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Kurzgeschichten-Event Abstimmung
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Liebe Community-Mitglieder,

für das aktuelle Kurzgeschichten-Event wurden 5 Geschichten eingereicht. Die Geschichten wurden anonymisiert und werden in den folgenden Posts für 2 Wochen zur Wahl stehen. Bitte die Teilnahmebedingungen für die Abstimmung gut durchlesen und eure Wahl anschließend an die letzte Geschichte in diesem Thread posten.

Teilnahmebedingungen:
.) Jedem User stehen 3 Stimmen zur Verfügung, wobei die Reihenfolge der Stimmabgabe eine Rolle spielt. (d.h. Erstgenannter bekommt 3 Pkte, Zweiter 2Pkte, Dritter 1 Pkt)

.) Die Abstimmung muss in einem Post erfolgen. Editieren der Posts/Stimmabgaben ist nur bis zu einer Stunde nach Erstellen des Ursprungs-Posts zulässig. Posts, die später editiert werden, werden - um einer Manipulation vorzubeugen - bei der Auswertung nicht berücksichtigt.

.) Jeder User darf seine Abstimmungsentscheidung begründen, muss es aber nicht.

.) Die Teilnehmer am Event dürfen selbstverständlich auch abstimmen.

.) Die Abstimmung beginnt ab sofort und endet am 21.08.2007 um 23:59 Uhr. Posts, die später eintreffen, werden nicht berücksichtigt.

Bitte in diesem Thread NUR Abstimmen. Fragen und Diskussionen bitte hierhin.

Viel Spaß beim Lesen und Danke an alle fleißigen Schreiberlinge für`s einreichen der Geschichten. Grafik




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07.8.2007, 15:40

Geschichte 1
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Ming`s End

Gordon Ferrao drehte den Schlüssel im Schloss herum, trat in den Flur und zog seinen Mantel aus. Nachdem er ihn an die völlig überladene Garderobe gehängt hatte, rief er nach seiner Frau. "Dale - ich bin zu Hause!" Er bekam keine Antwort. "Schatz...? Bist du da? Ich habe Neuigkeiten von Bill und Sheila. Sie wollen endlich heiraten! Hörst du..?" Er bekam wieder keine Antwort.
In der Küche stand eine kleine, silberne Kiste mitten auf dem Tisch. Als er sie öffnete, traf ihn fast der Schlag!
Schon als er den Deckel nur leicht geöffnet hatte, wurde das ganze Zimmer in ein seltsames Licht getaucht. Es funkelte, glitzerte und strahlte, dass es ihn an ein Polarlicht erinnerte! Aus diesem Licht heraus, schälte sich langsam der holografische Kopf eines Menschen von dem Gordon glaubte, dass dieser schon längst tot wäre.
Imperator Ming!
Es dauerte kaum 10 Sekunden, als das Holgramm ihn anstarrte, hämisch anfing zu grinsen und sagte: "Hallo Flash Gordon... vermisst du etwas? Ich glaube ich habe etwas, dass du gerne wiederhaben würdest!"
Der Kopf zerfaserte, und an seine Stelle trat ein Bild von seiner geliebten Frau Dale. Sie war geknebelt. Ausserdem hatte man sie so gefesselt, dass sie unerträgliche Schmerzen haben musste!
In ihren Augen stand die reine Panik!
In Gordons Kopf wurde es auf einmal total leer. Er fühlte sich, als wäre dort ein schwarzes Loch, dessen Ereignishorizont immer größer zu werden schien. Vor vierzig Jahren hatte er Ming das letzte Mal gesehen. Und im Gegensatz zu ihm, schien Ming keinen Tag älter geworden zu sein. Gordon hatte letzten Mittwoch seinen 65. Geburtstag gefeiert. Nachdem er damals zusammen mit Dale zur Erde zurückgekehrt war, war das Aufregendste das er noch erleben durfte seine Hochzeit mit Dale, die Geburt ihrer Tochter Paeonia und die Eröffnung seines "Frecce Tricolori-Museums". Sie hatten Paeonia so genannt, weil er schon jahrelang versucht hatte Pfingstrosen zu züchten. Jedoch wollte es ihm nie gelingen. An dem Tag aber, an dem seine einzige Tochter zur Welt gekommen war, standen alle seine Pflanzen in voller Blüte. Und sie, sie war die schönste Pfingstrose von allen!
MingÂÂÂ’s Gesicht erschien wieder.
Er grinste diabolisch und sagte: "Ich hoffe du besuchst mich mal wieder!" "Was willst du?" fragte Gordon. "Ich will zurück, was du mir damals gestohlen hast. Ich will es wieder, und du wirst es mir persönlich überreichen ... in Begleitung deiner Tochter. Solltest du versuchen, dich mir zu widersetzen, so wird deine geliebte Dale das mit ihrem Leben bezahlen!" Er lachte irre, wie er es schon immer getan hatte wenn er glaubte einen genialen Plan zu haben und sagte kurz darauf mit wutverzerrtem Gesicht: "Du hast 78 Stunden Zeit - Ming Ende...". Das Gesicht zerfaserte vor Gordon`s Augen, und das Licht schien sich in die kleine Truhe zurück zu ziehen.
"MING - MINNNG...", schrie Gordon in die leere seiner Küche hinein! Er musste sich erst einmal hinsetzen.
Was meinte Ming? Was sollte er ihm bringen? Warum erst jetzt, nach so vielen Jahren? Was stellte er mit Dale an? Folterte er sie etwa? Und was zur Hölle hatte Paeonia mit der ganzen Sache zu tun? Warum wusste Ming überhaupt von ihr? Sie war doch auf der Erde geboren. Drei Jahre NACHDEM er und Dale aufgehört hatten die Galaxie von allem zu befreien was darin unerwünscht war...
Er fühlte sich mit einem Mal uralt! Seine Muskeln schienen ihren Dienst zu versagen. Ihm wurde übel und schwarz vor Augen...
21:30h, wie von weit her hörte er eine Stimme, die sich immer mehr in sein Bewusstsein drängte: "wach doch auf Daddy, bitte Daddy wach doch auf! Was ist los? Bitte, bitte rede doch mit mir! Kannst du mich hören? Schau mich doch an...!"
Langsam öffnete er seine Augen. Er sah das Gesicht seiner Tochter über ihm. Tränen rannen ihr in Bächen die Wangen runter! Er sah sich im Raum um! Das war nicht sein Haus. "Wo...wo bin ich? "fragte er heiser." Seine Kehle fühlte sich an, als hätte er drei Tage nichts getrunken, und seine Zunge schmeckte, als hätte er Katze am Stiel gefrühstückt! Er hielt sich seine Hände vor Mund und Nase und machte einen Geruchstest. Igitt - das stank ja wiederlich!
"Auf der Krankenstation der SC Clarke" antwortete ihm Paeonia, "B12, unser Hausdroide hat dich auf dem Küchenboden gefunden und mich sofort per Hyperfunk kontaktiert!" Sofort fiel ihm alles wieder ein und er war hellwach. "Wie lange bin ich schon hier?" "Erst eine halbe Stunde. B12 hat dich ohnmächtig auf dem Küchenboden gefunden als er nach Hause kam. Und weil Mum nicht da war, hat er mich benachrichtigt. Was war los bei euch? Wo ist Mum? Ist ihr etwas passiert?" Sie sah ihn besorgt an. Seit Paeonia auf die Raum-Akademie gegangen war, waren ihre Eltern keinen Tag getrennt gewesen. "Wo befinden wir uns?" fragte Gordon ernst ohne ihr zu antworten. "Immer noch im Erd-Orbit. Immer auf konstantem Kurs über unserem Haus, falls du noch etwas von dort brauchst!" "Was außer mir habt ihr noch hochgestrahlt?" "Nur B12, und eine kleine silberne Kiste die du in den Händen hattest als B12 dich fand." "Wo ist die 'Dale 1'?" "Dein Shuttle ist noch auf der Erde. Aber eine Kopie der Daten deines Bordcomputers befindet sich in unserer Datenbank!" Er lächelte: "Meine süße, kleine Rose, du denkst wirklich mit! Es ist eine Schande dass du noch kein eigenes Kommando hast!" "DAD - ich bin erst 28! Und dass ich die jüngste 1. Offizierin der Raumstreitkräfte seit über 200 Jahren bin beeindruckt dich überhaupt nicht?" Sie funkelte ihn böse an. Zumindest versuchte sie das. Ihre großen, grünen Augen schauten ihren Vater streng an, aber ihren Mund umschmeichelte ein verlegenes Lächeln. Ihre Kastanienbraunen Haare fielen lang auf ihren Rücken herab. Sie hatte ein hübsches, fein geschnittenes Gesicht. Große, grüne Augen, eine perfekt geschwungene Nase, hohe Wangenknochen, volle Lippen und zwei süße Grübchen neben ihren Mundwinkeln. Jedes mal wenn er sie betrachtete war er froh, dass sie nach ihrer Mutter kam ... zumindest äußerlich. In ihrem Inneren wohnte der Ergeiz und der Tatendrang ihres Vaters!
Langsam erhob er sich von seinem Krankenlager und bedeutete ihr ihm zu folgen. In ihrem Quartier angekommen setzten sie sich in die gemütliche Sitzecke, und er erzählte ihr was passiert war. Die leicht Olive Farbe ihres Teints verschwand in ihrem hoch zugeknöpften Uniformkragen als sie die Geschichte hörte. "Wer ist dieser Ming? Und wo finde ich diesen Saukerl? Ich ziehe dem Kerl die Haut über die Ohren falls er Mum etwas angetan hat!" "Paeo, lass mich das erledigen! Ming ist saugefährlich. Und du bist den Raumstreitkräften verpflichtet! Du darfst keinen persönlichen Rachefeldzug mit dem Eigentum der 60 föderierten Planeten unternehmen" mahnte er sie.
"Erstens hast du mir doch gerade eben selber gesagt dass Ming darauf bestanden hat dass ich mitkomme. Und zweitens glaubst du wohl ja nicht wirklich, dass ich dich das alleine tun lasse ... oder?"
"Also gut," sagte er "du hast recht. Aber wie wollen wir vorgehen? Bekommst du denn so kurzfristig Urlaub? Ihr seid doch doch bestimmt auf einer Mission oder?" "Wir sollen einen neuen Impfstoff gegen die Zovolon-Seuche auf dem Mars abholen und ihn zum Pluto bringen. Aber wie du wohl noch wissen wirst, ist Mum Sonderbotschafterin des Merkur! Wenn sie entführt worden ist, ist das ein Angriff auf den Galaktischen Rat. Und wer untersteht dem Galaktischen Rat?" "die Raumstreitkräfte!" "Richtig! Und welches Schiff ist das Flagschiff der Raumstreitkräfte ?" "Die SC Clarke."
"Wieder richtig! Und wen, glaubst du, wird der Galaktische Rat damit beauftragen die Situation zu klären?" "Ist ja gut!" sagte Gordon entnervt, "Der Rat wird wohl die Crew der Clarke damit betrauen ... also euch!"
Keine Zehn Minuten später war Captain Rogers über die Situation im klaren. Er sendete eine Hyperraum-Mail an den Rat, worin er erklärte was passiert war. Eine weitere Mail ging an die LX Jonestown, die den Auftrag bekam, die Impfstoff-Mission zu übernehmen.
Gordon, Paeonia und Captain Rogers saßen in dessen Bereitschafts - raum auf dem A-Deck des Schiffes. Die silberne Kiste stand auf seinem Schreibtisch. Im inneren war nur ein Pellirium-Chip gewesen.
Rogers hatte diesen in den Holoport geschoben. Alles was der Chip zeigte war eine Sternenkarte des Molari-Systems. Dort befand sich auch der Planet Mongo ... Ming`s Planet! Aber nicht dorthin führte der auf der Karte eingezeichnete Kurs, sondern nach Huúathút, einem Nachbarplaneten von Mongo! Das beunruhigte Gordon. Warum Huúathút? Dort gab es doch nichts außer poröses Gestein. Das innere des Planeten bestand aus reinem Schwefelwasserstoff, der durch das Gestein nach aussen drang und dort eine Atmosphäre bildete, die ein Leben dort unmöglich machte. Auf der Sonnenseite des Planeten herrschten +420°C, auf der dunklen Seite -320°C! Und dort sollten sie hinkommen? Dort sollte Dale sein?
Da Ming offensichtlich wusste, dass es Paeonia gab, war anzunehmen dass es sich nicht lohnte sich "anzuschleichen"! Ming schien seine Ohren und Augen überall zu haben. Schon bevor sie das Molari-System erreichten kam eine Nachricht über einen Hyperraum-Kanal. Der Komunikationsoffizier legte sie auf den Hauptschirm!
Es war nur ein Text, untermalt von tausenden Angstschreien! Dort stand in roten Lettern auf dunkelblauem Hintergrund: Willkommen zu Hause Flash Gordon!!! Hinter dem Text sah man die diabolisch grinsende Fratze Ming`s.
"Ist DAS Ming?" fragte Paeonia.
"Ja... Das ist der Tyrann!"
"Wie altbacken der Typ aussieht" sagte Rogers, "wie einer der Bösewichte in den Holo-Romanen die ich als Kind gelesen habe...." Er schüttelte verständnislos seinen Kopf.
"Ming ist aber keine Erfindung eines Romanautoren! Er ist ein tyrannischer Imperator par exellence!"
Rogers nickte hohl. "Dr. Krueger wird uns, gerade DESHALB, sehr gut weiterhelfen können! Wenn Ming so ist wie sie ihn beschrieben haben, brauchen wir nicht lange um ihn zu täuschen." Er ging an das Com-Panel an seinem Stuhl und rief die Krankenstation.
"Hey Fred, leg mal dein OP-Besteck bei Seite und komm mal zu mir auf die Brücke - ist dringend!" "Aye, aye SIR!"krächzte es genervt aus dem Lautsprecher. Als Dr. Fred Krueger auf die Brücke kam sah er aus, als hätte man ihm den Nachtisch geklaut! "Was ist...?"
"Wir brauchen dein neues Projekt Fred!" "Wofür?" Paeonia erklärte ihm was es mit Ming und ihrer Mutter auf sich hatte. Dr. Kruegers Gesicht wurde nun freundlicher, blieb jedoch professionell ernst.
"Da Ming darauf bestanden hat dass Cmdr. Ferrao ihren Vater begleitet," schaltete sich nun wieder Cpt. Rogers ein, "gehe ich davon aus, dass es ihm nur um SIE geht! Und deshalb brauche ich einen deiner 'Schicht-Klone' ... nein ... zwei davon!"
"Schicht-Klone? Was soll das sein?" Gordon wirkte sehr verwirrt! "Dr. Krueger", sagte Rogers "beschäftigt sich schon seit Jahren damit menschliches Gewebe zu klonen. Vor ein paar Monaten haben wir, bei einer Außenmission auf Lursa IV, medizinische Unterlagen einsehen dürfen, die es ihm möglich machen auf Grundlage seiner eigenen Erkenntnisse, perfekt ausgebildete, erwachsene Klone zu "machen"! Das eröffnet uns viele Möglichkeiten. Da Führungsoffiziere auf diesem riesigen Schiff rar gesäät sind, können wir nun wesentlich effizienter arbeiten!" "Wie meinen sie das?"fragte Gordon! Dr. Krueger gab ihm die Antwort. "Nun, wir können durch diese Technik, absolut identische Kopien von uns selbst machen! Leider "halten" diese Klone nicht sehr lange. Nach etwa 20 Stunden zerplatzen sie wie Seifenblasen!" Gordons Augen wurden immer größer. Er glaubte nicht was er da hörte. "Aber eine Arbeitschicht "halten" sie schon!" Dr. Krueger setzte ein süffisantes Lächeln auf.
Das war wohl das erste Mal in "Flash Gordons" Leben, dass man ihn sprachlos sah! "Und was haben sie nun vor?" Gordons Stimme zitterte leicht. Ihm war etwas flau in der Magengegend!
"Ich" sagte Rogers "habe nicht vor bei dieser Mission IRGENDWEN zu gefährden! Weder die Botschafterin, noch meine erste Offizierin, und erst recht nicht den legendären "Flash Gordon"! Deswegen werden zwei Klone von ihnen auf den Planeten gestrahlt um ihre Frau zu befreien!" "WAS?"schrie nun Gordon. "SIE wollen MICH und MEINE Tochter klonen? Und WIR sollen schön auf dem Schiff bleiben und Däumchen drehen? Kommt gar nicht in Frage! Ich vertraue das Leben meiner Frau doch keiner Kopie an! Ich gehe selber ... Basta!" "Schön", sagte Rogers "Wenn SIE ihr Leben aufÂÂÂ’s Spiel setzen möchten ist das ihr Problem. Aber ihre "original" Tochter bleibt an Bord dieses Schiffes! Sie wird ein Klon begleiten. Glauben sie mir, wenn SIE mitspielen, wird Ming nichts merken ... und sie würden auch keinen Unterschied bemerken, wenn sie es nicht sowieso wüssten! Wenn sie wollen, nimmt Dr. Krueger vorher noch eine Löschung ihres Kurzzeit-Gedächtnisses bei ihnen vor. Dann denken sie morgen früh, sie würden wirklich mit ihrer Tochter gehen!" "Nein Danke! Ich lasse mir nicht freiwillig im Kopf herumdoktern! Ich lasse mich auch nicht in meine Einzelteile zerlegen ... wir werden ein Shuttle nehmen!"
Gesagt, getan ... am nächsten Morgen flogen "Flash Gordon" und seine "Zweit-Tochter" mit einem Shuttle nach Mongo!
Ming empfing sie in seinem Thronsaal. "Du bist alt geworden Flash Gordon!" "Mein Name" sagte Gordon, "ist ... und war schon immer Gordon Ferrao. So ein "Kampfname" passt nicht zu einem alten Mann wie mir. Zudem hat mir dieser Name noch nie wirklich gefallen!"
"In Ordnung ... Mr. Ferrao. Wie ich sehe hast du mir brav mitgebracht was ich wollte!" Er wand sich an Paeonia II. "Guten Tag mein Täubchen! DU bist was ich haben wollte!" "Wie meinst du das MING?" fragte Gordon, augenscheinlich total verängstigt! "Sagen wir es so Gordon, erinnerst du dich an unser letztes Zusammentreffen?" "JA!" "Damals spritzte ich dir eine Wahrheitsdroge. Ein Bestandteil dieser Droge, wenn auch nur minimal, enthielt meine DNA! Man könnte also sagen, dass unser hübsches Täubchen hier zwei DaddyÂÂÂ’s hat!" Die vermeindliche Paeonia fing bitterlich an zu weinen, und Gordon ging auf Ming los - seine Strahlenpistole im Anschlag!
"Du MISTKERL, ich mache dich fertig!"
"Oh, oh, das würde ich an deiner Stelle bleiben lassen! Krümmst du mir auch nur ein Häärchen meines Bartes, legen meine Wachen deine Frau um ohne mit der Wimper zu zucken!"
"MUM" schrie Paeonia.
Dale Ferrao wurde in Ketten gelegt in den Saal geführt! Sie trug die Kleidung einer Sklavin. Für jeden anderen machte sie ein ausdrucksloses Gesicht. Einzig Gordon sah seiner Frau die Freude in ihren Augen an, ihn hier zu sehen! Aber so froh sie auch über das Erscheinen ihres Mannes war, so betrübt war sie, als sie ihre Tochter entdeckte. Ming und den Wachen, blieb dies jedoch verborgen!
"Frau gegen Tochter" sagte Ming, "dann passiert nichts weiter! Ihr zwei könnt gehen!" "Niemals werde ich das zulassen Ming, und das weißt du auch. Noch ehe..." Noch ehe Gordon sich versah, stand er, zusammen mit seiner Frau und seiner richtigen Tochter auf der Brücke der Clarke. "Feuer - aus allen Rohren!"
Ende Teil 1

Beitrag wurde am 9. August 2007, 16:03 Uhr editiert.




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07.8.2007, 15:44

Geschichte 2
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Die Essenz

"Frecce Tricolori" las Flash Gordon in einem Buch und stellte in jenem Moment fest, dass der Ereignishorizont eine tote Metapher war und er manchmal selbst nicht verstand, was er da so dachte. "Was solls", rief er aus, "man muss des Italienischen nicht mächtig sein um eine gute Kurzgeschichte zu schreiben." Sprachs und machte sich ans Werk. Einmal, zweimal, dreimal tunkte er die Feder ins Tintenfass und schrieb aufs Pergament: "Pfingstrose und Polarlicht bilden nur in der Schrift eine Alliteration. In vertontem Wort jedoch vergeht der schöne Schein." Gordon blinzelte, streute Salz über die feuchte Tinte und rollte das Manuskript zusammen. "Eigentlich," so dachte er bei sich, "bin ich ja gar nicht Flash Gordon. Aber auch das, scheint mir, ist nicht relevant. Unmittelbar soll sie sein, kurz soll sie sein, ein offenes Ende soll sie haben. Und soll sie sich heutzutage gut verkaufen, dann muss sie verrückt sein. Komplett unverständlich. Die Kurzgeschichte." Lachend und blinzelnd und mit zusammen gerolltem Manuskript steht er da. Flash Gordon, der eigentlich nicht Flash Gordon ist. Irrelevant




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07.8.2007, 15:47

Geschichte 3
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Begegnung bei Nacht

Eisige Nacht herrschte, als sie durch die verlassenen Straßen der Stadt lief.
Die Arme fest um den Körper geschlungen und den Kopf gesenkt irrte sie ziellos umher.
Sie zog den Kragen ihres Parkers soweit es ging über die Ohren und vergrub ihr Kinns darin. Die Kapuze des dünnen Pullovers schlug jedes Mal vom heftigen Wind erfasst wieder zurück und sie versuchte, sie tiefer ins Gesicht zu ziehen. Ein verzweifelter Versuch, sich vor der beißenden Kälte zu schützen.
Der Wind heulte gespenstisch und raschelte stürmisch in den Baumwipfeln, die bedrohlich schwankten und unheimliche Schatten warfen.

Sie hauchte abermals in ihre Hände, doch der heiße Atem genügte kaum, das taube Gefühl in ihren Fingern zu vertreiben. Der eisige Wind schien bis in ihren Kopf einzudringen und sie versuchte den Nebel, der sich um ihre Gedanken legte, zu vertreiben, gegen die lähmende Umarmung der Kälte anzukämpfen.
Fest rieb sie die Hände aneinander, so fest, dass es hätte wehtun müssen, doch Schmerz spürte sie schon lange nicht mehr, nicht mehr körperlich. Nur tief in ihr nagte er an ihrer Seele, ihrem Geist.

Als sie an einer Kirche vorbeikam, sah sie eine gebeugte Gestalt, die auf den Stufen saß. Sie blinzelte in die Dunkelheit und erkannte einen Mann mit grau meliertem Haar und zerschlissenem Mantel, er war älter als sie, doch wie alt vermochte sie nicht zu schätzen.

Dann sah er auf und obwohl sie sein Gesicht nun deutlich sehen konnte, konnte sie seine Augen nicht erkennen. Es war, als lägen immer alle Schatten auf ihnen, egal wohin er blickte. Für einen winzigen Moment glaube sie, dass seine Augen alles Licht in sich aufsaugen würden, vergaß diesen Gedanken aber sofort wieder. Zurück blieb ein Gefühl, das sie irgendwo ganz tief drinnen bis aufs Mark berührte.

"Komm her" , sagte er plötzlich mit alter Stimme, "es wird gleich regnen."
Überrascht blickte sie in den Himmel. Jeden Stern hätte man sehen können, kein Wölkchen bedeckte den Mond.

"Ich denke nicht, dass..." noch ehe sie ihren Satz beenden konnte, fiel ein erster Tropfen mitten auf ihre Nase und ließ sie verstummen.
Verblüfft sah sie wieder zu dem Mann. Sein Gesicht war von Hunger und Elend gezeichnet, dunkle Ringe lagen unter den noch immer nicht erkennbaren Augen, er hatte einen typischen Drei-Tage-Bart und lächelte müde. Und doch lag eine Schönheit in ihm, die sie nicht beschreiben konnte. Seine Züge wirkten auf eine unbeschreibliche Weise edel und weise, sie war sich sicher, dass er noch nicht immer auf der Straße gelebt hatte.

Der mittlerweile heftiger werdende Regen prasselte beharrlich auf sie nieder, während sie noch immer ihren Gedanken nachhing.
"Na los, komm schon", die Stimme riss sie aus ihrer Trance, "ich tu' dir nichts!"
Sie schüttelte eilig den Kopf, atmete einmal tief durch und sah einen Moment lang zögernd auf ihren kondensierten Atem. Dann lief sie schnell zu den Stufen und nahm neben dem Mann Platz.
Und plötzlich schämte sie sich. Sie, die es ihr eigentlich an nichts zum Leben mangelte, saß hier, neben einem Obdachlosen. Sie hatte kein Recht dazu, fand sie, ihr ging es nicht halb so schlecht wie ihm. Und doch...

"Mach' dir keine Sorgen, er lächelte gütig, "jeder braucht ein bisschen Schutz an solchen Tagen." Hatte er ihre Gedanken gelesen? Sie wusste es nicht, nickte nur.
An solchen Tagen, hatte er gesagt. Ja... gestern noch war alles anders gewesen.

Sie dachte daran, wie sie müde nach der Beerdigung ins Bett gegangen war. Etwas weiches, warmes hatte sich an sie ihre Beine gedrückt und sich dann neben sie gelegt. Ihr Kater, Flah Gordon, benannt nach einem alten Comic-Helden, funkelte sie aus smaragdgrünen Augen an, bevor er sie in den Schlaf schnurrte.
Als sie am nächsten Morgen erwachte, war ihr schwarz-weiß getigerter Freund bereits fort.
Sie ging in die Küche und als ihr Blick auf die Fliesen fiel schlug sie die Hand vor den Mund und taumelte schockiert gegen den Türrahmen. Ihr wurde schlecht.
Mit klopfendem Herzen starrte sie auf Flash Gordon, der inmitten der Küche lag, sein Körper merkwürdig verdreht. Die Pfoten lagen verrenkt halb unter seinem Körper, das Genick war gebrochen und unnatürlich weit nach hinten gebogen. Der Kater stierte ihr aus aufgerissenen Augen entgegen. Er war tot, vermutlich unglücklich vom Schrank oder dem Tisch gefallen.

Der Anblick der toten Katze ließ sie würgen, Tränen schossen ihr in die Augen. Nicht auch noch er, dabei war er doch ihr einziger Trost. Das war zu viel, viel zu viel. Sie presste die Hand fester auf den Mund und rannte aus dem Haus.
Sie hatte nicht bemerkt, wie viel Zeit seither vergangen war, dass sie einen ganzen Tag über einfach so durch die Gegend lief.

Als sie sich nun umsah, stellte sie fest, dass sie gar nicht richtig wusste, wo genau sie sich befand. Neben irgendeinem Fremden, und wer weiß, er konnte sogar gefährlich sein. Aber würde sich jemand mit bösen Absichten ausgerechnet Schutz bei einer Kirche suchen?

"Wunderschön..."
Sie sah zur Seite und blickte ihn fragend an. Er deutete mit dem Kinn in Richtung eines Rosenstrauchs. Sie folgte seinem Blick und entdeckte lauter Knospen und Blüten von Pfingstrosen, auf die der Regen trommelte.
"Aber was soll schön daran sein, der Regen wird sie zerstören...", warf sie ein.
Doch der Mann schüttelte den Kopf. Manchmal scheinen die Dinge nur auf den ersten Blick zerstört.
"Ich verstehe nicht..." "Schau genau hin!" Sie hat wie ihr geheißen und betrachtete die Rosen genauer. Da! Jetzt sah sie es, der Regen zerstörte nicht die Blüten, vielmehr brauchte er sie dazu, sich zu schließen. "Manchmal muss man das Leben verstecken, um es zu schützen."
"Aber manchmal kann man es nicht schützen..." meinte sie leise, "und dann kann man sich auch nicht mehr beschützen lassen."

Sie schwiegen eine Weile, dann vernahm sie das Rascheln seines Mantels, als er vorbeugte, um eine Blüte abzureißen. Dabei fiel etwas aus deiner Manteltasche, was er augenscheinlich nicht bemerkte. Es war ein zerfetztes und abgenutztes kleinen Notizbuch.
Nachdenklich ließ er sich zurücksinken und drehte die Blüte zwischen seinen behandschuhten Fingern.

Sie zögerte kurz, rutsche dann ein winziges Stück vor und hob das Buch auf. Sie warf einen Blick zur Seite, doch es machte ihm offensichtlich nichts aus. Die Seiten waren vergilbt und teilweise zerfetzt. Doch was sie am meisten verwunderte, war die Tatsache, dass es vollkommen leer war.
Zeitungsausschnitte lagen lose zwischen den Seiten. Sie nahm einen davon und versuchte zu entziffern, was die Zeit hatte verblassen lassen. Als sie das Foto sah, weitete sie verblüfft die Augen.
"Frecce Tricolori !" stieß sie überrascht auf. Die Kunstfliegerstaffel war auf dem Bild abgedruckt, in bunten Farben flogen die Piloten ihre Runden. Es war der Tag, an dem das Unglück passierte, der Tag, der so viele Leben forderte...

"Wieso trägst du das bei dir?" fragte sie unvermittelt. "Ich war dort", antwortete er knapp.
Sie öffnete überrascht den Mund. "An dem Tag? Ich meine, als das hier..." sie deutete auf den Zeitungsausschnitt und blickte ihn dann an. Seine Miene war unverändert.
"Warst du unter den Zuschauern?" Er schwieg weiter.

"Tut mir leid, ich wollte nicht..." "Es ist in Ordnung." Er räusperte sich.
"Ja, an dem Tag war ich dort. Ich war dabei." "Oh mein Gott...", sie schluckte schwer, "das muss schrecklich gewesen sein."
Er zuckte mit den Schultern. "Nun, eigentlich war es sehr alltäglich."
"Was?!" Sie wich instinktiv zurück und sah den Mann entsetzt an.
"Der Tod ist allgegenwärtig", fuhr der alte Mann fort, "daran ist nichts Schreckliches."
"Wie kannst du so etwas sagen!" Entrüstet warf sie ihm das kleine Buch in die Arme. "Du hast nicht das Recht, das zu sagen! Der Tod ist grausam, er ist unmenschlich, einfach nur unfair und zerstörerisch."
Sie spürte, wie ihr Gesicht heiß wurde und ihre Augen brannten. "Er hat mir so viel genommen, wie kann das nicht schrecklich sein?"
"Du hast jemanden verloren", antwortete er ruhig, "es ist nicht lange her. Aus deinen Worten spricht tiefe Trauer und Zorn, das ist normal."
"Gar nichts ist normal!", schrie sie ihn an, verzweifelt gegen die Tränen ankämpfend, "Was weißt du schon! Ja, ich bin traurig, und ja, wütend bin ich auch. Sehr wütend. Ich habe meinen Bruder verloren, und dann auch noch den einzigen Freund, der mir Trost spenden konnte."

Ihre Stimme brach, sie konnte nicht mehr reden. Wehmütig dachte sie an den Morgen zurück. Nie wieder würde sie ihr Gesicht in dem weichen Fell der Katze verbergen, nie wieder das Lachen ihres Bruders hören.
Sie schluchzte.

"Tod ist nicht das Gegenteil von Leben", meinte der Mann plötzlich. Sie verstummte und sah ihn aus tränenüberströmtem Gesicht an.
Dann fuhr er fort: "Das Gegenteil von Tod ist Geburt. Das Leben ist nur der Schritt dazwischen, der Weg, dessen Abbiegung der Tod ist."
"Du meinst, der Tod ist sein Ende", warf sie bitter ein.
"Nein."
Die Ruhe, mit der er sprach, machte sie schier wahnsinnig.
Armer, alter Mann... wie lange mochte er wohl schon hier leben? Er war verwirrt, das musste es sein.

"Das Leben endet nicht mit dem Tod, es ist nur ein weiterer Schritt auf der Reise." Als er darafhin nur eine stumme Frage erntete, setzte er sich aufrecht hin und sah gerade aus.
"Der Tod ist wie das Universum", begann er, "es ist unendlich groß, unerforscht und fremd. Und weil es so fremd ist, wirkt es auf die meisten bedrohlich.
Nehmen wir einmal die schwarzen Löcher. Die Menschen wissen, dass es im Universum massenhaft dieser Phänomene gibt. Doch nur, weil sie gefährlich sind, muss das nicht heißen, dass es nicht auch andere Dinge gibt.
Wie viel weißt du über schwarze Löcher?"

Die Frage kam so unvorbereitet, dass sie einen Moment brauchte, um eine Antwort zu formulieren.
"Nun, nicht viel." Sie trippelte mit ihrem Fuß auf der Treppe auf und ab. "Sie verschlingen Licht."
"Ja, das tun sie. So, wie der Tod Leben verschlingt, nicht wahr?"
Sie wandte den Kopf und er fuhr fort: "Doch hast du mal darüber nachgedacht, wo das Licht landet? Es ist nicht plötzlich weg. Niemand kann sagen, wieweit der Ereignishorizont eines schwarzen Loches reicht, wohin er greift. Denn niemand kann es ausprobieren und anschließend davon berichten.
Und nicht anders ist es mit dem Tod."

Sie dachte über diese Worte nach und plötzlich waren ihre Gedanken auf merkwürdige Weise klar, gestochen scharf konnte sie die Wahrheit erkennen, die einzig richtige, das große Ganze. Es war nur ein winziger Augenblick, weniger als ein Herzschlag lang, da war es zum greifen nahe. Doch je mehr sie sich bemühte, den Gedanken festzuhalten, um so mehr entglitt er ihr. Zurück blieb nur tiefe Leere.
Als sie den Mann erneut ansah, hatte sich etwas verändert. Sie wusste nicht genau, was es war, doch es war nicht der selbe, alte, gebrechliche Mann wie noch Augenblicke zuvor.
Er wirkte plötzlich jünger, kraftvoller. Die Stimme, mit der er eben gesprochen hatte, wirkte nicht mehr brüchig, rau und dünn. Viel eher dunkler, tiefer und auf eine gewisse Weise auch irgendwie geheimnisvoll.
Sie erschauderte, Gänsehaut kroch ihr über den Rücken. War es eben schon so kalt gewesen?

"Deine Worte klingen so... wahr." Sie war selbst überrascht über ihre Worte.
"Ich möchte dir gern glauben, dass es irgendwie weiter geht. Doch es tut so weh..."
"Ja, das weiß ich. Und es wird immer weh tun.
Doch es wird sein wie eine Wunde. Zunächst wird es schmerzhaft sein, mit der Zeit wird sie verheilen und schließlich bleibt eine Narbe. Sie schmerzt noch, wenn man sie berührt, doch man kann damit umgehen.
Es wird leichter, ich verspreche es dir."
Sie lächelte traurig. "Du kennst dich wohl aus, was?"
"Ich habe lange Erfahrung", antwortete er nur. Dann bedachte er sie mit einem merkwürdigen Blick.
"Du sollst es leichter haben, mir zu glauben."

Sie zog die Knie an und zupfte nervös am Saum ihres Parkers.
"Achja, und wie?" wollte sie wissen.
"Ich mache dir ein Geschenk. Es ist die absolute Ausnahme, doch du sollst wissen, dass der Tod nicht der Böse ist. Eigentlich bist du gar nicht auf ihn wütend, sondern auf dich selbst. Auf alles und auf nichts."

Sie wusste, dass er Recht hatte.
"Du sprichst von dem Tod wie von einer Person, einem alten Freund..."
Der Mann lächelte geheimnisvoll und zum ersten Mal konnte sie seine Augen sehen. Sie waren unendlich wie das Universum, tief schwarze Dunkelheit war in ihnen und doch waren sie so bunt und schillernd als spiegele sich das Polarlicht selbst darin wider.

Die Kälte, die sie empfand, schien von dem Mann auszugehen, und obwohl sie fröstelte, verschaffte es ihr angenehme Klarheit.
Jedenfalls wenn man von den Streichen absah, die ihre Augen ihr spielten. Wie lange hatte sie nicht mehr geschlafen?
Der Mann wirkte blasser, fast, als wäre er gar nicht richtig hier. Sie musste wirklich sehr erschöpft sein.

Sie schloss müde die Augen und ließ den Wind über ihr Gesicht streichen. Als sie die Augen wieder öffnete, war der Mann verschwunden.

Tief durchatmend stand sie auf.
Als sich etwas Warmes, Weiches an ihre Beine drückte, lächelte sie zufrieden. Sie sah hinab und blickte in die funkelnden smaragdgrünen Augen ihres getigerten Freundes.
Sie nahm den Kater auf den Arm und drückte ihr Gesicht in sein Fell. Ein kostbares Geschenk, das er ihr gemacht hatte, und sie dankte ihm dafür.

Was für eine seltsame Nacht, dachte sie, während sie mit ihrem Freund nach Hause ging.
Es bestand kein Zweifel, und zu ihrer größten Verwunderung schien es sie gar nicht zu beunruhigen, welch mysteriöse Begegnung sie hinter sich hatte.
Sie hatte sich gerade mit dem Tod unterhalten...

Beitrag wurde am 7. August 2007, 20:41 Uhr editiert.




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Exodus

Nun bin ich hier alleine. Der letzte meiner Art. Ein Soldat des letzten großen Krieges. Ich wandle einsam über einen sterbenden Planeten. Einen Planeten, den wir selbst getötet haben. Wo früher noch mit Pfingstrosen bedeckte Wiesen gediehen, erstreckt sich heute eine endlos kahle und trockene Wüste vor meinen Augen. Überall wo früher die mit Menschen überfüllten Metropolen waren, liegen heute verwesende ihre Leichen in den Ruinen. Niemand ist mehr da, um sie begraben. Nur der Wind bedeckt sie sanft mit dem Sand der Wüste. Der Wind, die letzten Atemzüge des Planeten.

Dabei warst Du doch wie eine Mutter zu uns. Du hast unsere ersten Schritte beobachtet, als wir diese Welt betraten. Du hast gesehen, wie wir uns immer weiter entwickelt haben und uns vor jeglichen Gefahren beschützt. Deine Atmosphäre schützte uns vor den Gefahren des Weltalls und gab uns die Luft zum Atmen. Du stelltest uns Medizin bereit, damit wir unsere Krankheiten heilen konnten. Du gabst uns alles, damit wir uns zu einer großartigen Kultur entwickeln konnten.

Ich wandle geradewegs auf die Ruinen einer riesigen Metropole zu, die einstmals Millionen von Menschen beherbergte. Meine Augen brennen von dem ständigem Sand, der sich seit dem Ende des Krieges in der Luft befindet. Orientierungslos irre ich umher. Der Sand gestattet es mir nicht mein Ziel selbst zu wählen. Alles was sich mehr als zehn Meter entfernt, kann ich nur als verschwommene Schemen erkennen. Die Reste der Ruinen sehen für mich wie riesige Monster aus, die nur darauf warten, dass ich ihnen in die Arme laufe, damit sie mich verspeisen können. Doch ich habe keine Angst vor ihnen. Zum Weglaufen ist es nun zu spät. Im Gegenteil, ich laufe sogar auf sie zu, weil ich von ihnen gefressen werden möchte. Denn nur dann bin sicher vor dem gewaltigen Zorn einer Mutter, die ihre Kinder verstoßen hat.

Dabei gabst uns doch so vieles, ohne viel dafür zu verlangen. Dein Land war groß und reich an Nahrung und Wasser. Genug, damit all Deine Söhne und Töchter ohne Sorgen aufwachsen konnten. Doch wir waren habgierig und voller Neid gegenüber unseren Geschwistern. Wir wollten immer mehr, der Stärkste unter Deinen Kindern sein, Macht über die anderen haben. Wir begannen uns zu hassen. Wir bekriegten uns. Während die einen immer reicher und mächtiger wurden, kämpften die Anderen mit Hunger und Armut. Immer mehr wurden sie zum Vergnügen und zur Bereicherung der Starken ausgenutzt. Doch Du hast dabei nur zugeschaut, in der Hoffnung, dass sich nur um einen kleinen Streit unter Geschwistern handeln würde, der sich von alleine wieder auflösen würde. Warum hast Du nie ein Machtwort gesprochen? Wo warst Du? Oder fühlten wir uns schon so erwachsen, dass wir glaubten, nicht mehr auf Dich hörten zu müssen?

Mit allerletzter Kraft erreiche die Fassade eines alten Gebäudes. Der Sturm wird immer stärker. Es fällt mir schwer zu atmen. Meine Augen sind nun geschlossen. Ich bin müde. Meinen Weg kann ich nur noch ertasten. Die Wand ist glatt. Der sandige Wind hat dafür gesorgt. Gefühlte Stunden taste ich an der Wand entlang. Meine Kraft lässt nach. Ich kann mich kaum mehr auf meinen Beinen halten. Sie geben nach. Ich stürze. Geradewegs der Wand entgegen. Doch die Wand gibt nach. Was ist passiert? Ich kann plötzlich wieder freier atmen. Der Sand ist kaum noch zu spüren. Bin ich vielleicht tot? An Schwäche zusammengebrochen und gestorben? Ganz vorsichtig öffne ich meine Augen. Ich sehe Wände, Regale, eine Decke und eine Tür, durch die ich gefallen bin. Hinter mir tobt der Sturm und versucht mich wieder einzufangen. Mit letzter Kraft krieche weiter in den vor mir liegenden Raum hinein und verschließe die Tür, damit er mich nicht mehr finden kann. Hier bin ich fürs erste sicher, bis der Sturm sich gelegt. Aber was dann? Was soll ich dann tun?

Wir wussten es nicht. Woher sollten wir auch wissen, dass wir uns selbst töten, wenn wir Dich töten. Mit jedem Krieg, jedem gerodeten Wald, jedem Stück Müll, das wir unachtsam wegwarfen kamen wir unserem eigenen Schicksal einen Schritt näher. Erst als wir den Ereignishorizont schon lange überschritten hatten, merkten wir, was wir angerichtet hatten. Dabei sandtest Du uns genügend Anzeichen, dass etwas mit Dir nicht mehr stimmte. Du überschwemmtest unsere Küsten, während anderenorts die Gewässer unter der enormen Hitze austrockneten. Deine Winde zerstörten unser Zuhause. Deine Atmosphäre war vergiftet, Dein Regen zerstörten unsere Ernten und ließ auch uns krank werden. Aber anstatt dass wir alle gemeinsam versuchten, das Unmögliche zu schaffen, um doch noch aus diesem schwarzen Loch zu entkommen, fielen wir übereinander her wie die Barbaren. Wie immer in unserer Geschichte suchten wir die Lösung in der Konfrontation als in der Vernunft.

Ich versuche mir einen Überblick von meiner Umgebung zu machen. Überall stehen Regale, in denen Bücher und Zeitschriften aller Art angeboten wurden. Bücher und Zeitschriften, die das Wissen und die Kunst mehrerer tausend vergangener Zivilisationen enthielten. Viele aber auch, die nur zu unser Unterhaltung fungierten, indem über das Leben anderer Menschen berichteten, die täglich auf Schritt und Tritt verfolgt wurden. Am hinteren Ende des Gebäudes wartet bereits der Besitzer hinter der Theke des Ladens. Ruhig sitzt er da und beobachtet mich. Mit weit aufgerissen Augen. In seinem Kopf und in seiner Brust befinden sich mehrere Einschusslöcher. Seinem Geruch und Aussehen nach zu urteilen, hält er hier bestimmt schon mehrere Monate Wache. Seine Kasse steht offen. Geplündert. Vor ihm liegt ein aufgeschlagenes „Flash Gordon“ Comic-Heft. Einer dieser irrealen Superhelden, wie Superman, Batman oder Spiderman, die einem Tag alleine die ganze Welt retten. Ohne auch nur ins Schwitzen zu geraten, brachten sie die Erde wieder ins Gleichgewicht und vertrieben ihre Peiniger. Viele Menschen verehrten sie.

Superhelden gab es noch vor einigen Jahren genug. Millionen von ihnen gab es, die täglich unter Einsatz ihres Lebens alles bewerkstelligten, um unserer Mutter zu helfen. Sie versuchten jeden Tag unter ständiger Angst zwischen ihren Geschwistern zu schlichten. Sie gingen dahin, wo jedem einzelnen von uns der Mut der fehlte, in der festen Hoffnung, dass sich die Rivalen wieder mit sich selbst und ihrer Mutter vertrügen. Andere wiederum versuchten, unsere Mutter wieder gesund pflegen, indem sie uns vor den drohenden Gefahren warnten, wenn wir weiter nicht auf sie hörten. In den Comics rettete ein Held die Welt vor Millionen Bösewichten. In der realen Welt genügte ein Bösewicht, um die Arbeit von Millionen Superhelden zu Nichte zu machen. So war dies auch an dem Tage, an dem wir erkannten, dass wir unsere Mutter und damit unsere Zivilisation, wie wir sie bisher kannten zum Tode verurteilt hatten. Unsere Superhelden zeigten uns noch ein letzten Ausweg, wie wir wieder ganz von Vorne hätten beginnen können. Es war der einzige Weg, der unser aller überleben hätte sichern können, der daran aber scheiterte, dass ein paar Bösewichter an ihrer Macht festhielten. Sie waren nicht dazu bereit, ihren Wohlstand aufzugeben und ihn mit ihren schwächeren Geschwistern zu teilen. Sie waren nicht dazu bereit, ihre technologischen Errungenschaften aufzugeben, die unsere Mutter so verletzten. Es war der Tag, an dem auf dieser Welt der letzte große Krieg ausbrach. Der Tag, an dem wir alle zu Soldaten und Mördern wurden.

Mittlerweile hat sich der Sturm da draußen wieder gelegt. Es ist Nacht geworden. Am Himmel sind nun wieder die Sterne zu sehen. Wunderschön. Es ist lange her, seit ich sie das letzte Mal gesehen habe. Am Horizont bildet sich ins seiner ganzen Pracht ein Polarlicht. Es weißt mir den Weg zu meiner letzten großen Mission. Zu dem Ort, wo alles begann. Der Ort, an dem alles nochmals neu beginnen wird. Er hat mich zu sich gerufen und ich folge ihm blind. Seine Stimme begleitet mich nun schon seit Tagen. Oder bilde ich mir das alles nur ein? Plagt mich etwa nur mein Gewissen? Bin ich schuldig an all diesen Morden? Ich habe doch nur die Befehle meiner Vorgesetzten ausgeführt. Aber macht es das leichter? Wie fühlten sich wohl die Piloten der Frecce Tricolori, die nur nach Befehlen handelten, obwohl sie sich der Gefahr eindeutig bewusst waren? Gingen sie abends mit einem reinen Gewissen nach Hause zu ihren Familien, in dem Wissen, dass sie für den Tod von 67 Zuschauern und 3 ihrer Kameraden nicht schuldig waren, da sie nur die Anweisungen ihrer Vorgesetzten befolgten? Oder hätten sie es verhindern können, wenn sie den Mut aufgebracht hätten sich ihnen zu widersetzen. Warum taten sie es nicht? Warum taten wir es nicht? Warum ziehen immer die Unschuldigen in den Krieg und nie die Menschen, die ihn anderen Menschen erklären? Denn dann gäbe es keine Kriege.

Der Krieg war schrecklich und erbarmungslos. Wir zogen von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf. Wir plünderten von den Schwachen, damit wir unseren Wohlstand vergrößern konnten. Wir ermordeten jeden, damit wir unser Diebesgut nicht mehr mit anderen teilen mussten, damit wir mehr Wasser und Nahrung für uns hatten. Wir entledigten uns unseren schwächeren Geschwistern, wie mit alten Kleidungsstücken, die wenn man sie nicht mehr brauchte einfach auf den Müll warf. Ganze Landstriche wurden entvölkert, bis es die Schwachen nicht mehr gab. Dann griffen sich die Starken gegenseitig an. Doch die Zeit, die uns noch blieb war zu knapp und die Aufwände für einen konventionellen Krieg waren zu hoch. Es musste alles ganz schnell und einfach gehen. Also setzten wir die furchtbarsten Waffen, die wir uns vorstellen konnten. Nukleare Waffen. Es gab einen gewaltigen Knall. Der Schrei unserer Mutter, als wir ihr das Schwert durch ihr Herz stießen. Innerhalb von nur zwei Tagen wurde sämtliche verbliebene Metropolen die Welt dem Erdboden gleichgemacht. Niemand darin überlebte. Die Erde und die Gewässer waren verstrahlt. Wer das „Glück“ hatte zu dieser Zeit in keiner der Metropolen gewesen zu sein, verbrachte nun seine restliche Zeit als einsamer Vagabund. So etwas wie Staaten und Vorgesetzte gab es nun nicht mehr. Von nun an war jeder im Kampf ums Leben auf sich alleine gestellt. Jeden Tag auf der Suche nach Wasser und Nahrung. In ständiger Gefahr lebend wegen eines Bechers sauberen Wasser im Schlafe kaltblütig ermordet zu werden.

Ich bin nun gleich da. Ich habe mein Ziel nun schon vor Augen. Das Polarlicht, dem ich gefolgt bin, beginnt langsam hinter einem steil aufragenden Gipfel zu verblassen. Hier am Fuße eines Berges stehe ich nun, wo einst alles angefangen hatte. Er sagte, er werde hier auf mich warten, jedoch würde er sich mir nicht von sich aus zu erkennen geben. Jedoch würde ich ihn erkennen, wenn ich reinen Herzens wäre. Der Aufstieg ist schwierig und kräftezehrend. Schon seit Tagen habe ich nichts mehr gegessen. Ich bin müde. Aber ich darf mich jetzt noch nicht hinlegen. Ich habe eine Mission zu erfüllen. Erst dann kann ich ruhen. Vor mit brennt ein mit Dornen übersäter Busch. Die Dürre und die Hitze der letzten Tag müssen ihn entzündet haben. Nur noch ein paar Meter, dann habe ich den Gipfel erreicht. Hier sollte ich ihn erwarten. Dann schenkt er mir die Möglichkeit, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, sofern ich ihn überzeugen kann, dass die Menschheit eine weitere Chance verdient hatte. Aber wo bleibt er? Habe ich mir die Stimmen vielleicht doch nur eingebildet, vielleicht bin ich sogar wahnsinnig aufgrund der großen Einsamkeit geworden? Das wird es wohl sein. Wie sonst könnte es wohl es sein, dass der Dornbusch vor mir brennt und dennoch nicht verbrennt? Wer sollte mich denn hier erwarten, wenn ich doch der letzte meiner Art bin. Ich habe den Glauben verloren. Den Glauben daran, hier etwas vorzufinden, das die Menschheit retten könnte. Vielleicht verdiente sie einfach keine weitere Chance mehr. Meine Aufgabe habe ich nicht erfüllt. Wie zu oft, wenn ich die Möglichkeit hatte es zu verändern habe ich versagt. Ich bin müde. Ich werde mich jetzt schlafen legen und ruhen. Für immer.




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"Heute, nun heute könnte es wirklich so weit sein. Vielleicht sehe ich dich nicht mehr wieder und ich wollte dir nur sagen wie sehr... wie sehr es mir Leid tut, dass ich kein besserer Vater... dass ich nicht öfter bei dir sein... Ich wünsche mir nur so sehr dass du glücklich wirst. Vielleicht einen netten Mann findest und ein schönes Leben hast und ihr alle in Frieden leben könnt. Sorglos und in Freiheit und vielleicht..."
"Captain?", hallte es dumpf. "Captain hören sie mich?"
Jason Lisbonna starrte auf den kleinen Monitor an seinem Bett. Glühend helle Buchstaben brannten in seinen Augen und am unteren Rand erschien die Aufschrift: "Nachricht versenden?"
"Captain?", vernahm er zu einem leisen Klopfen. Jason lies sich zurück aufs Bett fallen, schloss die Augen, streifte mit seiner Hand langsam über das raue, abgenutzte Laken, spürte die kalte, harte Matratze unter sich, dachte nach, seufzte, fragte in die Stille schwere, wichtige Fragen. So viel Zeit... so wenig blieb noch.
"Captain?" Diesmal pochte es lauter an der Tür und der Hall der drei Schläge drang in Jasons Ohr und stach messerscharf in sein Bewusstsein. Heute war es soweit. Heute würde es heißen: Alles oder nichts. Heute ging es um das eigene Leben, das eigene Überleben! Die Zukunft! Und um seine kleine Lucia! Ruckartig stand er auf, streifte seine Uniform glatt und erreichte mit drei Schritten die Tür.
"Neuigkeiten, Tara?", fragte Jason direkt und eilte sofort den engen Korridor entlang.
"Ja, Captain. Wir wurden benachrichtigt, dass Kaiserin Naoh sich in Kürze per Funk melden wird." Tara hielt Schritt. Die Anspannung schimmerte unter dem selbst erlegten Mantel der Disziplin hindurch, und Jason spürte förmlich wie sich jene immer schwerer werdende Kette um Taras Beine schlang und sich höllisch grinsend hinter ihrem Blick bemerkbar machte.
"Warst du schon einmal in Südeuropa?", fragte Jason ruhig.
"Nein, Captain. Nur in Skandinavien, das Polarlicht erforschen.", murmelte sie angespannt und von der Frage überrascht.
"Meine Eltern haben ein kleines Häuschen am Waldrand, jenseits der Metropolen. Als Kinder sind meine Brüder und ich oft in den Wald gerannt. Woher kommen sie Tara?"
"Denver City, Sir."
"Ein Großstadtkind... Hauptbrücke", befahl Jason nachdem sie den Lift betraten. "Auf einem wirklich kleinen Hügel, mitten im Wald, befand sich ein Naturzuchtinstitut der KFT. Ein Anblick von unendlichem rot... Pfingstrosen. Und wissen sie warum ausgerechnet Pfingstrosen?"
Tara hob fragend die Schultern.
"Weil sie die höchste Pollenzahl pro Blüte besitzt. Sie ist außergewöhnlich. Und das ist die Menschheit auch. Auch wir besitzen ein großes Potential, als einzelne Person sind wir vielleicht schwächer als die Cann's, aber in der Gesamtzahl sind wir schlauer, stärker, kreativer und zu Außergewöhnlichem im Stande. Hab keine Sorge. Die Menschheit wird überleben. Wir werden überleben. Und es wird uns auch nach dem heutigen Tag geben!"
Die Tür glitt auf und Tara war dankbar dafür leicht versetzt hinter ihrem Captain den kurzen Gang entlang zu laufen und nicht in Verlegenheit zu geraten etwas sagen zu müssen. Schweigend erreichten beide die Brücke und traten ein. Die Stimmung war greifbar angespannt. Tara nickte ihrer Schwester zu und nahm an ihrer Station Platz.
"Captain?"
"Commander Lares.", begrüßte Jason Lisbonna seine stellvertretende Offizierin. "Wie ist die Situation?"
"Unverändert. Der Geheimdienst bestätigt, dass die Cann's noch bei der Venus versammelt sind. Captain ich denke...", ihre Stimme verstummte, als er seine Hand auf ihre Schulter legte.
I"st in Ordnung, Jenny.", sagte Jason leise und ruhig. "Du hast recht, es sollten Alle erfahren."
"Alle mal herhören", rief Jason und die Gespräche verstummten. "Wir wurden angewiesen euch folgende Informationen nicht zu geben, aber Commander Lares und ich sind der Meinung, dass ihr erfahren solltet, worum es geht." Alle blickten stirnrunzelnd und fragend auf die beiden Führungsoffiziere.
"Jenny, wenn du soweit wärst...", deutete Jason nickend.
"Die Lage ist ernst. Die Cann's haben uns in die Enge getrieben. Die Saturnmonde IO und EUROPA wurden ausgelöscht. Pluto haben wir bereits seit Monaten verloren. Die Merkurminen existieren nicht mehr und die Marskolonien wurden fast fünf Tage lang ohne Unterbrechung bombardiert, bis es unseren Streitkräften gelang durch die Linien zu brechen und die Bomber auszuschalten. Die annähernd sieben Milliarden Bewohner des Marses... ausgelöscht.", sie blickte kurz in die ernsten Gesichter der Untergebenen, bevor sie mit ungewohnt zittriger Stimme fortfuhr.
"Die Cann's wollen heute die Entscheidung herbeiführen. Sie sind bei weitem in der Überzahl und was noch schlimmer ist: sie sind verzweifelt. Unsere Flotten haben ihnen mehrere hohe Verluste beschert. Die Heimat ist weit entfernt. Nachlieferungen erhalten sie immer seltener... Heute werden sie einen letzten Angriff starten. Mit allem was sie haben."
"Und wie sollen wir uns verhalten?", fragte ein Offizier dazwischen.
"Es wurde entscheiden, dass wir uns dem Kampf stellen.", sagte Jason laut und blickte jeden einzelnen kurz an. "Keine Versteckspiele mehr. Keine Flucht und Gegenangriff Taktik. Keine Fallen. Ein offener Kampf. Flotte gegen Flotte, ohne Ausnahme."
Schweigen.
"Wir oder sie!", rief der Captain grimmig.
"Die Zeit spricht gegen uns.", fuhr Jenny fort, "Wir sind in unserem eigenen Sonnensystem eingekesselt. Wir haben kaum Kontakt zu den Kolonien. Keinen Nachschub. Angreifen ist unsere beste Chance."
"Gut Leute, jetzt wisst ihr was los ist. Macht euch bereit, es wurde entschieden, dass wir zur Venus fliegen, um die Schlacht von der Erde fern zu halten. In wenigen Minuten gehtÂ’s los. Die meisten Crews wissen nicht was auf sie zukommt. Sie springen und werden sich inmitten der letzten großen Armada der Menschheit befinden!"
Die wenigen Sekunden, die nach dieser Ansprache folgten, erschienen ihm wie in Zeitlupe. Jenny hatte sich schnell gedreht und schritt energisch an ihre Station in der Mitte der Brücke. Langsam wehte ihr Haar mit jedem Schritt, das Klacken der Schuhe war lange Zeit das einzige klare Geräusch neben seinem eigenen, tiefen Atmen, während Alle leise ihre Plätze einnahmen und die Bildschirme aufflackerten. Jasons Hand fühlte sich sonderbar trocken und rau an und als er auf sie herab blickte versank er beim Anblick seiner Finger in tiefe Gedanken und fragte eine ferne Macht nach der Schönheit des Gefühls sich selbst wahrnehmen und spüren zu können. Unter der Haut pulsierte das Blut, brannte nach Leben, verlangte nach mehr Zeit.
"Captain?", vernahm er eine schüchterne Stimme. Er blinzelte bevor er sie ansprach.
"Leutnant Lee. Was liegt ihnen auf dem Herzen?" Eine junge, hübsche Frau. Sie war selten in der Kantine mit den Anderen, nahm an nur wenigen der sozialen Aktivitäten auf dem Schiff teil und er hatte sich nie gefragt aus welchem Grund.
"Wir fliegen in den Tod, nicht?", fragte sie leise.
"Nicht wenn es nach Commander Lares geht.", antwortete er grinsend. "Haben sie eine Familie auf der Erde, Haruku?"
"Die Kinder meines Bruders. Und zwei Tanten. Und eine Cousine mit vier Kindern.", sprach sie rasch. Jason lächelte leicht, legte seine Hand kurz auf ihre Schulter und sie verstand. An seinem eigenen Platz angekommen erwartete ihn Jenny mit einer versteinerten Miene.
"Neue Befehle erhalten?", fragte er überrascht und sie löste ihren kleinen Bildschirm aus der entsprechenden Verankerung und überreichte ihn ihm. Kurz huschte Entsetzen über ihr Gesicht, doch wie so oft lies sie sich nichts anmerken. Mit einem Blick fragte sie ihren Captain, ob die Crew unterrichtet werden sollte und er schüttelte unmerklich leicht den Kopf und Jenny verstand: Noch nicht. Aber wann war der richtige Zeitpunkt für eine solche gravierende Neuigkeit? Die beste Einheit der Flotte, die berüchtigte Frecce Tricolori, war beim Versuch das Führungsschiff der Canns direkt und gezielt anzugreifen, vollständig eliminiert worden. Neunzigtausend der besten und modernsten Raumschiffe und die USST Rambomesser.
Der Kommunikationsoffizier, ein guter Mann und Freund von Jason, aktivierte den großen Hauptbildschirm auf dem das Logo des Erdreiches erschien. "Es geht los."
Auf dem Bildschirm war nun die Kaiserin der Erde und des Erdreiches zu sehen, Naoh die Vierte und in einer kurzen Ansprache bedankte sie sich bei allen Menschen, die die Erde verteidigt haben und weiterhin verteidigten und bat um den Segen der Götter in dieser dunkelsten aller Stunden. Jason gelang es nicht sich zu konzentrieren. Zu sehr hatte ihn die neueste Information erschüttert. Als unerwartet Musik erklang, blickte er auf und sah wie abwechselnd Naturaufnahmen, Bauwerke und Menschen in Alltagssituationen abgebildet wurden. Niemand auf der Brücke sprach. Die Bilder verfehlten nicht die beabsichtigte Wirkung, die bedrückte Stimmung war etwas gewichen, dass man vielleicht als Entschlossenheit bezeichnen konnte.
"Sir, mehrere Schiffe sind bereits mit Kurs auf die Venus gesprungen.", meldete Tara McLane.
"Gut. Alles vorbereiten, wir springen auch. Sollen die Cann's von einem Sturm weggefegt werden. Leutnant Lee! Sowie die Koordinaten freigegeben werden, springen!", befahl Jason.
Der Bildschirm flackerte erneut auf.
"Sir, Admiral Hasson schickt eine verschlüsselte Nachricht an alle Schiffe des siebenundvierzigsten Flügel der elften Flotte.", berichtete Leutnant Battistudas von der Kommunikationsstation aus.
"Schön, schön.", murmelte Jason zynisch.
"In den nächsten Sekunden startet die Operation Flash Gordon. Wir springen zur Venus. Dort hat sich die Cann Flotte versammelt.", sprach ein älterer, ziemlich erschöpft wirkender Mann in kurzem, militärisch zackigem Tonfall." Die dritte, zwölfte und dreißigste Flotte sind soeben mit je einer Milliarde Schiffe von der Mondbasis aus gesprungen. Wenn wir in zwölf Sekunden springen, erwartet uns also bereits eine tobende Schlacht." Der Admiral hielt kurz inne und seine strenge Fassade bröckelte. "Mögen die Götter mit uns sein, meine Kinder." Die Nachricht brach ab und gleichzeitig wurden die Koordinaten freigegeben.
"Sprung eingeleitet!", rief Haruku Lee und Jason spürte den eisigen Hauch der Wahrheit. Vor seinen Augen blitzte noch einmal seine Tochter auf und deren Lachen verhallte in seinen Ohren wie ein Echo einer längst vergangenen Zeit, die nicht wieder kommen würde. An seiner Seite hörte er Jenny Lares murmeln: "Drei... Zwei.. Eins.."
Ein weißes Licht blendete sie und auf dem Bildschirm brannte das All. Ein Schiff explodierte vor ihnen, Trümmer wurden gegen die Hülle geschleudert und gleichzeitig flackerten auf allen Bildschirmen Meldungen und Statistiken auf. Jason betrachtete mit seiner Stellvertreterin die taktische Anzeige und versuchte, sich ein Gesamtbild der nahen Umgebung zu verschaffen, während seine Crew der einstudierten Arbeit nachging. Eine bedrückende Stille herrschte im Raum.
"Siehst du das hier?", fragte Jenny Lares und huschte mit ihrem Finger über einen kleinen Bereich auf der dargestellten Karte.
"Captain.", meldete sich Leutnat Espinosa, der leitende Analytiker. "Keine Chance taktisch vorzugehen. Das ganze ist... ein Knäuel."
In einer schmerzhaften Lautstärke übertönte das Bersten der Schiffshülle den nächsten Satz.
"Versucht trotzdem eine Vorgehensweise zu berechnen!", wiederholte Jason.
"McLane", rief Jenny zwischenzeitlich, "Status?"
"Bordgeschütze, funktionieren einwandfrei. Zielvorrichtung hat Probleme mit der Freund/Feind Erkennung, ich versuche einen anderen Algorithmus!", kam von Tara McLane hastig während sie mit zwei Bildschirmen hantierte. Auf dem Bildschirm sah man im Sekundentakt etwas in naher Umgebung explordieren, während im Hintergrund tausende Explosionen auszumachen waren. Ein zweites Mal wurde das Schiff getroffen und ruckartig kam auf dem Hauptschirm die Venus bildschirmfüllend ins Bild.
"Haruku,", rief Jason nach vorne, "die Hilfssensoren sind weg. Schaffst du das allein?" Er nahm ihr Schweigen als Bestätigung auf.
"Jenny! Hilf mir mal.", verlangte Leutnant Battistuta von der Kommunikation. Commander Lares sprang auf und hechte hinüber. "Sie versuchen uns zu hacken!"
"Julio, dein Team soll Battistuta helfen!", befahl Jason Leutnant Espinosa. "Wenn die uns hacken ist alles vorbei. Und Haruki, wir sollten..."
Gleichzeitig schrie jene auf und alle flogen von ihren Sitzen und wurden auf den Boden geschleudert. Sekundenlang krachte Lärm in ihre Ohren und wütete durch den Raum bis unerwartet Stille und Finsternis einkehrte. Die Notbeleuchtung sprang an und Jason war als letzter wieder auf den Beinen und blickte sich um. Nachdem Tara ihm kopfschüttelnd seine Befürchtung bestätigte ergriff er das Wort. Seltsamerweise mit einer Mischung aus Enttäuschung und Erleichterung.
"OK Leute, es ist vorbei."
Fassungslos und ungläubig starrten sie ihn an, bis Leutnant Battistuta anfing zu lachen.
"Operation Flash Gordon haben sie das genannt...", lachte er. "Dachten der Name einer alten Heldenfigur würde ausreichen..."
"He Diago, reiß dich zusammen.," rief Julio Espinosa verärgert. Niemand sprach. Die Stille und der ausgefallene Bildschirm... Niemand würde vermuten, dass sie sich inmitten der größten Schlacht aller Zeiten befanden.
"Es tut mir Leid.", brach Hiraku das Schweigen. Es ist meine Schuld, ich habe ein Flaggschiff gerammt."
"Nun... immerhin sind wir nicht explodiert.", antwortete Jason trocken. Woher der Anflug von Humor kam, konnte er nicht sagen. Wieder schwiegen alle.
"Du... du kennst Flash Gordon?", fragte Hiraku schüchtern.
"Natürlich.", bestätigte Diago und blickte Hiraku an, als ob sie ihn noch nie zuvor angesprochen hätte, was Jason sogar als recht wahrscheinlich einstufte.
"Als Kind las ich immer die Geschichte der Neuauflage des Jahres 2130, in der Flash am Ereignishorizont von Lord Kazumis Schwarzem Loch die fliegende Basis und die Rakete der Zerstörung fand."
W"ow, ich glaube ich habe dich in der ganzen Zeit noch nie so viel sprechen hören.", meinte Diago nur, woraufhin Haruki verlegen den Kopf senkte.
"Hallo?", rief Julio verdutzt dazwischen. "Seit ihr noch klar im Kopf? Wir treiben inmitten der Schlacht und könnten jede Sekunde abgeschossen werden, und ihr redet über Flash Gordon? Wen interessiert das? Macht lieber euren Frieden mit euch. Und betet. Zeit ein paar letzte Sachen loszuwerden, finde ich."
"Ich... ich wünschte, ich hätte meinen Freund nie verlassen nur um Karriere zu machen.", rief Tara sogleich. "Es tut mir Leid, hörst du?" Und auf einmal war die Brücke erfüllt von Kommentaren und Gesprächen, Wünschen und Reue, Tränen und Gelächter. Alle zusammen, alle für sich. Ein harter Schlag traf das Raumschiff, lauter und stärker als alles zuvor, mehrfach erklang ein Knacken an der Schiffshülle und erneut schleuderte etwas das Schiff. Die Notbeleuchtung fiel vollständig aus und inmitten der Dunkelheit erklang Jennys heisere Stimme, die jeden aus der eigenen Gedankenwelt und den kurzen, eigenen privaten Bildern im inneren Auge riss: "Jason. Ich bin schwanger."

Beitrag wurde am 9. August 2007, 15:34 Uhr editiert.




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Begegnung bei Nacht

Exodus

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Dass ich in Englisch träume, stört mich nicht, aber mich nerven die deutschen Untertitel!.....................................................Ja ich steh auf Killerspiele und nein ich plane keinen Amoklauf!

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