Inhalt
Um dem immer schlechter werdenden Funkverkehr zur Erde Herr zu werden, setzt die "Enterprise" zwei Subraum-Verstärker-Bojen ab, über die eine bessere und sichere Funkverbindung gewährleistet werden soll. Kurz nach dem Absetzen von "Echo 2" erscheint ein fremdes Schiff unbekannter Bauart vor der Enterprise. Sie reagieren nicht auf Rufsignale und als der Captain einige Zeit mit ihnen redet, ohne eine Antwort zu erhalten, verschwinden sie so plötzlich, wie sie gekommen waren. Allerdings stellen die Sensordaten Lieutenant Reed vor ein Problem: Denen zufolge besitzt das Schiff keine Crew, kein Antrieb - nichts, was auf ein Raumschiff schließen lässt.
Dank der Subraumboje kann Captain Archer Kontakt mit der Erde aufnehmen. Er unterhält sich mit Malcolm Reeds Eltern, die ihm bei der Vorbereitung eines Überraschungs-Geburtstagsessens für ihn helfen sollen. Doch seinen Eltern scheint der taktische Offizier genauso fremd zu sein wie seinen Schiffskamaraden. Er hatte seine Familie seit seinem Weggang von der Erde nicht mehr kontaktiert und ein Lieblingsessen besitzt er auch nicht.
Da Jonathan Archer nun wieder von vorne beginnen muss, erteilt er Hoshi Sato den Auftrag, Mr Reeds Leibspeise in Erfahrung zu bringen. Diese ist über die Spezialmission zwar nicht sehr erfreut, nimmt den Auftrag jedoch an.
Daraufhin begleitet Archer Commander Tucker in den Maschinenraum. Auch Charlie Tucker weiß über Lieutenant Reed, obwohl er sehr viel mit ihm arbeitet, so gut wie nichts. Doch auch er habe bei den letzten Mitteilungen von der Erde einen Brief erhalten - von Natalie, seiner nun ehemaligen Lebensgefährtin. Die Beziehung sei auf so lange Distanz hin wohl nicht lebensfähig gewesen, obwohl Tucker sich wünscht, wenigstens persönlich "Lebwohl" gesagt zu haben.
Ihr Gespräch wird unterbrochen, als das fremde Schiff wieder zurückgekehrt und der Captain auf die Brücke gerufen wird.
Erneut lauert das Schiff vor ihnen und reagiert auf keine Rufsignale. Der Captain redet mit ihnen, doch sie scheinen nicht zu reagieren. Dann empfängt Fähnrich Hoshi ein Signal, das ihrer Meinung nach kein Rufzeichen ist. Ein sehr lautes Verzerrungsgeräusch ertönt, bei dem die Crew beinahe in Ohnmacht fällt. Dann feuert das fremde Schiff auf die "Enterprise" und verschwindet erneut.
Die Schäden sind nicht allzu schlimm, und als das Schiff sein Schutzschild für einen Moment gesenkt hatte, um ihre Waffen abzufeuern, gelang es Malcolm Reed, das Innere zu scannen. Über ein Dutzend Lebenszeichen, die mit keiner bekannten DNA vergleichbar sind, wurden entdeckt. Und angesichts ihres Schutzschildes und der Bewaffnung hätte die "Enterprise" bei einer direkten Konfrontation keine Chance gehabt.
Zusammen mit T'Pol begibt sich Captain Archer zur beschädigten Sektion der "Enterprise", wo Charlie Tucker bereits mit den Reparaturen begonnen hat. Dieser erklärt Archer, dass sie Glück im Unglück hatten. Hätte das fremde Schiff einen Meter höher geschossen, wäre die "Enterprise" vaporisiert worden.
Im weiteren Gespräch mit T'Pol fragt der Captain nach den Erfahrungen, die die Vulkanier mit gewalttätigen Spezies gemacht haben. T'Pol erwidert, dass es auf Grund der geringen Verbreitung der interstellaren Raumfahrt eine andere Zeit gewesen wäre, deren Gegebenheiten mit der heutigen nicht vergleichbar seien. Daraufhin erklärt der Captain, dass die "Enterprise" vielen Gefahren, die ihr drohen, einfach nicht gewachsen sei und dass etwas dagegen unternommen werden müsse: Die "Enterprise" war ursprünglich ausgelegt für drei Geschütze, die aus der Hülle gefahren werden können. Da die "Enterprise" das Raumdock früher als erwartet verlassen musste, wurden die Geschütze nicht installiert. Und seiner Meinung nach sollte das nun nachgeholt werden.
Diesen Vorschlag unterbreitet er auch Mr Reed und Mr Tucker. Die sind sich einig, dass die Arbeit auch von der Crew erledigt werden könne. Doch da es Spezialteams beim Raumdock gibt, die für diese Arbeit ausgebildet sind, und einige der Systeme der "Enterprise" einer Überholung bedürfen, gibt Archer den Befehl, zur Erde zurückzufliegen. Reed und Tucker erhalten jedoch seine Zustimmung, mit der Arbeit zu beginnen, um Zeit im Raumdock einzusparen.
In einem darauf folgenden Briefing instruieren sie ihre Ingenieure und beginnen daraufhin mit der Arbeit an den Geschützen.
Immer noch auf der Suche nach Informationen über Malcolm Reed, kontaktiert Hoshi Reeds Schwester und seinen besten Freund. Doch beide müssen eingestehen, dass sie über Malcolms Lieblingsessen nicht Bescheid wissen. Sie bestätigen, dass er sehr verschlossen sei, haben jedoch nicht mehr Informationen. T'Pol rät dem Fähnrich daraufhin, Mr Reed einfach selbst zu fragen.
Als er wenig später im Kasino sitzt, gesellt sie sich zu ihm und beginnt eine kleine Konversation. Sie erzählt, sie würde selber gern kochen und fragt ihn nach seiner Lieblingsmahlzeit, doch er weicht aus. Als sie ihn dann zu einem Abendessen im Quartier einladen möchte, immer im Sinn, den Namen seiner Leibspeise er erfahren, versteht er das jedoch als eine Einladung und gibt zu erkennen, dass eine Beziehung zwischen Kollegen für ihn nicht in Frage kommt. Als Hoshi ihren Fehltritt erkennt, entschuldigt sie sich und verlässt, über den peinlichen Moment selbst amüsiert, das Kasino.
Immer noch auf dem Rückweg zur Erde entdeckt T'Pol, dass das fremde Schiff der "Enterprise" mit Warpgeschwindigkeit folgt. Wieder eröffnen die Fremden das Feuer, die gesamte Energie auf der "Enterprise" fällt aus. Ein kleines Schiff der Fremden dringt über die Shuttle-Rampe, die sich wie von Geisterhand öffnet, ein. Archer begibt sich mit Taschenlampen und bewaffnet auf die Suche nach den Eindringlingen. Sie entdecken zwei der Fremden, die sich über zwei Besatzungsmitglieder gebeugt haben und diese untersuchen. Sie reagieren nicht, als Archer sie auffordert, seine Crew in Ruhe zu lassen. Darum feuert er auf sie, doch der Phaser scheint keine Wirkung zu haben, selbst auf höchster Stufe schützt ein Schutzschild die fremdartigen Wesen, die daraufhin wieder so plötzlich von der "Enterprise" verschwinden, wie sie gekommen waren. Bevor ihr Schiff den Warp-Antrieb aktiviert, feuert es nochmals auf die "Enterprise" und beschädigt dabei eine Warp-Gondel schwer.
Die Besatzungsmitglieder, die von den Fremden gescannt wurden, sind in einen katatonischen Zustand gefallen, und obwohl der Doktor alles versucht, was in seiner Macht steht, konnte er ihren Zustand bisher nur stabilisieren, sie jedoch nicht heilen. Da der Warp-Antrieb noch Tage außer Betrieb sein wird, geht der Captain auf T'Pols Vorschlag ein und möchte die Vulkanier kontaktieren, die in wenigen Stunden bei der "Enterprise" sein könnten, um diese bei den Reparaturen zu unterstützen. Doch als Hoshi den Vulkanischen Rat kontaktieren möchte, entdeckt sie, dass die Subraumbojen zerstört wurden und somit kein Kontakt hergestellt werden kann. Also muss sich die "Enterprise" selbst den Weg zur Erde bahnen.
Unterdessen gehen die Reparaturen weiter und zwei der Geschütztürme sind beinahe fertig gestellt. Archer möchte deren Feuerkraft an einem unbewohnten Mond testen. Doch als die "Enterprise" auf die Oberfläche feuert, gibt es eine Entladung und viele Systeme des Schiffs werden beschädigt. Die Feuerkraft war indes derart stark, dass ein großer Krater auf der Oberfläche entstand.
T'Pol entdeckt kurz nach dem Schuss eine unbekannte Störquelle in Shuttle-Rampe Zwei. Als Archer mit T'Pol, Reed und Tucker die Shuttle-Rampe untersucht, entdecken sie ein fremdes Gerät, das offensichtlich von den Eindringlingen stammt. Es ist mit vielen Schiffssystemen verbunden und verursachte auch die Überladung. Außerdem konnten die Fremden so jeden Winkel des Schiffes überwachen und die Crew beobachten. Archer zerstört nach einer Warnung an die Fremden das Gerät.
Hoshi sucht Doktor Phlox auf, um ihn zu fragen, ob er etwas über Malcolm Reed weiß, was den anderen vielleicht entgangen ist. Die Besatzungsmitglieder konnten die Krankenstation in der Zwischenzeit wieder verlassen und nach langem Nachdenken fällt dem Doktor ein, dass Malcolm eine Vorliebe für Ananas hat, da er an sich gegen einen Inhaltsstoff dieser Frucht allergisch ist, sich jedoch regelmäßig Antiallergika injizieren lässt, um sie dennoch zu genießen.
Wieder erscheinen die Fremden auf den Scannern der "Enterprise". Archer ändert den Kurs, um auf Konfrontationskurs zu gehen. Diesmal wird die Crew gerufen, sie sehen einen Zusammenschnitt der Warnung von Captain Archer, in der die Fremden die Crew auffordern, ihr Schiff zu übergeben.
Der Captain befiehlt den Angriff, doch die neuen Geschütze haben keine Wirkung bei dem fremden Schiff. Als letzten Ausweg gibt der Captain den Befehl, eine Überladung wie jene bei dem ersten Test zu erzeugen. Obwohl Reed und Tucker Einwände haben, gelingt es und das fremde Schiff wird beschädigt. Zwei Torpedos, die die "Enterprise" anschließend auf das fremde Schiff abfeuert, fügen ihm so starken Schaden zu, dass die Fremden die Flucht ergreifen.
Da die "Enterprise" nun wieder in der Lage ist, sich zu verteidigen, geht das Schiff wieder auf Kurs und macht keinen Umweg zur Erde. Außerdem setzen sie eine neue Subraumboje ab, um Kontakt mit dem Sternenflotten-Hauptquartier herzustellen.
Bei einer kleinen Feier mit dem Captain, Reed und Tucker serviert Hoshi die Geburtstagstorte mit Ananas, die, wie Malcolm selbst zugibt, seine Lieblingsfrucht ist. Auf die Frage, wie um alles in der Welt sie das herausbekommen haben, erwidert Hoshi nur, dass auch die Crew ihre Quellen hat.
Kritik
Mit "Lautloser Feind" meldet sich "Enterprise" aus der Winterpause zurück. Und der Einstand ist wirklich gelungen: Eine packende Geschichte, hervorragende Darsteller, kinoreife Spezialeffekte und eine ebenso gelungene Musik zeichnen diese Episode aus und zeigen erneut, dass, auch nach 13 Jahren "Star Trek" am Stück, das Niveau gehalten wurde.
Schon in einigen Episoden angekündigt, setzt die "Enterprise" nun ihre zweite Subraumboje ab. Wieder wird deutlich, wie zerbrechlich die Infrastruktur der jungen Sternenflotte ist. Die "Enterprise"-Crew muss all jenes erst erschaffen, was der Zuschauer in den vorherigen "Star Trek"-Serien als gegeben hingenommen hat.
Der erste Besuch der Fremden verläuft gänzlich anders, als es der Zuschauer erwarten würde, nicht nur, dass kein Kontakt hergestellt wird, aber dass die Außerirdischen dann auch noch wortlos von Dannen ziehen, lässt den Zuschauer mit einem dicken Fragezeichen auf der Stirn zurück.
Es wird eine subtile Spannung erzeugt, die hauptsächlich davon lebt, dass man mehr über die Fremden erfahren möchte, schon, um zu wissen, ob sie denn (wie ihr Schiff es vermuten lässt) von den Romulanern geschickt wurden.
Im krassen Gegensatz dazu steht dann das Gespräch von Captain Archer mit Malcolm Reeds Eltern. Nach 11 Episoden erfährt der Zuschauer zum zweiten Mal nach Captain Archer etwas über den familiären Hintergrund eines Besatzungsmitgliedes. Vor allem jedoch wird deutlich, dass die Autoren sich nun den einzelnen Charakteren genauer zuwenden. Lieutenant Reed war von der ersten Episode an ein sehr zurückhaltender Charakter, verschlossen - ein Einzelgänger. Dass auch seine Familie ihn so kennen lernte, überrascht nicht weiter, aber es ist für "Star Trek" relativ untypisch. Dies wird auch verstärkt, da Hoshi Sato wenig später mit Reeds Schwester Kontakt aufnimmt. Auch sie weiß nicht viel über ihren Bruder. Somit tappt nicht nur die Crew, sondern auch die Verwandschaft des taktischen Offiziers über dessen Gewohnheiten ebenso im Dunkeln wie der Zuschauer selbst.
Hoshi den Auftrag zu geben, mehr über Reed zu erfahren, bringt den bisher sonst recht kühlen und unnahbaren Charakter des weiblichen Kommunikationsoffiziers dem Zuschauer ebenso nahe, wie im Laufe der Episode Malcolm Reeds.
So werden in dieser Folge mehrere Charaktere unterschiedlich stark weiterentwickelt, ein Stilmittel, das bei "Star Trek" bisher sehr selten eingesetzt wurde. Sowohl in "Das nächste Jahrhundert" als auch in "Deep Space Nine" und "Voyager" gab es Episoden, die hauptsächlich ein Besatzungsmitglied zum Thema hatten. Die anderen Schauspieler unterstützten den Hauptcharakter, hatten selbst jedoch nicht viel zu tun.
Bei "Enterprise" ist das anders: Malcolm Reed ist, obwohl er bei weitem nicht am häufigsten zu sehen ist, die Hauptperson der Episode. Auffallend auch, dass der Zuschauer ihn in der zweiten Hälfte der Folge mehr zu sehen bekommt als in der ersten - da man in der Zeit auch mehr über ihn erfahren hat wird der Eindruck des Kennenlernens noch verstärkt. Hoshi Sato hat nicht allzu viel zu tun, wird dem Zuschauer aber sympathischer gemacht. Erstaunlich sind die Szenen mit Charlie Tucker, in denen viel über den sympathischen Ingenieur zu erfahren ist. Vor allem jedoch wird ihm langsam die nötige Tiefe verliehen, die er trotz seiner Ausstrahlung bisher vermissen ließ.
Die Tatsache, dass er seine Lebensgefährtin auf der Erde zurückließ, oder, dass er bei einer kleinen Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und Malcolm Reed durchaus seinen Rang geltend machen kann, all das verpasst den Charakteren den letzten Schliff.
Das zweite Auftreten der Fremden ist ebenso geheimnisvoll wie das erste: Am Anfang schweigen sie, dann wird die "Enterprise" gescannt und anschließend sogar beschossen. Weiterhin wird der Zuschauer im Unklaren darüber gelassen, welche Absichten die mysteriösen Unbekannten verfolgen. Man bleibt ebenso im Dunkeln wie die "Enterprise"-Crew. Dieses Verbundenheitsgefühl wird dadurch verstärkt, dass man die Fremden nicht schon jetzt - wie es in vielen Serien und Filmen der Fall ist - zu Gesicht bekommt. Es gibt keine Szene an Bord des fremden Schiffes. Der erste wahre (Blick-) Kontakt stellt der Zuschauer mit ihnen zum selben Zeitpunkt wie Captain Archer her.
Die Hilflosigkeit angesichts des plötzlichen Angriffs und die Verwundbarkeit des Schiffes wird überdeutlich, wenn sich Archer mit T'Pol den Schaden genauer ansieht. Und zum ersten Mal seit dem Pilotfilm wird erwähnt, dass die "Enterprise" das Raumdock in "rohem" Zustand verließ, bevor alle Systeme ausgebaut waren. Dass der Captain dies nun nachholen möchte, ist verständlich, wieso er sich dafür so lange Zeit gelassen hat, jedoch weniger.
Der Einfall mit den Geschützen, die ursprünglich hätten integriert werden sollen, wirkt zwar etwas aufgesetzt, verleiht der "Enterprise" jedoch wieder einen Zug, den man so nicht erwartet hätte: Wem fällt angesichts der ausgefahrenen Geschütze nicht der Vergleich mit einem alten Segelschiff mit Kanonen ein?
Beim Einbau der neuen Waffen bekommt der Zuschauer viel von den Innenräumen der "Enterprise" zu sehen, nicht zuletzt dadurch erweckt das Set einen riesigen Eindruck, der durch das Kinoformat 1,85:1 noch verstärkt wird. Wie groß das Set insgesamt ist, lässt sich nur erahnen, aber es wirkt bedeutend größer als das der "Enterprise-D" oder auch der "Voyager".
Die Szene, in der Hoshi Sato sich zu Malcolm Reed im Kasino setzt, lockert das recht ernste Geschehen merklich auf und sorgt, vor allem durch die sich anbahnende peinliche Situation, für viele Schmunzler auf den Gesichtern der Zuschauer. Eine Auflockerung, die nicht hätte sein müssen, die sich jedoch nahtlos in den Zusammenhang der Episode einfügt.
Im Folgenden wird die "Enterprise" angegriffen. Die Crew muss sich im Dunkeln zurecht finden und zwei der Fremden werden von Archer und einem kleinen Suchtrupp entdeckt. Abgesehen von der Finsternis, in der die Figuren nicht wie bei "Voyager", "Deep Space Nine" oder "Das nächste Jahrhundert" dennoch von Scheinwerfern angeleuchtet werden, sondern nur durch den Schein ihrer Lampen zu sehen sind, besticht die Szene vor allem durch die hervorragende Musik von "Zurück in die Vergangenheit"-Komponist Velton Ray Bunch. Auch in den anderen Szenen begleitet die Musik durch ihren Rhythmus und den Instrumentenreichtum den Zuschauer und vermitteln ihm ständig das Gefühl, sich in Bewegung zu befinden. Teilweise an "Star Trek II: Der Zorn des Khan" angelehnt, ist es sicher eine der stärksten Musik-Untermalungen der ersten "Enterprise"-Staffel.
Das Aussehen der Außerirdischen überrascht im ersten Moment wirklich: Sie ähneln keiner bekannten Spezies und obwohl die Figuren am Computer generiert wurden, übertreffen die Spezialeffekte die Spezies 8472 aus "Voyager" bei weitem. Einzig die Bewegungen sind nicht 100%ig gelungen, doch dafür hat man sie nicht lange genug in Aktion gesehen. In der Szene wird wieder deutlich, wie sehr die Sternenflotte den Fremden im Universum unterlegen ist: Archers Phaser ist nutzlos und wenn die Unbekannten die "Enterprise" nicht freiwillig verlassen hätten, dann hätte sie wohl niemand dazu zwingen können.
Entgegen Archers Überzeugung wäre er bereit gewesen, die Vulkanier um Hilfe zu bitten, ein weiteres Anzeichen dafür, dass sein Charakter sich stetig weiterentwickelt und er nicht länger an seinen Vorbehalten, die aus früheren Folgen bekannt sind, festhält. Der anschließende Waffentest ist ein wahrer Augenschmaus: Die Effekte können mit aktuellen Kinoabenteuern gut mithalten und übertreffen alle anderen Scifi-Serien, die momentan im Fernsehen zu sehen sind. Auch die nachfolgende Entdeckung des fremden Geräts, das zur Überwachung der "Enterprise"-Crew gedacht war, ist intelligent gelöst: Wieder sieht man nichts aus den Augen der Fremden, einzig das verzerrte Bild, mit dem sie die Crew überwachen, ist zu sehen.
Auch das Finale ist rasant inszeniert: Die "Enterprise" kann mit einem riskanten Unterfangen die unbekannte Rasse in die Flucht schlagen und Archer befiehlt, den alten Kurs wieder aufzunehmen und nicht zur Erde zurückzufliegen.
Die Schlusssequenz mit Malcolms Geburtstagsüberraschung ist dezent in Szene gesetzt und lässt den Zuschauer mit einem Gefühl zurück, dass die Crew langsam aber sicher zusammengeschweißt wird - eine Eigenschaft, die bei anderen "Star Trek"-Serien erst später eingeführt wurde.
Fazit
Ein toller Einstand nach der Winterpause. "Lautloser Feind " bietet tolle Unterhaltung mit einer kinoreifen Musik, Darstellern in Top-Form und einer Geschichte, die den Zuschauer vor den Fernseher bannt. Für genügend Auflockerungen ist gesorgt und die Fremden werden die Zuschauer hoffentlich nicht zum letzten Mal gesehen haben. Dass bei der spannungsreichen Geschichte auch die Charaktere weiterentwickelt werden, ist eine echte Überraschung und bestätigt wieder, dass "Star Trek" nicht ohne Grund das Maß aller Sciencefiction-Serien ist.
Note: 1-
Inhalt von Alexander Dennebaum (ad), Kritik von Jens Adrian (ja); aktualisiert am 07.04.2005 [12620 Aufrufe; 0 Kommentare]