weiter vorn lag das Büro von Trubetzky, im letzten Trakt das Labor und die Maschinen ...

Beinahe hätte sie geschrieen, doch stattdessen erstarrte sie nur. In Trubetzkys Büro brannte Licht. Brannte Licht! "Nein, Johanna, das träumst du nur...50 Jahre...nein." Und doch hörte sie etwas und erst nach und nach erkannte sie, was es war:
Klassische Musik. Es war dieses Stück von Brahms, das er so liebte, er hatte es jeden Abend gehört, bevor er das Büro verließ.

Die Maschinen hatten verrückt gespielt, das Wasser war von allen Seiten auf das Gebäude zugerast und sie hatte Platzangst bekommen. Die Erinnerung holte sie ein.
Sie hatte nach draußen gewollt, er hatte sie zurück gehalten, sie am Arm gepackt. Sie hatte sich losgerissen, ihn taumeln lassen. Sein Kopf, der Türrahmen, das Blut. Sie hatte ihn umgebracht - das war es, was sie gedacht hatte und dann war sie losgelaufen. Einfach davon gelaufen...
Sie wusste nicht, woher sie den Mut dazu nahm, doch sie stieß die Tür auf. Sie sah seine Umrisse, seinen Körper, zumindest das, was davon übrig war, über einem Zettel, der seine letzten Worte in Tinte verewigt trug, eine kaum mehr lesbare Bitte um Verzeihung, vielleicht an sie - vielleicht auch an die ganze Welt. Brahms Sinfonie Nummer 4 in e-Moll, das letzte Werk des Komponisten... Sie erkannte das Stück, es lief endlos. Die Energiepacks - er musste ihre Effizienz erhöht haben.
- Hör nur, Hanna, hör's dir an - meinst du nicht, solch eine Musik kann man nur schreiben, wenn man es weiß? Dass man stirbt? Hanna? Hanna? -

"JOHANNA!" Sie versuchten die Tür einzurammen. Wie lange hatte sie da gesessen? Sie wusste es nicht. "Die Maschinen!", schoss es ihr durch den Kopf. Und sie rannte in den hinteren Trakt. Da waren sie, hinter der Stahltür...leblos aber auch ohne erkennbaren Makel standen sie da, als hätten sie nur darauf gewartet, dass sie zurückkommt. Aus ihrer Jackentasche kramte sie den Zettel mit ihren Notizen, den Berechnungen. Sie wusste ganz genau, welche Hebel sie ziehen musste, diesmal wusste sie es. Keine Fehler mehr, diesmal nicht.
Ihre Zigaretten waren ihr aus der Tasche gefallen und während sie sie aufhob, überfielen sie ihre Gedanken. Was würde danach kommen? Nach dem Ende der Eiszeit? Wenn all diese Rettungskapseln tatsächlich da ankamen, wo sie ankommen sollten, was würde dann werden? "Dann machen sie da weiter, wo sie aufgehört haben.", flüsterte sie den Maschinen zu und es schien ihr fast, als würde dieser traurige Wald aus Metall ihr stumm zunicken. "Kriege, Machtkämpfe, Seuchen."
Es roch wie in einer Kirche. Diesen Geruch hatte sie vergessen. "Die heiligen Hallen.", hatte Trubetzky einmal gesagt. Sie lachte kurz auf. Der Turmbau zu Babel, die heiligen Hallen, die Sintflut.
Sie verschloss die Stahltür, drückte ein paar Knöpfe und der mechanische Wald erwachte zum Leben. Ihr Zettel lag vor ihr, eine simple Rechnung - es war so einfach.
Sie drückte ein paar Knöpfe und als die digitale Anzeige begann, von 420 rückwärts zu zählen, entzündete ihr letztes Streichholz ihre letzte Zigarette. Ein vergilbtes Foto, das sie immer bei sich trug, zeigte sie als junges Mädchen auf einer Geburtstagsfeier im Garten.

Durch die Hallen tönte Brahms 4. Sinfonie, jemand schrie ihren Namen und dann war da nichts mehr - und auch sie war da nicht mehr.

Das Schmelzwasser, das die Explosion kurz zutage förderte, spülte ein paar Erdklumpen mit sich und auch ein im Eis ewig jung gebliebenes grünes Hälmchen von Gras, welches dann wie zum Hohn wieder in einem Strudel verschwand bevor der kleine See erneut zufror und somit den Riss schloss, der für kurze Zeit in der Eisdecke entstanden war.
Keine Fehler mehr - nie wieder.

Beitrag wurde am 15. Februar 2007, 19:26 Uhr editiert.




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13.2.2007, 08:58

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