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Der falsche Captain
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Der Kreis schließt sich!²
Ich habe diese Story, als ich sie schrieb, bereits hier während des Schreibens veröffentlicht.
Aber man bat mich, wieder Voyager FFs zu veröffentlichen. Da die neuere, unveröffentlichte Story auf jener aufbaut, muss ich diese vorausstellen und möglicherweise kennt sie auch gar niemand mehr...
Das vorausgeschickt:
Es ist meine erste Fanfic ever, damals kannte ich Voyager nicht ganz so gut. Ich werde bei der Überarbeitung meine Logikfehler von damals ausmerzen, d.h. erneutes Lesen schadet sicher nicht.
Es ist keine J/C Story, sondern eine J/m. Ich wusste es damals nicht besser... Aber lest selbst. Wer die Voyager Episode erkennt, die ich mir als grobes Vorbild genommen hat, bekommt einen Keks.
Und nun Vorhang auf für das neue alte Abenteuer der Voy-Crew:

I

Den Tiger auf den Elefant, die Giraffe auf den Tiger.
Die Voyager flog nun schon seit Tagen ohne besondere Ereignisse durch das All, was ihrer Crew und auch ihrem Captain eine Verschnaufpause mit nicht ganz so harter Arbeit verschaffte.
Captain Janeway saß in ihrem Bereitschaftsraum, und bemerkte vor lauter Konzentration schon gar nicht mehr, wie die Sterne bunte Streifenmuster vor ihrem Fenster bildeten. Seit Chakotay ihr vor einigen Tagen dieses Puzzlespiel geschenkt hatte, konnte sie sich nur schwer davon losreißen. Sie verstand selbst die Faszination nicht ganz, die sie dabei verspürte, terranische Tiere aufeinanderzustapeln, ohne, dass der Turm zusammenstürzte, doch verbrachte sie in letzter Zeit jede freie Minute, die sie erübrigen konnte, mit diesem neuartigen Zeitvertreib.
Bis jetzt hatte sie es noch nicht geschafft, alle zur Verfügung stehenden Holztierchen zu stapeln, immer war ihr der Turm kurz vorher zusammengestürzt, doch jetzt, genau jetzt in diesem Moment, war sie so nahe dran, wie nie zuvor bisher. Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und atmete hörbar aus, während sie ihr Werk betrachtete.
Stolz erfüllte sie und einen kurzen Moment lang dachte sie: "Wenn wir in den nächsten Wochen genausowenig Probleme haben, brauche ich wohl demnächst noch ein paar Tierchen mehr." Sie holte tief Luft, als sie zum allerletzten Tierchen griff, es war eine winzige Giraffe, um dieses auf die Spitze zu setzen. Jetzt bloß nicht zittern…
Sie war den Trägheitsdämpfern noch nie so dankbar gewesen, wie in jenem Augenblick, doch leider ging genau als sie die Hand hob ein schweres Beben durch das Schiff und Janeways gesamte Pyramide fiel zusammen.
Resigniert ließ sie die kleine Giraffe aus der Hand fallen, welche auf den Haufen der anderen kleinen Tiere fiel, und dort reglos liegen blieb.
Etwas stimmte nicht! Beunruhigt wollte sie aufstehen und nachsehen, als ihr Kommunikator zirpte.
"Tuvok an Janeway", tönte es.
Sie verzog die Lippen zu einem leichten Lächeln.
"Sprechen Sie!"
Ihr alter Freund Tuvok. Er erstattete ihr schon beim kleinsten Zwischenfall gewissenhaft Bericht.
Es war die Suche nach ihm, die sie letzten Endes in den Deltaquadranten verschlagen hatte, Tausende von Lichtjahren von Zuhause entfernt, ohne Aussicht auf baldige Rückkehr. Er war Spion auf einem Maquisschiff gewesen, unter dem Kommando Chakotays und war in den Badlands verschollen. Als Voyager den Auftrag bekam, herauszufinden, was geschehen war, hatte Janeway nur zu gerne angenommen. Die Suchaktion endete damit, dass beide Crews von einer Entität namens "Fürsorger" entführt wurden und letzten Endes 70.000 Lichtjahre von Zuhause entfernt strandeten. Und doch hatte sie es bis heute nicht bereut, ihm damals, vor ungefähr sechs Jahren gefolgt zu sein.
Seine Stimme riss sie aus den Gedanken: "Kommen Sie besser auf die Brücke!"
"Ich bin unterwegs!"

Chakotay hatte mittlerweile schon Platz auf seinem Sitz auf der Kommandobrücke der Voyager genommen. Auch er hatte die Erschütterungen gespürt, die das Schiff vor wenigen Sekunden erfasst hatten. Besorgt hatte er sofort seinen Posten eingenommen.
Kurz nach ihm betrat auch Captain Janeway, oder wie er sie privat nannte, Kathryn die Brücke.
Sowie er ihren Gesichtsausdruck sah, musste er für den Bruchteil einer Sekunde schmunzeln. Er hätte wetten können, dass dieses Beben ihre Bemühungen, eine Pyramide aus den Holztierchen herzustellen, nachhaltig gestört hatten, doch ihr Ruf: "Tuvok, Bericht!" und Tuvoks Antwort ließen ihn wieder ernst werden.
"Wir werden angegriffen, Captain!"
Eine weitere Erschütterung ließ das Schiff erzittern, kurz bevor es Kathryn geschafft hatte, sich auf ihren Kommandosessel zu setzen. Sie verlor das Gleichgewicht und stürzte zu Boden.
Während sie sich aufrappelte und Platz auf ihrem Sessel bezog, rief sie dem Vulkanier zu: "Roter Alarm! Auf den Schirm! Ich will unseren Angreifer sehen!"
Tuvok befolgte ihren Befehl ohne jegliche erkennbare Gefühlsregung.
Überall auf der Voyager wurde die Beleuchtung gedämpft und es blinkte in Intervallen rot auf.

Manchmal beneidete Janeway Tuvok um seine Gelassenheit.
Auch damals, als das Schiff von den Borg bedroht wurde und sie beinahe aufgegeben hätte, hatte er alles ohne mit der Wimper zu zucken durchgestanden und ihr selbst dadurch wieder neue Kraft gegeben. In solchen Momenten rief sie sich ins Gedächtnis, dass er genauso Emotionen empfand, wie sie, er zeigte sie nur nicht.
Das imposante Bild, das auf dem riesigen Sichtschirm, der die Brücke dominierte, erschien, ließ sie aus ihren Gedanken hochfahren.
Die gesamte Brückencrew blickte fasziniert auf den Schirm, einigen stand sogar der Mund vor Staunen offen und sie hatten allen Grund dazu.

Selbst Tom Paris, der Pilot der Voyager, erinnerte sich nicht, wann er zum letzten Mal ein so riesiges, schönes Raumschiff gesehen hatte - und er verstand etwas von Schiffen, sie waren seine Passion.
Es war stromlinienförmig gebaut und geschätzte sechsmal so groß, wie die Voyager, sehr kunstvolle und schwungvolle Ornamente zierten seine Außenhaut.
Dennoch konnte man sofort erkennen, dass den Erbauern, wer immer sie auch waren, nicht nur Schönheit, sondern genauso auch Zweckmäßigkeit wichtig waren. Tom kam mit sich überein, dass wenn es das perfekte Schiff gab, es gerade vor ihnen im All schwebte.
Nichtsdestotrotz griff dieses perfekte Schiff gerade die Voyager an. Es feuerte schon wieder einen Energiestrahl ab. Janeway, die wie alle anderen Zeugin der dritten Salve wurde, schrie gerade noch rechtzeitig: "Tom, Ausweichmuster Beta vier, Tuvok versuchen Sie seine Waffen außer Gefecht zu setzen!"
Sie wusste zwar, wie der Rest der Anwesenden, dass letzteres gegen ein Schiff dieser Größe ein sinnloses Unterfangen sein würde, doch Janeway war nicht der Typ, der gleich aufgab.
Tom schaffte es gerade noch rechtzeitig, die Voyager herumzureißen, sodass der Laserstrahl nicht das vorbestimmte Ziel, sondern einen weniger wichtigen Punkt an der Außenhaut des Sternenflottenschiffs traf.
"Direkter Treffer Backbord, Schilde halten bei 80 Prozent!" ließ Tuvok verlauten.
"Feuer erwidern!" keuchte Janeway, deren Frisur bei dem Sturz arg gelitten hatte.

Bevor es dazu kommen konnte, traf ein vierter Strahl die Voyager, was den Ausfall der Hauptbeleuchtung und das Durchbrennen einiger wichtiger Sicherungen auf der Brücke zur Folge hatte. Das Schiff erbebte noch einmal gewaltig.
Infolgedessen war Tuvok gezwungen bekanntzugeben, dass die Fremden soeben die gesamten Waffensysteme der Voyager lahmgelegt hatten und sie somit keine Chance mehr hatten, sich zur Wehr zu setzen.
Für einen kurzen Moment herrschte bis auf das regelmäßige Summen der Konsolen völlige Stille auf der Brücke. Janeway und Chakotay tauschten fragende Blicke aus. Dann brach der Erste Offizier die Stille:
"Und Torpedos, Captain?"
Tuvok nahm Janeway die Antwort ab:
"Laut unseren Sensoren würden Torpedos bei einem solchen Schiff nichts bewirken, sie abzufeuern wäre eine reine Verschwendung unserer Ressourcen. Ich schlage vor, wir heben uns die Torpedos für eine bessere Gelegenheit auf…"
"Wenn wir dann noch eine haben!" entgegnete Janeway sarkastisch.
"Ich denke, Captain, das werden wir!" meldete sich nun der junge Fähnrich Kim zu Wort, der die ganze Zeit still auf seinem Posten verharrt hatte. "Wir werden gerufen!"
"Auf den Schirm!" rief der Captain nun schon zu zweiten Mal und während sie versuchte, ihre Frisur in Ordnung zu bringen, baute sich langsam das Bild eines Fremden auf dem Sichtschirm auf.
Sofort begann sie mit ihrem Standartgruß:
"Ich bin Captain Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager und....."
Bevor sie ausreden konnte unterbrach sie der Fremde und erklärte in rüdem, überheblichen Tonfall: "Es ist mir egal, wer Sie sind. Ich bin Subcommander Boltic und Sie sind widerrechtlich in den samerianischen Raum eingedrungen, Sie können sich Ihre Entschuldigungen sparen!"
Janeway begann ein zweites Mal:
"Wir wussten nicht, dass wir Ihre Grenzen verletzen, sonst hätten wir selbstverständlich einen Kurs um Ihr Raumgebiet programmiert. Wir wollten Sie nicht verärgern!"
Der Samerianer zog eine Augenbraue hoch. Er war ein Humanoid, der auf den ersten Blick keine äußerlichen Unterschiede mit einem Menschen aufwies und außergewöhnlich gut aussah. Er hatte kurze, ein wenig lockige, dunkle Haare, die perfekt fielen, ein kantiges Kinn und einen kräftigen Hals, der in einen muskulösen Körper überging.
Eine solche Rasse konnte sich Überheblichkeit wirklich leisten und machte auch Gebrauch davon.
"Davon bin ich überzeugt, aber Sie sind nun einmal hier und haben sich strafbar gemacht!"
Ärger begann sich in Janeway zu regen.
"Ich sagte es Ihnen bereits, wir taten es nicht absichtlich."
"Nichtsdestotrotz sind Sie in unseren Raum eingedrungen!"
"Das bestreite ich nicht, aber hätte man das nicht zuerst auf diplomatischer Basis klären können? Stattdessen greifen Sie uns wortlos an!"
"Wir wollten Sie nicht verletzen, sondern nur Ihre Waffen ausschalten!"
Janeway hob ihre Hände.
"Nehmen wir an, ich glaube Ihnen, können wir dann nachträglich eine diplomatische Lösung aushandeln?"
"Selbstverständlich, aber da Sie bereits in unserem Raum sind...."
"Das habe ich mittlerweile begriffen!"
"An Ihrer Stelle würde ich mir solche Bemerkungen in Zukunft sparen..... also, da Sie bereits hier sind, gibt es keine andere Möglichkeit mehr, Sie müssen unser Territorium durchqueren!"
"Noch sehe ich kein Problem..."
Der Samerianer seufzte genervt.

Es schien Chakotay, als hätte der Fremde sichtlich Probleme damit, mit Kathryn eine vernünftige Konversation zu führen, weiter befürchtete er, das waren noch nicht alle gestellten Bedingungen.
Seine Vermutung wurde wenige Sekunden später bestätigt, denn der Samerianer fuhr fort: "Und Sie müssen sich ausnahmslos an unsere Gesetze halten. Damit dies sichergestellt ist, werden wir Sie eskortieren!"
Janeway atmete auf, die ganze Anspannung, die sich bei ihr während des Dialogs gebildet hatte, wich von ihr.
"Dann haben wir eine Abmachung. Es liegt nicht in unserer Natur, Ärger zu machen. Wir werden Ihre Gesetze befolgen."
"Gut, dann gehen Sie bitte zur Seite!"
Die gesamte Brückencrew blickte sich verdutzt an, Tom und Chakotay tauschten besorgte Blicke.
Sie ahnten, dass der Fremde erst jetzt die Katze aus dem Sack ließ.
Janeway war unterdessen erbleicht.
"Ich bin der Captain des Schiffs!"
"Jetzt nicht mehr", kam die unterkühlte Antwort, "Sie haben sich bereit erklärt, sich an unsere Gesetze halten!"
"Ja, aber...."

Chakotay hatte lange genug zugesehen, jetzt stand er auf und schob Kathryn sanft zur Seite. Sie blickte ihn zwar leicht verärgert an, sagte jedoch vorsorglich keinen Ton.
Dann blickte er dem Samerianer über den Schirm in die Augen und sagte mit einer Nachdrücklichkeit, die ihn selbst überraschte: "Ich bin nun für Sie der Captain, wie genau lauten ihre Gesetze, an die wir uns zu halten haben?"
Der Fremde nickte zustimmend, doch Chakotay spürte die entsetzten Blicke der Crew auf seinem Rücken und ganz besonders Kathryns entgeisterten.
"Ich wusste, Sie sind eine vernünftige Spezies, als ich Ihr Schiff sah. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass Sie Widerstand leisten. Nach unseren Gesetzen haben Frauen nur sehr wenig Rechte, eine Kommandoposition innezuhaben ist ihnen strikt untersagt. Sagen Sie bitte Ihrem "Captain", dass sie vorübergehend vom Dienst suspendiert ist!"
Chakotay hörte Kathryn hinter sich nach Luft schnappen, doch sie beherrschte sich. Es war ihm ja selbst peinlich, sie eigenmächtig zu degradieren, doch ihr aller Leben hatte möglicherweise auf dem Spiel gestanden. Er wusste nicht, wie dieser Fremde reagiert hätte, wenn sie darauf beharrt hätte, der Captain zu sein.
Es schien, als müssten sie dieses Spiel nun aufrechterhalten, bis sie den samerianischen Raum durchquert hatten.
Chakotay nickte langsam. "Ich verstehe. Ist das alles, soweit?"
"Fast. Wir beamen noch eine Delegation unserer Offiziere an Bord, damit Ihre weiblichen Crewmitglieder in der nächsten Zeit nicht auf dumme Gedanken kommen und wünschen Ihnen weiterhin einen guten Flug."
Dann wurde der Bildschirm wieder schwarz. Janeway starrte noch immer wie in Trance darauf. Sie konnte es nicht glauben. Mit wenigen Sätzen hatte dieser Fremde sie einfach ihres Postens beraubt, und das ohne etwas über ihre Kultur zu wissen. Sie blickte wieder zu Chakotay, der ein wenig verlegen neben ihr stand.
Tuvok brach zum wiederholten Mal das Schweigen als er meinte: "Auf den Decks 2, 3 und 5 materialisieren sich unsere Begleiter.
"Fein, sorgen Sie dafür, dass unsere "Gäste" annehmbar untergebracht werden", hörte Janeway sich sagen, und dann: "In meinen Raum Commander!"
Sie ließ die Brücke nur zu gern hinter sich, um all den neugierigen und verwunderten Blicken ausweichen zu können.




Ich bin nicht verrückt/ pervers, ich bin KÜNSTLER!

19.4.2009, 18:26

 
Fähnrich
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Wunderbar, spannend! Bin schon auf weiteres neugierig! Dafür, dass du die Voy noch nicht so gut kanntest... Respekt! Wüste nicht, was da an Logikfehlern sein sollten... Es ist eine Geschichte - deine Version! Über technische Fehler kann ich ebenfalls nichts anmerken...! Grafik




Humor ist das Salz in der Ursuppe!

19.4.2009, 19:00

 
Fähnrich
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Dahrla schrieb am 19. April 2009, 19.00 Uhr:
Wunderbar, spannend! Bin schon auf weiteres neugierig! Dafür, dass du die Voy noch nicht so gut kanntest... Respekt! Wüste nicht, was da an Logikfehlern sein sollten... Es ist eine Geschichte - deine Version! Über technische Fehler kann ich ebenfalls nichts anmerken...! Grafik

Hey Dahrla! Danke für das Feedback! (Ich liebe Feedback! Grafik) Freut mich, dass du bisher nichts feststellen konntest (ich habe es ja auch überarbeitet.) Später gab es ein paar Sachen bezüglich Rang der Charaktere. Aber das wirst du hier alles nicht wiederfinden. Ich hoffe es bleibt so spannend. Noch immer ist ein Preis für die Voyagerfolge ausgesetzt, die das Vorbild für diese Story war. :D

Chakotay folgte ihr bereitwillig und die Tür zu ihrem Bereitschaftsraum schloss sich zischend hinter. Auf dem Boden lagen noch immer Janeways gesamte Holztierchen verstreut. Die ruhigen Wochen waren wohl einmal wieder gezählt.
Kathryn bückte sich und hob ein paar der Tiere auf, während Chakotay sich schmunzelnd umblickte. "Mein Puzzle scheint Ihnen zu gefallen..."
Janeway erhob sich ruckartig und blickte ihn ungehalten an.
"Das ist jetzt nicht der Punkt, ich bin hier um mit Ihnen über die Bedingungen dieses Fremden und Ihr Verhalten eben zu sprechen", erwiderte sie forsch. Auch wenn es ihr im selben Augenblick leidtat, fuhr sie, die wenigen Tiere, die sie in der Hand hielt auf ihren Tisch knallend fort:
"Ich bin mir nicht im Klaren, ob ich gewillt bin, mich ohne weiteres degradieren zu lassen."
"Sie selbst haben sich bereit erklärt, seine Gesetze zu befolgen, ohne sie vorher zu kennen. Seien also nicht Sie selbst diejenige, die sie als erstes bricht. Mein Eingreifen war nötig gewesen."
"Sie glaubten also, ich wäre nicht in der Lage gewesen, eine bessere Lösung auszuhandeln?"
"Wenn ich ehrlich sein soll, nein!" entgegnete Chakotay wahrheitsgetreu.
Janeways Gesichtsausdruck verwandelte sich in Entrüstung und sie wollte gerade Luft holen, um ihm eine passende Antwort zu geben, als er abwehrend die Hände hob und sie gar nicht erst zu Wort kommen ließ.
"So habe ich das nicht gemeint. Unter normalen Umständen schätze ich Ihre diplomatischen Fähigkeiten sehr, doch dies sind keine normalen Umstände. Kathryn, für diese Fremden sind Frauen nicht mehr als für uns Hologramme. Für Boltic war mit Ihrer Zustimmung, die Gesetze einzuhalten, die Konversation beendet."
Ihre Gesichtszüge beruhigten sich wieder ein wenig, wie er erleichtert feststellen konnte. Sie blickte ihn nun fragend an: "Und ich soll also Ihrer Meinung nach meinen Kommandoposten aufgebe? Finden Sie diese plötzliche Degradierung nicht ein wenig hart, für jemanden, der nun sechs Jahre einen Kommandoposten innehaben durfte?"
Der erste Offizier nickte zustimmend.
"Natürlich kann ich Sie verstehen, doch ich fürchte, Sie haben keine Wahl."
Sie seufzte, dann erwiderte sie mit einem sarkastischen Grinsen: "Das fürchte ich auch."
Chakotay sah in ihren Augen, dass ihr dieser Schritt sehr schwer fiel.
Er hatte gewiss nicht zum ersten Mal das Kommando über das Schiff, doch in den vorhergehenden Fällen war der Captain entweder bewusstlos, entführt oder anderweitig indisponiert gewesen. Nichts davon traf auf die momentane Situation zu.
Sie seufzte noch einmal, dann meinte sie: "Na schön. Hiermit ernenne ich Sie zum Captain!" Chakotay verzog den Mund zu einem leichten Grinsen.
"Selbstverständlich nur pro forma. Wir werden in der nächsten Zeit alle Theater spielen. Ich werde Sie vor jeder wichtigen Entscheidung benachrichtigen und ohne Ihr Einverständnis nichts unternehmen. Jeder hier wird Sie nach wie vor als wahre Kommandantin akzeptieren, so wie ich auch. Ich bin sicher Sie werden diese Zeit auch irgendwie überstehen. Wer weiß, vielleicht werden Sie dann mehr Verständnis für ein paar unserer Crewmen aufbringen. Immerhin sind Sie nicht die einzige Frau an Bord, die ihren Posten aufgeben muss. Ich denke eine zeitweilige Umstrukturierung der Hierarchie ist nicht das Schlechteste und ich will nicht wissen, was man mit uns macht, wenn wir unsere Entscheidung in Bezug auf die samerianischen Gesetzte rückgängig machten."
Janeway gelang es, müde zu lächeln, wobei sie die Knöpfe, die ihren Rang symbolisierten, von der Uniform abtrennte und Chakotay in die Hand drückte.
"Sie haben mich ja schon überzeugt. Haben Sie je daran gedacht, Rechtsanwalt zu werden? Wer weiß, mein lieber Chakotay, vielleicht geben Sie gar keinen so schlechten Captain ab. Ich lasse Ihnen auf jeden Fall in den Routinedingen freie Hand."
Er umschloss ihre Hand, ließ dann jedoch ruckartig los.
"Das weiß ich zu schätzen, Crewman Janeway!"
Nun konnte auch Janeway aufrichtig lächeln.

Neelix wuselte wie immer geschäftig hin und her und auch sonst herrschte im Casino der Voyager ein reges Treiben. Soeben wurde die Crew über die Umstände informiert, mit denen sie es in den nächsten Wochen zu tun bekommen würde. Die Nachricht wurde mit gemischten Gefühlen entgegengenommen. Die meisten waren davon sowieso nicht negativ betroffen und spekulierten darüber, wie sehr sich die Änderung der Kommandostruktur auf ihr Privatleben auswirkte. Einige Fähnriche und Crewmen hofften nun beweisen zu können, was in ihnen steckte, wenn sie zeitweilig für anspruchsvollere Arbeiten gebraucht würden. Unter den weiblichen Crewmitgliedern herrschte allgemein Entrüstung über die Mentalität der Samerianer.
Die Tür des Casinos öffnete sich zischend und Tom Paris betrat mit seinem Freund Harry Kim den Raum. Beide unterhielten sich angeregt über das, was vor ein paar Minuten auf der Brücke geschehen war. Als Neelix die beiden erblickte, eilte er sofort auf sie zu und rief: "Willkommen Lieutenant Paris, willkommen Fähnrich Kim!"
Sofort drehten sich alle Anwesenden nach den beiden um. Tom seufzte ergeben und entgegnete dann, gute Miene zum bösen Spiel machend: "Hallo Neelix was gibt's?"
Der kleine Talaxianer setzte einen besorgten Gesichtsausdruck auf und murmelte verschwörerisch: "Sie sind die ersten, die direkt von der Brücke kommen. Was genau ist passiert? Weshalb können die Fremden Captain Janeway zwingen, ihren Posten aufzugeben?"
Tom verzog leicht das Gesicht, während Harry hinter ihm damit zu kämpfen hatte, das Lachen zu verkneifen. Neelix' Geheimnistuerei war wirklich überflüssig, da sowieso jedermann gespannt lauschte. Momentan war es im Casino totenstill.
Tom holte tief Luft und begann langsam zu erzählen: "Also wissen Sie..."
Weiter kam er nicht, da sich die Tür zum Casino ein weiteres Mal zischend öffnete und drei der Samerianer, die das Schiff begleiten sollten, hereinspazierten. Sie bewegten sich mit anmutigen Schritten, die jedoch auch Herablassung und Stolz signalisierten. Tom erkannte einen von ihnen als Subcommander Boltic wieder.
Sofort verstummte er und auch die restlichen Anwesenden wendeten sich wieder ihren Tätigkeiten zu, als hätten sie nie Interesse an seinem Bericht gehabt. Die Fremden schauten sich gelangweilt um, und forderten dann alle anwesenden Frauen auf, den Raum zu verlassen. Diese fügten sich zwar widerwillig, aber ohne Schwierigkeiten zu bereiten.
Als sie gegangen waren riefen die Samerianer nach einer Bedienung, was natürlich Neelix auf den Plan rief.
Er begrüßte die drei überschwänglich und bot ihnen sofort einen Snack an, den sie auch dankbar annahmen. Da Neelix nun anderweitig beschäftigt war, setzten sich Tom und Harry an einen freien Tisch und warfen sich vielsagende Blicke zu.
"Weißt du, Harry, " begann Tom schließlich die Konversation, "ich habe Angst, wie B'Elanna es auffassen wird. Ihr Temperament kann manchmal schwierig sein. Womöglich tut sie etwas Unbedachtes."
Harry legte seine Hand beruhigend auf den Arm seines Freundes.
"An deiner Stelle wäre ich unbesorgt. Sie weiß es bereits und bisher wurde der Rote Alarm noch nicht ausgerufen."
Tom grinste. "Das ist wahr!"
"Und außerdem: sie ist ein Lieutenant der Sternenflotte, sie kann sich beherrschen. Captain Janeway muss das Kommando über ein ganzes Schiff abgeben und hat es hingenommen, deine Frau muss nur das Kommando über den Maschinenraum zeitweilig abgeben, sie wird es verkraften."
"Das muss sie, aber glaub mir, Harry, sie wird nicht begeistert sein."
"Wäre ich an ihrer Stelle auch nicht. Aber wenn du mich fragst, wird das eine lustige Zeit werden: Alle Frauen machen sich strafbar, wenn sie Befehle erteilen, also werden sie temporär zwangsdegradiert und ihre Posten durch womöglich unfähige Männer ersetzt. Und das Beste ist: Wir können Captain Janeway zum ersten Mal in sechs Jahren selbst Befehle erteilen. Diese Gelegenheit kommt nie wieder."
Tom nickte zustimmend, dann stand er auf und ging an den Replikator, um sich eine Tasse Kaffee zu holen. Dort angekommen rief er Harry zu: "Das wird aber dem Captain wiederum nicht gefallen. Ich würde sagen, das Befehlen überlassen wir Chakotay. Du auch einen Kaffee?"
"Ja gerne!"
Tom gab dem Replikator den Befehl zwei Tassen zu liefern, das Gerät summte kurz, dann stand das gewünschte Getränk im Ausgabefach. Tom nahm die Tassen, kehrte zu Harry zurück, der sich inzwischen entspannt auf seinem Stuhl zurückgelehnt hatte, und stellte vor ihm eine Tasse auf den Tisch.
"Danke, Tom!"
"Gern geschehen!"
Dann tranken sie beide einen Zug.
Die Tür öffnete sich ein weiteres Mal zischend und herein stürmte Lieutenant B'Elanna Torres. Man konnte ihr ihre Wut meterweit ansehen.
"Jetzt geht es los", flüsterte Tom Harry zu, "Ich befürchte das Schlimmste!"
"Tom!" schrie B'Elanna quer durch den Raum.
"Ja?" erwiderte er schnell, wobei er aufstand und ihr entgegen eilte.
Durch ihren Tonfall waren auch die anwesenden Samerianer auf die eben eingetretene Ingenieurin aufmerksam geworden.
"Komm bitte sofort her, ich habe etwas mit dir zu besprechen!" rief sie unbeirrt weiter. Bei diesen Worten stand einer der Wächter auf und bewegte sich auf die ahnungslose Halbklingonin zu.
Er kam Tom ein wenig zuvor und baute sich vor B'Elanna auf: "Verlassen Sie sofort den Raum. Wie können Sie es wagen diesem Mann Befehle zu erteilen?"
B'Elanna schnappte nach Luft, Tom stöhnte auf. Anscheinend verstand sie dieses Zeichen, drehte sich wortlos um und ging.

Wo sollte B'Elanna hingehen? Aus dem Maschinenraum hatte man sie vertrieben, ins Casino ließ man sie nicht hinein.
Man hatte sie einfach ihres Rangs beraubt und zum Crewman degradiert. Sie wusste nur, dass diese Fremden etwas damit zu tun hatten, doch den genauen Grund, den kannte sie nicht. Gerüchten zufolge sollte Captain Janeway auch zum Crewman "befördert" worden sein. Na, das war wenigstens ein Trost.
Wenn der Captain freiwillig so etwas mit sich machen ließ, durfte sie als Lieutenant keinen Widerstand leisten.
Sie wollte Tom nur nach dem Grund fragen. Wahrscheinlich hatte sie sich im Ton vergriffen und es kam ein wenig anders herüber, als es gemeint war. Manchmal hatte sie einfach ihr klingonisches Temperament nicht unter Kontrolle.
Es war ihr unheimlich schwer gefallen, diesen Wächtern nicht an die Gurgel zu gehen, die sie mit einer Herablassung, die ihresgleichen suchte, behandelt hatten.
Sie beschloss in Tom und ihr gemeinsames Quartier zu gehen und dort zu warten, bis ihr Ehemann es für nötig hielt, ebenfalls "heimzukommen". Dann konnte sie ihm immer noch Fragen stellen.
Es gab ja noch ein paar Energieverteiler zu reparieren, die sie sich eingesteckt hatte, um in ihrer Freizeit daran zu arbeiten.
Plötzlich jedoch hörte sie Toms Stimme hinter sich: "B'Elanna, warte!"
Erstaunt drehte sie sich um. Seit er mit ihr zusammen war, hatte er sich doch stark verändert.
Sie verschränkte die Arme vor der Brust und blickte ihn erwartungsvoll an.
"Ich höre!"
"Also", keuchte er, denn er war ihr nachgerannt, "es tut mir leid."
"Was tut dir leid?"
"Na dieser Zwischenfall eben. Sie hätten dich nicht so abfällig behandeln dürfen. Ich bin stolz auf dich, dass du dich zurückgehalten hast."
Sie setzte ein schiefes Lächeln auf.
"Es freut mich, dass du dich um mich sorgst, doch mir geht es gut. Ich hätte nur einige Fragen in Bezug auf die seltsamen Veränderungen innerhalb der Kommandostruktur dieses Schiffes. Ich weiß nur genauso viel wie der Rest der Crew, der nicht auf der Brücke anwesend war. Man sagte uns, temporär sollen alle Frauen, die eine Kommandoposition innehaben ohne Widerstand ihren Rang niederlegen und einem männlichen Crewmitglied ihrer Wahl anvertrauen. Kurz darauf tauchen die Fremden im Maschinenraum auf und verjagen mich. Was ist wirklich vorgefallen Tom? Es steckt doch mehr dahinter als ein schlechter Scherz."
Er räusperte sich, dann begann er: "Also, wir wurden von diesen Fremden, den Samerianern, angegriffen. Sie legten unsere Waffensysteme lahm und stellten ihre Bedingungen: Wir seien schon zu tief in ihrem Raum eingedrungen, um noch einmal umzukehren. Sie würden uns nun den Rest der Strecke eskortieren, doch wir hätten uns an ihre Gesetzte zu halten."
"Und in den besagten Gesetzen ist es Frauen verboten, beruflich erfolgreich zu sein?"
"Genau!"
"Eine schöne Spezies ist mir das!"
"Aber du hättest ihr Schiff sehen sollen. Wundervoll! Einzigartig! So etwas Schönes hast du dein Lebtag noch nicht gesehen, B'Elanna."
Sie seufzte.
"Du änderst dich auch nie, oder Tom? Ich denke ich komme noch früh genug in den Genuss des Anblicks ihres Schiffes."
"Wahrscheinlich hast du Recht. Sie werden uns noch ein ganzes Stückchen begleiten, darauf kannst du dich verlassen."
"Also ich für meinen Teil bin froh, wenn wir den samerianischen Raum hinter uns gelassen haben." "Wer ist das nicht? Ich denke das geht auch ganz besonders dem Captain so. Aber wir können die Situation nicht ändern und deshalb schlage ich vor, das Beste daraus zu machen. Es tut dir vielleicht ganz gut, dich mal wieder in die Situation eines deiner Untergebenen zu versetzen. Wo wir gerade davon sprechen, wem willst du eigentlich das Kommando über deine Domäne übertragen?"
"Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht!"
"Das solltest du aber..."
"Ich weiß, ich weiß. Wir sollen unsere Entscheidung in einer Stunde "Captain" Chakotay über Komm bekannt geben. Ich glaube ich entscheide mich für Icheb!"
"Icheb??!"
"Ja, er ist ein braver Junge und er versteht eine Menge von Mechanik. Ich kann ihn eigentlich gut leiden."
"Er ist ganz bestimmt verlässlich und wird dir den Warpkern nicht hochgehen lassen!"
"Nein, bestimmt nicht. Ich glaube ich gehe ihn dann einmal suchen um ihm die freudige Nachricht mitzuteilen! Hast du ihn gesehen?"
Tom runzelte die Stirn nachdenklich, schließlich meinte er nach einigen Sekunden: "Nein habe ich leider nicht, aber das haben wir gleich: Computer!"
Sofort ertönte das akustische Zeichen des Computers, der damit signalisierte, dass er auf einen Befehl wartete.
"Icheb lokalisieren!"
Wie aus der Pistole geschossen erwiderte die angenehme Frauenstimme des Computers: "Icheb befindet sich in Frachtraum zwei!"
"Na prima", seufzte B'Elanna, "er regeneriert sich gerade, dann kann ich ihn auch nicht stören." "Dann warten wir eben, bis er fertig ist", meinte Tom fröhlich. "Lass uns zusammen in den Frachtraum gehen, irgendwann wird er schon aufwachen."
"Und was sollen wir da unten so lange machen?" fragte sie lustlos.
"Ach, irgendwas fällt uns schon ein!"

Beitrag wurde am 20. April 2009, 08:59 Uhr editiert.




Ich bin nicht verrückt/ pervers, ich bin KÜNSTLER!

19.4.2009, 23:26

 
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Bis auf dass man "Icheb" nicht mit "E" am Anfang schreibt (*g*) mal wieder sehr schön geschrieben! Ich hab dir ja schon gesagt, wie gern ich deinen Stil mag, ich kann mich nur wiederholen.

Längere Dialoge hast du geschickt durch kurze Sätze und kleinen Mimikbeschreibungen zwischendurch, das macht es leicht, dem Text zu folgen.

Ich freu mich auf eine Fortsetzung Grafik

Achja, ich frag lieber vorher (auch, wenn ich dich denke ich schon dahingehend einschätze): Ist auch negative Kritik erwünscht oder Fehlerverbesserung - sofern es je welche gibt^^
Denn ich korrigiere einiges und lese viele Geschichten gegen, da hab ich es mir im Laufe der Zeit angewöhnt, auf Fehler oder Unstimmigkeiten hinzuweisen. Bisher schaut's aber nicht so aus, dass du das sonderlich nötig hast Grafik




Begeisterung macht Waffeln. Bild; Quelle: http://img683.imageshack.us/img683/9026/irrsinnig.jpg

19.4.2009, 23:59

 
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Seven_ schrieb am 19. April 2009, 23.59 Uhr:
Bis auf dass man "Icheb" nicht mit "E" am Anfang schreibt (*g*) mal wieder sehr schön geschrieben! Ich hab dir ja schon gesagt, wie gern ich deinen Stil mag, ich kann mich nur wiederholen.

Ja. ._. Das ist z.B. so ein Fehler, den ich ausbessern muss. Danke für den Hinweis. Hab ihn beseitigt. :)

Danke fürs Feedback, hoffe es gefällt dir weiterhin.

Achja, ich frag lieber vorher (auch, wenn ich dich denke ich schon dahingehend einschätze): Ist auch negative Kritik erwünscht oder Fehlerverbesserung - sofern es je welche gibt^^
Denn ich korrigiere einiges und lese viele Geschichten gegen, da hab ich es mir im Laufe der Zeit angewöhnt, auf Fehler oder Unstimmigkeiten hinzuweisen. Bisher schaut's aber nicht so aus, dass du das sonderlich nötig hast Grafik

Klar, ich bitte sogar darum! Kein Autor ist perfekt und wenn ich mich verbessern kann - umso besser. Grafik

II

Borg-Technologie summte im Frachtraum. Die Borg-Alkoven gehörten zu den wenigen Dingen, die man an Bord der Voyager bestehen gelassen hatte, nachdem die Allianz mit den Borg beendet gewesen war, die dazu diente, einer noch mächtigeren Spezies namens 8472 auszuweichen.
Für diejenigen Crewmitglieder, die man aus dem Kollektiv befreit hatte, waren die Alkoven, die einzige Möglichkeit zur Ruhe zu kommen.
Sie waren nicht in der Lage, wie normale Menschen schlafen, da dies auf Dauer ihre kybernetischen Implantate geschädigt hätte und der Doktor hatte sich bisher außer Stande gesehen, die Implantate ohne Schädigung der Organismen der Ex-Borg komplett zu entfernen.
So also stand Icheb in seinem Alkoven und regenerierte sich.
Sein Regenerationszyklus neigte sich dem Ende zu und schließlich öffnete er die Augen. Die Frauenstimme des Computers ließ verlauten: "Regenerationszyklus abgeschlossen!", doch er achtete nicht darauf. Seine Aufmerksamkeit wurde sofort auf etwas anderes gelenkt, nämlich auf die Lieutenants Torres und Paris, die auf dem Boden saßen und sich mit einem ihm unbekannten Gesellschaftsspiel die Zeit vertrieben.
Er räusperte sich.
"Ähm entschuldigen Sie, aber was machen Sie um diese Zeit hier im Frachtraum?"
Lieutenant Torres war aufgestanden und ging nun auf ihn zu.
"Wir haben auf Sie gewartet."
"Auf mich?!"
Nun schaltete sich Lieutenant Paris ein.
"Wir konnten doch nicht einfach Ihren Regenerationszyklus abbrechen, oder?"
Etwas irritiert erwiderte Icheb.
"Nein, natürlich nicht, aber was wollen Sie von mir?"
Die Ingenieurin brachte ihre Forderung sehr direkt hervor: "Sie übernehmen mit sofortiger Wirkung das Kommando über den Maschinenraum!"
Icheb spürte, wie er erbleichte.
"Was haben Sie gesagt? Das Kommando? Über den Maschinenraum? Wieso denn das?"
B'Elanna seufzte: "Haben Sie nichts über die Änderung der Kommandostruktur mitbekommen?" "Wovon sprechen Sie bitte, Lieutenant?"
Sie seufzte erneut.
"Tom, bitte sei so gut und erkläre es ihm!"

"Nette Sache, was?"
Harry schreckte auf. Er war im Casino geblieben, als Tom B'Elanna hinterher gerannt war und hatte seinen Kaffee zu Ende getrunken, aber er hatte nicht damit gerechnet angesprochen zu werden, nein er hatte den Sprecher der Worte noch nicht einmal gesehen.
Langsam hob er den Kopf und blickte der Person in die Augen, mit der er momentan am wenigsten sprechen wollte: Crewman Kinley. James Kinley war ein ziemlich kräftiger junger Mann, der mit Vorliebe auf Schwächeren herumhackte und nach oben buckelte. Das war wahrscheinlich der Grund, weshalb er bisher noch nicht befördert wurde. Auf der Voyager genoss er jedenfalls keinen sehr hohen Beliebtheitsgrad..
Als das Schiff vor sechs Jahren verschollen gegangen war, hatten seine Kameraden versucht ihn ein wenig mehr zu integrieren, doch er hatte es ihnen lediglich gedankt, indem er jede Gelegenheit nutzte, sie bei den Führungsoffizieren zu denunzieren und schlechtzumachen. Dies führte dazu, dass er von den meisten gemieden wurde und man nur notgedrungen mit ihm zusammenarbeitete.
Den Rest der Zeit blieb er allein. Er war normalerweise dem Maschinenraum zugeteilt, doch hatte er schon einige Zusammenstöße mit B'Elanna Torres hinter sich, die mit seiner Art nicht zurechtkam und ihm das auch offen sagte.
Er hingegen machte keinen Hehl daraus, dass er B'Elanna nicht mochte und umso mehr hatte ihm die sich eben ereignete Szene gefallen, in der man die Ingenieurin hochkant rausgeworfen hatte. Harry verspürte keine große Lust ein Gespräch mit Kinley anzufangen, deshalb murmelte er so kurz angebunden, wie nur möglich: "Hm!"
Doch Kinley ließ sich nicht abschrecken, im Gegenteil, er setzte sich sogar auf Toms alten Platz und erzählte munter weiter.
"Mir hat das richtig gefallen, wie sie die Torres abserviert haben, die merkt nämlich auch nicht, wenn sie mit ihrer großen Klappe zu weit geht!"
Für Harry waren diese Worte wie kleine Stiche, immerhin war B'Elanna die Frau seines besten Freundes und auch er kam gut mit ihr hin.
Deswegen antwortete er: "Ich weiß nicht. Ich fand diese Szene eher entwürdigend!"
"Was glauben Sie, was mir so gut daran gefallen hat?"
Kinley schien nicht bemerkt zu haben, dass er bei Harry eine Grenze überschritten hatte. Der Fähnrich setzte ein gekünsteltes Lächeln auf, meinte: "Es tut mir leid, Mister Kinley, ich würde gerne noch weiter mit Ihnen plaudern, aber ich habe noch viel zu tun", stand von seinem Stuhl auf und verließ den Raum.
Er nahm sich vor Kinley in Zukunft sofort abzuwimmeln, bevor er sich dessen Geschwätz länger als nötig antat.

Nervosität ergriff von Icheb Besitz, nachdem Tom seine Erklärung beendet hatte.
Weshalb konnten diese Fremden solche Dinge tun? Er jedenfalls hatte noch nie etwas von dieser Spezies gehört und irgendwie hatte er das Gefühl, etwas war falsch.
Diese Falschheit war jedoch nicht greifbar und das war das Verwirrende daran. Erst jetzt bemerkte Icheb, dass Lieutenant Torres ihre großen braunen Augen nicht von ihm wandte und er errötete. Wie sollte er diesen Blick deuten?
Ihre folgenden Worte beendeten glücklicherweise diese peinliche Situation, denn sie fragte schlicht: "Und, werden Sie diesen Posten annehmen?"
Erleichterung durchfuhr den jungen Mann.
Achso, der Posten! Deswegen blickte sie mich an... Und ich dachte…
Er schluckte, bevor er zögernd meinte: "Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Lieutenant. Ich nehme diese Aufgabe an und werde Sie hoffentlich nicht enttäuschen!"
Nun grinste B'Elanna ihn an.
"Das freut mich zu hören. Ich glaube nicht, dass Sie es schaffen werden den Warpkern hochzujagen. Und sonst können Sie momentan eigentlich nichts falsch machen. Sie haben mir schon mehr als einmal Ihre außerordentlichen Fähigkeiten bewiesen."
Kindlicher Stolz blitzte bei diesen Worten in seinen Augen auf.
Sie klopfte ihm zum Abschluss noch freundschaftlich auf die Schulter.
"Ich wünsche Ihnen viel Glück!"
"Danke, Lieutenant!"
Dann drehten sie und Tom sich um und verließen denn Frachtraum, dessen Tür sich zischend schloss.
Es trat Stille ein.
Erst jetzt, bei ruhigem Nachdenken, begriff Icheb das Ausmaß der Aufgabe und was es für ihn bedeutete.
"Das Kommando über den Maschinenraum", murmelte er. "Da habe ich mir etwas eingehandelt. Wieso nimmt sie ausgerechnet mich? Sie hätte jeden Fähnrich beauftragen können, doch sie kommt zu mir!"
Kopfschüttelnd trat er endgültig von seinem Alkoven fort und schickte sich an, den Frachtraum nun ebenfalls zu verlassen, schließlich musste er seinen neuen Posten antreten.
Hoffentlich wird man mir nicht feindselig begegnen.




Ich bin nicht verrückt/ pervers, ich bin KÜNSTLER!

21.4.2009, 00:10

 
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Sehr schön, wenn dir das hilft! :) Dann erlaube ich mir mal zwei winzige Korrekturen:

Sie waren nicht in der Lage, wie normale Menschen zu schlafen,

Dann drehten sie und Tom sich um und verließen den Frachtraum, dessen Tür sich zischend schloss.

Armer Icheb, isser noch immer nicht über B'Elanne hinweg *g* Macht Spaß zu lesen!




Begeisterung macht Waffeln. Bild; Quelle: http://img683.imageshack.us/img683/9026/irrsinnig.jpg

21.4.2009, 00:18

 
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@ Seven_: Danke nochmal für die Hinweise, hab ich dir ja bereits per PN gesagt. Freut mich wenn es gefällt. Also Kinderchen, kommit nur schön weiter. It follows: Chapter III

III

Chakotay saß in seinem neuen Bereitschaftsraum und fühlte sich überhaupt nicht wohl in seiner Haut. Nachdem er sie entlassen hatte, war Janeway wohl in ihr Quartier gegangen und wartete den nächsten Tag ab.
Wahrscheinlich hatte sie sich hingelegt und las, er hingegen musste mit einer vollkommen neuen Kommandosituation kämpfen. Nicht, dass er keine Erfahrung, als Führungspersönlichkeit hatte, doch mit einer solchen Situation waren selbst die besten Captains der Sternenflotte noch nicht konfrontiert worden. Er seufzte.
In einer halben Stunde musste die neue Verteilung der Kommandostruktur stehen und von B'Elanna wusste er immer noch nicht, wer nun für den Maschinenraum zuständig sein würde.
Von dieser Entscheidung hing ab, wie er die restlichen Posten verteilte. Sollte er B'Elanna weiterhin als Crewman im Maschinenraum arbeiten lassen, in ihrer gewohnten Atmosphäre? Oder würde sie das als den puren Sadismus ansehen? Bei Janeway war es einfacher gewesen, sie einzuteilen, denn auf der Brücke gab es keinen entsprechenden Posten für sie.
Obwohl es Chakotay eine Verschwendung ihrer Talente und ihres Wissens fand, sie von der Brücke zu entfernen, blieb ihm keine Wahl. Er hatte sie für einfache Reparatur- und Wartungsarbeiten eingeteilt, wohl wissen, dass sie über Kenntnisse in diesem Gebiet verfügte.
Er bedauert diese Maßnahme zwar immer noch, aber was hätte er machen sollen? Jemand mit ihren Qualifikationen gehörte entweder in eine Führungsposition oder nirgendwo hin. Er hatte sich notgedrungen für "Nirgendwo" entschieden.
Vielleicht tat ihr eine Weile anspruchslose Arbeit gut?
Er beschloss, sie bei der nächsten Gelegenheit wissen zu lassen, sie solle es als Urlaub ansehen. Nun aber zu den anderen! Er griff sich den Handcomputer, der neben ihm auf dem Tisch stand und zog ihn sich bei. Nach ein paar Tasteneingaben erschien auf dem Display, die Ordnung, die er bisher erarbeitet hatte: Tuvok sollte sein Erster Offizier werden, die restlichen Posten auf der Brücke blieben, wie sie waren.
Bevor sich Chakotay mit der weiteren Aufstellung bemühen musste, ertönte das Türsignal.
"Herein!" rief er.
Die Tür öffnete sich zischend und herein kam Neelix, der selbsternannte Moraloffizier, in der Hand ein PADD.
"Guten Tag, äh...Captain!"
Chakotay hob beschwichtigend seine rechte Hand, während er mit der linken den Handcomputer ein wenig zur Seite schob.
"Ich kann mich an den neuen Titel so gar nicht gewöhnen… Aber das ist nicht Ihre Schuld. Was haben Sie auf dem Herzen?"
Der Talaxianer näherte sich Chakotays Schreibtisch und meinte dann: "Ich bin hier, um Sie zum einen über Lieutenant Torres‘ Entscheidung, sowie über einige Crewmitglieder, die sich für qualifiziert genug halten, die freiwerdenden Posten zu besetzen, zu informieren. Die gewünschten Daten befinden sich hier! Wenn Sie noch einen Wunsch oder Fragen haben, lassen Sie es mich wissen."
"Ich danke Ihnen für Ihre Mühe!" Chakotay lächelte freundlich, dankbar darüber, dass er nun auch von B'Elannas Entscheidung wusste. "Aber mir fiele momentan nichts weiter ein!"
Ich verstehe. Wenn Sie es sich anders überlegen sollten, wissen Sie, wo ich bin."
Damit drehte der Talaxianer sich um und ging.
Sobald er weg war, griff Chakotay sich das dagelassene PADD und studierte die darin enthaltenen Informationen.
"Soso, also für Icheb hat sie sich entschieden!"
Er zog sich den Handcomputer wieder bei und tippte die neuen Informationen ein. Dann wandte er sich der Liste, der ehrgeizigen Crewmitglieder zu.
Es interessierte ihn brennend, wer sich alles beworben hatte. Die meisten waren recht intelligente, junge Fähnriche, so wie Harry, die aufgrund der Ausnahmesituation der Voyager noch nicht befördert werden konnten, doch ein Name stach Chakotay besonders ins Auge. Der Betreffende war weder unqualifiziert noch dumm, doch gerade deshalb war der neue Captain höchst unglücklich, dass der Mann sich gemeldet hatte: Crewman James Kinley.

Subcommander Boltic war beeindruckt, als er die Korridore der Voyager entlangschritt.
Noch vor ein paar Stunden, als er Kontakt mit den Fremden aus dem Alphaquadranten aufgenommen hatte, hatte er befürchtet, es mit zurückgebliebenen Hinterwäldlern auf einem veralteten Schiff zu tun zu haben, die keine Ahnung von jedweder Organisation hatten und per Zufall hier gelandet waren. Immerhin hatte er einen triftigen Grund für diese Annahme gehabt: der Anführer dieser Fremden war eine Frau.
Doch er hatte sich getäuscht.
Binnen zwei Stunden hatten diese Leute es geschafft ihre gesamte Kommandostruktur umzukrempeln und das ohne chaotische Zwischenfälle.
Die Voyager war nicht das erste Schiff, bei dem diese Maßnahmen durchgeführt wurden und so konnte Boltic aus Erfahrung sprechen. Den meisten Fremden, die sich im samerianischen Raum verirrten, bereitete es größte Probleme sich umzuorganisieren und nicht wenige leisteten gewaltsamen Widerstand.
Hier bildete die Voyager sogar eine Ausnahme: sie war das erste Schiff, das nicht wenigstens den Versuch wagte, der Umstrukturierung zu umgehen, sei es gewaltsam oder mit Verhandlungen.
Die anderen wollten ihren an Bord befindlichen Frauen deren Positionen erhalten und hielten es schlicht für unnötig, sie zu degradieren. Doch in diesem Punkt gab es keine Diskussion, das schrieb der Samerianische Kodex vor. Niemand durfte es wagen, diesen Kodex anzuzweifeln, erst recht keine Außenweltler!
Boltic konnte die Haltung der Fremden sowieso nicht verstehen. Frauen waren doch unfähig auch nur irgendetwas zu tun. Lediglich zur Fortpflanzung brauchte man sie und diesen biologischen Umstand bedauerte er, wie viele Samerianer außer ihm auch, sehr. In seinen Augen waren Frauen ängstliche, dumme, wertlose Geschöpfe, mit denen man machen konnte was man wollte.
Dies verwunderte ihn an den hier an Bord befindlichen. Sie waren überhaupt nicht ängstlich. Im Gegenteil, sie gingen aufrechten Ganges und man sah den Widerspruchsgeist in ihren Augen, auch wenn sie still waren.
Ganz anders als samerianische Frauen, die sich verhüllten und sofort den Saal verließen, wenn ein Mann ihn betrat, die alles widerspruchslos mit sich machen ließen und deren Angst man förmlich spüren konnte.
Boltic musste an die dunkelhaarige Frau mit den Stirnwülsten denken, die vor einer Stunde ins Casino gestürmt war und ihren Mann ganz selbstverständlich angeschrieen hatte.
So etwas hatte er noch nicht erlebt. Bei allen anderen Schiffen vor der Voyager hatten die weiblichen Crewmitglieder, waren sie erst einmal degradiert, samerianische Verhaltensweisen an den Tag gelegt, weswegen Boltic nie etwas anderes kennen lernen konnte.
Dies war auch das erste Schiff, das einen weiblichen Captain hatte. Wieso hingen diese Leute sosehr an ihren Frauen? Er würde es wohl nie verstehen können.
Er beschloss sich dem Schiff zuzuwenden, das von innen weit mehr zu bieten hatte, als es von außen aussah, um nicht länger darüber nachdenken zu müssen. Die Technik war sehr fortgeschritten und kam fast an den von ihm gewohnten Standart heran, auch wenn das ein oder andere, das er für selbstverständlich erachtet hatte, fehlte.
Auch das Quartier, das man ihm gegeben hatte, entsprach im Großen und Ganzen seinen Erwartungen. Zumindest hatte er befürchtet, weit unbequemer untergebracht zu werden. Seine Aufgabe bestand nun lediglich darin, darauf zu achten, ob diese Crew sich an den Kodex, also an die Gesetze hielt. Doch nun, nachdem er diese Leute näher kennen gelernt hatte, hielt er es fast für unwahrscheinlich, dass sie es nicht taten. Sie haben einfach eine andere Mentalität, die ihnen vorschreibt, sich an die Gesetze von anderen zu halten. Er würde nicht viel zu tun haben, oder doch?
Sie blickte ihn an. Stand einfach an der Wand gelehnt und schaute ihn an, ohne einen Ton zu sagen. Boltic erschrak, was ihn ärgerte.
Warum sollte er vor einer Frau erschrecken? Er hatte sie nicht gesehen, sie war wie aus dem Nichts in sein Blickfeld aufgetaucht.
Ärgerlich blieb er stehen und erwiderte ihren Blick.
Sie wird die Augen senken. Ich kenne dich, Frau, du wirst meinem Blick nicht standhalten.
Doch sie hielt stand. Sie senkte die Augen nicht. Boltic wusste, er kannte sie. Er hatte sie schon einmal gesehen, doch wo? Ich muss es wissen.
"Wer sind Sie?"
Sie verlagerte ihr Gewicht auf das andere Bein, bevor sie erwiderte: "Das hängt ganz von Ihnen ab!" Er bemerkte, dass in ihrer Stimme keine Spur von Angst steckte, nur eine Art Ärger, als wolle sie sagen: Du änderst vielleicht die Struktur auf dem Schiff, doch uns änderst du nicht, warum der Aufwand?
Er schluckte: "Wie habe ich das zu verstehen?"
Sie machte ihn nervös, wie er ein wenig wütend feststellen musste, immerhin redete sie lediglich mit ihm.
Dennoch, er war alleine mit ihr und sie zeigte weder Angst noch Respekt. Er wusste nicht, wie er mit ihr umgehen sollte. Nun zeigte sich auf ihren Zügen leichte Belustigung.
"Sie kennen mich wirklich nicht? Das finde ich sehr bedauerlich, haben wir doch vor keinen zwei Stunden miteinander gesprochen. Mit wenigen Worten haben Sie mich verdammt tief fallen lassen, aber ich mag Abwechslung, warum also nicht?"
Langsam dämmerte es Boltic, diese Frau war die Kommandantin des Schiffes – gewesen – und sie machte sich lustig über ihn. Er versuchte so überlegen wie möglich zu klingen. Warum solltest du mich unsicher machen?
"In unserer Gesellschaft zählen Frauen nicht viel, was für einen Grund gibt es, dass ich behalten muss, wer Sie sind?"
"Oh, immerhin haben Sie mir, zumindest zeitweise, mein Schiff weggenommen. Es wäre eine Geste der Höflichkeit gewesen."
Hörte er da eine Spur Sarkasmus?
"Ich war anderweitig beschäftigt, aber ich versichere Ihnen, ich werde mich in der nächsten Zeit mit Ihrer Crew näher vertraut machen."
"Freut mich zu hören."
Mit diesen Worten drückte sie sich von der Wand, an der sie gelehnt hatte, fort und setzte ihren Weg in die entgegengesetzte Richtung von Boltics Route fort, während dieser noch stehen blieb und zu seinem Entsetzen erleichtert aufatmete.
Sie ist eine Frau, warum bringt sie dich so aus der Fassung?
Als sie ein paar Meter gegangen war, drehte sie sich um, hob eine Hand an die Stirn und rief: "Ach und bevor ich's vergesse: Kathryn Janeway, zu Ihren Diensten!"
Damit bog sie um die nächste Ecke und verschwand aus Boltics Blickfeld, der ihr noch eine Zeitlang verwirrt nachstarrte. Dann schüttelte er den Kopf und setzte seinen Weg ebenfalls fort, wobei er murmelte: "Sie sind einfach selbstbewusster, aber das musst du ihnen austreiben, es verstößt gegen den Kodex, das kannst du nicht zulassen."

Chakotay brütete noch immer über der endgültigen Verteilung der Posten. Er hatte keine Ahnung, wo er Kinley einteilen konnte, ohne Schaden anzurichten. Außer Acht lassen konnte er den Antrag des Mannes zu seinem Bedauern nicht, da ihm sowieso jede Menge männlicher Kräfte fehlten, um die frei werdenden Plätze vorübergehend zu besetzen.
Und Kinley gehörte rein von seinen Fähigkeiten gesehen zu den Spitzenkräften.
Gerüchten zufolge war Kinley nur wegen einer verlorenen Wette in die Sternenflotte eingetreten und das zeigte er, wenn es der Fall gewesen sein sollte, auch ziemlich offen.
Regeln und Protokolle interessierten ihn so gut wie überhaupt nicht und man tat gut daran, ihn in Ruhe zu lassen. Wieder einmal verfluchte Chakotay die Situation.
"Ich muss mich, sobald ich Zeit habe, näher mit der samerianischen Kultur befassen. Vielleicht kann man doch vernünftig mit ihnen reden. Sie scheinen immerhin ein weit entwickeltes Volk zu sein. Möglicherweise hat Mister Neelix etwas in der Datenbank."
Doch zurzeit musste er einen geeigneten Posten für Kinley finden. Wenigstens hatte er nun einen Platz für B'Elanna gefunden: er ließ sie mit Janeway zusammenarbeiten. Letztendlich wäre es wirklich nur der pure Sadismus gewesen, sie im Maschinenraum zu lassen.
Erschöpfung überkam ihn.
Es war wirklich nicht einfach eine jahrelange Ordnung im Null Komma Nichts zu ändern, die dabei genauso effizient zu bleiben hatte, wie vorher.
Aus diesem Grund beschloss er, ins Casino zu gehen, um erstens wieder unter Menschen zu sein und außerdem bei einer anständigen Tasse Kaffee wieder zu Kräften zu kommen. Er brauchte nicht einmal einen Blick auf sein Chronometer zu werfen, um zu wissen, dass es reichlich spät war.

Als Chakotay sein Ziel erreicht hatte, wehte ihm bereits angenehmer Essensduft entgegen, zudem war das Licht gedämpft.
Ihm lief das Wasser im Munde zusammen. Wie er sich so im Raum umblickte, erkannte er, dass nur wenige Personen anwesend waren.
Neelix natürlich, der hinter der Theke stand und mit seinen Kochtöpfen den leckeren Duft verbreitete, ein paar Crewmitglieder, von denen kaum zu Chakotays Überraschung kein einziges weibliches dabei war, und ganz hinten im Eck an einem Tisch eine Gestalt, die er nicht erkennen konnte, weil sie im Schatten saß. Chakotay fragte sich, was diese außergewöhnlich trübe Beleuchtung sollte.
Er war sich sicher, dass Neelix die Antwort wusste und so sprach er den talaxianischen Koch einfach an.
"Guten Abend, Neelix!"
Dieser war so mit seinen Töpfen beschäftigt gewesen, dass er Chakotay gar nicht bemerkt hatte und gehörig erschrak, als ihn der momentane Captain ansprach.
Als er sich wieder gefangen hatte, entgegnete er schnell: "Oh guten Abend, Captain, ich habe sie gar nicht kommen hören. Wissen Sie, ich probiere gerade ein neues Rezept aus, das mir unsere neuen Freunde gegeben haben."
"Na dann lassen Sie sich mal nicht stören, es riecht köstlich. Wie es scheint haben Sie recht schnell mit unseren Begleitern Freundschaft geschlossen."
Neelix begann zu grinsen,
"Das ist auch nicht schwer, da ich hier einen sehr kommunikativen Arbeitsplatz habe. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich alles in meiner Macht stehende tun werde, um Ihnen bei Ihrem neuen Job zu helfen."
"Danke, Neelix, das ist sehr aufmerksam. Ich hätte gleich drei Bitten an Sie."
Der Talaxianer hob eine Augenbraue, als Zeichen für Chakotay weiterzusprechen.
"Nun zum einen", setzte jener an, "was soll diese furchtbare Beleuchtung? Man sieht ja das Essen auf dem Teller nicht. Zum anderen: Könnten Sie mir möglicherweise einige Daten über die samerianische Kultur besorgen? Ich möchte mich ein wenig näher mit den Leuten beschäftigen, die uns von nun an ein Stückchen begleiten. Zum dritten: Eine Tasse Kaffee, bitte!"
Neelix zuckte mit den Schultern.
"Also das kann ich ja locker von hier aus erledigen! Auf Ihre erste Frage: Unsere Gäste wünschten die Beleuchtung so und ich kam ihrer Bitte nach."
Dann bückte er sich und holte unter der Theke ein PADD hervor.
"Zu Ihrer zweiten Bitte: Das einzige was ich von den darauf enthaltenen Daten brauchen konnte, waren die Rezepte und die habe ich mir schon in meine Datenbank überspielt, der Rest ist eine ausführliche Beschreibung der samerianischen Kultur", meinte er, während er Chakotay das Gerät übergab.
Verblüffung zeichnete sich auf dessen Zügen ab.
"Neelix, wo haben Sie das so schnell herbekommen?"
"Ich betrieb ein wenig Konversation mit unseren Freunden und sie baten mich etwas aus ihrer Küche zuzubereiten. Da ich die Rezepte nicht kannte, ging einer der Fremden fort und kam nach ungefähr nach einer halben Stunde mit einem kleinen Handcomputer wieder, dessen komplette Daten er mir zum Überspielen überließ."
"Mit Ihrer Erlaubnis behalte ich das vorerst mal."
Mit diesen Worten hob Chakotay die Hand, in der er das PADD hielt, leicht an.
"Und wenn ich jetzt noch meinen Kaffee bekomme…?"
"Oh ja, natürlich!"
Neelix hatte das Getränk im Eifer des Gefechts vollkommen vergessen. Schnell eilte er zum nächsten Replikator und replizierte das Gewünschte.
Kurze Zeit später stellte er eine dampfende Tasse vor Chakotay auf die Theke. Der griff sich das kleine Gefäß sofort und trank erst einmal ein paar kleine Schlucke ab.
Die heiße Flüssigkeit rann seine Kehle herab und erfüllte ihn wieder mit Leben.
Nun wollte er sich irgendwo bequem hinsetzen und die neuen Informationen studieren. Er bedankte sich noch einmal bei Neelix für alles, war aber bereits dabei sich nach einem geeigneten Sitzplatz umzusehen, bei dem auch die Beleuchtung noch akzeptabel genug war, um etwas auf dem PADD zu erkennen. Nahe an der Tür fand er eine schöne Couch, die ihn einlud. Auf dem Weg dorthin drehte er sich noch einmal zu der dunklen Gestalt im Eck um und konnte sie, nun da seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt waren, erkennen.
Es war Subcommander Boltic und er sah nicht sehr glücklich aus. Irgendetwas schien ihn zu beschäftigen und ihm regelrechtes Kopfzerbrechen zu bereiten.

Zu Ichebs größter Überraschung begegnete man ihm im Maschinenraum alles andere als feindselig. Im Gegenteil man hieß ihn willkommen und ein vorher informierter Mechaniker erklärte dem Jungen, woran die Techniker gerade arbeiteten und wie die momentane Lage war.
Eigentlich lief alles innerhalb normaler Parameter. Es war für den Borgjungen trotzdem eine fremdartige Situation und er kam sich selbst nach der freundlichen Begrüßung noch ein wenig fehl am Platz vor.
Um es sich nicht allzu sehr anmerken zu lassen, ließ er sich einen Tricorder geben und überprüfte selbst noch einmal die Aussagen des Mechanikers, sowie den Zustand des Warpkerns. Keine Unregelmäßigkeiten. Sehr positiv.
Eigentlich brauchte man ihn gar nicht, die Techniker waren ein eingespieltes Team und kamen relativ gut alleine zurecht.
Warum hat sich B'Elanna ausgerechnet für mich entschieden?
Es schien als hätte einer der Ingenieure seine Gedanken gehört, denn er meinte zu Icheb: "Ich denke, Lieutenant Torres hat mit Ihnen die richtige Wahl getroffen. Wir hätten zwar jede ihrer Entscheidungen akzeptiert, doch ich denke Sie sind nach ihr derjenige an Bord mit den besten Kenntnissen über Technik."
Der Junge setzte ein schüchternes Lächeln auf und rief dann in die Runde: "Ich danke Ihnen allen für ihr Vertrauen. Ich denke, wir werden die Maschinen gemeinsam am Laufen halten, doch wir sind auf die Hilfe von jedem einzelnen angewiesen. Ich hoffe das Beste für die kommenden Wochen und dass Sie Lieutenant Torres nicht zu sehr vermissen werden."
Bei diesem letzten Satz ging ein belustigtes Raunen durch die Menge und ein Mechaniker rief von ganz hinten:
"Das werden wir bestimmt NICHT, ich bin froh die alte Schreckschraube mal los zu sein!"
Sofort riefen ein paar andere: "Halt den Mund, Kinley!"
Der Mann zuckte lediglich mit den Achseln, war aber ruhig. Icheb erschrak ein wenig über das Verhalten. Wie kann diesem Menschen alles gleichgültig sein? Das Schiff ist abgeschnitten von seiner Heimat, ist er nicht sehr einsam? Irgendwie tat ihm dieser Kinley sehr leid.

Beitrag wurde am 25. April 2009, 16:51 Uhr editiert.




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25.4.2009, 16:49

 
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Tolltolltoll! Grafik
Vorallem Janeways Auftritt, sehr authentisch beschrieben Grafik
Es freut mich sehr, dass du Kritik gegenüber aufgeschlossen bist, ebenso der Fehlerverbesserung. Dann leg ich mal los ;)

"Er hatte sie für einfache Reparatur- und Wartungsarbeiten eingeteilt, wohl wissen, dass sie über Kenntnisse in diesem Gebiet verfügte."
Da fehlt ein "d" bei dem Wort "wissen"


"...und zog ihn sich bei"

Ist Umgangssprache. "Zog ihn zu sich" wäre eine Alternative.

"Nach ein paar Tasteneingaben erschien auf dem Display, die Ordnung, ..."
Erstes Komma kann weg, da es der Hauptsatz vor dem Realtivsatz ist.

"Er zog sich den Handcomputer wieder bei..."
s.o.

"Dann wandte er sich der Liste, der ehrgeizigen Crewmitglieder zu."
Komma weg, da es ein einziger Hauptsatz ist ("der Liste der ehrgeizigen Crewmitglieder" ist das Objekt des Satzes).

"Er beschloss sich dem Schiff zuzuwenden, das von innen weit mehr zu bieten hatte, als es von außen aussah, ..."
Da fehlt das Subjekt des Nebensatzes. Zwei Vorschläge:
"... das von innen weit mehr zu bieten hatte, als das, wonach es von außen aussahe, ..."
oder:
"... das von innen weit mehr zu bieten hatte, als es von außen den Anschein machte."


"Er hatte sie nicht gesehen, sie war wie aus dem Nichts in sein Blickfeld aufgetaucht."
Genititv: "... in seinem Blickfeld aufgetaucht."

"Mit diesen Worten drückte sie sich von der Wand, an der sie gelehnt hatte, fort und setzte ihren Weg in die entgegengesetzte Richtung von Boltics Route fort, ..."
"... drückte sie sich von der Wand (...) ab." (sonst wäre es zu oft eine Wiederholung von "fort")

"Im Gegenteil man hieß ihn willkommen und ein vorher informierter Mechaniker erklärte dem Jungen, ..."

Komma nach "Gegenteil", oder aber "man" und "hieß" vertauschen.

Bis zum nächsten Teil! Grafik




Begeisterung macht Waffeln. Bild; Quelle: http://img683.imageshack.us/img683/9026/irrsinnig.jpg

25.4.2009, 19:16

 
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*g* total toll, ich will dir nicht in dein künstlerisches Schaffen reinreden, aber man könnte bestimmt auch mal Seven auf Boltic treffen lassen Grafik Wenn du den Gedanken überhaupt nicht magst ignorier einfach was ich gesagt hab ;)

Beitrag wurde am 25. April 2009, 22:34 Uhr editiert.




Hilfe!!! Mich verfolgt ein Endoplasmatisches Retikulum!!!

25.4.2009, 22:33

 
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Jau, stimmt, hab noch gar nicht dran gedacht! Die wäre da sicher auch nicht allzu begeistert von... obwohl, wie will man sie degradieren? Vielleicht hat Seven noch nicht protestiert, weil sie keinen Posten hat, dessen man sie entheben kann Grafik




Begeisterung macht Waffeln. Bild; Quelle: http://img683.imageshack.us/img683/9026/irrsinnig.jpg

25.4.2009, 22:38

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