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Die 68er
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Die 68er-Bewegung

Sie protestierten gegen starre Strukturen, den Vietnamkrieg, die rigide Sexualmoral und die Nichtaufarbeitung des Nationalsozialismus: Tausende Studenten gingen in den 1960er Jahren auf die Straße und unter der Chiffre "68" in die Geschichtsbücher ein. Bis heute sorgen die Ereignisse dieser Zeit für Kontroversen: War sie notwendig für den Übergang in die moderne Gesellschaft? Oder ist die 68er-Generation für Werteverlust, Kindermangel und Bildungsnotstand verantwortlich?
(Quelle: bpb)

Wie beurteilt ihr die Ansichten, Ideen und Ziele der 68er, sowie ihre historische Bedeutung im Verhältnis zu unserer heutigen Gesellschaft? Schreibt hier eure Meinung und Bewertung der Studentenbewegung.




Wer einen hohen Turm bauen will, muss ein gutes Fundament legen.Bild; Quelle: /media/artikel/kolumnenspecial/special_89_titel.jpg Janeway or no way

16.8.2008, 12:24

 
Guinan
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Die sogenannten 68iger haben es zwar gut gewollt und auch einiges erreicht,aber sind heute genauso bürgerlich wie jeder Andere.Also haben sie eigendlich nichts erreicht von dem was sie an großen Veränderungen vor hatten oder haben sich selber verraten.




19.8.2008, 12:58

 
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Alle die früher "dagegen" waren sind heute dafür.
Meistens, damals wie heute, sind es sowieso Leute, die sowieso keinen Grund gehabt hätten zu jammern.
Und ich glaube es hat niemanden gestört dass in Deutschland ein paar Leute protestiert haben. In Vietnam wurde schön weiter Napalm gestreut und Politik gemacht.

Ich geh sogar noch weiter und sage dass die 68er, die noch immer aktiv sind, die jetzige Jugend mit ihren Ideen aufhetzen. Der Feind ist noch der alte, der Grund ist ein neuer.

Aber die meisten der 68er sind jetzt selber alt und fett geworden und genießen den Luxus der Menagerie, gegen die sie gekämpft haben. Es war eben doch nur ein Kampf mit dem eigenen Schatten bevor sie erkannt haben dass es eigentlich leichter ist auf der anderen Seite zu stehen.

Doch für alles kann man sie nicht verantwortlich machen. Der Geburtenrückgang war vorprogrammiert. Nur hat sich die Welle entschieden noch weiter abzuflachen als, wie es eigentlich hätte sein sollen, wieder anzusteigen




Angst vor der Zukunft haben nur Leute, die nicht vorbereitet sind

20.8.2008, 12:01

 
Kadett
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Ich denke, du siehst das alles viel zu negativ. Es gibt diesen schönen Spruch "Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 40 immer noch einer ist, keinen Verstand." Die 68er waren DIE Babyboomer.. nach dem Krieg bewusst gezeugt zum "Wiederaufforsten" des Volkes - sie waren prädestiniert, zu fragen, kritisch zu sein, zu jammern und den Mund aufzumachen - denn es gab verdammt viele von ihnen und es wurde immer noch über den Krieg geschwiegen. Im Gegensatz zu heute existierten auf kleinstem Raum zwei grundsätzlich verschiedene Systeme, und die Angst war eher die vor dem Kommunisten als die vor dem Nazi. Es wurde auf der kapitalistischen Seite gegen Kommunisten gehetzt und die Nazis ignoriert, mit dem Krieg wollte man nichts mehr zu tun haben, man hat davon nichts gewusst, und es waren eh die anderen schuld.

Jeder vernünftig denkende Mensch musste da doch merken, dass da was faul dran war! Der Staat war damals viel repressiver als heute, wo garantiert niemand mehr einen Studenten bei ner Demo erschießen würde. Ich denke, dass die 68er schon was verändert haben, sie haben dafür gesorgt, dass der Staat sich selbst kritischer betrachtet, toleranter ist, und auch die Gesellschaft an sich toleranter gemacht. Und ich finde es auch nciht verkehrt, dass die 68er heute eben schon ein bürgerliches Leben leben - denn sie wussten, worauf sie sich da einließen, oder mussten es tun, aber auf jeden Fall haben sie darüber REFLEKTIERT, sonst könnten sie das nämlich heute gar nicht. Und gerade dieses Reflektieren ist es, was diese Generation ausmacht finde ich.

Man kann auch nicht sagen, dass sie an diesem oder jenen Schuld sind, denn woher können wir denn wissen, dass es anders gekommen wäre, wenn es sie nicht gegeben hätte? Ich habe es eigentlich nie so empfunden, dass die 68er besonders kinderfeindlich oder karrieregeil gewesen wären, was ja heute die Gründe für die Kinderlosigkeit sind, oder besser: die Emanzipation in Verbindung mit der immer noch alten Einstellung, die Mutter habe sich um ihr Kind zu kümmern und man dürfe es nicht weggeben UND der glaube, dass sich Mütter nicht so sehr im Beruf einsetzen wie Kinderlose oder öfter fehlen (was aber dann Grund der Gesellschaft ist, findich) haben dafür gesorgt, dass wir nu zu wenig Kinder haben. Hinzu kommt, dass die Geburtenraten direkt nach dem Krieg natürlich besonders hoch waren, weil man die ganzen Weggestorbenen ersetzen wollte.




Jeder kann entscheiden, ob er LAUT träumt oder still!

22.9.2008, 14:18

 
Lieutenant
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Ohne "die 68er" hätte sich vieles nicht in der Form entwickelt wie es sich entwickelt hat. Einiges ist dadurch beeinflusst worden.
Die Emanzipation, die ganze Demokratie, der Justizapparat, die Aufarbeitung der Vergangenheit, die RAF, der 2. Juni und wie sie sonst alle hießen, die Stellung der Medien und und und.

Man könnte sagen dass die Generation mit dafür verantwortlich ist, dass die unsrige "auf die Straße gehen kann" ohne niedergeknüppelt zu werden, aber nichts mehr hat wofür sie auf die Straße gehen muss. Grafik

Die Zeiten in denen man einer Zeitung aufgrund kritischer Berichterstattung Landesverrat vorwirft, während eine andere zum "Ergreifen von Rädelsführern" aufruft, sind zum Glück und nicht zuletzt wegen der Mühen meiner Elterngeneration vorbei.

SDS, APO usw. waren IMO wichtig für Deutschland, das Kommunendingens und die propagierte Rumvögelei hätte man sich allerdings total knicken können. Manches wird heute ganz einfach verklärt und überbewertet.


Meistens, damals wie heute, sind es sowieso Leute, die sowieso keinen Grund gehabt hätten zu jammern.Das kann ich so nicht stehen lassen. Gründe zum "Jammern" gab es genug. Ich finds echt krass die damaligen Bewegungen einfach als "Jammern" zu bezeichnen. Hätte man es zum Beispiel einfach kommentarlos hinnehmen sollen dass etliche Nazi-Karrieristen sich nahtlos in die neue Regierung gefügt haben? Von Meinungsfreiheit, Pressefreiheit oder Versammlungsfreiheit konnte seinerzeit wohl auch kaum die Rede sein. Für den stupiden 0815-Bürger mag die damalige Bundesrepublik ja bequem gewesen sein. Aber es gab einfach Missstände auf die man hinweisen musste. Siehe Spiegel-Affäre etc.


Und ich glaube es hat niemanden gestört dass in Deutschland ein paar Leute protestiert haben. In Vietnam wurde schön weiter Napalm gestreut und Politik gemacht. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Genau diese Einstellung ist Ausdruck der heutigen von Überdruß zerfressenen Spaßgesellschaft.

Und dass die "Damaligen" heute nicht mehr im BW-Parka und Zottelhaaren auf der Straße stehen, ist ja wohl auch klar.
Warum sollten die sich nicht weiter entwickeln? Für Leute wie Joschka Fischer mag das mit dem Selbstverrat ja vielleicht gelten, aber für den kritischen Durschschnittsstudenten? Ich kenne durch meinen Stiefvater ein paar Leutchen, die sich früher engagiert haben und keiner von denen ist heute ein bräsiger Durchschnittsspießer. Nur weil sie im Einfamilienhaus mit Garten wohnen müssen sie sich nicht selbst verraten haben. Jedenfalls sind die politisch wie gesellschaftlich wacher und aktiver als alle Jungen, die mit der PS in der Bude hocken.

Beitrag wurde am 22. September 2008, 15:43 Uhr editiert.




Bild; Quelle: https://up.picr.de/29960756yf.jpg

22.9.2008, 15:03

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