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Abstimmungsthread für das Kurzgeschichten-Event 2010/1
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Liebe Community-Mitglieder!

Für das aktuelle Kurzgeschichten-Event wurden 6 Geschichten eingereicht.

Die Geschichten werden anonymisiert in den folgenden Posts für 3 Wochen zur Wahl stehen. Bitte die Teilnahmebedingungen für die Abstimmung gut durchlesen und eure Wahl anschließend an die letzte Geschichte in diesem Thread posten.

Teilnahmebedingungen

- Jeder User hat 3 Stimmen
- Die Reihenfolge der Stimmen spielt eine Rolle, d.h. die erstgenannte Geschichte erhält 3 Punkte, die als zweites genannte 2 Punkte und die als letztes genannte 1 Punkt.
- Die Abstimmung muss in einem einzigen Post erfolgen, mehrere Posts sind nicht zulässig. Ein Editieren der Posts/Stimmabgaben ist nur bis zu einer Stunde nach Erstellen des Ursprungs-Posts zulässig. Posts, die später editiert werden, werden -um Manipulationsmöglichkeiten zu minimieren- bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Also vor der Stimmabgabe nachdenken.
- Jeder User darf seine Abstimmungsentscheidung begründen, muss es aber nicht.
- Die Teilnehmer am Event dürfen selbstverständlich auch abstimmen.
- Die Abstimmung beginnt ab sofort und endet am 20.08.2010 um 23:59 Uhr. Posts, die später eintreffen, werden nicht berücksichtigt.

Zusätzliche Punkte durch Kritiken:
Wer zu den Geschichten Kritiken schreibt, erhält zusätzlich 250 EPs. Bedingung: mindestens 5 aussagekräftige Sätze! Bei sehr ausführlichen Kritiken entscheiden die Admins, ob der User ggf. noch mehr EPs bekommt.


Bitte in diesem Thread der Übersicht wegen NUR abstimmen. Diskussionen und Fragen bitte hier

Nun viel Spass beim Lesen und ein "Dankeschön" an die Schreiberlinge!




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

30.7.2010, 13:38

 
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Geschichte 1

Asche über dem Nordatlantik

"Verdammtes Ding! Kannst du das nicht zu jeder anderen Zeit machen?" schrie sie ihr iPad an, das unschuldig vor ihr auf dem Tisch lag. Sie musste sich sehr beherrschen, es nicht an die Wand zu werfen, obwohl ihre neueste technische Errungenschaft gar nichts für ihren Ärger konnte. Schuld waren die vielen rot blinkenden Warnmeldungszeichen, von denen jedes einen anderen gestrichenen Flug anzeigte, und ihr Flug nach London war einer von ihnen. Und das alles nur wegen etwas Vulkanasche in der Atmosphäre! Konnte dieser Vulkan nicht zu jeder anderen Zeit seinen Schluckauf bekommen? Das sollte ihr Durchbruch werden, ihre ganz große Story. Sie hatte via Vidscreen mit ihrem Chef gesprochen, doch er hatte nur nonchalant an seinem Gin Tonic genippt und ihr erklärt, dass er Mark schicken würde, wenn sie nicht rechtzeitig da wäre. Ausgerechnet Mark...
Cas seufzte und beschloss, trotz allem früh zu Bett zu gehen. Vielleicht würde ja über Nacht ein Wunder geschehen.

Kurze Zeit später wurde sie durch lautes Klopfen und Rufen aus dem Schlaf gerissen. "Catherine! Catherine!"
Im ersten Moment dachte sie, es wäre ihr Vater, der ihr mitteilen wollte, dass sie verschlafen hatte, doch dann realisierte sie, dass sie sich in ihrem Appartement befand, mehr als zweihundert Kilometer von zu Hause entfernt. Wer mochte das sein? Der Hausmeister? Brannte es vielleicht irgendwo?
Schlaftrunken wankte sie zur Tür. Die Überwachungsanlage zeigte ihr einen Mann, der eine zweiteilige schwarzgraue Kombination trug, die sie an einen militärisch angehauchten Schlafanzug erinnerte. Sie konnte sogar eine Art seltsames Abzeichen auf seinem Kragen ausmachen. Nach einem Moment der Verwirrung realisierte sie, dass er gar nicht ihren Namen rief, sondern "Captain! Captain!".
Hervorragend, ein Verrückter! Genau das, was sie jetzt noch gebraucht hatte.
"Was zum Henker wollen Sie? Es ist mitten in der Nacht!" fuhr sie den nächtlichen Störenfried durch die Sprechanlage an. Das wüste Gehämmer stoppte.
"Captain, gut, dass Sie endlich wach sind! Sie werden bereits erwartet! Die Mission soll in Kürze starten!"
"Captain? Mission...? Wovon reden Sie da?"
Der Mann auf dem Videobildschirm verzog überrascht das Gesicht.
"Hat man Ihnen nicht gesagt, dass Sie heute den Einsatz gegen die Ausbreitung der Aschewolke leiten sollen?"
"Äh... nein." Aber wenn es gegen diese verflixte Aschewolke gehen sollte, war sie mit von der Partie - egal wie seltsam ihr dieser Vogel dort draußen vorkommen mochte.
"Ich muss mich nur noch rasch anziehen."
"Ich habe mir erlaubt, Ihre Uniform mitzubringen, Ma'am, nur für den Fall der Fälle." erklärte ihr der Mann auf dem Bildschirm und hielt ein flaches Paket hoch. Cas zögerte einen Moment, dann öffnete sie die Tür mit vorgelegter Sicherungskette einen Spalt weit und ließ sich das Paket anreichen.
"Einen Augenblick."
Sie schloss die Tür, stellte den Karton auf den Couchtisch und musterte ihn skeptisch. Da konnte so ziemlich alles drin sein - vielleicht wollte sich nur jemand einen schlechten Scherz mit ihr erlauben. Seltsam genug war das ja jetzt schon.
Schließlich durchschnitt sie mit ausgestrecktem Arm das Paketband und nahm dann den Schürhaken zur Hilfe, um aus gebührendem Abstand den Deckel des Pakets zu lüften. Nichts geschah.
Vorsichtig trat sie an den Tisch. In dem Karton lag ordentlich zusammengefaltet eine Kombination, die sie stark an den Schlafanzug des Mannes vor ihrer Tür erinnerte, lediglich das Abzeichen am Kragen sah anders aus. Sie hob die Kleidungsstücke an und betrachtete sie skeptisch.
'Ach, was soll's.' dachte sie und zog sich um. Die "Uniform" passte wie angegossen.
Die Haare zusammengebunden, mit Kamera, Handy und einem Geldgürtel, der auch ihre wichtigsten Papiere enthielt, für alles gewappnet, trat sie zu dem Fremden, der sie rasch aus dem Gebäude und zu einem ziemlich modernen Auto führte.
Cas hatte einige Schwierigkeiten mit dem Sicherheitsgurt, der sie mehr an ein Rennfahrzeug als ein normales Auto erinnerte, doch schließlich konnten sie starten. Beunruhigenderweise fuhren sie nicht auf die Hauptstraße, sondern in eine der Seitengassen und von dort aus auf einen Hinterhof. In Cas machte sich Angst breit. Vielleicht war sie doch einem Verrückten auf den Leim gegangen?
In diesem Moment flackerte die Luft um das Auto herum kurz auf und ohne weitere Überleitung hoben sie vom Boden ab. Cas klammerte sich erschrocken am Türgriff fest und sah entsetzt zur Seite, doch ihr Fahrer steuerte das Fahrzeug so mühelos, als würden sie sich noch auf einer Straße zu ebener Erde befinden. Vorsichtig warf sie einen Blick aus dem Fenster. Die Lichter der Stadt leuchteten unter ihnen und wurden von den wenigen Wolken am Himmel reflektiert. Es war ein beeindruckendes Schauspiel und sie vergaß für einen Augenblick ihre merkwürdige Situation und genoss die Aussicht. Die Erde entfernte sich immer weiter und plötzlich hatten sie auch die oberste Wolkenschicht hinter sich gelassen und steuerten geradewegs auf den Sternenhimmel zu.
Das Fahrzeug begann gefährlich zu wackeln, als sie durch die oberen Schichten der Atmosphäre flogen und Cas hielt sich erneut am Türgriff fest. Gerade, als sie dachte, dass ihr Auto jetzt endgültig auseinander fallen musste, gab es einen Ruck und sie schwebten im freien Raum. Ihr Fahrer betätigte einige Knöpfe und Cas spürte, wie Triebwerke gezündet wurden. Sie nahmen Kurs auf den Mond, der beunruhigend schnell näher kam, und flogen dann in einem eleganten Halbkreis um den riesigen Himmelskörper herum. Obwohl sie schon vor einiger Zeit beschlossen hatte, sich in dieser Nacht über nichts mehr zu wundern, verschlug ihr der Anblick, der sich ihr jetzt bot, den Atem. Hinter dem Mond befand sich eine Anlage unfassbaren Ausmaßes, die aus Metallstreben zu bestehen schien, die jedem heimischen Wolkenkratzer Konkurrenz gemacht hätten. Die Streben waren mit unzähligen kleinen kugel- und kastenförmigen Gebilden besetzt und sie konnte aus der Entfernung sehen, wie sich gerade ein langgezogenes Objekt zwischen einigen dieser Gebilde an einer der Streben entlang bewegte. Noch mehr als diese Konstruktion faszinierten sie allerdings die Objekte, die inmitten dieser riesigen Anlage zwischen den unzähligen Verstrebungen schwebten. Sie sahen allesamt so aus, als hätten ihre Konstrukteure viel Gefallen an alten Science-Fiction-Serien gefunden, in denen die meisten Requisiten noch Haushaltsgegenstände gewesen waren. Nicht, dass sie selbst sich je großartig für Science Fiction interessiert hätte. Wäre Mark nicht so besessen davon gewesen, wäre sie vermutlich nie damit in Kontakt gekommen.
Das Objekt, auf das sie nun zusteuerten, erinnerte sie stark an einen überdimensionalen Tintenfisch. Es besaß einen ovalen Grundkörper, an dessen einem Ende sich lange tentakelartige Ausläufer befanden, die der Länge nach miteinander verdreht waren. Während Cas noch überlegte, ob diese Konstruktion wohl dazu dienen sollte, die Stromlinienförmigkeit des Objektes nicht zu gefährden, oder ob sie einen ganz anderen Zweck haben mochte, näherten sie sich einer Öffnung im Rumpf. Geschickt flog ihr Fahrer das Auto hinein und sie landeten mit einem leichten Federn in einer mit Metallplatten ausgekleideten Kammer. Nachdem sich ein Tor hinter ihnen geschlossen hatte, stieg der Fremde aus und öffnete ihr galant die Tür.
"Captain, ich meine mich zu erinnern, dass dies Ihr erster Einsatz mit der 'Histiotheuthis' ist. Wenn Sie also nichts dagegen haben, würde ich Sie in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit gern direkt auf die Brücke begleiten."
Cas nickte nur und bemühte sich, auf dem Weg nicht ständig mit offenem Mund staunend stehen zu bleiben. Die wenigen Menschen, denen sie begegneten, grüßten sie respektvoll und als sie den Raum betraten, den ihr Begleiter vermutlich mit "Brücke" gemeint hatte, verstummten dort die Gespräche. Aus dem linken einer Kombination von drei Sesseln erhob sich ein Mann mittleren Alters und kam auf sie zu.
"Captain, ich freue mich, Ihnen endlich persönlich zu begegnen. Mein Name ist Jonathan, ich bin für diesen Einsatz als Ihr Verbindungsoffizier eingeteilt worden." erklärte er und schüttelte ihr die Hand.
"Freut mich... Jonathan." erwiderte Cas und fragte sich, was er mit "endlich" und "persönlich" meinen konnte. Ihr Verbindungsoffizier schien ihr Zögern jedoch anders zu deuten und bemerkte: "Die 'Histiotheuthis' ist startklar. Wenn Sie Platz nehmen würden, könnten wir uns auf den Weg machen. Ich bitte meine Ungeduld zu entschuldigen, doch der Zeitplan für diese Nacht ist denkbar knapp kalkuliert."
"Natürlich." antwortete Cas und nahm nach einem kurzen Seitenblick auf Jonathan im mittleren der drei Sessel Platz. Ihr gegenüber befand sich eine riesige durchsichtige Fläche, durch die sie auf den Mond und die sie umgebenden Metallstreben sehen konnte. Fasziniert sah sie sich auf der Brücke um und bestaunte die technischen Gerätschaften, die sie umgaben, als der Mann neben ihr sich plötzlich räusperte.
"Captain, wenn Sie bitte so gut wären, den Befehl zum Abflug zu geben...?" wisperte er ihr leise zu.
"Oh. Ja. Fliegen Sie los!" befahl sie in den Raum.
Der Mann, der sie hierher gebracht hatte, saß nun an einer Konsole vor ihr und begann auf ihren Befehl hin mithilfe verschiedener Knöpfe und Hebel den Flugkörper aus seiner metallenen Umhüllung heraus zu steuern. Cas war sich sicher, dass er dieses riesige Objekt nie und nimmer in einem Stück zwischen diesen ganzen Streben hindurch bekommen konnte, doch noch während sie besorgt nach draußen sah, registrierte sie, dass sie bereits um den Mond herum flogen und Kurs auf die Erde genommen hatten.
"Kurs nach Island gesetzt, Ankunft am Eyjafjallajökull in zwanzig Minuten." erklärte eine junge Frau an einer anderen Konsole. Gefühlte zwei Sekunden nach ihrem Abflug schwebte das Flugobjekt inmitten der Aschewolke oberhalb des Vulkans, der Cas derartige Schwierigkeiten bereitete. 'So so.' dachte sie. 'Du bist also dieser Störenfried, der mich um meine große Chance bringen will. Dir werd' ich's zeigen!'
Ohne recht zu wissen, was nun geschehen sollte, ordnete sie an: "Beginnen Sie mit der Eindämmung der Aschewolke!"
Anscheinend war das der richtige Befehl gewesen, denn die Menschen auf der Brücke verfielen in geschäftige Betriebsamkeit. Auf einem kleinen Bildschirm neben ihrem Sessel sah sie, dass der Flugkörper mit den Tentakeln zum Vulkan ausgerichtet wurde.
"Bereit zum Ausstoß der Neutralisationsmatrix!"
"Tun Sie das!" erwiderte Cas, die keine Ahnung hatte, wovon die junge Frau neben ihr sprach. Ihr Verbindungsoffizier schien das zu bemerken, denn er beugte sich zu ihr und meinte: "Die Matrix wird sich wie ein Netz über den Vulkankrater legen und die Ascheteilchen neutralisieren, sobald sie den Krater verlassen. Die bereits in der Luft befindlichen Ascheteilchen werden wir mithilfe feiner Schwebepartikel, die in ihrer Struktur der Matrix ähneln, bekämpfen."
Cas nickte. "Natürlich."
In diesem Moment ging ein Ruck durch das Flugobjekt und Cas sah auf ihrem Bildschirm, dass sich die Tentakel entrollten und eine immense Staubwolke entließen, die den Vulkankrater vollständig einhüllte. Für einen Augenblick befürchtete sie, dass diese zweite Wolke alles eher noch schlimmer machen würde, doch dann sah sie, wie sich in den Bereichen, in denen sich die Ausläufer der Aschewolke und der Staubwolke berührten, die Luft klärte.
"Es funktioniert!" rief sie überrascht und glücklich, ohne die irritierten Blicke der sie umgebenden Personen wahrzunehmen.
"Captain, die Tarnvorrichtung ist ausgefallen. Die Neutralisierungspartikel müssen mit ihr interagiert haben." erklärte die Frau an der Konsole neben ihr alarmiert.
Der Verbindungsoffizier sprang auf. "Terry, bringen Sie uns hier weg! Schnell!"
Der Mann vor ihr bediente hektisch verschiedene Knöpfe und Hebel und etwas holprig starteten sie in Richtung Himmel aus der Aschewolke heraus. Gerade, als sie die letzte Wolkenschicht hinter sich gelassen hatten, erschütterte eine Explosion den Flugkörper. Alarmsirenen schrillten und eine weibliche Stimme ertönte aus den Lautsprechern: "Treffer in der hinteren Schiffssektion, Schutzschilde auf fünfzig Prozent!" Rote Warnleuchten flackerten an den Wänden des Raumes auf.
"Die planetaren Abwehrsysteme! Wir müssen hier raus!" Jonathans Stimme überschlug sich, als er zu ihrem Piloten nach vorne stürzte. Eine weitere Explosion ertönte, dieses Mal näher an der Brücke. Cas hielt sich an ihren Armlehnen fest, da das Flugobjekt bedenklich wackelte. Plötzlich fiel etwas Schweres auf sie und schleuderte sie aus ihrem Sessel. Das nächste was sie sah, war das besorgte Gesicht ihres Verbindungsoffiziers, der sich über sie beugte und etwas wie "Medizinischer Notfall auf der Brücke!" rief, dann wurde ihr schwarz vor Augen.

Das Piepsen ihres Weckers riss sie aus dem Schlaf. Verwirrt rieb sie sich die Augen. Was für ein seltsamer Traum...
Kopfschüttelnd stand Cas auf und ging ins Wohnzimmer hinüber. Auf dem Tisch lag, noch immer angeschaltet, ihr iPad. Sie wollte es gerade ausschalten, als sie bemerkte, dass die Warnmeldungszeichen auf dem Bildschirm kleinen grünen Häkchen gewichen waren. Ungläubig rief sie eine Nachrichtenseite auf, doch auch dort wurde vermeldet, dass sich die vulkanische Aschewolke über Nacht vollständig verzogen hatte. Einen Augenblick konnte sie nicht fassen, was sie da las, dann stürzte sie ins Badezimmer. Egal, welchem Wunder sie das zu verdanken hatte, ihr Flug ging in drei Stunden!
Als ihr Blick auf ihr Spiegelbild fiel, stoppte sie abrupt mitten in der Bewegung. Unwillkürlich hob sich ihre Hand zu ihrer linken Augenbraue. Sie wusste sicher, dass die feine Narbe, die sich dort abzeichnete, am vergangenen Abend noch nicht da gewesen war.




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30.7.2010, 13:48

 
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Geschichte 2

Das Zeitalter der Betrüger

Selbst Falschspieler haben ab und zu einen schlechten Tag. An diesen Tag geht einfach nichts. Egal ob sie die Hebel an den Automaten ziehen, sich auf die Karten verlassen oder den Kontrakt mit den Teufel auf die russische Art beschreiben. Damit ist die Schusswaffe gemeint.
Mein Glücksspiel, meine Nemesis, hat aber nichts damit zu tun. Ich halte nichts von Automaten, Karten oder Roulette. Verdammt, ich trinke nicht einmal gerne.
Mein Glücksspiel war virtuelles Geld. Optionen verschieben, Derivate kaufen und verkaufen. Bis eines Tages Schluss war. Dann waren sie alle hinter mir her. CIA, FBI, Steuerbehörde. Nennt sie, sie waren bestimmt hinter mir her. Sie alle wollen ein Stück von mir. Doch ich bin nicht dumm, vor Jahren habe ich mir für diesen Fall einen Fluchtplan zu Recht gelegt. Einfach einen medizinischen Notfalls vortäuschen, den leider nur mein Hausarzt in Frankreich behandeln kann, und zack, weg. Und schon war ich weg, zack die Bohne.
Dachte ich wohl, doch dieser verdammte Vulkan musste ja erneut ausbrechen. Wenn das nicht genug Grund ist zu trinken.
So sitze ich hier, auf dem Flughafen von Reykjavik, gestrandet wie alle anderen Flugpassagiere und warte ab, ob dieser verdammte Vulkan sich noch in diesem Jahr entscheidet mit dem Spucken aufzuhören. Denn zum zweiten Mal in diesem verdammten Jahr 2011 legt eine Aschewolke den europäischen Flugverkehr lahm. Verflucht sei der Eyjafjallajökull. In zwei Jahren drei Mal ausbrechen, schlimmer als jede Frau.
Mittlerweile habe ich mir auch schon ganz ordentlich einen angeduselt. Immerhin sieben Stunden sitze ich schon hier an der Bar des Flughafens und habe bald alles durch. Screwdriver zu Beginn, drauf auf die Bloody Mary aus meinem Flugzeug. Dann ein Caipirinha, der einen seltsamen Nachgeschmack im Mund hinterlassen hat. Der Mojito hat diesen zum Glück ausgetrieben. Der Whiskey On The Rocks war eine schlechte Wahl, denn da ich nicht alleine hier trinke, hatte der Barkeeper nur noch Four Roses (Spülwasser für Kenner des guten Destillats, wie mir Wikipedia erklärt hat). Jetzt ein Gin Tonic, und ich stelle fest: ich hasse Gin, oder Tonic. Das gilt es herauszufinden. Fragen wir Wikipedia.
Dank sei Wikipedia, denn die ganzen anderen Seiten kann ich nicht mehr sehen. Überall wird nach mir gefahndet. Irgendwelche Publizistikstudenten saugen sich Lügengeschichten für Boulevardblätter aus den Fingern über meine Beweggründe zur Flucht, und schon ist es die Wahrheit für alle.
Doch dabei hatte ich nur einen Beweggrund: Gier. Die einfache, menschliche Gier nach Mehr. Mehr Macht, mehr Ruhm, mehr von allem. Was interessieren mich Kleinanleger, Rentenfondnutzer oder die armen Tropfe, die ihre letzten Kröten in die Firmen gesteckt haben. Mich interessiert nur die Gewinnpauschale für meine Transaktion. Ich war gierig nach Transaktionen und Prämien. Und dem Ruhm die beste Nase für Geschäfte zu beweisen. Was ich anfasse, wird zu Gold und kurz nach dem Abstoßen zu Staub.
Diese Gier hat mir schließlich alles gebracht.
Eine Frau, die nur mein Geld liebt und wahrscheinlich schon nach einen passenden Scheidungsanwalt sucht. Einen weiteren Skandal verkraftet sie ja wahrscheinlich nicht.
Ein Haus in den Staaten, ein Chalet in der Schweiz, ein Anwesen in Frankreich (in Sichtweite zu meinen Hausarzt, dem "Alibi"). Einen BMW für die Arbeit, einen Porsche für die Freizeit und einen Bentley fürs Wochenende. Mehrere Platinkreditkarten, Edelmitgliedschaften für alle wichtigen weltweiten Fluglinien (die im Moment alle gleich wertlos sind) und meinen eigenen Privatjet, der draußen eine zusätzliche und unnötige Ascheschicht abbekommt.
Und natürlich das iPad, das ich nutze um die Webseiten, und vor allem Wikipedia, abzurufen. Was alles hat die Historie am 01.06. in unserer Zeit so gebracht?
1098 erobern Kreuzritter Antiochia - nie gehört, wahrscheinlich so ein Drecksloch in der Wüste.
1941 verbietet Hitler die Aufführung von Schillers Wilhelm Tell - wohl kein Theaterfan.
2006 wird Montenegro unabhängig - aber ihre Staatsanleihen sind weiterhin sehr schlecht geratet.
1998 wird Attac gegründet - wirtschaftlich interessant. Im Moment der letzte Eintrag, aber ich kann den nächsten schon vor mir sehen.

2011: Gesuchter Bankier und Betrüger von Aschewolke am Flughafen Reykjavik festgesetzt und verhaftet.

Vielleicht sollte ich bei der Festnahme Widerstand leisten. Dann heißt es festgesetzt und getötet. Mit dem Cocktailglas als Waffe in der Hand von der Polizei erschossen.
Eine neue Meldung auf der Seite der Bild. Bild.de. Haben Sie kein Hirn mehr, haben Sie noch immer die Bild.
Mein Deutsch ist zwar beschränkt, aber für dieses Revolverblatt genügt es. Was hat sich getan?
Oh, die Entführer von Tintenfischorakel Paul wurden festgenommen und einen der beiden jungen Männer beim Fluchtversuch angeschossen. Was zum Teufel ist ein Tintenfischorakel? Und warum sollte man es entführen?

"Tolles Gerät."
Bis jetzt hatte ich meine Ruhe. Vielleicht weil die Leute mich erkannt haben und nicht mit mir gesehen werden wollen, oder weil jeder für sich sein will. Auf jeden Fall hatte ich meine Ruhe, bis jetzt. Jetzt sitzt wahrscheinlich so ein ungewaschener Hippie neben mir. Aus dem Augenwinkel musterte ich meinen neuen Freund.
Ich war etwas überrascht, als ich sah, dass es ein kleiner, krank wirkender Mann in einem weißen Anzug mit weißer Krawatte ist, der ein weißes Kopftuch trug. Er sah beinahe aus wie mein Handlanger, Daniel, der an Krebs erkrankte und seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen konnte. Ich hatte ihn entlassen, aber noch nicht nach besetzt. Aber Daniel war Mitte zwanzig, dieser Mann bestimmt Anfang Fünfzig.
Fragend sah er mich an, deshalb knurrte ich eine Antwort in meinen nicht vorhandenen Bart. "Sind ja nicht mehr so teuer. 703 eurer Euro. Amazon."
"Wir haben die isländische Krone, keine Euro", antwortete mein Gegenüber. "Wir nehmen sie nur um Transaktionen zu erleichtern. Aber mit Transaktionen kennen Sie sich ja aus, Sir."
"Sollte man meinen. Und jetzt lassen Sie mich in Ruhe."
"Warum sollte ich? Das hier ist ein freies Land, nur etwas abhängig von den Weltmärkten und bankrott. Doch die Menschen sind noch frei." Eine knochige Hand packte meinen Unterarm. "Ich glaube, Sie sollten bleiben und sich eine Geschichte anhören, Sir. Und dann Ihre Handlungen noch einmal überdenken."
"Lassen Sie mich in Ruhe, Mister, auf Geschichten lege ich keinen Wert. Nur auf Fakten. Und die Hoffnung bald hier weg zu kommen. Diese Vulkaninsel stinkt mir!"
"Sie fühlen sich verfolgt, Sir. Doch keine Sorge. Niemand macht sich die Mühe Sie zu beachten. Sie sind mit sich selbst beschäftigt. Hier in dieser Lobby haben so viele selbst Dreck am Stecken, dass sie genauso unsichtbar sein wollen wie Sie selbst."
"Woher wollen gerade Sie das wissen?" knurrte ich und befreite mich aus dem totenähnlichen Klammergriff.
"Weil ich ihrer aller Wege gefolgt bin. Sie allerdings machen es mir nicht einfach gefunden zu werden. Doch schlussendlich habe ich doch triumphiert, nach so vielen Sackgassen."
"Sie sind ja irre!"
"Nein, bin ich nicht. Im Moment liege ich nur tot krank auf einer Intensivstation in New York und kämpfe gegen den Krebs ein, den ich wahrscheinlich deshalb habe, weil ich es Betrügern wie diesen Personen hier recht machen wollte, mir heimlich wünschte wie Sie zu sein! Makellos nach außen, gewissenlos gegenüber anderen und skrupellos auf dem Markt." Einige in der Lobby drehten sich einen Moment her, erkannten mich und verschwanden schnell wieder in ihrer eigenen Welt.
"Ruhe, Mann, Sie ziehen zu viel Aufmerksamkeit auf uns. Jemand könnte sich erinnern uns zusammen gesehen zu haben."
"Wie gesagt, keine Sorge. Sie schmoren im eigenen Saft. Da wäre ein Banker wie Sie, der nur noch nicht aufgeflogen ist. Er flüchtet nach Afrika, um genau zu sein an die Elfenbeinküste. In drei Jahren wird ihn eine Prostituierte erwürgen." Knochenmännchen deutete auf einen Mann, der sofort aufstand und die Lobby der Bar verließ. "Ein Geschäftsmann auf dem Weg nach San Francisco. Dort will er sich mit seinen chinesischen Geschäftspartnern treffen. Nur haben diese die Mafia angepisst und ihre Businessessen wird mit Blei garniert. Soll ich weitermachen?"
"Woher wissen Sie das?"
"Ich präge mir ihre Gesichter ein, mache dann ein paar Eingaben und erhalte die Daten aus dem Internet. Geburtsurkunde, Zeugnisse, Terminkalender, Skandale." Knochenmännchen deutete auf das iPad. "Ein schönes Gerät, aus dem Museum. In meiner Zeit sind sie etwas kompakter." Er öffnete die andere Hand und darin war ein Bildschirm. Datenströme flossen von oben nach unten.
"Wer sind Sie?"
"Jetzt sind Sie bereit zu reden."

"Wer sind Sie?"
"Daniel, allerdings nicht der, den sie kennen. Im Moment liege ich auf einer Intensivstation in New York. In drei Stunden genau wird ein Arzt eine wichtige Entscheidung treffen, und ein Medikament testen, das nicht einmal die Betaphase durchlebt hat. Doch es wird ein Erfolg, in weniger als einem Jahr bin ich wieder auf den Beinen. Nur hat die Sache einen Haken. Sie haben sich inzwischen nach Frankreich abgesetzt und sind von dort aus spurlos verschwunden. Also, um einen Erfolg präsentieren zu können, verurteilt die Justiz die nächstbeste Person, derer sie habhaft wird. Für Mitwisserschaft in einem Kapitelverbrechen, dass mehrere Millionen, gar Milliarden, Dollar umfasst, wandere ich fünfzehn Jahre ins Gefängnis. Der Staat weigert sich weiterhin die Medikamente zu bezahlen, da ich ja Krebsfrei bin. Als ich auf freien Fuß komme ich es zu spät. Der Krebs ist wieder da, und dieses Mal lässt er sich nicht besiegen."
"Das war die Geschichte? Das soll ich glauben?"
"Es gibt genug Beweise. Erstens das iPad-Portable in meiner Hand und die Neuralschnittstelle dazu im Nacken. Ist übrigens in meiner Zeit Serienmäßig, wird nach der Geburt sofort implantiert. Also die Schnittstelle meine ich. Das iPad-Portable kann sich fast jeder leisten, Windowsgeräte benutzen nur noch die Reichen und die Dummen. Apple ist viel benutzerfreundlicher und lässt die Kunden wenigstens bewusst Knebelverträge unterzeichnen."
"Ich verstehe nicht..."
"Der Nutzungsvertrag für iPhone und iPad. Da steht drin, dass die Kundendaten weiterverkauft werden können. Mit Vertragsabschluss stimmt der Kunde zu. Nur Facebook ist schlimmer. Microsoft macht das nicht, und wird das wohl auch nicht machen. Nicht solange Bill Gates von seinem Schloss auf dem Mond aus die oberen 10.000 regiert." Die linke Hand zu Faust geballt, die rechte Knochenhand zum Himmel gestreckt wird Knochenmännchen wie ein Prophet.
"Und was habe ich damit zu tun, Daniel?"
"Wenn Sie sich hier und heute stellen, bekommen Sie die fünfzehn Jahre. Oder, weil Sie ja reich sind und sich einen guten Anwalt leisten können, wahrscheinlich keine fünf Jahre. Vielleicht eins, auf Bewährung. Ich bleibe gesund und muss nicht hier her kommen. Sie sind nach dem einen Jahr auf Bewährung wieder frei und erneut ein geschätzter Bürger. Ihr Vermögen, gut angelegt, vervielfacht sich. Ihre Exfrau wird nichts davon abbekommen, dafür sorge ich schon. Schließlich kann ich, da ich ja gesund bin, weiterhin Ihre Angelegenheit regeln."
"Also zusammengefasst: ich soll möglicherweise ins Gefängnis, damit du gesund bleibst und nicht aus der Zukunft hier her kommst um mir deine Forderung zu stellen. Das soll wohl ein Scherz sein. Überleg mal, du bist hier und krank. Also hast du mich in der Vergangenheit, oder was das von hier aus ist, auch nicht überzeugen können. Also wieso versuchst du es überhaupt, hä? Ich hau hier ab."
"Ich dachte mir, dass es so kommt. Deshalb habe ich, bevor ich dich angesprochen habe, die Polizei informiert. Siehst du nicht draußen die ganzen blauen Mützen? Sie kreisen uns ein, schneiden dir alle Fluchtwege ab."
In der Menschenmenge bewegten sich wirklich mehr Uniformierte als noch vor einer Stunden. Aber es wurde auch gerade ausgerufen, dass der Flugverkehr eingeschränkt wieder beginnen könne.
"Warum verrätst du mich?" fragte ich.
"In einem Zeitalter der Betrüger braucht es einfach einen Judas, der das erste Opfer bringt. Ich hänge zwar an meinem Job, aber noch mehr an einem gesunden Leben. Doch Sie stehen dazwischen."
Zwei Uniformierte traten an uns heran. „Sir. Sie sind verhaftet. Wir haben einen Tipp bekommen. Es liegt ein internationale Haftbefehl vor“, erklärte ein Beamter.
"Sie wissen schon, dass dieser Informant ein Betrüger ist? Er behauptet aus der Zukunft zu kommen", wich ich aus und suchte dabei nach einem Fluchtplan. Doch die Polizisten hatten beide die Hand am Knüppel und schienen bereit ihn einzusetzen.
"Keine Spielchen. Sie kommen mit uns."
Theatralisch langsam stand ich auf, und fasste mir an die Brust. Kurzatmig schnappte ich nach Luft. "Mein Herz", stöhnte ich.
"Medizinischer Notfall an der Bar. Ein Krankenwagen", rief der linke Wachmann in sein Schultermikrophon. Ich ließ mich zu Boden gleiten und verdrehte die Augen. Ich atmete langsam und vorsichtig um meinen Puls zu drücken. Wie bei dem Verhaftungsversuch am New Yorker Flughafen. Dort hatte es ausgezeichnet funktioniert, ich war an Bord meiner Maschine gekommen und gestartet bevor die Blauhemden etwas mitbekamen.
Kurz darauf trafen Sanitäter ein, untersuchten mich und hoben mir auf eine Bahre. "Wir bringen ihn ins Krankenhaus Seðlabanki Islands." Sie schoben die Trage an und ich winkte schwach Daniel/Knochenmännchen zu. "Die Betrüger entkommen in diesem Zeitalter immer. Wir sehen uns in vielen Jahren, wenn du erneut hier her kommst um mich zu verraten. Judas!"

Zeitreisen? Was für ein Quatsch.
Angst, dass mich meine Häscher erwischen? Wohl kaum. Ich bin ein Fuchs.
Gier? Auf jeden Fall, wenn sich die Gelegenheit gibt.
Mein neues Ziel? Nur raus aus diesem Krankenhaus. Der Flugverkehr geht wieder. Ich frage mich, ob die Karibik weit genug weg ist von den USA um ungeschoren davonzukommen.
Es tut mir leid um Daniel, der gerade um sein Leben kämpft. Sollte er es nicht schaffen, schicke ich ihm einen Kranz. Sollte er es schaffen, einen Obstkorb.
Schließlich bin ich ein ehrlicher Betrüger. Ich nahm das Geld nur von Leuten, die von derselben Gier getrieben waren wie ich. Also bin ich kein Betrüger, sondern wohl eher ein moderner Robin Hood. Ich nehme von denen, die zu viel haben (die Investoren) und gebe es den Armen, die zu wenig haben (das bin dann wohl ich).
Schließlich wäre eine Datscha am Schwarzen Meer doch schön als Ergänzung zu meinem anderen Besitz, oder nicht?




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30.7.2010, 14:05

 
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Geschichte 3

Captain Polonia

Kinder, heute erzähle ich mal eine besondere Geschichte. Sie handelt von Heldenmut, Opferbereitschaft und ja Berith, natürlich auch vom Kampf gegen riesige Monster!
Vor langer, langer Zeit, als noch eure Urgroßeltern auf dieser Welt lebten, glaubten die Menschen an die Macht der Götter, an Dämonen der Finsterniss und an die Äther-Welt jenseits der Materie. Es war die Zeit der Menschen, die Zeit als noch in jeder Stadt mehr Menschen lebten als in unseren Westwäldern jetzt leben, und in der es mehr Städte gab als Sterne am Nachthimmel! In dieser Zeit nun lebte ein einsamer Mann, dessen Name nicht überliefert wurde und dessen Identität vor seinem Aufstieg leider ein Rätsel bleiben wird. Man erzählt sich, dass er in seinen jungen Jahren ein Meister des Äthers gewesen war. Nicht wenige Leute behaupten, dass er die Entscheidung im großen Ätherkrieg herbeiführte. Aber Kinder, das ist eine andere Geschichte, die ich ein andermal erzählen kann. In dieser Geschichte, die ich euch gleich erzähle, hatte unser Held sich bereits einen großen Namen in den Gesichtsbüchern der Ätherbibliotheken gemacht und zog bereits um die Welt, um sie vor dem Zorn der Götter zu beschützen. Der Name, unter dem unser Held zu jener Zeit bereits bekannt war, war Captain Polonia.

Es begann bei einem Gin Tonic, einem medizinisch sphärischen Getränk der damaligen Zeit, vergleichbar mit unserem Vinu, nur deutlich mächtiger. In großen, von Rauch getränkten Hallen, ähnlich unserer Stammeshalle unten am Nebenfluss - ihr wisst schon, jene die wir bei großen Ereignissen aufsuchen - traf man sich zu jener Zeit zur geselligen Unterhaltung. Reisende, Händler, Gesetzeswächter und weitere exotische Menschen aus nahen oder weit entfernten Dörfern, Städten und Ländern trafen sich für einen Abend und zogen danach wieder getrennter Wege davon. Captain Polonia lernte an diesem Abend zwei Herolde des Goldgottes Midas kennen. Nicht weil sie ihm sympathisch oder hilfsbedürtig erschienen, keineswegs. Er bekam zuerst nur zufällig einige Gesprächsfetzen mit und sein Instinkt, großes Unrecht zu erkennen, gab augenblicklich Alarm. Ihr müsst wissen, dass Captain Polonia ausgezeichnet mit fremden Menschen umzugehen vermochte. So dauerte es auch nicht lange, vielleicht drei oder sieben weitere sphärische Getränke, bis die entscheidende Information aus den Herolden heraussprudelte:
"Das ist alles weg, ja.", kicherte einer. "Es ist nichts mehr zu holen."
"Zum Glück...", begann der Zweite und hob erneut sein Glas, "... haben wir rechtzeitig unsere Prämien abeholt!" Ich glaube Prämien bedeutet, sich mit Reichtum überschütten zu lassen. So wie unsere Dorfältesten, die Fisch und Wild erhalten. Nur stellt euch vor, dass sie so viel erhalten würden, dass für den Rest von uns kaum noch etwas zum Verzehr übrig bliebe. Und im Gegensatz zu unseren Ältesten, musste man früher als Herold von Midas, keine erfolgreichen Entscheidungen getätigt haben. Aber genug davon, denn das hat nicht viel mit der eigentlichen Geschichte zu tun und ja Berith, die Monster kommen noch!
"Das ist ein großes Unrecht!", wies Captain Polonia die beiden Herolde zurecht. Die Gespräche in der Halle verstummten und alle Blicke wandten sich ihm zu.
"Ihr fröhnt euch in euerem Erfolg, brachtet aber nur Leid über die Armen und Hoffnungssuchenden. Über all jene, die sich Midas zuwandten um ihr Erspartes in Sicherheit zu wahren. Ihr feiert eure Bereicherung, während viele ihr ganzes Hab und Gut..."

"Die Moster... Du hast uns Monster versprochen", wandte Berith ein.

Gut ja. Stimmt. Du hast recht. Also Captain Polonia hielt eine seiner berühmten Reden, wies die Herolde zurecht und alle Menschen applaudierten. Das Interessante jedoch war, und deswegen wollte ich dieses Detail nicht auslassen, Berith, das Interessante war, dass in Captain Polonia die Befürchtung wuchs, die Götter würden sich nun an den Menschen rächen, nachdem durch das menschliche Verschulden der Herolde, die Menschen den Zorn gegen Midas und die Faust gegen den Himmel richten würden. Captain Polonia eilte in seine Festung und begann mit der Recherche. Wohin würden die Götter ihren Zorn richten? Wo lag die Quelle des Afforts?
Captain Polonia besaß ein Wunderwerkzeug des Äthers. Die Überlieferung diesbezüglich ist sehr ungenau und teils widersprüchlich. In den wenigen Aufzeichnungen steht das Ideom iPad geschrieben. Ich glaube aber es müsste iRad heißen, wobei das i für ich steht. Ein magisches Rad, mit dem man durch den Äther navigieren konnte. Wie dem auch sei, Captain Polonia recherchierte und die Tage verstrichen und die Welt sprach nur noch von dieser Midas-Kriese, die wie ein Feuer um sich schlug und sich verbreitete.

"Es gibt keine Monster, gib es doch zu!", motzte Berith leicht enttäuscht.

Oh doch die gibt es. Warte noch kurz ab, ich beeile mich auch. Captain Polonia fand heraus, dass die Quelle auf einer abgelegenen, kalten, nördlichen Insel war. Mit kalten, langen Nächten, großen, felsigen Bergen und in der Mitte ein rießiger schlafender Vulkan! Genau dort, so vermutete der Captain, würden die Götter die Menschen bestrafen. Er begab sich mit seinem fliegenden Gefährt zum Zentrum der Insel, erklom den Vulkan und rief mit zum Himmel ausgestreckten Armen:
"Ihr Götter erhöret mich. Lasst ab von der Rache und vergebt den Menschen. Denn sie sind fehlbar und naiv und dumm. Sie versuchen zu planen, sie versuchen zu verstehen, sie versuchen es richtig zu machen und ja, sie scheitern oft. Sie scheitern aufgrund der fehlenden Weitsichtigkeit Weniger. Sie scheitern aufgrund falsch getroffener Entscheidungen. Doch sie können lernen. Sie können Gutes bewirken. Und diese Welt noch retten. Und ich...", schloss er seine Fürbitte, "...Captain Polonia, glaube an sie!"
Eine lange Zeit geschah nichts von Bedeutung. Dann jedoch zogen dunkle Wolken auf und Donner und Blitze näherten sich dem Vulkan. Ein Blitz schlug in der Nähe des Captains auf und die dort umliegenden Felsbrocken zogen sich zusammen, reihten sich auf, verbanden sich und ein fünfzig Meter hoher Steinkoloss erhob sich vor Captain Polonia.
"Das ist also eure Antwort.", sagte er resignierend. "Ihr habt längst entschieden. Gegen die Menschen... Aber nicht mit mir!"
Der Koloss machte mit einer außerordentlichen Geschicklichkeit und Geschwindigkeit einen Sprung auf den Captain zu und wäre der Captain nicht so unglaublich schnell, hätte er nicht rechtzeitig ausweichen können. Der Koloss hob den Arm und schmetterte ihn gegen den Boden; der Boden erzitterte so sehr, dass die wenigen umstehenden Bäume umfielen. Captain Polonia wusste, dass er diesen Kampf nicht gewinnen konnte. Nicht sofort. Er hätte den Gegner dazu erst ermüden müssen, bis dieser sein Interesse fast verloren hätte. Aber diesmal musste er den Rückzug antreten, denn der Koloss konnte nicht der eigentliche Plan der Götter gewesen sein und galt sicherlich nur ihm. Und so bückte sich der Captain und kroch dem rießigen, siebzig Meter hohen Koloss einfach davon, denn jener konnte den Captain von so weit oben einfach nicht mehr erkennen. Als der Koloss wütend durch die Gegend stampfte, um seinen Wiedersacher doch noch zu erwischen, war der Captain längst auf seinem Flugschiff angekommen und als der Captain startete und den Vulkan von oben betrachtete, stampfte der Koloss nachwievor vor sich hin.

"Das war alles? Das war das Monster?", fragte diesmal Meridith, die Älteste der Kinder.

Nein natürlich nicht. Es geht nämlich noch weiter, und wie! Das Gewitter erstreckte sich bereits in alle Himmelsrichtungen und verdunkelte den Tag, doch es war nichts verglichen zu dem was in den kommenden Wochen noch auf die Menschen zukommen würde. Die Götter ließen den Vulkan explodieren und eine rießige Aschewolke bedekte die halbe Welt und hunderte von Ländern! Die Menschen gerieten in Panik, denn sie erkannten, dass sich die Götter nun gegen sie gewandt hatten. Und wie ihr selbst wisst, liebe Kinder, leben wir nun in einer Welt, die davon zeugt, was damals alles zerstört worden ist. Und dass die Menschen diesen Krieg nicht gewinnen konnten... Nunja, ihr wisst ja selbst wie wenige Menschen es noch gibt. Aber zurück zum Captain, denn er schwor sich, sich auf die Seite der Menschen zu schlagen und den Göttern in den Weg zu stellen. Er informierte die ganze Welt über den Ausbruch und den bevorstehenden Medizinischen Notfall auf der Vulkaninsel, indem er sein ich-Rad nahm und in den Äther zwitscherte. Die Menschen waren gewarnt, doch die Götter umso mehr erzürnt und so sandten sie einen großen Wirbelsturm, der das Flugschiff des Captains zum Absturz zwingen sollte. Captain Polonia war bereits weit geflogen und es hätte nicht mehr lange bedarft um seinen alten Freund aufzusuchen, der in einem fernen Land namens... hm, der alte Name fällt mir gerade nicht ein, aber es ist auch egal, denn wonach der alte Freund forschte und warum der Captain direkt nach dem Vulkanausbruch hinflog, um dessen Rat zu ersuchen, ist eine andere, lange Geschichte. Der Wirbelsturm erfasste das Luftschiff und Captain Polonia sprang noch rechtzeitig heraus, bevor das Luftschiff auf offenem Meer zerschellte. So unglaublich es klingt, aber Captain Polonia besaß die Fähigkeit eine sehr lange Zeit die Luft anzuhalten! Er tauchte also unter Wasser, um so dem weiterhin wütenden Wirbelsturm zu entgehen. Irgendwann zogen die Götter den Wirbelsturm ab und es ist auch überliefert, dass sie den Sturm aus Wut und Zorn auf eine rießige Stadt der Menschen lenkten und diese bis auf die Grundmauer zerstörten. Captain Polonia tauchte auf und begann dem Wirbelsturm hinterher zu schwimmen, denn er ahnte, dass die Götter nichts Gutes im Sinne haben würden. Er war noch weit von der Küste entfernt, als die Götter einen weiteren Plan in die Tat umsetzten und sich etwas um Captain Polonias Bein schlang und ihn tief, sehr sehr tief hinabzog. Der Captain versuchte alles um sich losreißen zu können und als es ihm endlich gelang, waren sie bereits auf dem Meeresboden angelangt. Vor ihm erhob sich ein riesiger Krake! Die Tentakeln wütenden im kalten Wasser, als wollten sie dem Captain ihre Beweglichkeit und Kraft vorführen.

"Ein was? Ein Krake? Was soll das denn sein?"

Ein Krake ist ein mächtiges Unterwassertier. Wie ein Tintenfisch nur viel, viel größer! Und stärker! Und intelligenter! Er war in der Tat so groß, dass Captain Polonia, trotz seines geschärften Sehsinnes, nicht genau sehen konnte, wohin die Tentakeln im dunklen Wasser verschwanden. Doch direkt neben dem Kraken, erkannte er das Glitzern eines alten, versunkenen Seeschiffes. So etwas wie unsere Schiffe, die auf dem Hauptfluss zwischen den Dörfern der Westwälder verkehren. Nur hundert mal größer. Mit ausreichend Platz an Bord für unser komplettes Dorf und noch mehr! Captain Polonia schwamm los, wich den Tentakeln aus, rang mit ihnen, duckte sich weg und letztendlich betrat er das alte Schiffswrack. Dem Kraken mißfiel dies natürlich, er packte mit all seinen Tentakeln das Schiff und hob es vom Meeresgrund, schüttelte es wild im Gewässer, stellte es auf den Kopf und - zu guter letzt - presste es mit voller Wucht und allen Tentakeln an sich und zerquetschte es. An diesem Punkt der Geschichte müsst ihr nun wissen, dass es zwei Dinge gab, die der Krake nicht wusste, Captain Polonia jedoch schon! Das Erste: Der Captain war durch die vordere Luke reingeschwommen, durch die hintere Luke jedoch sofort wieder heraus. Danach ist er am schlammigen Meeresboden entlang davongekrochen. Das Zweite: Alte Seeschiffe enthielten eine große Menge an Sprengpulver. Und der Krake quetschte das Schiff so lange, bis es explodierte und die Explosion den Kraken in tausende kleine Stücke zerfetzte. Durch die Druckwelle erkannte Captain Polonia dass sein Plan aufgegangen war. Doch seine Freude war nur von kurzer Dauer. Die Explosion eines von den Göttern gesandten Wesens, hatte die Erde, unseren Planeten, verletzt. Die dunkle Schwärze, die nun Captain Polonia entgegen kam, verschluckte nicht nur das Licht, es zerstörte auch jedes Lebewesen, auf das sie traf. Die Erde blutete und der Captain befürchtete sogleich, dass es keine Möglichkeit geben würde sie zu verarzten und zu heilen. Und das Blut der Erde vermischte sich mit dem großen Meer und entzog ihm alles Leben. Und wie wir alle wissen, kann man Blut und Wasser mischen, aber weder kann etwas darin leben, noch können wir es wieder trennen.
Captain Polonia kehrte als gebrochener Mann in seine Festung zurück. Der erste Kampf mit den Göttern war überstanden, aber zu welchem Preis? Lange fragte er sich, ob er die Tragödie doch hätte verhindern können. Ob er sich den Göttern nicht lieber hätte opfern sollen... Aber keine Sorge, Kinder. Captain Polonia gibt niemals auf. Selbst nach einer Niederlage, startet er in den nächsten Kampf. Und den nächsten, und nochmal einen! Denn sein Motto lautet: Alles oder nichts!


"He Berith...", flüsterte Meridith später am Abend. Es herrschte Nachtruhe und alle hatten bereits die Augen zu, nur Meridith starrte in den Nachthimmel und dachte über die Geschichte nach. So viele Städte wie Sterne am Nachthimmel... Das hatte ihr Vater gesagt. Meridith hatte begonnen zu zählen, aber immer wieder die Übersicht verloren.
"Berith bist du noch wach?"
"Ja.", kam es leise zurück.
"Und wie fandest du die Geschichte?", wollte Meridith wissen.
"Ich fand den Kraken super!"
Meridth schmunzelte.
"Meinst du die Geschichte ist wahr und der Koloss stampft immer noch auf dem Vulkan auf der Suche nach dem Captain?", wollte Berith wissen.
"Ich weiß nicht." Sie überlegte eine Weile. "Erinnerst du dich noch, als wir bei Meselan waren? Der Vater von seinem Vater... er hatte erzählt, dass er früher an der Küste gelebt hat, beim großen Meer. Und dass immer wieder schwarzes Wasser an den Strand gespült worden war, und alle Tiere, die sich darin verfingen, starben..." Als keine Antwort erfolgte, drehte sich Meridth zur Seite. "Berith? Bist du noch wach?"




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30.7.2010, 14:21

 
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Geschichte 4

EIN UNGEWÖHNLICHER PATIENT
Humor

Seit einer Weile schon waren sie in dem Krymos-Sektor und hatten noch einige ereignislose Wochen vor sich, und es wirkte fast so als würde die Crew das Schiff als Urlaubsinsel betrachten. Alle schienen die Entspannung und die viele freie Zeit zu genießen. Tom hatte zusammen mit Neelix eine tropische Landschaft auf dem Holodeck für die gesamte Crew geschaffen und regelmäßig gab es dort Grillparties bei denen sich jeder amüsierte. Sogar Tuvok schien mit der Zeit etwas lockerer zu werden, wobei das natürlich auch an dem Gin Tonic liegen konnte, den Tom in Tuvoks vulkanischen Gewürztee programmiert hatte.
Ebenso hatte man kurzerhand die Kleiderordnung etwas gelockert, was zu einer Crew in Hawaiihemden und Jogginghosen führte. Jedenfalls war das gesamte Schiff in Urlaubsstimmung und das kommandierende Duo fühlte sich mehr wie in einem Vergnügungspark als gestrandet im Deltaquadranten.

Eines frühen Abends steckte Neelix noch mitten in den Vorbereitungen für das Essen einer erneuten Grillparty, als Tom mit Girlanden und seinem iPad beladen ins Casino stürmte:
"Neelix! Ich brauche unbedingt noch mehr von diesem langen Brot...wie hieß das nochmal?"
"Baguette. Eine altirdische französische Backware. Sehr beliebt zu Grillfleisch. Wussten Sie, dass..." Neelix ließ sich von Toms Hektik nicht aus der Ruhe bringen und erzählte die ganze Geschichte des Baguettes. Tom tippte eifrig auf seinem iPad herum und schlug zuweilen unter Flüchen auch mal heftiger darauf ein.
Doch irgendwann kam es, wie es kommen musste:
Die Girlanden auf Toms Arme hatten keine Lust mehr die Opfer seiner Schläge zu sein und begaben sich auf die Reise in Richtung Boden auf der sie das iPad gleich mitnahmen. Dieses schien sichtlich froh zu sein, denn es entspannte sich sofort in seine Einzelteile.
Tom starrte ungläubig zuerst auf seine nun leeren Arme und dann auf den Boden. "Neelix! Hilfe! Medizinischer Notfall!"
Neelix kam sofort hinter seinen Kochtöpfen hervor, musste jedoch beim Anblick des Durcheinander auf dem Boden laut loslachen und bemerkte nur: "Vielleicht wäre da Lieutenant Torres der bessere Ansprechpartner."
"Papperlapapp! Da muss ein Spezialist ran. Helfen Sie mir das Patienten auf die Krankenstation zu bringen!"
"Aber Tom. Das Essen..."
"Neelix vergessen Sie doch mal das Essen. Das ist sowieso schon tot, aber dieses iPad hier hat noch einer Überlebenschance!"
"Aber meckern Sie hinterher nicht, wenn das Fleisch nicht rechtzeitig auf dem Grill liegt!"
Neelix band sich die Schürze umweg, sammelte zusammen mit Tom die Einzelteile des seltsamen Patienten ein und die beiden begaben sich zur Krankenstation.

Als sich dort die Tür öffnete, kamen ihnen riesige Rauchwolken entgegen. Dagegen anhustend kämpften sie sich bis zu einer Behandlungsliege vor und legten ihren Patienten dort ab.
Ganz langsam schien sich nun der Rauch zu verflüchtigen und der Blick der beiden wanderte zur zentralen Behandlungsliege an der der Doktor mit dem Rücken zu ihnen wild gestikulierend und herumwirbelnd stand.
Als Neelix und Tom näher an die Liege herantraten, sahen sie kleine Aschewolken vor dem Doktor aufsteigen. Dann endlich konnten sie auch einen Blick auf die Liege erhaschen und schraken zurück.
Eine kleine, graublaue Kreatur mit 10 Tentakeln lag dort und verlor aus unzähligen winzigen Wunden Aschewolken. Zugleich wand sie sich und schickte elektrische Ladungen an Alles was sich ihr näherte.
Da erst wurde dem Doktor ihre Anwesenheit bewusst. "Was tun sie denn hier?"
"Wir ... ähm ... haben da einen Patienten, der..."
"Ach halten Sie doch den Mund Mister Paris und versorgen Sie ihn selber, wenn er nicht gerade im Sterben liegt! Diesen 'Tintenfisch' hat Captain Janeway aus dem All gerettet in Ihrer ach so tollen Good-Will-Mission heute Morgen und nun soll ich ihn hier natürlich wieder zusammenflicken." Dabei deutete er etwas abfällig auf die Kreatur auf der Liege.
"Wie bitte?! Eine Rettungsmission, und keiner sagt mir Bescheid!"
"So weit ich mich erinnere waren Sie doch mit den Vorbereitungen für die Party heute Abend beschäftigt. Da wollte der Captain Sie sicherlich nicht stören." Entgegnete der Doktor etwas sarkastisch.
"Oh ja, die Party!" Für einen Augenblick hatten Tom und Neelix glatt die Party vergessen.
"Neelix kommen Sie. Vielleicht nehmen wir doch lieber B'Elanna als Arzt für mein iPad. Der Doktor wirkt etwas gereizt."
Und im Rausgehen bemerkte Tom noch kurz: "Ach und Doc! Wie wäre es wenn Sie einfach mal die Löcher bei dem Tintenfisch zunähen würden. Dann würd es auch nicht mehr so rauchen!"
Als der Doktor dann anfing sämtliche Hyposprays und Trikorder hinter ihnen her zu werfen, flüchteten die beiden lachend aus der Krankenstation.

Immer noch lachend kamen Tom und Neelix im Maschinenraum an. Dort herrschte im Gegensatz zur Krankenstation eine angenehmere Stimmung. Alle lächelten und im Hintergrund lief leise karibische Musik. Sogar B'Elanna schien ein Lächeln um die Lippen zu haben.
Tom und Neelix beschlossen, dass sie hier wohl richtiger wären.
Kaum hatten sie das Problem erklärt war B'Elanna auch schon bereit den Ersatzarzt zu spielen. War es ihr doch so möglich den Doktor später damit aufzuziehen.
Als endlich der Patient repariert war, konnte Tom wieder zurück an seine Planung und Neelix wieder hinter seine Kochtöpfe gehen.

Als dann endlich abends Alles fertig war und auch die letzten Crewmitglieder auf dem Holodeck eingetroffen waren, wurde die Grillparty ein voller Erfolg.
Neelix wirbelte hinterm Grill herum und erklärte nebenbei jedem, egal ob er es wissen wollte oder nicht, die gewöhnungsbedürftig aussehenden Beilagen, während Tom entspannt von einem zum andern ging und sich überall sein Lob abholte.

Später am Abend wurde es langsam ruhiger und das Essen wurde weniger. Die Führungsoffiziere setzten sich zusammen in eine Sitzgruppe am Strand und redeten über die letzten Tage.
"Und Doc! Was ist aus ihrem Patienten geworden?" Fragte Tom irgendwann mal nach.
"Nun, ich musste zunächst einmal seine Vitalfunktionen entschlüsseln bevor ich mit einem weiteren Bioscan..."
"Doc!"
"Er atmet wieder regelmäßig, schickt keine elektrischen Ladungen mehr an meine Matrix und schleudert auch keine Aschewolken mehr aus seinem Körper. Organische Wesen können also wieder ohne Rauchvergiftung in der Krankenstation atmen. Und Ihr Patient, Mister Paris?"
"Nun, den hab ICH repariert!" Schaltete sich B'Elanna ein.
"SIE haben einen Patienten behandelt? Um Himmels Willen! Lebt er noch?"
"Naja, also 'behandelt' würde ich das von einem iPad nun nicht sagen, aber der Patient hat überlebt."
"Und Sie, Captain? Ich habe gehört Sie haben eine Rettungsmission durchgeführt." Fragte Neelix nach um das Thema zu wechseln und dem Zorn des Doktors zu entgehen.
"Ach nichts wirklich Besonderes! Erst ein unverständlicher Notruf, den der Universaltranslator nicht übersetzen konnte, dann ein Schlacht mit den Borg um den einzigen Überlebenden und dann noch ein Erster Kontakt mit einer fremden Rasse aus dem Deltaquadranten. Also eigentlich ein ganz gewöhnlicher Tag."
Und es schien fast so als würde bei dem Gelächter, das aller anstimmten, auch Tuvok von der heiteren Stimmung zu einem Grinsen gelockt werden.
Aber vielleicht lag das auch nur wieder an dem Gin Tonic den Tom in den Tee von Tuvok getan hatte.




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30.7.2010, 14:30

 
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Geschichte 5

Außer Phase

Es geschah alles so schnell. Ihr Team untersuchte gerade dieses seltsame Artefakt, das es bei Ausgrabungen in der Nähe einer Maya-Ruine entdeckt hatte. Seinem Aussehen nach schien es sich um den Brustpanzer einer Rüstung zu handeln, wie er von den Maya-Kriegern auf den Wandbemalungen in dieser Ruine getragen wurde. Sie waren gerade dabei, die Rüstung von dem ganzen Schmutz zu befreien, der sich über mehr als zwei Jahrtausende darauf angesetzt hatte, als inmitten des Raums aus dem Nichts ein kugelförmiges Licht erschien. Es wuchs stetig weiter und als es einen zwei Meter großen Durchmesser erreicht hatte, traten daraus seltsame Wesen hervor. Sie trugen die gleichen Rüstungen, wie diejenige, die vor ihnen auf dem Tisch lag, mit der Ausnahme, dass diese wie neu erschienen, als wären sie gerade aus irgendeiner Fabrik vom Stapel gelaufen. Die Wesen ähnelten den Kriegern auf diesen Wandmalereien, nur dass ihre Gesichter alles andere als menschlich waren. Marissa wartete erst gar nicht ab, was als nächstes passieren würde. Sie hatte Todesangst und flüchtete so schnell sie konnte aus dem Labor und rannte so schnell sie konnte zu dem Panikraum des Gebäudes, wo sich bereits andere Wissenschaftler eingefunden hatten. Sie hatte den Raum gerade erreicht, als sie hinter sich schon die ersten Schüsse und Schreie hörte. Hastig verschloss sie die schwere Metalltür von innen und schnappte sie sich das Telefon, um nach Hilfe zu rufen.

Bis zu seinem Feierabend waren es nur noch wenige Minuten und da es im Moment im Büro nichts zu arbeiten gab, probierte Frank Harris schon mal sein neues iPad aus, das er sich heute in seiner Mittagspause gekauft hatte. Völlig vertieft in sein neues Spielzeug fiel ihm gar nicht auf, als plötzlich sein Kollege Tom Keeley neben ihm auftauchte und ihm eine zeit lang über die Schulter schaute.
"Ich will Dich ja nicht in Deiner Zweisamkeit stören, aber wir müssen nun los. Die anderen warten bereits draußen."
Erst jetzt bemerkte Frank, dass Tom hinter ihm stand und warf einen flüchtigen Blick auf seine Uhr.
"Oh verdammt. Ich hatte total die Zeit vergessen. Aber ich sage Dir, diese iPad ..."
"Los mach schon. Die anderen freuen sich bereits sehnsüchtig auf ihr Feierabend-Bier. Du kannst von mir aus wieder Deinen widerlichen Gin Tonic trinken, aber Hauptsache Du steckst jetzt dieses Ding weg, so dass ich es den ganzen Abend nicht mehr sehen muss"
"Ist ja schon gut. Ich komme ja schon"
Frank war gerade dabei, sein iPad in seinem Rücksack zu verstauen, als plötzlich sein Dienst-Handy zu klingen begann.
"Siehst Du, das hast Du jetzt Du jetzt davon.", brummte Tom, sichtlich genervt über diese weitere Verzögerung.
"Lass es einfach klingeln. Das sollen die Kollegen der Nachtschicht übernehmen."
Frank warf Tom noch ein bösen Blick zu, ehe er das Gespräch entgegen nahm.
"FBI. Captain Frank Harris am Apparat. Wie kann ich Ihnen helfen?"

"Helfen Sie uns, aber schnell!", schrie Marissa, als eine Stimme aus dem Hörer drang. Vor der Tür waren nun deutlich Schüsse zu hören. Kugeln die gegen die schwere Metalltür prallten, sie aber nicht durchdringen konnten.
"Ich bin Dr. Marissa Sullivan."
Nun waren neben dem Gewehrfeuer auch noch Schreie zu hören. Schreie von Kollegen und Freunden, mit denen sie jahrelang zusammengearbeitet hatte.
"Wir wurden angegriffen. Von irgendwelchen Terroristen glaube ich. Sie sind in das Gebäude eingedrungen und haben sofort das Feuer auf uns eröffnet."
Terroristen. Sie wollte ihrem Gesprächspartner nicht die Wahrheit sagen, was da wirklich aus diesem Licht kam. Wahrscheinlich würde er die Wahrheit nicht glauben und es nur für einen albernen Scherz handeln. Sie selbst konnte es kaum glauben, was da vor wenigen Minuten in dem Labor passiert war.
"Wir sind eingeschlossen. In einem unterirdischen Raum im Thomsen-Museum."
Schritte waren vor der Tür zu hören. Schwere Schritte. Jemand hämmerte von außen gegen die Tür. Panik brach in dem Raum aus. Viele schrien laut durcheinander oder versuchten sich hinter den Regalen zu verstecken, um Schutz zu finden.
"Sind sind da. Sie versuchen die Tür zu öffnen. Ich weiß nicht, wie lange sie dem standhalten kann. Bitte beeilen Sie sich!"
Ihr Herz raste. Sie konnte vor Angst kaum noch atmen. Ihr Gegenüber hatte ihr noch etwas gesagt, aber sie hatte es in der Aufregung kaum verstanden. Es waren nur Bruchstücke, aber sie gaben ihr ein wenig Hoffnung. Sie würden Hilfe erhalten. Sie hoffte nur, dass diese nicht zu spät eintraf


Es verging nur eine halbe Stunde, bis sie das Museum erreicht hatten. Das Einsatzgebiet war bereits weiträumig abgesperrt, Krankenwägen für die Medizinischen Notfälle stand bereits und ein SWAT-Team hatte sich bereits auf dem Dach des Gebäudes positioniert. Von außen betrachtet sah das Museum aus wie immer. Nichts erweckte den Anschein, dass in seinem Inneren gerade eine wilde Schießerei tobte, wie sie von der Frau berichtet wurde, mit der Frank an seinem Handy sprach. Als alle ihre Positionen eingenommen hatten, nahm Tom ein Megafon zur Hand und forderte die Terroristen auf, das Gebäude zu verlassen und sich zu ergeben. In den wenigsten Fällen jedoch stellten sich die Terroristen diesen Forderungen. Dennoch war dies die einzige Möglichkeit, unnötiges Blutvergießen zu vermieden. Hier bestand jedoch wenig Hoffnung. Den Beschreibungen dieser Doktorin nach zu urteilen handelte es sich hier um eiskalte Profis und nicht um irgendwelche Halbstarken, die beim Erklingen einer Polizeisirene kalte Füße bekommen würden. In dem Museum regte sich nichts. Zumindest nichts, was die Scharfschützen durch die Fenster erkennen konnten. Tom wiederholte nochmals seine Aufforderung. Wieder geschah nichts. Frank wollte gerade den Befehl zur Erstürmung erteilen, als er von Marissa eine Neuigkeit erhielt.
"Was ... ok ... gut. Halten Sie durch, wir sind bald da.", erwiderte er und wandte sich kurz vom Hörer ab, um Tom von dieser Neuigkeit zu berichten.
"Dr. Sullivan hat mir gerade mitgeteilt, dass die Angreifen es wohl aufgegeben haben, in den Panikraum einzudringen. Sie glaubte außerdem noch Schritte zu hören, die sich von Tür entfernten. Scheinbar bereiten sie sich auf unser Kommen vor. Gib dem Einsatzteam Bescheid, dass sie da drin höllisch aufpassen sollen, wenn sie da jetzt reingehen."
Auf diesen Befehl hin, stürmte das SWAT-Team das Gebäude. Sie arbeiteten sich von oben nach unten bis zum Erdgeschoss durch, trafen jedoch auf keinerlei Widerstand.
"Sir, wir haben das Gebäude gesichert, konnten allerdings keine Spur von den Angreifern oder den Geiseln finden. Allerdings war da noch eine schwere Fahrstuhltür, die durch einen Zugangscode geschützt wird und die wir bisher noch nicht öffnen konnten. Meine Männer versuchen gerade sie gewaltsam zu öffnen, aber ..." , melde der Anführer des Teams Frank, ehe er von diesem unterbrochen wurde.
"Warten Sie einen Moment", sagte Frank, ehe er sich wieder seinem Handy zuwandte.
"Dr. Sullivan. Wir haben die oberen Etagen gesichert. Allerdings sind wir auf irgendeine Art Fahrstuhl gestoßen. Können Sie uns irgendwelche Informationen darüber geben."
"Ah ok, verstehe. Halten Sie noch ein wenig durch, wir sind gleich bei Ihnen."

Als die ersten Schüsse fielen ist sie gleich gerannt. Weg. Weit weg von der Quelle, aus der sie die Schüsse vermutete. Sie rannte geradewegs in Richtung ihres Quartiers. In ihrer Panik war dies der sicherste Ort für sie. Normalerweise wäre der Panikraum der sicherste Ort gewesen, aber was ist noch normal, sobald das menschliche Gehirn einmal von Todesängsten geleitet wird und somit das klare Denken verhindert. Zusammen gekauert saß sie in der von der Tür am weitesten entfernten Ecke des Raumes und zitterte vor Angst. Und so merkte sie auch fast gar, als plötzlich riesige Gestalten vor ihr Standen und auf sie herab schauten. Sie waren gekleidet wie die Maya-Krieger auf den alten Zeichnungen. Nur ihre Gesichter waren anders. Das waren keine Maya. Nein, es waren nicht einmal Menschen. Ihr Gesicht war glatt, die Augen schwarz, die Nase fehlte völlig und um ihren Mund windeten sich Tentakel, wie bei einem Tintenfisch, der sanft durchs Meer gleitet.
"Wo habt ihr ihn gebracht?", fragte sie dieses Wesen. Sie konnte kaum antworten. Die Angst schnürte ihr die Kehle zu.
"Wen?"
"Unseren gefallen Krieger."
Sie wusste nicht, wovon dieses Wesen sprach. Klare Gedanken ließen sich für sie nicht mehr erfassen. Sie wusste, dass ein Team an irgendeinem Artefakt gearbeitet hatte, aber ihr war nicht bewusst, dass es sich um die sterblichen Überreste irgendeines seltsamen Wesens gehandelt haben könnte. Sie spürte, dass es ungeduldig wurde, und dass es sie töten würde, wenn es keine zufriedenstellende Antwort erhielt.
"Sie haben ihn bestimmt in die Montelius-Kammer gebracht."
"Bringen Sie uns dahin!"
"Ich kann nicht. Ich bin nur eine Assistentin. Ich habe keine Zugangscodes für ...", beendete sich mittendrin ihren Satz. Ihr war bewusst geworden, dass sie soeben einen großen Fehler gemacht hatte. Sie hatte sich für die Wesen entbehrlich gemacht.


Mit einem lauten Krach teilte sich die Fahrstuhltür und eine riesige Aschewolke kam mit hohem Druck aus dem Schacht geschossen. Nachdem sich die Wolke gelegt hatte, gab sie den Blick auf den Schacht frei. Der Fahrstuhl war zerstört. Abgestürzt. Die brennenden Trümmer lagen auf dem Boden verteilt. Die Angreifer saßen also da unten fest. Der Schacht war der einzige Ausweg, aber auch der einzige Eingang für das Team. Es war eine Pattsituation. Der Eingang war für die Terroristen einfach zu verteidigen. Er bot für das Team keinerlei Deckung, so dass sie beim Abseilen dem feindlichen Feuer wehrlos ausgesetzt wären. Auf der anderen Seite konnten die Terroristen dort unten nicht verbringen. Eigentlich hätte das Team die Situation einfach aussitzen können, wenn nicht das Leben der Geiseln auf dem Spiel gestanden hätte. Also traf Frank eine Entscheidung. Er gab den Befehl zum Angriff. Das Team warf mehrere Blendgranaten in den Schacht und seilte sich so schnell wie möglich ab. Unten angekommen stürmten sie sofort den Raum und suchten Deckung, um dem erwarteten Sperrfeuer auszuweichen. Aber da war niemand. Außer einem total verwüsteten Raum und den herumliegenden Leichen der getöteten Wissenschaftler war da absolut niemand. Kein Begrüßungskommando, das sie erwartet hatten. Frank schwante plötzlich Böses und griff instinktiv zu seinem Handy.
"Dr. Sullivan. Wir sind nun unten ist bei Ihnen alles in Ordnung?"
Erleichtert atmete er auf, als er ihre Stimme hörte und sie ihm bestätigte, dass die Tür noch immer verschlossen sei. Trotzdem war dies merkwürdig. Wo hatten sich die Eindringlinge verschanzt. Wenn sie dem Team hätten ein Falle stellen wollen, so wäre das hier die beste Möglichkeit gewesen. Nun hatten sie also ihren Vorteil verspielt. Aber was hatten sie eigentlich vor. Ihm gefiel diese ganze Sache überhaupt nicht. Sie würden weiterhin höllisch aufpassen müssen.

Frank hatte von Dr. Sullivan die Wegbeschreibung zum Panikraum erfahren. Auf dem Weg dahin schauten sie in jeden noch so kleinen Winkel, jedes Zimmer. Und überall bot sich ihnen das gleiche das Bild. Alles war verwüstest. Die Leichen lagen überall verstreut herum. Alle mit nur einer Kugel getötet. Aber noch immer keine Spur von den Eindringlingen. So als wären sie nie da gewesen. Frank hatte schon viele Leichen gesehen, aber das hier war ein Massaker, ein Blutbad, das er bisher nur aus Filmen kannte. Eine Leiche tat es ihm besonders an. Eine junge Frau. Zusammen gekauert saß sie ihn einer Ecke. So wie ein kleines Mädchen, das sich vor bösen Monstern fürchtete und erleichtert aufschaute, wenn ihr Papi in das Zimmer trat und sie schützend in den Arm nahm. Hier waren aber die Monster schneller. Er musste an seine kleine Tochter und verspürte umso mehr den Drang, es diesen Bastarden heimzuzahlen, die für all dies hier verantwortlich waren. Zum Glück hatten sie nun fast den Panikraum erreicht, so dass er seine Gedanken wieder aufs wesentliche lenken könnte.
"Dr. Sullivan. Wir sind nun da. Öffnen Sie bitte die Tür, damit wir sie so schnell wie möglich hier raus bringen können."

Marissa atmete erleichtert auf. Sie waren da. Die Schritte des Teams waren bereits durch die Tür zu hören. Sie hatten es geschafft. Sie waren endlich von diesem Alptraum getrennt. Und als ihr die beruhigende Stimme von Captain Harris den Befehl erteilte, die Tür zu öffnen, legte sie den Hörer zurseite und machte sich auf den Weg, die schwere Tür zu entriegeln.

"Sir, da stimmt was nicht. Die Tür ist bereits offen.", meldete ein Mitglied des SWAT-Teams.
"Was zur Hölle ... Dr. Sullivan?"

Es dauerte nur wenige Sekunden, bis sie die Tür entriegelt hatte. Mit aller Kraft, die ihr noch verblieb schob sie die Tür beiseite und gab somit den Weg für ihre Retter frei. Sie hatte die Tür gerade mal einen Spalt breit geöffnet, als sie die Schreie ihrer Kollegen aus dem hinteren Teil des Raumes vernahm. Schreie vor Angst und blanken Entsetzen. Und als auch sie ihren Blick erhob, wusste sie warum. Vor ihren Augen stand nicht das erwartete SWAT-Team, sondern die Wesen, die vor einer Stunde aus diesem Licht kamen. Sie erhoben ihre Waffen.

Durch den Lautsprecher seines Handy konnten sie die Schreie hören. Es folgten neun Schüsse und das Stampfen sich schwerer entfernender Schritte war zu hören. Dann war es wieder still.
"Dr. Sullivan? Hören Sie mich noch?", schrie Frank in sein Handy. "Dr. Sullivan, bitte antworten Sie doch!"
"Frank, das solltest Du Dir mal ansehen", sagte Tom und führte ihn in das Innere des Panikraums. Dort lagen sie. Neun Personen. Friedlich, wie wenn sie schlafen. Nur das Blut aus einem Loch aus ihrer Stirn tropfte.
"Wie kann das sein?", fragte Frank verwundert, der nun völlig neben sich stand.
"Wir haben doch gerade noch mit ihnen geredet. Die Schreie, die Schüsse. Wie kann das sein? Gibt es vielleicht noch einen anderen Raum wie diesen?"
"Nein, eigentlich nicht. Den Plänen zufolge ist dies der einzige Raum hier unten."

Einen Tag später war Frank immer noch nicht über die Ereignisse des Vortages hinweg. Irgendwie war dies alles für ihn wie ein irrealer Traum, aus dem er jeden Moment glaubte zu erwachen. Sie hatten das ganze Gebäude durchsucht und keine Spur von den Angreifern gefunden. Sie kamen aus dem Nichts, metzelten die ganzen Wissenschaftler nieder und verschwanden dann auch wieder. Dr. Sullivans Leiche fand man kurze Zeit später in einem entfernten Raum, der auch die Montelius-Kammer genannt wurde.
"Hey Frank, tut mir leid, dass ich Dich aus Deinen Gedanken reißen muss, aber Du solltest Dir das unbedingt mal ansehen.", sagte Tom und händigte ihm einen Bericht aus.
Frank überflog das meiste nur, da er es schon kannte, bis er auf eine Zeile stieß, die ihm das Blut in den Adern gefrieren.
"Was? Laut dieser medizinischen Untersuchung ist der Zeitpunkt des Todes von Dr. Sullivan gestern um etwa 18 Uhr eingetreten. Wie kann sein?"
"Genau Frank. Wenn das stimmt, dann wie sie bereits seit fünf Minuten Tod, als Du gestern den Anruf von ihr erhieltst."




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Geschichte 6

Mein freier Tag

Endlich war ich auf dem Holodeck und wollte meinen freien Tag geniessen. Ich war ein frisch gebackener Lieutenant und erst seit kurzem auf dem neuesten Schiff in der Flotte. Ich war sehr stolz darauf, gleich auf so einem tollen Schiff dienen zu dürfen. Und natürlich wollte ich auch gleich testen wie gut das Holodeck hier funktioniert. Und nun lag ich hier in einer schönen Wiese, die ich nach dem Vorbild der schottischen Highlands programmiert hatte. Über mir der sonnige wolkenlose Himmel und um mich herum nichts als weite Landschaft ohne irgendjemanden, der meine Ruhe stören könnte. Das einzige was nicht ganz hierher passte war mein iPad. Doch obwohl dieses Gerät eigentlich im 24.Jahrhundert schon veraltet war, ging ich trotzdem nirgendwo ohne es hin. Ich hatte darauf viele Erinnerungen an meine Familie gespeichert. Und immer wenn ich Zeit hatte stöberte ich darin. Es war herrlich, diese Ruhe und so vergaß ich völlig die Zeit.

Nach 2 Stunden wurde ich aus meinen Tagträumen gerissen, als aus meinem Kommunikator die Stimme meines Freundes und Crewkameraden ertönte. Ich hatte völlig darauf vergessen, dass wir zum Essen verabredet waren. Und zwar schon vor einer halben Stunde. So sprang ich auf und eilte aus dem Holodeck, natürlich nicht ohne das Programm abzuspeichern. Denn ich würde sicher wieder mal kommen. Als ich in meinem Quartier ankam zog ich mich schnell um und traf dann später meinen Freund in der Offiziersmesse. Er hatte versprochen, dass es etwas Besonderes zu essen geben würde. Etwas, das er selber kochen würde. Und als ich sah was es war, war ich nicht mehr so sicher ob ich noch Hunger hatte. Denn er hatte Tintenfisch zubereitet, gekocht in einer Pfeffersauce. Und dabei hasste ich alle Meerestiere. Doch ich wollte nicht unhöflich sein und es zumindest ausprobieren. Nach ein paar Bissen musste ich zugeben, dass es besser schmeckte als ich zuerst dachte.

Nach einer Weile wurde ich von unserem Chefarzt gerufen. Er sagte, es handle sich um einen medizinischen Notfall. Ich wunderte mich, da ich Brückenoffizier war und normalerweise an der Steuerkonsole saß und keinerlei Ahnung von Medizin hatte. Als ich in der Krankenstation ankam, erklärte er mir, dass sich ein Mitglied eines Aussenteams verletzt hatte, als dieser versucht hatte sich vor einer giftigen Aschewolke in Sicherheit zu bringen. Das Crewmitglied hatte sich auf einen Berg retten wollen, da diese mysteriöse Wolke nur ganz dicht über dem Boden schwebte und nicht auf Hügel oder Berge gelangte. Dabei rutschte er ab und zog sich eine tiefe Wunde am Oberschenkel zu, und verlor viel Blut. Da ich als einziger an Bord, das geeignete Blut für eine Spende hatte, war meine Hilfe also dringend nötig. Wie es sich für einen Offizier der Sternenflotte gehörte, war ich natürlich ohne lange nachzudenken bereit. Als ich die ganze Behandlung hinter mir hatte, kehrte ich in mein Quartier zurück. Ich ging unter die Schalldusche und danach nahm ich mir mein iPad und einen Gin Tonic aus dem Replikator. Anschließend machte ich es mir auf einem grossen bequemen Liegestuhl gemütlich. So verbrachte ich die restlichen Stunden des Tages vertieft in den Bildern meiner Familie und meiner Freunde.

Beitrag wurde am 3. August 2010, 19:18 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

30.7.2010, 14:43

 
Fähnrich
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Ich saufe, lese Pornos und bin tätowiert

09.8.2010, 13:56

 
Fähnrich
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Hier meine Bewertung, das ist echt schwierig...

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Aber meinen Respekt für alle Schreiberlinge!!! Grafik Grafik




Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)

10.8.2010, 15:27

 
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Angst vor der Zukunft haben nur Leute, die nicht vorbereitet sind

13.8.2010, 16:56

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